The Walking Dead

Stargate SG-1 - End of Days (The Walking Dead Crossover) - Cover for story

Cover: Kimberley Jackson

Rating: ab 18.

Gewalt.

Ein Stargate SG-1/The Walking Dead Crossover.

Als SG-1 durch das Stargate auf die Erde zurückkehrt hat sich alles verändert. Es gibt keine Elektrizität, und die meisten elektronischen Geräte sind weg. Die Cheyenne Mountain Air Force Base sieht aus als sei sie seit Monaten verlassen. 

Verwirrt verlassen sie die Basis, und machen sich auf den Weg zu Carter’s Haus um einige Teile für einen Generator zusammenzutragen. Auf dem Weg ins Innere von Colorado Springs begegnet ihnen eine Herde Untoter, die sie dazu zwingt sich aufzuteilen. Sam Carter und Jack O’Neill fliehen in die Wälder während Daniel Jackson und Teal’c in die andere Richtung fliehen. 

Ohne zu wissen, was mit Daniel und Teal’c passiert ist, versuchen Carter und O’Neill sich durch diese feindliche Welt zu kämpfen, die den kleinsten Moment der Schwäche mit etwas Schlimmerem als dem Tod bestraft.

Um diese Geschichte im englischen Original zu lesen, klicke bitte hier.

 Sam/Jack — Sam/Jack — Sam/Jack

***

Zehn Tage seit ihrer Rückkehr durch das Stargate. Zehn Tage, seitdem sie eine völlig verdrehte Version der Erde betreten hatten—ohne eine Möglichkeit zurückzukehren. Und seit zehn Tagen hatte jeder sie auf der Suche nach Antworten angesehen, die sie nicht hatte.

Sam Carter wischte mit ihrer schmutzigen Hand über ihr Gesicht, zweifellos nur Schmutz und Blut verteilend. Ihre andere Hand hielt das Messer an ihrer Seite fest umklammert.

War es nicht erstaunlich, wie schnell Menschen sich an extreme Situationen anpassen konnten?

Vielleicht kam ihr einfach ihr Militärtraining zugute. Trotzdem näherte sie sich langsam einem Punkt der absoluten Erschöpfung. Es gab keinen Weg zurück, außer sie fänden eine Stromquelle, die ausreichend Energie für das Stargate liefern konnte. Die Chancen dafür standen alles andere als rosig. Autos, die sie bisher gefunden hatten, hatten entweder leere Batterien, oder überhaupt keine Stromquellen mehr.

Direkt vor ihr stoppte O’Neill abrupt. Seine rechte Hand schoss hoch, und ihr Körper reagierte bevor ihr Kopf das Signal richtig verarbeitet hatte. Sie blieb stehen und lauschte in die Stille des Waldes hinein.

Und dann hörte sie es. Schwaches Grummeln. Stöhnen. Das unerträglich saftige Geräusch von Fleisch, das von Knochen gerissen wurde. Sie schloss die Augen. Nicht schon wieder.

Langsam trat sie ein paar Schritte zurück. Vermeidung der Gefahr war eine bessere Strategie als Angriff, zumindest in diesem Fall. Diese verdammten Dinger tauchten zu plötzlich auf, und was zunächst übersichtlich nach zweien oder dreien aussah, konnte sich schnell in eine Herde aus zwanzig oder mehr verwandeln.

Leise drehte sie sich um. Zwischen den Bäumen… Sie kniff die Augen zusammen. Etwas bewegte sich!

Verdammt. Wenigstens eines von den Viechern folgte ihnen. Die Dinger mussten von der nahen Straße kommen. Vieleicht waren ihre Schritte zu laut gewesen, als sie sich durch das Dickicht gekämpft hatten. Oder die Kreaturen stolperten einfach nur so durch den Wald, und waren durch Zufall auf sie gestoßen.

„Sir.“ Kaum ein Flüstern, aber sie spürte seine Bewegung hinter ihr. Dann strich sein warmer Atem über ihre Wange.

„Ja, ich seh’s. Da lang.“ Er bog nach links ab, durch eine Linie dichter Büsche. Weg von der Straße und den sich nähernden Untoten.

Sie folgte ihm. Die Zweige raschelten, als sie an den Kreaturen vorbeieilten, aber bisher schienen sie keine Aufmerksamkeit zu erregen. Dann und wann drehte eines der Dinger den Kopf zu ihnen. Starrte aus leeren Augen und lief weiter.

Vielleicht waren es die Uniformen. So sehr sie sich auch nach sauberer Kleidung sehnte, die Tarnung hatte ihre Vorteile.

Vor ihr hielt O’Neill an und hockte sich hin. Sie folgte seinem Beispiel. Noch mehr Kreaturen. Mit klopfendem Herzen drehte sie sich um. Verdammt, die Viecher hatten sie eingekreist. Schießen war keine Option. Das würde nur mehr von ihnen anlocken, und immerhin hatten sie keine unbegrenzte Munition.

Das Unterholz schien Schutz zu bieten. Aber wie lange?

Ihr Gesicht wurde heiß bei dem Gedanken entdeckt zu werden. Jeder Muskel in ihrem Arm spannte sich an. Wenn nur ein einziges der Dinger Interesse an ihnen bekäme, wäre alles vorbei. Erst vor zwei Tagen hatten sie ein paar der Untoten einen Menschen buchstäblich auseinanderreißen sehen. Die Frau hatte noch geschrien und gezappelt, während die Kreaturen anfingen, ihre Gedärme zu fressen.

Sam schloss die Augen und versuchte, das Bild zu verdrängen. Die Zeit humpelte mit der Geschwindigkeit einer Schnecke dahin, immer begleitet vom Fauchen und Stöhnen von etwas Schlimmerem als dem Tod.

Daniel.

Teal’c.

Ihre Augen brannten. Es war sechs Tage her, seit sie getrennt worden waren. Vielleicht waren die Beiden bereits zu diesen Monstern geworden? Was um Himmels Willen war nur auf der Erde geschehen? Dies konnte unmöglich ihr eigenes Universum sein.

Die Cheyenne Mountain Station war verlassen gewesen, und eine dicke Staubdecke hatte alles überzogen. Als ob die Station schon lange verlassen läge.

Sie waren doch nur ein paar Stunden fort gewesen, bevor sie durch das Stargate auf die Erde zurückgekehrt waren. Auf keinen Fall konnte alles so schnell den Bach runtergegangen sein. Vielleicht hatte das Stargate eine Fehlfunktion gehabt und sie in ein anderes Universum geschickt. Oder in die Zukunft? Wäre ja nicht das erste Mal.

All ihre Annahmen waren nichts als Spekulation solange sie keine Möglichkeit zum Test hatte. Solange sie keine Stromquelle hatte, konnte sie keines der Geräte in ihrem Labor in Gang setzen—vom Stargate ganz zu Schweigen.

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„Carter.“ Ein Zischen. Dann ein fester Griff um ihren Arm.

Sie öffnete die Augen. O’Neills Gesicht war direkt vor ihrem. „Los geht’s. Jetzt oder nie. Da sind noch mehr auf der anderen Seite. Sie kümmern sich um die hinter uns, ich nehme die vor uns.“

„Ja, Sir.“ Sie drehte sich um und presste ihren Rücken an Seinen.

Es war unmöglich für eine Person alle Seiten gleichzeitig im Blick zu behalten, und während der letzten Tage hatte diese Methode gut funktioniert. Solange wie sie so dicht wie möglich beieinanderblieben und sich gegenseitig den Rücken freihielten, hatten sie eine Chance.

Hauchiges Knurren driftete aus der Nähe herüber. Sie peitschte ihren Körper herum, das Messer erhoben. Einen Moment später stolperte eine Kreatur zwischen zwei Bäumen hervor, die verrottenden Arme ausgestreckt. Gedärme hingen aus seinem Bauch heraus und streiften gegen seine Beine mit jedem Humpeln. Tote Augen fixierten sie. Der Mund öffnete sich. Zähne klapperten aufeinander als das Ding versuchte sie zu beißen, obwohl es noch zwei Meter von ihr entfernt war. Einmal. Zweimal.

Das Geräusch drehte ihr den Magen um. Sie unterdrückte ihr Schauern und spannte die Muskeln an. Wie sehr sie diesen Teil hasste.

Sie stürzte vorwärts und stieß das Messer direkt in den Kopf der Kreatur. Diese zuckte kurz und sank dann zu Boden. In paar Tropfen kalten Blutes trafen ihr Gesicht, als sie das Messer aus dem Schädel wuchtete.

O’Neill’s Hand streifte ihren Arm, und ohne zurückzublicken eilten sie weiter durch die Bäume. Und noch mehr Bäume. Ein Wald, der sich bis in die Unendlichkeit auszudehnen schien. Und sie waren wie Ratten in einem Labyrinth, die vor einer Horde ausgehungerter Katzen flüchteten.

Endlich schimmerte Teer durch das Unterholz.  Nach Luft schnappend stolperte Sam auf eine verlassene Straße. Sofort drehte sie sich nach links. Dann rechts. Keine Kreaturen. Sie befestigte das Messer wieder an ihrem Gürtel und zog ein Tuch aus ihrem Rucksack.

Ekelhaft. Das kalte, tote Blut ins Gesicht zu bekommen was das Schlimmste. Und es hörte nie auf.

Sie schrubbte das Tuch über ihr Gesicht bis O’Neill ihr Handgelenk griff und ihr das Tuch wegnahm.

„Hier, ich helfe Ihnen.“ Er rieb das Tuch entlang ihres Haaransatzes und über ihre Schläfe, bevor er es ihr zurückgab. „Alles weg.“

„Danke, Sir.“

„Gehen wir weiter. Laut dem Schild dort drüben sind es nur zwei Meilen bis Palmer Lake.“

„Ja, Sir.“ Sie schmiss das Tuch in den Straßengraben. Als ob sich noch jemand für Umweltverschmutzung interessieren würde. „Wir sollten in der Stadt nach Essen suchen. Wir haben noch genug bis morgen, aber wir werden Probleme bekommen, wenn wir nicht—„

„Immer mit der Ruhe, Carter. Momentan macht mir die hereinbrechende Dunkelheit mehr Sorgen. Wir brauchen Schlaf.“

Gutes Argument. Sam atmete langsam aus und hob ihr Gesicht zum blauen Himmel. Weiße Wolken zogen vorbei. Wie seltsam, dass der Himmel und die Sterne noch genau gleich aussahen, wenn doch alles andere so verändert war.

„Ich hoffe Daniel und Teal’c geht es gut.“ Sie wusste, dass er das Thema hasste, aber wen interessierte es. Sie würde wahnsinnig werden, wenn sie nicht darüber sprach. Und außerdem musste er sich doch auch Sorgen machen.

„Teal’c ist ein viel besserer Krieger als wir alle zusammen, und er hat seine Stabwaffe. Unbregrenzte Munition.“ Er trat nach ein paar Kieselsteinen am Wegesrand, und drehte sich dann zu ihr um, rückwärts weitergehend. Seine Stimme wurde sanfter. „Die Beiden sind okay. Genau wie wir.“

„Okay?“ Sie schloss ihre Augen. Nichts von alledem hier war okay. Sie waren nicht okay.

„Die Beiden kennen den Plan. Und sie werden da sein.“

„Und was wenn nicht, Sir?“

Er hob die Augenbrauen.

„Naja, Sir, was wenn sie nicht da sind? Wie lange werden wir warten? Werden wir trotzdem vorgehen wie geplant und sie zurücklassen, ohne—“

„Carter.“ Er griff ihre Schultern. „Können wir uns darauf konzentrieren, es zu Ihrem Haus zu schaffen, und nicht den schlimmsten Fall durchspielen? Falls das passiert—und ich betone falls—finden wir eine Lösung. Das tun wir immer. Und wir waren schon in schlimmeren Situationen.“

Sie winkelte den Kopf an. „Nennen Sie eine.“

Sein Gesicht nahm einen nachdenklichen Ausdruck an. Dann öffnete er den Mund. Schloss ihn wieder. Schließlich seufzte er. „Na schön, vielleicht waren wir nicht in schlimmeren Situationen. Aber das heißt doch nichts. Sie werden uns hier rausbringen. Wir finden eine Stromquelle, dann können Sie das Stargate zum Laufen bringen. Wir wählen die Alpha-Basis an und dort können Sie dann in aller Ruhe rausfinden was hier schiefgelaufen ist und wie man es umkehrt.“

Ach, wenn die Dinge doch nur so einfach wären wie er sagte. Sie zwang sich zu einem Lächeln. „Sie haben Recht.“

„Sie werden sehen, ruckzuck sind wir wieder im echten Stargate Center. Und Hammond und Walter winken uns durch das Fenster im Kontrollraum zu.“

Ihr Lächeln wurde echt bei dem Gedanken. „Ja, Sir.“

Ein entferntes Knurren brachte sie in die Realität zurück. O’Neill’s Gesicht wurde ernst. „Gehen wir, bevor diese Dinger uns einholen.“

***

Die Sonne war beinahe untergegangen, als die ersten Häuser von Palmer Lake weit vor ihnen auftauchten. Jack blickte sich um. Verdammt, die Häuser im Dunkeln zu durchsuchen war alles andere als ideal.

Sie würden sich im Erstbesten umsehen und dort ihr Lager aufschlagen. Den Rest konnten sie morgen bei Tageslicht durchsuchen nachdem sie beide etwas geschlafen hatten. Obwohl Carter sich nicht beschwerte sah sie aus als stünde sie kurz vor dem Zusammenbruch. Ihm selber ging es nicht anders.

Wenn sie den Trip ins Innere von Colorado Springs zu Carter’s Haus unbeschadet überstehen wollten, mussten sie sich ausruhen. Der erste Versuch in die Stadt vorzudringen war von einer riesigen Horde Untoter vereitelt worden. Dabei waren sie von Daniel und Teal’c getrennt worden. Diesen Fehler würden sie nicht nochmal machen, dafür würde er sorgen.

Als sie sich dem ersten Haus näherten, verlangsamte er seinen Schritt. Kein Licht in den Fenstern, und kein Geräusch von drinnen. Er blickte Carter an. „Halten Sie die Augen offen.“

Sie richtete sich auf, die Hand an ihrem Messer. Jack schlug mit seiner Faust drei Mal gegen die Tür. Dann noch drei weitere Male. Laute Geräusche lockten diese Viecher immer schnell hervor.

„Sir.“

Er drehte den Kopf. Eine Kreatur stolperte zwischen zwei Häusern auf der anderen Straßenseite hervor. Naja, vielleicht war das mit den lauten Geräuschen doch keine so gute Idee solange sie nicht wussten, wie viele Zombies durch dieses Dorf streiften.

Leise drückte er die Türklinke herunter. Verschlossen. Natürlich. Verdammt. Und was nun? Die Tür einzutreten würde ihren Unterschlupf unsicher machen.

Carter berührte seine Schulter und näherte sich ihm. „Es hat uns gesehen, Sir. Ich kümmere mich darum, bevor es noch andere anzieht.“

„Okay, aber nur den Einen. Wenn Sie mehr sehen, Rückzug.“

„Ja, Sir.“ Sie eilte zu dem knurrenden Schatten, der über die Straße humpelte.

Jack trat einen Schritt zurück und sah an der Hausfront hoch. Im ersten Stock war ein halboffenes Fenster. Das sollte nicht zu schwer zu erreichen sein.

Hinter ihm verstummte das Knurren, und Stille hüllte ihn ein. Nur ein paar Sekunden später war Carter zurück. Sie keuchte leise. „Sieht aus als war es vorerst nur der Eine, Sir.“

„Na wenigstens was.“ Er rüttelte leicht an dem Holzstreben, der das Vordach stützte. Nicht sehr fest, aber vielleicht wäre es stark genug sein Gewicht zu tragen. „Bleiben Sie hier und halten Sie mir den Rücken frei.“

„Sir.“ Sie griff seinen Arm und ihr Blick traf seien. Selbst in der Dunkelheit sah er die Sorge auf ihrem Gesicht. „Seien Sie vorsichtig.“

Er schmunzelte. „Darauf können Sie wetten.“ Nachdem er ihr seinen Rucksack übergeben hatte, trat er beiseite und griff das metallene Rankgerüst das an der Hauswand befestigt war. Von dort aus sollte er ohne Probleme das Vordach erreichen können. Kleinigkeit.

Er stellte seinen Fuß auf die erste Sprosse und testete die Festigkeit des Gerüsts. So weit so gut. Sein anderer Fuß fand Halt auf der zweien. Das Gerüst schwankte. Dann ertönte ein Krachen als sich eine der Schrauben löste. Oh, oh.

Das würde auf keinen Fall gutgehen, und wenn das Teil runterkrachte, würde dies eine Menge Lärm machen. Er sprang wieder auf den Boden und kehrte zur Vordertür zurück. „Planänderung. Versuchen wir es hinten herum. Vielleicht finden wir da eine Leiter.“

„Ja, Sir.“ Erleichterung zog über ihr Gesicht als sie ihm seinem Rucksack reichte.

Sie umrundeten das Haus und kletterten über den hohen Metallzaun der den Garten umgab. Ein gutes Zeichen. Wenn es so schwer war, reinzukommen, hieß das vielleicht, dass keines der Dinger es geschafft hatte.

Er berührte mit der Hand sein Messer als er sich der Hausecke näherte. Dann warf er einen schnellen Blick in den Garten. Zu viele dunkle Ecken. Er griff nach seiner Taschenlampe und sah Carter an. Sie nickte.

Jack nahm einen tiefen Atemzug und richtete dann den Strahl der Taschenlampe in den Garten. Erst eine Ecke, dann die Nächste. Eine dicke Hecke umgab den Garten und verdeckte den Zaun. Keine Kreaturen.

„Okay, versuchen wir die Hintertür.“

„Sir, da vorne ist ein Schuppen.“

„Den schauen wir uns bei Tageslicht an. Ist ein unnötiges Risiko in der Dunkelheit.“ Das Licht auf den Weg gerichtet ging er auf die kleine Treppe zu, die zur Hintertür führte. Als seine Finger sich um den kalten Türgriff legten, schloss er die Augen. Sei offen.

Er drehte den Türknopf. Er saß fest. Verdammt. Er schüttelte an der Tür.

Etwas hämmerte von Innen gegen das Holz, und lautes Knurren driftete durch die Tür. Jack sprang zurück und fiel beinahe die Stufen runter. „Zum Teufel nochmal.“

Carter trat neben ihn, und sie sahen einander an, während sie dem Knurren lauschten. „Hört sich an als sei das nur Einer, Sir. Den können wir ausschalten.“

„Angenommen, dass da nicht noch mehr drin sind.“

Sie ließ die Arme sinken und sah sich um. Bodenlose Erschöpfung blitzte in ihrem Gesicht auf. „Was wenn irgendwo Löcher im Zaun sind, Sir? Wir können nicht hier draußen bleiben.“

Gutes Argument. In ihrem derzeitigen Zustand und bei der Dunkelheit konnten auch nicht weiterziehen. „Na gut. Versuchen wir’s und hoffen auf’s Beste.“

„Sir?“ Sie runzelte die Stirn und sah ihn an.

„Je mehr Zeit wir hier draußen verschwenden, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen Fehler machen. Also legen wir das Ding um, und hauen uns im Haus aufs Ohr.“

„Ja, Sir.“

Er stellte seinen Rucksack ab und durchsuchte sein Equipment. Nach ein paar Sekunden zog er die schmutzige Plastikflasche, die sie vor ein paar Tagen gefunden hatten, daraus hervor. Er nahm einen Schluck von dem abgekochten Flusswasser und hielt ihr dann die Flasche hin. „Trinken Sie. Ich brauche die Flasche.“

Sie trank den Rest aus und gab ihm die Flasche zurück. Er holte das Klebeband aus seinem Rucksack und wickelte es um den Bauch der Flasche herum bis sie komplett damit bedeckt war. Nachdem er seine Waffe überprüft hatte, hielt er sie Carter hin. „Können Sie das mal kurz halten?“

„Sir, was machen Sie da?“

„Ich werde das Schloss zerschießen müssen. Hoffentlich wird dieser kleine Trick den Schuss dämpfen. Wird aber nicht für mehr als ein paar Schuss reichen.“

Er benutzte noch mehr Klebeband, um den zusammengebastelten Schalldämpfer an der Mündung seiner Handfeuerwaffe zu befestigen. „Halten Sie ihr Messer bereit. Sobald die Tür offen ist, wird das Ding rauskommen. Ich werde es erschießen, aber wenn da noch mehr sind, müssen wir unsere Messer benutzen.“

„Verstanden, Sir.“

„Bereit?“

Sie nickte. Er trat ein paar Schritte zurück, zielte und feuerte die Waffe ab. Ein dumpfer Rums erklang aus dem Inneren der Flache, und das Metallschloss an der Tür klackte. Langsam ging die Tür auf.

Eine ausgemergelte Kreatur stolperte nach draußen, fiel die Stufen herunter und landete auf ihrem Gesicht. Die Halswirbelsäule knackte ekelhaft als sie brach. Jack verzog das Gesicht. So viel dann also dazu.

Er ließ die Waffe sinken. Der Kopf der Kreatur zuckte noch immer, und ersticktes Stöhnen drang an seine Ohren.

„Oh, verdammt noch mal,“ murmelte er und zog sein Messer heraus. Ein gut-gezielter Stoß direkt ins Gehirn, und Stillte umgab sie. Er dreht sich zu Carter um, die ihm seinen Rucksack reichte. Dann betraten sie das dunkle Haus.

Drinnen zog Carter die Tür zu. Jack schaltete seine Taschenlampe ein. „Hallo?“ Seine Stimme schallte beinahe unnatürlich durch die verlassenen Wände. „Ist irgendwer zuhause?“

Nichts. Kein Grummeln, keine Schritte. Nichts was auf Gefahr hinwies.

Carter näherte sich ihm von Hinten. „Ich schaue oben nach, Sir.“

Er nickte ihr zu und ging dann leise durch den Flur auf die Vordertür zu. Konnten sie wirklich so viel Glück haben ein sicheres Haus gefunden zu haben? Irgendwas daran war einfach zu gut um wahr zu sein.

Er durchflutete das Wohnzimmer mit dem Licht seiner Taschenlampe, suchte in jeder Ecke, und ging dann in den nächsten Raum. Nachdem er das letzte Zimmer überprüft hatte, eilte er zurück ins Wohnzimmer und zog ein Sofa vor die Vordertür, das Andere vor die Hintertür. Nur um sicherzugehen.

In der Küche drehte er den Wasserhahn auf. Wenn er sich richtig erinnerte, wurde Palmer Lake von einem Wasserreservoir oben in den Bergen gespeist. Damit sollte selbst ohne Elektrizität Wasserdruck vorhanden sein. Also vielleicht…

Es platschte und ein langsamer Strom klaren Wassers rann herunter in das Becken. Treffer. Seine Stimmung hob sich. Vielleicht würde das für eine Dusche reichen. Und zum Waschen ihrer Kleidung.

Jack eilte zur Treppe nach oben. Er hatte die letzte Stufe erreicht, als Carter aus einem Zimmer heraustrat. Erleichterung stand auf ihrem Gesicht. „Niemand hier, Sir. Wir sind sicher.“

„Und wir haben fließendes Wasser.“

„Ernsthaft?“ Ihr strahlendes Lächeln ließ sein Herz schneller schlagen. Oh, wie sehr er das vermisst hatte. Während der letzten Woche hatte er nicht viele davon gesehen.

„Ja. Nicht sicher wie viel Wasser da ist. Warum füllen wir nicht unsere Flaschen, duschen und waschen unsere Sachen?“

„Irgendwas zu essen, Sir?“

„Nicht in der Küche. Da ist eine Tür zu einem Keller, aber den schaue ich mir lieber bei Tageslicht an.“ Er betrag eines der Zimmer. Ein Schlafzimmer, wie es aussah. Ein großes Bett nahm den meisten Platz ein.

„Wo wohl die Bewohner sind.“ Carter schlenderte herein.

„Ich möchte wetten, das Ding unten an der Tür war einer von ihnen.“

„Ja, aber die Fotos an der Wand zeigen eine Familie.“ Sie ließ den Rucksack sinken und sah sich um.

„Vielleicht war das da unter nur jemand der Schutz im Haus gesucht hat.“ Jack setzte sich auf das Bett. Es würde großartig sein in einem richtigen Bett zu schlafen. Sein Rücken brachte ihn fast um.

„Vielleicht finden wir ja ein paar neue Sachen, die wir anziehen können.“ Carter schlenderte rüber zum Wandschrank. „Nur bis unsere Sachen trocken sind. Dann legen wir sie zurück.“

Das war typisch für sie. Er ließ sich zurückfallen und entspannte sich. „Ich glaube kaum, dass die Leute denen das hier gehört, zurückkehren werden, Carter. Sie hätten sicher nichts dagegen, wenn wir uns ein paar Sachen nehmen.“

„Trotzdem. Es fühlt sich an als würden wir plündern.“ Sie drehte den Knauf des Schranks.

In dem Moment in dem sie die Tür öffnete stellten sich Jacks Nackenhaare auf. Der Gestank verrottenden Fleisches waberte zu ihm herüber. Er sprang auf, aber es war zu spät. Carters Schrei hallte durch das Haus, als sie rückwärts auf den Boden krachte.

***

Zähne klapperten. Hände krallten nach ihr. Das war alles was Sam wahrnahm, als der Schmerz in ihrem Rücken langsam verging. Und dann fühlte sie ihre eigenen Hände, die gegen einen schweren, kalten Körper pressten, ihn auf Abstand hielten. Es war noch nicht vorbei, sie hatte noch eine Chance.

Sie presste einen Schrei heraus und stieß die Kreatur von sich herunter. Keuchend sah sie herab. Winzige Finger krallten nach ihrem Stiefel, versuchten, sie an den Schrank heranzuziehen. Sie wagte nicht zu Atmen.

Ein Kind. Oh Gott. Die zweite Kreatur ist ein Kind. Tränen vernebelten ihren Blick.

Das Krachen von Knochen brachte sie in die Realität zurück. Kalte Tropfen landeten auf ihrer Wange. O’Neill kniete neben ihr, sein Messer tief im Schädel der erwachsenen Kreatur. Nachdem er es herausgezogen hatte, trat er auf den Schrank zu.

Sam versuchte seinen Arm zu greifen. „Nein, warten Sie. Das ist ein—“

„Carter, sie ist kein Mensch mehr.“ Krach. Spritz.

Eine eiskalte Faust griff nach ihrem Herzen. Der Rest der Familie. Die Mutter und ihre kleine Tocher… Sie waren im Schrank gestorben. Der Colonel hatte Recht. Selbst wenn das Ding noch wie ein Kind aussah, es war zu einem Monster geworden, und er tat ihr höchstwahrscheinlich einen Gefallen indem er ihre Existenz beendete.

Mit einem leisen Schluchzen schloss sie die Augen. Nichts von alledem war real. In was für eine Hölle waren sie bloß reingeraten? Nicht von alledem hier ergab irgendeinen Sinn.

Sie zuckte zusammen wenn O’Neill’s warme Hände ihre Arme griffen. Dann ihre Schultern. Dann strich er das Haar aus ihren Wangen und von ihrem Hals weg. „Sind Sie in Ordnung?“

„J-ja, Sir.“

War sie das? Der Angriff war so schnell gegangen, dass sie bis auf den Schmerz des Aufpralls überhaupt nichts gespürt hatte. Sie drehte ihrem Arm und untersuchte ihn auf Wunden. Dann den Anderen. Keine Risse in ihrer Uniform. Ihre Weste schützte ihre Brust und den Rücken.

„S-sie war wahrscheinlich zu schwach. Es tut mir leid, Sir.“ Trotz ihrer zitternden Beine stand sie auf. „Ich habe nicht im Schrank geschaut, weil ich nicht gedacht habe, dass dort… Ich…“ Ein Kind. Sie starrte auf den winzigen, leblosen Arm der unter einem Haufen Kleidung hervorblickte.

„Das war verdammt knapp.“ Er griff nach ihr und dreht sie zu sich herum. Sein Blick traf ihren für eine winzige Sekunde bevor er sie hart an sich zog. Seine Finger gruben sich in ihr Haar. „Zum Teufel nochmal.“

Sie schluchzte erneut und klammerte sich an seine Jacke. Er hatte Recht. Wenn diese Kreatur nicht geschwächt gewesen wäre, hätte das ihr Ende bedeutet.

Ihre Augen trafen seine, als er seine Hand auf ihre Wange legte. „Jagen Sie mir nie wieder so einen Schrecken ein, Carter.“

„Es tut mir leid, Sir.“

„Sie sind unsere einzige Hoffnung, hier rauszukommen. Ohne Sie kommen wir nicht nach Hause.“

Als seine warmen Lippen sich warm gegen ihre Stirn pressten, wagte sie es nicht, sich zu bewegen. „Sir?“

Seine Stimme wurde sanfter. „Ohne Sie will ich nicht nach Hause. Also um Himmels Willen, öffnen Sie keine verdammten Wandschränke ohne ein Messer in der Hand.“

Sie krallte ihre Finger in das raue Material seiner Jacke und wagte es nicht ihn anzusehen. Seine Worte überschritten eine Grenze. Diese Umarmung überschritt eine Grenze. Und trotzdem wollte sie ihn nicht loslassen. Es war ja nicht so als hätte die Air Force Regeln für den Fall, dass sie durch das Stargate in eine apokalyptische Version der Erde traten, ohne einen Weg zurück zu haben.

„Ich kann nicht hier in dem Zimmer schlafen, wenn Leichen auf dem Boden liegen,“ sagte sie, als sie endlich den Mut fand zu sprechen. Er löste die Umarmung und trat einen Schritt zurück. Die plötzliche Kälte im Zimmer ließ sie erzittern. „Da ist noch ein anderes Zimmer mit einer Schlafcouch, Sir.“

Sie drehte sich zum Schrank um. Auf keinen Fall würde sie diese Kleidung jetzt anfassen, nachdem diese Viecher da drin gelebt hatten. Ihr Blick verweilte noch einmal auf der winzigen Hand. So jung. Ihr Leben hatte doch kaum angefangen.

Ein leises Rumpeln ertönte hinter ihr, und sie drehte sich herum. O’Neill hatte die Schublade einer Kommode geöffnet, die auf der anderen Seite des Bettes stand. Er durchsuchte den Inhalt. „Hier ist Frauenunterwäsche. Und ein paar T-Shirts sind auch da. Schauen Sie ob irgendwas passt und nehmen Sie sich was Sie brauchen. Wir schlafen im anderen Zimmer. Morgen früh werde ich die Leichen im Garten begraben.“

„Ja, Sir.“

„Gibt’s im Badezimmer eine Wanne?“

„Ja. Eine Dusche auch.“

„Hier. Suchen Sie sich was raus, und dann gehen Sie ins Bad und füllen Sie die Wanne mit Wasser. Danach duschen Sie.“ Er drückte ihre einen Stapel Unterwäsche und Shirts in die Arme und schob sie sanft zur Tür. „Ich schaue mich hier nochmal um.“

Sam warf einen letzten Blick auf die Leichen und verließ dann das Zimmer.

***

Die Tür quietschte leise. Sam öffnete die Augen und starrte auf O’Neills dunkle Silhouette im Türrahmen. Der Duft von Männer-Duschgel schwebte herüber. Sie sank zurück ins Kissen und starrte an die Decke. Wie bizarr. Die Bettwäsche roch nach Weichspüler. Als ob alles ganz normal sei, so wie es immer gewesen war.

„Keine Kreatur mehr im Haus. Ich habe jede Tür und jeden Schrank überprüft.“ Er schloss die Tür und zog einen Stuhl unter die Klinke.

„Die haben sich wahrscheinlich hier eingeschlossen, weil sie dachten sie seien sicher.“

„Ja.“ Seufzend setzte er sich auf das Bett. „Wieso waren sie das nicht?“

„Sir?“ Sie drehte sich zu ihm.

„Sagten Sie nicht, dass diese Viecher einen beißen müssen, damit man sich in eines von denen verwandelt?“ Er legte sich neben sich und zog die zweite Decke über seinen Körper.

„Das war nur eine Annahme, Sir. Außerdem kann es ja gut sein, dass einer von ihnen gebissen wurde. Vielleicht hat der Eine dann die ganze Familie angesteckt.“ Er hatte aber Recht. Keine der Kreaturen sah aus, als wäre an ihnen gefressen worden. Mehr, als seien sie verhungert. Andererseits war es dunkel, und sie hatten sich die Kreatur im Garten nicht mal genauer angeschaut.

„Denken Sie das wirklich?“ O’Neill drehte sich zu ihr um und sein Blick traf ihren.

Sie zuckte die Schultern. „Ich bin nicht sicher, Sir. Im Moment möchte ich das einfach annehmen, denn die Alternative wäre, dass wir es mit einer Art Virus zu tun haben, das sich möglicherweise über die Luft überträgt. Und in dem Fall könnten wir nicht nach Hause zurückkehren, selbst wenn wir einen Weg fänden.“

„Weil wir infiziert wären, und es riskieren würden das Virus in unser Universum mitzunehmen?“ Er schloss die Augen und stieß langsam seinen Atem aus. „Das ist wirklich eine verdammte Sch—“

„Sir, ich habe nachgedacht.“

„Was sie nicht sagen.“ Seine Augen funkelten. „Hören Sie jemals damit auf?“

Ein Lächeln zog an ihren Lippen. Wenigstens kehrte sein trockner Humor zurück. „Selbst wenn es sich um ein Virus handelt bedeutet das nicht, dass wir nichts tun können. Wenn wir es schaffen, das Stargate in Gang zu bringen, können wir die Tok’ra kontaktieren. Vielleicht sogar die Asgard, wenn wir genügend Strom haben.“

„Angenommen, dass die hier überhaupt existieren. Wenn das ein Paralleluniversum ist—“

„Sir, selbst in diesem Universum hatte die Air Force ganz offensichtlich das Stargate Programm in Cheyenne Mountain. Ich würde sogar die Möglichkeit nicht ausschließen, dass das Virus oder der Organismus, der die Katastrophe hier ausgelöst hat, durch das Stargate auf die Erde gebracht wurde.“

Er stöhnte. „Goa’uld?“

„Vielleicht. Oder ein Parasit von einem anderen Planeten der die Quarantäne durchbrochen hat. Der Punkt ist, wir wissen einfach noch nicht genug, und sollten keine voreiligen Schlüsse ziehen. Vielleicht gibt es eine ganz einfache Lösung für das Problem. Und vielleicht ist es sogar umkehrbar.“

„Carter, versuchen Sie mich aufzuheitern?“

„Ich versuche, das Positive zu sehen, Sir. Für den Moment sind wir jedenfalls sicher.“

Sein Gesicht nahm einen beinahe zärtlichen Ausdruck an. „Ja, das sind wir. Warum nutzen wir die Zeit nicht um zu schlafen. Morgen ziehen wir weiter. Wenn es keine Probleme gibt schaffen wir es vielleicht sogar zu Ihrem Haus.“

Sam drehte sich unter der Decke und versuchte sich aufzuwärmen. „Ist es sicher, wenn wir beide schlafen?“

„Die Türen sind verbarrikadiert, und die Fenster unten sind alle zugenagelt. Wenn irgendjemand, oder irgendetwas, versucht ins Haus zu kommen, dann wird das eine Menge Lärm machen. Wir werden davon aufwachen.“

Das klang gut. Sogar beruhigend. Trotzdem, was, wenn eine dieser Kreaturen sich an sie heranschlich während sie schliefen? Sie zitterte, aber sie war sicher, dass es diesmal nicht vor Kälte war.

„Kommen Sie her.“ Jack zog sie dichter an sich und schlang die Hälfte seiner Decke um sie. „Sie sind ja völlig erschöpft. Kein Wunder bei nicht mehr als drei Stunden Schlaf pro Nach während der letzten zehn Tage.“

Ihr stockte der Atem als sein frischer Duft sie durchströmte. So angenehm. Und ganz und gar nicht wie der Gestank nach Verwesung, der ihnen während der letzten Woche auf Schritt und Tritt gefolgt war.

Sie rückte dichter an ihn heran und vergrub ihr Gesicht an seinem warmen Hals. Als er sie an sich drückte, strich sie ihre Nase an seinem Hals entlang. „Ist das hier okay, Sir?“

Er strich mit seinen Fingern durch ihr Haar. „Ja.“ Seine Stimmt klang etwas heiser.

Als seine warme Hand unter die Decke schlüpfte und ihre nackten Arme und Schultern berührte, schloss sie ihre Augen. Es war nicht okay. Nicht mal annähernd. Sie schlang ihre Arme um seine nackte Brust und drückte sich dichter an ihn. „Sie sind warm.“

„Sie riechen gut.“ Sein Mund strich über ihre Schläfe.

Oh, oh. „Wir werden Probleme mit den Air Force Regeln bekommen, Sir.“

Er lachte kurz, tief und angenehm. „Das ist momentan meine letzte Sorge.“

Sie hob den Kopf und ihre Nase berührte sein Kinn. Wenn sie doch nur seine sorgenfreie Einstellung diesbezüglich teilen könnte. Aber nach dem Za’tarc Test vor ein paar Monaten hatten sie einander versprochen, ihre Gefühle füreinander in diesem Raum zu lassen und nicht mehr darüber zu sprechen.

Er schluckte und bewegte sich leicht. „Gelten die alten Regeln überhaupt noch, wenn das hier ein anderes Universum ist, und wir nicht in unser eigenes Universum zurückkehren können?“

„Das ist ein interessanter Gedanke, Sir.“ Aber wenn sie die Regeln jetzt ignorierten, dann würden sie mit den Konsequenzen leben müssen, wenn sie doch zurückkehrten. Falls sie jemals zurückkehrten. Und was wenn nicht?

Eine seltsame Erregung erfüllte sie. Sie hob den Kopf und betrachtete sein schwach vom Mondlicht beleuchtetes Gesicht. Es war eine blöde Idee überhaupt darüber nachzudenken. Und was wenn ich morgen sterbe?

Sein Blick wurde intensiver, schien die tiefsten Teile ihrer Seele zu erreichen. „Ist was?“

Mit trockenem Mund schüttelte sie den Kopf und vergrub ihr Gesicht an seiner Schulter. „Nichts, Sir. Gute Nacht.“

Seine Arme umschlangen sie fester. „Nacht.“

Ende (28. Dezember 2015)