cc by flickr / Bert Kaufmann

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Pairing: Sydney/Vaughn
Summary: Manchmal merkst du erst in dem Moment in dem du glaubst daß alle Hoffnung erloschen ist, daß es einen Engel gibt, der über dich wacht.
Rating: R
Spoiler: Kurz nach „Die Nadeln des Feuers“

Für alle Menschen als Erinnerung daran, daß Weihnachten mehr bedeutet, als nur ein paar Geschenke unter dem Weihnachtsbaum…

 

Attention
This is one of my older stories written before 2006. My style in this story differs greatly, due to lack of experience. One of these days, if I get the time, I plan on revising these older stories thoroughly.

Until then, please excuse the many flaws, and rest assured, I know better now. ;) (Or at least I hope so.)

 


Es war ein wundervoller Winterabend in dem kleinen Dorf. In ein paar Stunden war der Weihnachtsabend und dann würden alle gemütlich zuhause unter dem Weihnachtsbaum sitzen. Jedermann freute sich darauf. Die Arbeit ging den Menschen leichter von der Hand wenn sie an die kommenden Feiertage dachten und die Kinder sangen die ganze Zeit Weihnachtslieder.

Niemand ahnte auch nur im geringsten, das die junge Frau, die ganz alleine an den Ständen des Weihnachtsmarktes entlang schlenderte, alles andere empfand als Freude. Ihr Herz war von einer tiefen Traurigkeit erfüllt, die kein Weihnachtslied und kein Geschenk verdrängen konnten.

Wenn sie die kleinen Kinder mit ihrer Zuckerwatte und die Erwachsenen mit ihren Eggnogs beobachtete, vergaß Sydney Bristow fast, wie anders ihr Leben war. Als der kalte Wind ihr Gesicht traf, vergrub Sydney ihr Gesicht und ihre Hände tiefer in dem dicken Wintermantel.

Langsam schlenderte sie weiter, während sie darüber nachdachte, wie anders ihr Leben verlaufen wäre, wenn sie und ihre Familie keine Spione wären.

Als dicke weiße Schneeflocken vom Himmel zu fallen begannen, hob sie ihren Kopf und sah in den Himmel. Ihre Augen füllten sich mit Tränen und sie wünschte sich nichts mehr, als daß sie dieses Weihnachten nicht alleine sein mußte…

 

2 Tage zuvor

 

„Guten Morgen!“ Sydney warf ihre kleine Tasche auf den Stuhl neben ihrem Partner und Freund Marcus Dixon.

„Morgen!“ Er lächelte sie an, während er einen Schluck von seinem Kaffee nahm. „Du siehst glücklich aus!“

„Das bin ich auch!“ Sydney zeigte ihm eines ihrer schönsten Lächelns. „Mein Vater hat mich gefragt, ob ich Weihnachten mit ihm verbringen möchte. Wir werden in ein kleines Dorf im Nordosten fahren und dort Weihnachten verbringen. Nur er, ich, sehr viel Schnee und ein Weihnachtsbaum. Es gibt keinen besseren Ort um zu reden und sich kennen zu lernen!“

„Aber ich dachte, du wolltest Weihnachten mit deinem Freund, diesem – wie war sein Name? Will? – verbringen.“

„Nun ja, Francie wird Weihnachten mit Charlie bei ihren Eltern feiern und Will ist glaube ich ganz froh. Ich glaube, Jenny und er hatten sowieso andere Pläne!“

„Na dann…“ Dixon lächelte und sah sie dann an. „Übrigens ist Sloane sehr zufrieden mit den Ergebnissen unserer Mission von letzter Woche! Das war ein großartiger Job, Syd! Ich bin sicher, er wird es dir auch noch selber sagen.“

„Möchtest du Weihnachtskekse?“ Sie packte eine kleine Schachtel mit Keksen aus und hielt sie ihm hin. „Ich habe sie selbst gemacht… naja, Francie hat mir geholfen!“

„Danke!“ Er nahm sich einen Keks und lehnte sich dann im Stuhl zurück.

„Wie sieht es denn bei dir aus? Verbringst du Weihnachten mit deiner Familie?“ fragte Sydney während sie sich selber auf einen Keks nahm. Interessiert sah sie den Freund an.

„Natürlich!“ antwortete dieser. „Diane ist schon seit zwei Wochen total verrückt wegen Weihnachten. Sie schmückt unser Haus mit allem was sie finden kann, das nur ein bißchen weihnachtlich aussieht!“ Er lachte. „Morgen nachmittag werden wir zusammen den Weihnachtsbaum kaufen gehen.“

„Oh…“ Sydney seufzte. „Das ist wundervoll! Ich hoffe, mein Vater und ich werden auch zusammen einen Baum kaufen gehen. Ich erinnere mich nicht mehr an sehr viel, was mit meiner Mom zu tun hat, aber ich weiß noch, daß die Weihnachtsabenden mit ihr immer voller Freude waren.“ Ihr Gesicht verfinsterte sich für einen Moment und sie sah zu Boden. „Aber wie es scheint ist all das sowieso eine Lüge gewesen. Sie war niemals die, die sie zu sein vorgab.“

„Hey, Syd!“ Dixon sah sie aufmunternd an. „Woran erinnerst du dich, wenn du an sie denkst? Hat sie dich geliebt?“

„Sie war die beste Mom, die ein Kind sich wünschen kann! Ich hatte wirklich das Gefühl, sie würde mich lieben!“

„Das tat sie auch! Vielleicht hat sie viele Dinge getan, die falsch waren, aber trotzdem hat sie dich geliebt, da bin ich mir ganz sicher. Und das ist es, woran du immer denken solltest!“

„Du hast recht… danke!“ Sie sah auf die Tür zu Sloanes Büro und lächelte. „Nun, ich werde mal zu Sloane gehen und du kannst noch einen Keks essen, wenn du willst!“

„Dazu werde ich bestimmt nicht Nein sagen. Die sind wirklich gut!“ erwiderte Dixon lächelnd.

Sydney drehte sich herum und ging dann zum Büro von Arwin Sloane, dem Direktor von SD-6.

Am Nachmittag hatte sie ihr übliches wöchentliches Treffen mit Michael Vaughn, ihrer Kontaktperson beim CIA. Als sie die Garage betrat, war er bereits da… wie immer. Es war ihr noch nie gelungen, vor ihm da zu sein.

„Hi!“ begrüßte sie ihn und schloß die Tür hinter sich. „Wie geht es dir?“

Er sah sie überrascht an. „Gut, danke! Ähm… du hast mich um ein Treffen gebeten. Hast du einen neuen Auftrag bekommen?“

Sydney schüttelte den Kopf und lehnte sich gegen den kleinen Tisch in der Garage. „Nein, eigentlich… wollte ich mich nur für das Geschenk bedanken!“

„Sydney, das ist…“

„Ich weiß!“ Sie hob die Hände. „Das ist sehr gefährlich und wenn SD-6 davon erfährt, wird das mein letztes Weihnachten sein, aber…“ Sie griff nach ihrer Tasche und wühlte darin, dann zog sie eine kleine Schachtel heraus. „Ich wollte dir das geben, und weil heute der letzte Tag vor Weihnachten ist an dem ich Zeit habe, war heute die letzte Möglichkeit. Es ist nicht viel, aber ich wollte, daß du es vor Weihnachten noch bekommst!“

„Danke!“ Er nahm die kleine Schachtel, die sie ihm reichte, unfähig, die passenden Worte zu finden um ihr zu sagen, wie viel ihm diese kleine Geste bedeutete.

„Ich habe sie selbst gemacht und Francie hat assistiert!“ erklärte sie, als er die Schachtel öffnete und die vielen Kekse sah. „Die erste Ladung ist mir im Ofen verbrannt, aber diese schmecken wirklich gut!“

Er lachte und sah sie an. „Dankeschön! Das bedeutet mir wirklich viel!“

Sie erwiderte seinen tiefen Blick und für einen Moment sagte keiner von ihnen ein Wort. Sie sahen sich nur mit diesen zärtlichen Blick an, der Sydney jedes mal wünschen ließ, er wäre nicht ihr Kollege, sondern viel mehr… Schließlich räusperte er sich.

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„Also wirst du Weihnachten nicht hier verbringen?“

„Nein… ich werde mit Dad in ein kleines Dorf im Nordosten fahren und dort Weihnachten feiern. Er hat mich mit diesem Vorschlag gestern überrascht!“

„Das ist großartig! Ihr beiden scheint euch wirklich näher zu kommen!“

„Das hoffe ich, ja!“ stimmte Sydney zu. „Und wo wirst du Weihnachten verbringen?“

„Ich werde in das Ferienhaus meiner Mutter im Osten fahren.“

„Du feierst Weihnachten mit deiner Mutter? Wie schön!“

„Nein!“ winkte er ab. „Meine Mutter kann leider nicht kommen. Aber es wird trotzdem sehr schön werden. And jetzt wird es sogar noch besser mit deinen Keksen!“

Sie lachte und griff dann nach ihrer Tasche. „Leider habe ich nicht mehr sehr viel Zeit. Sloane will, daß ich morgen noch einmal ins Büro komme und deswegen muß ich heute abend packen. Außerdem habe ich noch immer kein Geschenk für Will.“

„Dein Freund?“ stellte er mit einem merkwürdigen Unterton fest und Sydney nickte.

„Ja, der Reporter.“

Er nickte nur und zuckte mit den Schultern. „Nun, dann nehme ich an, wir sehen uns in ein oder zwei Wochen wieder.“

„Ja!“ Sie sah ihn noch einmal an. „Ich wünsche dir frohe Weihnachten!“

„Dir auch!“

Dann verließ sie die Garage wieder. Vaughn folgte ihr mit seinem Blick bis sie verschwunden war, dann sah auf die kleine rote Schachtel mit den Keksen in seinen Händen und seufzte. Wie gerne hätte er Weihnachten mit ihr gefeiert… statt dessen feierte er alleine in dem Haus seiner Mutter. Vielleicht eines Tages einmal, dachte er melancholisch und verließ dann ebenfalls die Garage.


„Fran?“ Sydney schloß die Tür zu ihrem kleinen Haus auf. „Francie?“ rief sie noch einmal laut als sie ihre Tasche auf die kleine Kommode neben der Tür legte.

„Hi!“ Die Angesprochene kam aus der Küche und grinste Sydney an.

„Mmh… was ist das? Das riecht ja unglaublich gut!“ stellte Sydney fest, als sie der Küche näher kam.

„Nur ein neues Rezept für Weihnachtsplätzchen, das ich ausprobiert habe! Willst du mal eines probieren?“

„Was ist das für eine Frage? Ich werde ja schon von dem Geruch süchtig!“

Francie lachte und hielt der Freundin das Backblech mit den noch warmen Plätzchen hin. Sydney nahm eines der Plätzchen, die die Form von Weihnachtsengeln hatten und ließ sich dann auf das Sofa im Wohnzimmer sinken. Das Radio lief und spielte ruhige Weihnachtslieder im Hintergrund.

„Also morgen geht es los, hm?“ Francie ließ sich neben sie sinken und sah sie an.

„Ja!“ Sydney nickte und biß genüßlich in das Plätzchen. „Ich bin so froh, daß er sich wirklich einige Tage freigenommen hat, um mit mir Weihnachten zu feiern! Ich hätte es nicht erwartet! …Mmh, also die sind unglaublich gut!“ Sie deutete auf das Weihnachtsgebäck.

Francie lächelte. „Ich freue mich so für dich!“

„Das ist das erste Mal seitdem wir uns kennen, das wir Weihnachten nicht zusammen feiern.“ stellte Sydney ein wenig bedauernd fest und Fran umarmte ihre Freundin sanft.

„Syd, du wirst immer meine beste Freundin sein, ganz egal, wie oft wir Weihnachten getrennt feiern!“

Sydney erwiderte die Umarmung etwas traurig. „Und du meine!“

Kurz darauf erhob sie sich. „Es ist schon spät und ich muß noch packen!“

„Hast du ein Geschenk für Will gefunden?“ fragte Francie interessiert.

„Ja, ich habe ihm ein kleines Diktiergerät gekauft. Seines ist kaputt und dann braucht er mich nicht jede Woche zu fragen, ob ich ihm meines leihe!“

Francie lachte. „Oh, er dich dafür lieben, das garantiere ich dir!“

„Und… warte!“ Sie holte einen kleinen Karton. „Das habe ich meinem Vater gekauft.“

Francie wickelte einen kleinen Bilderrahmen aus. Es war ein altes Bild von ihr, wie sie als kleines Mädchen lachten auf den Schultern ihres Vaters saß. Der Rahmen selber war golden mit fein gearbeiteten Mustern.

„Oh, Syd! Das ist wunderschön!“

„Denkst du, es wird ihm gefallen?“ Sydney Stimme war voller Zweifel und Francie sah sie an.

„Das ist ein großartiges Geschenk, und wenn es ihm nicht gefällt, ist er ein noch größerer Narr als ich dachte!“ sagte sie sanft und gab Sydney das Geschenk zurück.

Später in ihrem Zimmer blickte Sydney sehr lange auf das Bild und erinnerte sich an die Zeit, als es gemacht wurde. Es war eine glückliche Zeit ohne Sorgen gewesen… zumindest hatte sie das immer gedacht. Damals hatte sie gedacht, sie wäre das glücklichste Mädchen auf der Welt, mit den liebevollsten Eltern die es gab. Viele Dinge hatten sich seitdem verändert, nicht nur außerhalb, sondern auch in ihr drin.

Die Jahre ohne Mutter und auch ohne Vater hatten tiefe Narben in ihr hinterlassen und nachdem ihr Verlobter Danny gestorben war, hatte sie nach und nach jeglichen Glauben an die Liebe und das Gute im Menschen verloren. Ihr war gar nicht klar gewesen, wie sehr sie bereits das Leben eines Spions führte… nicht nur im Beruf, sondern vor allem auch im Privaten.

Mit einem langen Seufzer begann sie schließlich, das Geschenk für ihren Vater in schönes rotes Weihnachtspapier einzuwickeln. Dann legte sie es vorsichtig unter einige Pullover in ihrem Koffer.


Am nächsten Morgen stand sie schon sehr früh auf. Obwohl sie in der Nacht nicht sehr viel geschlafen hatte, fühlte sie sich glücklich und voller Energie. Sie duschte ausgiebig und frühstückte dann hastig um sich so schnell wie möglich auf den Weg ins Büro zu machen.

Sie hatte keine Ahnung, was Sloane von ihr wollte, aber sie vermutete, daß er noch einmal einige Berichte mit ihr durchgehen wollte, bevor sie in den Urlaub fuhr.

Das Büro von SD-6 würde mit dem Minimum an Personal über die Feiertage arbeiten, da fast jeder Agent eine Familie zuhause hatte und Weihnachten feiern wollte.

„Hi!“ Sydney begrüßte ihren Chef als sie am Morgen das Büro betrat.

„Sydney! Setzen Sie sich bitte!“

Sydney kam seiner Bitte nach und setzte sich auf den Stuhl gegenüber Sloane.

„Wie geht es ihnen?“

„Gut, danke?“ antwortete sie auf seine Fragen, und war sich gar nicht mal so sicher, daß er sie nur aus Höflichkeit stellte. Er schien echtes Interesse an ihrem Wohlergehen zu haben.

„Es tut mir leid, daß ich sie heute morgen noch einmal hergebeten habe. Ich weiß, daß sie eigentlich schon Urlaub haben. Ich wollte Ihnen nur das hier geben und ein frohes Weihnachtsfest wünschen.“

Sydney nahm das kleine Geschenk, das Sloane ihr überreichte. Einen Augenblick lang war sie so überrascht über diese persönliche Geste, daß sie nicht wußte, was sie sagen sollte.

„Ich weiß, wie schwer es für Sie war nachdem Danny… gestorben ist und ich habe wirklich großen Respekt davor, wie Sie mit der Situation umgehen. Sie haben trotzdem so viel für uns getan, Sydney. Für SD-6. Ich werde das niemals vergessen!“

„Sir, ich… ich habe nur meinen Job gemacht!“ erwiderte Sydney abschwächend, da sie sich plötzlich unglaublich schlecht fühlte wenn sie daran dachte, daß sie eigentlich für den CIA arbeitete.

„Aber wirklich großartig! Sydney, ihre Fähigkeiten sind außergewöhnlich und wir schulde ihnen eine Menge! Deswegen bitte ich Sie, das Geschenk als kleines Dankeschön von uns allen anzunehmen!“

„Vielen Dank!“ Sydneys lächeln war unsicher.

„Also, was haben sie für Weihnachten geplant?“ wechselte Sloane das Thema, als er bemerkte, daß ihr dieses Lob offenbar peinlich war.

Auf diese Frage hin sah sie ihn verwirrt an. „Ich dachte, das wüßten sie bereits! Mein Vater und ich fahren nach… was?“ unterbrach sie sich selber, als sie seinen Gesichtsausdruck bemerkte. „Was ist los?“

„Sydney, hat er noch nicht mit Ihnen gesprochen? Wir hatten einige Sicherheitsprobleme in unserem System und ihr Vater hat sich dazu bereit erklärt, sich darum zu kümmern und die Arbeiten während der Feiertage zu überwachen.

„Was?“ Ihre Stimme war kaum zu hören und es fiel ihr sehr schwer, ihre Enttäuschung und ihren Ärger zu verbergen. „Wieso… ich meine… wir haben die Ferien doch geplant. Er hat mich gefragt und…“

Sloane erhob sich und legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Es tut mir leid, daß ich es erwähnt habe! Ich bin sicher, ihr Vater wollte es ihnen persönlich sagen!“ In seiner Stimme klang echtes Bedauern mit.

„Es ist okay…“ hörte sie sich selber sagen und wußte nicht, wie es ihr gelang, so teilnahmslos zu klingen. „Ich… ich werde mit ihm reden. Ist er in seinem Büro?“ Sie wischte schnell mit der Hand über ihre Augen und Sloane nickte.

„Ja…“

„Danke noch einmal!“ sagte sie und deutete auf das Geschenk. Dann verließ sie das Büro und rannte beinahe auf das Zimmer ihres Vaters zu. Ohne anzuklopfen stürme sie in den Raum.

„Sydney!“ Jack Bristow sah von seinem Computer auf und sah sie verwirrt an.

„Dad, wann hattest du vor mir zu sagen, daß du arbeitest und Weihnachten nicht mit mir verbringen wirst?“ brach es wütend aus ihr heraus und sie schlug mit den Fäusten auf seinen Schreibtisch.

„Beruhige dich!“ sagte er warnend und schloß dann die Türen. „Setz dich!“

Sydney sah ihn einem Moment wütend an, setzte sich dann aber.

„Gestern sind einige Dinge geschehen, die nach meiner Anwesenheit verlangen!“

„Aber was ist denn mit Weihnachten! Es war deine Idee und du hast mich eingeladen!“

„Nun, ich dachte, du könntest trotzdem fahren! Mach dir eine schöne Zeit! Ich wollte dir nachher noch eine Nachricht schicken, daß ich…“

„Eine Nachricht?!?“ Sydney glaube ihren Ohren nicht zu trauen. „Du hast nicht einmal daran gedacht, es mir persönlich zu sagen? Ich hatte mich darauf gefreut, Weihnachten mit dir zu verbringen!“

„Manchmal können wir uns nicht aussuchen, was wir möchten!“ belehrte er sie streng und schien überhaupt kein Verständnis für ihre Gefühle aufzubringen. Und wen doch, so gelang es ihm hervorragend, es zu verbergen.

„Ja, das ist wahr!“ sagte Sydney tonlos und erhob sich. Ohne ihn noch eines Blickes zu würdigen verließ sie sein Büro. In ihr schien etwas zerbrochen zu sein und sie hatte das Gefühl als wäre es für immer. Sie hörte nicht auf seine „Sydney!“ Rufe, sondern griff nach ihren Sachen an ihrem Schreibtisch und stürmte aus dem Büro von SD-6.

Es gelang ihr, ihre Tränen zurückzuhalten bis sie das Gebäude von Credit Dauphine verlassen hatte. Dann strömten die Tränen unaufhaltsam über ihre Wangen und egal wie oft sie mit dem Handrücken über ihre Augen fuhr, es kamen immer neue.

Schließlich, nachdem sie über eine Stunde ziellos durch die Straßen gelaufen war, kam sie am Hafen an. Sie stand eine ganze Weile einfach am Hafengeländer und blickte auf den offenen Ozean. Es war die gleiche Stelle an der sie sich einmal abends mit Vaughn getroffen hatte, nachdem ihr Vater das essen abgesagt hatte.

Sie lehnte sich weit über das Geländer und blickte noch immer schluchzend in das dunkle Wasser. Es begann zu regnen. Der Regen war kalt und eisig und verwandelte sich bald in kleine Schneeflocken, die sich mit ihren Tränen vermischten. Sydney achtete nicht darauf, wie kalt ihr war und daß sie zitterte.

Irgendwann zog sie ihr Handy aus der Tasche, das Vaughn ihr einst gegeben hatte und wählte die Nummer, die sie schon so oft gewählt hatte. Sie zögerte jedoch, schließlich die „Call“ Taste zu drücken. Sie konnte das einfach nicht tun. Sie konnte ihn nicht anrufen und ihm das Weihnachtsfest mit ihren Problemen verderben. Schluchzend löschte sie die Ziffern wieder von ihrem Display und steckte das Telefon wieder in die Tasche.

Einige Menschen eilten vorbei, darum bemüht, so schnell wie möglich aus dem Regen in ihre warme Wohnungen zu kommen. Niemand achtete auf die weinende Frau, die sich so alleine fühlte, wie sich irgend jemand auch dieser Welt nur fühlen konnte…

 

Sydney hatte nicht einmal bemerkt, wie lange sie in den Himmel geschaut hatte, als sie sich wieder ihrer Umgebung auf dem Weihnachtsmarkt und vor allem ihrer Kälte bewußt wurde. Nach den Ereignissen gestern vormittag hatte sie sich am Abend entschieden, zum Flughafen zu fahren. Ohne noch einmal mit ihrem Vater oder jemand anderem zu sprechen, war sie in das kleine Ferienhaus gefahren, das ihr Vater gemietet hatte.

Als sie schließlich angekommen war, war sie zu müde gewesen um noch irgend etwas zu tun oder über etwas nachzudenken, und so war sie nur tief und fest eingeschlafen. Heute morgen allerdings, als sie ihren Weihnachtsbaum gekauft hatte, war ihr ihre Einsamkeit wieder bewußt geworden und hatte sich wie ein schwerer Stein auf ihr Herz gelegt. Seitdem war sie traurig gewesen.

Sydney drehte sich herum und ging auf die kleine Dorfkirche zu, die auf der anderen Seite des Marktplatzes stand. Es war bereits eine sehr alte Kirche aus grauem Stein, doch die weihnachtlichen Dekorationen ließen sie warm und einladend wirken. Eine Lichterkette war an der Fassade angebracht worden und der Eingang war mit Tannenzweigen und anderen kleinen Dekorationen geschmückt.

Es war bereits kalt genug, so daß der frisch gefallene Schnee nicht schmolz, sondern sich in einer weißen Decke auf die Dächer und Bäume legte. Einen kleinen Moment zögerte Sydney vor der kleinen Treppe, die hinauf zur Kirche führte, doch als sie vor Kälte zu zittern begann, entschied sie sich, einzutreten. Sie ging die Stufen hinauf und öffnete die große Tür vorsichtig.

Es war Jahre her seitdem sie das letzte Mal in einer Kirche gewesen war und nun fragte sie sich, was sie hier eigentlich suchte. Als sie die warme Halle betrat, war sie überwältigt von dem Anblick der sich ihr bot. Der Altar war liebevoll mit einer weihnachtlichen Decke und kleinen Engelsfiguren dekoriert., überall brannten Kerzen und der Orgelspieler spielte Weihnachtslieder. Vereinzelt saßen Menschen in den Kirchenbänken und beteten still vor sich hin.

Sydney nahm in der letzten Reihe Platz und ließ einen Moment lang einfach die Atmosphäre auf sich wirken. Still saß sie dort und es vergingen beinahe zehn Minuten, dann plötzlich stand sie auf. Sie hatte so vielen Menschen Schaden zugefügt, ja, sie hatte sogar getötet und sie würde es wieder tun! Sie war für den Tod von Danny und so vielen anderen verantwortlich. Wenn es jemanden gab, der nicht das Recht hatte in einer Kirche zu sein, dann war sie es.

Als sie die Tür öffnete schlug ihr ein eisiger Wind, gemischt mit Schneeflocken ins Gesicht. Schnell schloß Sydney die Tür wieder hinter sich und blickte dann über die vielen Menschen, die sich auf dem Weihnachtsmarkt amüsierten.

Sie spürte, wie ihre Augen sich wieder mit Tränen füllten und versuchte, sie weg zu blinzeln. Sie wollte nicht nach Hause, in das einsame Ferienhaus, wo sie ganz alleine sein würde, zurückgehen und so hatte sie keinen Ort, wo sie Weihnachten verbringen könnte.

Sie bog neben der Kirche in eine schmale Gasse und fand sich plötzlich in dem großen Garten der Kirche wieder. Ein großer Weihnachtsbaum stand in der Mitte der schneebedeckten Wiese. Er war geschmückt mit bunten Lichterketten, die in der Dunkelheit des Abends wie leuchtende Diamanten funkelten. Einige Figuren hingen an den Zweigen und auf der Spitze thronte ein großer Engel aus Metall der die Besucherin anzusehen schien.

Sydney schnappte angesichts der Schönheit dieses Ortes überrascht nach Luft. Für einen Moment vergaß sie all ihre Sorgen und Schmerzen und gab sich ganz des Friedens des Ortes hin. All ihre Probleme erschienen ihr plötzlich unbedeutend, lediglich wie ein kurzes Aufflackern in der Ewigkeit der Welt.

Was gäbe ich dafür, diesen Augenblick mit jemandem zu teilen… dachte sie bedauernd. Schließlich riß sie sich von dem Anblick los und drehte sich herum und weiter zu gehen, prallte jedoch gegen jemanden, der hinter ihr vorbeigehen wollte.

„Oh, Verzeihung, ich…“ Als sie aufsah, blieben ihr die Worte im Hals stecken und sie starrte die Person gegen die sie gelaufen war einfach sprachlos an.

„Sydney?“ Michael Vaughn konnte es nicht glauben und er erwiderte den ungläubigen Blick der Frau.

„Ähm… ja! Was… was tust du denn hier?“ fragte sie noch immer ungläubig.

„Ich bin im Haus meiner Mutter. Ich hab dir doch davon erzählt!“

„Ja, aber… es ist hier? Ich meine, in diesem Dorf?“

Er nickte einfach, noch immer unfähig zu fassen, daß es wirklich Sydney war, die vor ihm stand. Als sie sich leicht drehte, konnte er im Licht des Weihnachtsbaumes ihr Gesicht deutlicher sehen und erschrak.

„Sydney, was ist denn passiert?“

„Nichts, es ist alles in Ordnung!“ Sie versuchte zu lächeln, versagte jedoch kläglich und er glaubte ihr kein einziges Wort.

„Du kannst mit mir reden! Hast du einen Streit mit deinem Vater?“

Sydney lachte bitter auf und drehte sich dann herum. „So in der Art. Aber es ist nichts, wirklich!“

„Wenn es nichts ist, wieso geht’s du dann am Weihnachtsabend alleine über einen Weihnachtsmarkt?“ fragte er sanft.

„Wieso gehst du alleine?“ gab sie seine Frage zurück und er zuckte die Schultern.

„Ich kam alleine hierher, aber du…“

„Da hast du deine Antwort!“ Sie drehte sich herum. „Ich muß jetzt gehen!“ Mit diesen Worten ging sie hastig den Weg zurück um den Garten zu verlassen. Es erschien ihm beinahe, als würde sie flüchten.

Für einen Moment sah er ihr wie versteinert nach, dann traf ihn die Bedeutung ihrer Worte wie ein Schlag und er lief ihr nach.

„Sydney! Syd! Warte!“ Er holte sie ein und hielt sie sanft an der Hand fest, als sie keine Anstalten machte, stehen zu bleiben. „Was ist passiert?“

„Vaughn… das hier ist absolut nichts Berufliches mehr, also mußt du nicht…“

„Ich bin nicht hier als deine Kontaktperson. Ich bin hier als dein… Freund!“ Er sah sie einen Moment unsicher an, doch als sie nicht widersprach, fuhr er fort. „Und ich mache mir Sorgen um dich weil du…“ Er seufzte und lächelte dann. „…weil du schrecklich aussiehst!“

„Oh, danke! Jetzt fühle ich mich besser!“ Sydney konnte nicht anders als sein Lächeln zu erwidern.

„Setz dich!“ Er führte sie zu einer Bank die an der Außenseite der Kirchenmauer stand und setzte sich neben sie. „Wieso ist dein Vater nicht hier? Ich dachte ihr beiden wolltet Weihnachten zusammen feiern.“

„Ja, das dachte ich auch!“ Sie seufzte und lehnte sich zurück. „Mein Vater jedoch hat es bevorzugt, in L.A. zu bleiben um irgendwelche Sicherheitsprozeduren zu überwachen. Er hat sich freiwillig gemeldet.“ Sie begann wieder zu schluchzen, bemühte sich jedoch die Tränen zurück zu halten. „Das schlimmste jedoch ist, daß ich es von Sloane erfahren habe! Er hielt es nicht einmal für nötig, es mir persönlich zu sagen! Das war so…“ Sie begann nun wieder zu weinen und konnte kaum noch sprechen. „Als mein Vater damals unser Abendessen abgesagt hat, habe ich mich gefühlt, als würde meine ganze Welt auseinanderbrechen, aber jetzt fühle ich mich als… als wäre da überhaupt keine Welt mehr die zusammenbrechen kann und das ist noch viel schlimmer!“ Sie sah ihn an und schluchzte noch mehr. 2Und jetzt ruiniere ich auch noch deinen Weihnachtsabend!“

„Nein! Nein, das stimmt nicht!“ beruhigte er sie sanft und suchte in seinen Taschen nach einem Taschentuch was er ihr schließlich reichte. Sie wischte sich ihre Tränen ab.

„Es tut mir leid, daß ich dich damit belästige!“

„Sydney, du belästigst mich niemals! Wieso hast du mich nicht gestern schon angerufen?“

„Ich wollte es tun… aber dann habe ich es mir anders überlegt.“

Sie saßen einen Moment lang einfach still nebeneinander bis Sydney sich wieder etwas beruhigt hatte. Dann sah Vaughn sie plötzlich an.

„Hey, wir sind weit entfernt von Los Angeles, dem CIA und SD-6 nicht wahr?“

„Ja!“ bestätigte Sydney und fragte sich, was er mit dieser Feststellung des Offensichtlichen sagen wollte.

„Nun, dann sollte es eigentlich nicht gefährlich sein, wenn wir uns zusammen in der Öffentlichkeit zeigen, richtig?“

Einen Moment lang starrte sie ihn einfach an, dann, nach kurzem Nachdenken schüttelte sie langsam den Kopf.

„Gut!“ Er stand auf und hielt ihr seine Hand hin. „Laß uns zusammen den Weihnachtsmarkt anschauen!“

Sie lächelte leicht, zögerte jedoch noch immer. „Ich weiß nicht…“

„Na los… ganz nebenbei wird es übrigens nicht wärmer, wenn wir hier sitzen!“

Lachend ergriff Sydney seine Hand und er zog sie hoch.

„Du zitterst ja! Ist dir kalt?“

„Nur ein bißchen!“ gab Sydney zu.

Vaughn nahm ihre Hände zwischen seine eigenen und wärmte sie während sie die Gasse zum Weihnachtsmarkt zurück gingen. Als sie den Marktplatz erreichten, zog Vaughn sie zu einem der Stände und bestellte zwei Tassen heißen Glühwein.

„Du wirst sehen, das ist das beste Mittel wenn dir kalt ist!“

Er nahm die beiden Tassen von dem Mann hinter der Theke entgegen und reichte ihr dann eine. Sydney wärmte ihre Hände an der heißen Tasse und trank einen kleinen Schluck, dann einen Zweiten. Sie war überrascht, als sie beinahe sofort aufhörte zu zittern und eine angenehme Wärme sich in ihrem Körper ausbreitete.

„Das ist ja unglaublich!“ gab sie zu und sah ihn dann ernst an. „Danke!“

„Wofür?“ fragte er verwirrt.

„Dafür, daß du hier bist!“

Für einen Moment sahen sie sich so tief in die Augen, daß sie alles um sich herum vergaßen. Erst als der Mann neben Vaughn einem anderen etwas zurief, wurde er sich der Situation bewußt und räusperte sich.

„Ähm… ich nehme an, du hast für heute Abend keine Pläne.“

„Kaum… außer alleine zuhause vor meinem Weihnachtsbaum zu sitzen und Schneeflocken zu zählen!“ scherzte sie und er lachte.

„Nun, klingt interessant!“

Nachdem ihre Tassen leer waren, schauten sie in beide Richtungen des Weihnachtsmarktes und entschieden sich schließlich, nach links zu gehen. Während sie an den verschiedenen Ständen vorbeigingen und hier und da schauten, plauderten sie lange Zeit über ganz alltägliche und auch persönliche Sachen. Er schaffte es, sie mehr als einmal zum Lachen zu bringen und war froh zu sehen, daß sie sich wirklich zu amüsieren schien. Ihre Augen bekamen diesen Funken zurück, den sie immer in sich hatten.

„Hey, schau dir das an!“ sie nahm eine der Weihnachtsmützen von einem Stand und sah Vaughn an. Bevor er widersprechen konnte, hatte sie ihm die Mütze über den Kopf gezogen.

„Steht dir!“ Sie lachte, als sie sein verwirrtes Gesicht sah und bemerkte dabei nicht, daß er ebenfalls nach einer Mütze griff.

„Und was ist mit dir?“

Sie lachte als er ihr ebenfalls ein Mütze aufsetzte und strich einige Haarsträhnen aus ihrem Gesicht.

„Na gut…“ Sie sah auf den Stand neben sich und griff nach einer von den „Rudolph’s Red Noses“.

„Ich warne dich!“ Vaughn  hob die Hände und sah sie grinsend an.

„Du warnst mich? Soll ich jetzt Angst bekommen?“ scherzte sie, während sie versuchte, ihm die Nase auszusetzen. Er lachte und hielt ihre Arme fest.

„Das solltest du lieber!“

„HEY!“ Der Besitzer des Standes sah die beiden grummelnd an und stemmte die Hände in die Hüften. „Die sind zum Verkauf da und nicht zum spielen!“

„Entschuldigung!“ Leicht beschämt legten Sydney und Vaughn die Sachen auf den Tisch zurück.

„Wie teuer ist diese Mütze?“ fragte Sydney und hielt die Weihnachtsmütze hoch.

„Sieben Dollar und sie gehört ihnen!“

„Sieben? Das ist doch ein Witz, oder? Ich habe sie an dem anderen Stand dort vorne für vier Dollar gesehen!“

Der Mann schien ihren Einwand zu überdenken und nickte schließlich. „Na gut, sie bekommen sie für fünf Dollar, aber das ist mein letztes Angebot!“

„Ich nehme sie!“ Sydney gab ihm das Geld und setzte Vaughn dann die Mütze wieder auf. Du siehst einfach so niedlich damit aus!“ lachte sie und als sie sein Gesicht sah, wollte sie sich umdrehen und flüchten, er war jedoch schneller und schnappte sie, bevor sie entwischen konnte.

„Ich habe dich gewarnt!“ Er hielt sie fest und schließlich trug sie selber die Mütze. Sie konnte gar nicht mehr aufhören zu lachen und er hielt sie grinsend fest.

„Hast du den Blick von diesem Verkäufer gesehen?“

Plötzliche wurde ihr bewußt, wie nahe sie einander waren, ihre Gesichter nur Zentimeter voneinander entfernt. Sie war gefangen von dem Blick in seinen Augen. Tief im Hinterkopf hielt sie jedoch eine Stimme zurück. Das hier ist Vaughn, dein Kollege, deine Kontaktperson! Es ist dir eigentlich nicht einmal erlaubt mit ihm zusammen hier zu sein! Alles was jetzt geschieht, wird nur für einen einzigen Tag so sein. Nächten Montag bist du wieder zurück bei SD-6 und wirst alles bereuen, was jetzt geschieht. Plötzlich drehte sie ihr Gesicht weg und befreite sich von ihm.

„Laß uns weiter schauen!“ Sie würde einfach so tun als sei nichts gewesen… professionell, so wie sie immer war.

„Ja, laß uns mal dort drüben schauen!“ Vaughn deutete auf einen kleinen Stand, der Weihnachtsdekorationen verkaufte.

Sydney folgte ihm, während sie die Weihnachtsmütze über ihre Ohren zog. Die Mütze wärmte sie, selbst wenn sie damit wie eine weibliche Santa Claus aussah. Ihr Herz schlug noch immer so schnell, daß sie befürchtete, jeder konnte es hören.

Der Stand verkaufte wunderschöne Figuren, die die Formen von kleinen Engeln und Weihnachtsmännern hatten. Die Frau hinter dem Stand schien sie nicht einmal zu beachten. Sie trug lange farbenfrohe Kleidung und schien eine Zigeunerin zu sein.

Der Stand schien anders zu sein als die, die sie bisher gesehen hatten. Er war von einer friedlichen Atmosphäre umgeben und leise Weihnachtsmusik erklang von irgendwoher, die all die lauten Stimmen um sie herum zu übertönen schien. Sydney sah auf und lauschte dem Lied, als sie den Text hörte.

There’s more to this time of year
Than sleigh bells and holly
Mistletoe and snow
Those things will come and go.
 
Don’t look inside a stocking
Don’t look under the tree
The one thing we’re looking for
Is something we can’t see.
 
Far more precious than silver
And more splendid than gold
This is something to treasure
But it’s something we can’t hold.
 
As long as there’s Christmas,
I truly believe,
that hope is the greatest
of the gifts we’ll receive.
As long as a guiding star
shines above,
there’ll always be Christmas,
so there always will be a time
when the world is filled with peace
and love.

“Meinen Glückwunsch!” Die merkwürdige Frau lächelte sie an und Sydney war zunächst verwirrt, da sie so abrupt aus ihren Gedanken geholt worden war.

“Was? Wieso?”

Dann folgte sie den Augen der Frau und sah nach oben. Sie und Vaughn standen direkt unter einem Mistelzweig.

“Sie müssen ihn küssen!” erklärte die Frau entschieden. “Wenn sie mit einem Mann unter einem Mistelzweig stehen, müssen sie ihn küssen, sonst werden sie niemals die wahre Liebe finden!”

Nun blickte auch Vaughn zu dem Mistelzweig hoch und lächelte Sydney dann an.

“Sollen wir das Schicksal herausfordern?” Sie blickte in seine sanften grünen Augen und was sie darin las war nichts als Zuneigung.

“Lieber nicht!” Sanft lächelte Sydney zurück, dann legte sie sanft ihre Lippen auf seine in einem langen unschuldigen Kuss. Seine Lippen waren warm und weich und sie fühlte Verlangen in sich aufsteigen. Wie lange hatte sie schon davon geträumt ihn zu küssen und noch ganz andere Dinge zu tun, die verboten waren?

Als sie fühlte, wie er seine Hand an ihren Rücken legte und sie dichter an sich zog, wich sie sanft von seinen Lippen zurück, bevor einer von ihnen den Kuß vertiefen konnte.

Egal was sie fühlten, sie konnten im Moment nicht mehr als Freunde sein.

Als Sydney sich wieder zu der Frau drehte, lächelte diese geheimnisvoll.

“Glück kann nirgendwo auf dieser Welt gefunden werden, egal wo und wie lange man sucht. Man muß in seinem Herzen suchen!” Dann nahm sie einen der kleinen Weihnachtsengel die sie verkaufte und legte ihn in Sydneys Hand. “Nehmen sie diesen als Geschenk und vergessen sie niemals, daß zu Weihnachten unsere Schutzengel Wunder vollbringen können… wenn wir sie nur lassen! Geben Sie niemals die Hoffnung auf!”

Vaughn, der bereits ein paar Schritte weiter gegangen war, kam zurück und sah sie sanft an.

“Kommst du?”

“Ja…” antwortete Sydney, noch immer total verwirrt, dann folgte sie ihm jedoch. Als sie sich noch einmal umdrehte um zu dem Stand zu schauen war er verschwunden. Statt dessen stand an genau dem Platz ein Stad, der Zuckwatte und bunte Luftballons verkaufte. Abrupt blieb Sydney stehen und fasste sich an den Kopf.

“Uh… ich glaube, mir wird schwindelig. Bin ich betrunken?” fragte sie sich selber, wußte aber gleichzeitig, daß sie unmöglich von einem Glas Glühwein betrunken sein konnte.

“Was hast du gerade gesagt?”

“Ich… der Stand ist weg!” Sydney deutete auf den Stand mit Zuckerwatte. Vaughn folgte ihrem Blick und schüttelte ungläubig den Kopf.

“Sydney… wovon redest du? Er ist doch noch an dem gleichen Platz wie eben!”

“Aber… wo ist diese Zigeunerin mit ihren Figuren?”

Er starrte sie einfach an und wußte zunächst nicht, was er sagen sollte. “Welche… welche Zigerunerin? Sydney, du machst mir Angst!”

“aber…” Sydney griff in ihre Tasche und konnte den kleinen Weihnachtsengel fühlen. Sie wußte, daß sie nicht geträumt hatte, aber so oder so würde er ihr nicht glauben. “Vielleicht habe ich die Stände verwechselt…” Sie suchte die umliegenden Stände nach einem Mistelzweig ab. “Habe ich dich gerade geküsst?”

“Hast du… was?!?” Er sah sie amüsiert an. “Sydney, wovon redest du?”

“Ähm… vergiß was ich gesagt habe. Anscheinend träume ich zuviel…” Als sie seinen nun folgenden Blick sah, verschluckte sie sich beinahe. “Ich wollte damit nicht sagen daß ich von dir träume! Ich meinte… ich wollte nur… ich meine… Menschen träumen hin und wieder… wenn sie schlafen träumen sie und…” Oh Gott, mach daß ich den Mund halte! Ich stottere ja genau wie Marshall! Sie errötete leicht und zuckte mit den Schultern. “Ist ja auch egal!”

“Habe ich das richtig verstanden? Du…” begann er neckend, doch sie hob die Hände.

“Nicht! Vergiß einfach alles was ich während der letzten drei Minuten gesagt habe!”

“Na gut!” Noch immer sah er sie amüsiert an.

“Und hör bitte auf mich so anzusehen!”

“Wieso? Darf ich dich nicht mehr ansehen?” neckte er sie weiter, dann bemerkte er, daß sie am Ende des Weihnachtsmarktes angekommen waren. Nur noch ein paar Stände bevor sie den Markt und gleichzeitig die Stadt verlassen würden.

“Wollen wir umkehren?” fragte Sydney, doch Vaughn schüttelte den Kopf.

“Wir haben den ganzen Markt schon gesehen… wieso gehen wir nicht einfach ein bißchen durch den Schnee?”

Sydney folgte ihm als er einen kleinen schneebedeckten Weg in die Felder hinein einbog. Mittlerweile reichte der Schnee fast bis zu ihren Knien. Sie gingen den Weg entlang, bis sie auf einer kleinen Anhöhe standen, von der aus sie die Umgebung überblicken konnten. Es gab keine größere Stadt in der Nähe und so war die Umgebung unglaublich still und friedlich. Aus der Stadt hinter ihnen konnten sie noch immer ein paar Weihnachtslieder hören, die vom Wind getragen herüberklangen.

Zwischen den schneebedeckten Hügeln und Wiesen konnte man lediglich hier und da ein Licht sehen. Irgendwo in der Ferne stand ein beleuchteter Weihnachtsbaum vor einem Haus.

Der Schnee begann nun dichter zu werden und große Flocken fielen vom Himmel herab. Es fiel ihnen schwer, weit in die Landschaft zu schauen.

Schweigend gingen sie schließlich nebeneinander durch den Schnee. Keiner von beiden wagte ein Wort zu sprechen, denn die Atmosphäre schien beinahe himmelsgleich.

Eine Umgebung wie diese läßt einen kaum glauben, daß es auf dieser Welt Böses gibt.” Sagte Sydney schließlich leise und lächelte.

“Ja… es ist fast wie in einer anderen Welt.”

“Schau!” Sydney drehte sich herum und zeigte auf die mittlerweile weit entfernten Lichter des Dorfes, die nur noch undeutlich durch den Schnee zu sehen waren. “Das ist der schönste Abend, den ich seit Jahren hatte.” Flüsterte sie glücklich und Vaughn sah sie zärtlich an.

Für einen kleinen Moment erwiderte sie sein Lächeln, dann beugte sie sich plötzlich herunter und sammelte etwas Schnee in ihren Händen.

Vaughn wurde erst zu spät klar, was sie vorhatte und so traf ihr Schneeball ihn direkt gegen die Brust.

“Was war das denn?”

Sydney lachte, als sie den Blick in seinen Augen sah. “Da nennt man gewöhnlich einen Angriff!” Sie formte bereits einen neuen Schneeball und ging langsam rückwärts, als er auf sie zu ging. “Was ist los mit dir? Keine Verteidigung?” Erneut traf ihn ein Schneeball.

Sydney schrie auf, als er sich plötzlich auf sie stürzte und versuchte, sie zu packen. Sie konnte im letzten Moment ausweichen und lachte, während sie erneut etwas Schnee sammelte. Diesmal jedoch war auch er vorbereitet.

Schon bald waren sie mitten in einer wilden Schneeballschlacht. Sie lachten und rannten wie Kinder umher, und für einen Moment vergaßen sie die Realität und alle damit verbundenen Sorgen.

Der Kampf endete schließlich, als Sydney in den weichen Schnee fiel und vor lauter Lachen nicht mehr aufstehen konnte. Vaughn ließ sich neben ihr auf die Knie sinken.

“Ich habe gewonnen!”

“Nein, hast du nicht!” brachte Sydney mühsam unter Lachen heraus. Er grinste und nahm etwas Schnee, den er dann langsam über ihrem Gesicht auf sie niederrieseln ließ.

“Wirklich nicht?”

Sie nahm seine Hände und ehe er wußte, wie ihm geschah, lag er mit dem Rücken im Schnee. Sie kniete sich neben ihn.

“Eher nicht, nein! Ich finde einfach, so sieht kein Gewinner aus!” Sie hielt sanft seine Hände fest und er lachte.

“Du weiß, daß ich keine Probleme damit hätte, mich zu befreien?”

Sie schmunzelte und ließ ihn los, dann rollte sie sich neben ihm auf den Rücken und beide sahen in den dunklen Himmel aus Schneeflocken.

Ihre Kleidung war mittlerweile völlig durchnässt und Sydney wurde sich dessen bewußt, als sie zu zittern anfing und ihre Füße kaum noch spürte.

Vaughn stand auf und half ihr hoch.

“Wir werden uns beide erkälten!”

“Ich weiß…” gab sie zu und lachte. “Aber das war es definitiv wert!”

“Ganz sicher!” stimmte er zu. “Das Haus meiner Mutter ist nicht weit weg. Was hältst du davon, wenn wir uns etwas aufwärmen?”

“Oh ja!” sagte sie zitternd und er legte seinen Arm um sie und rieb ihre Schultern, um sie etwas zu wärmen. Trotz ihrer durchnäßten Kleidung war Sydney überrascht, wie deutlich sie trotzdem seine Wärme spürte. Sie erschauderte bei dem Gefühl seines Körpers so dicht an ihrem und Vaughn drückte sie fester an sich in der Annahme, daß ihr Zittern von der Kälte herrührte.

Sydney war überrascht, wie schnell sie das Haus erreichten. Es war zwei sehr klein, aber wunderschön. Das Holzdach war bedeckt mit zentimeterdickem Schnee.

Vaughn schloß die Tür auf und sie traten ein. Der Temperaturunterschied traf sie beinahe wie ein Schlag und im ersten Moment wurde ihr schwindelig, doch sie gewöhnte sich schnell an die Wärme.

Sie zogen ihre nassen Jacken aus, dann sahen sie sich an.

“Vielleicht… habe ich irgendwo ein paar Decken!” Er ging in ein Zimmer und Sydney trat in das kleine Wohnzimmer. Ein Weihnachtsbaum stand in einer Ecke neben dem Fenster und vor einem kleinen Kamin stand ein Sofa mit einem Teppich davor.

“Wie schön!” murmelte Sydney, als er mit zwei Decken und neuer Kleidung zurückkehrte. “Ich habe leider keine Frauenkleidung! Wenn du möchtest, kannst du dich dort umziehen!” Er deutete auf einen kleinen Raum, der offensichtlich das Badezimmer war. “Ich werde indessen versuchen, ein Feuer zu machen!”

“Danke!”

Kurz darauf kehrte Sydney zurück. Sie hatte ihre Unterwäsche anbehalten müssen, obwohl auch diese naß war. Er hatte ihr nur ein Hemd gegeben, dieses jedoch war so lang, daß es bis zu ihren Oberschenkeln reichte. Ein Feuer brannte in dem kleinen Kamin und so schimmerte der Raum nun in einer warmen, weihnachtlichen Atmosphäre. Die Dekoration des Weihnachtsbaumes glitzerte im Licht des Feuers und verlieh dem Raum einen heimischen, weihnachtlichen Zauber. Sydney setzte sich auf den Teppich vor den Kamin und deckte ihre nackten Beine mit der Decke zu. Dann hielt sie ihre Hände gegen das Feuer um sie aufzuwärmen.

Als Vaughn, ebenfalls umgezogen, zurückkehrte, erstarrte er in der Tür. Sie sah wie ein Weihnachtsengel im flackernden Licht des Feuer aus. Als sie ihn bemerkte, lächelte sie.

Er reichte ihr eine Tasse mit heißem Tee und setzte sich dann neben sie. Lange Zeit blieben sie einfach still, bis Sydney ihn ansah.

„Das ist so anders als ich es mir vorgestellt hatte!“

„Was?“ fragte er verwirrt.

„Naja… diese Hütte, der Kamin und sogar der Weihnachtsbaum. Ich dachte du wärst mehr… Single eben… du weißt schon, Mikrowellenpizza und so.“

Er lachte und nickte dann. „Eigentlich stimmt das auch!“ gestand er und sie lächelte.

„Oh…“

„Versteh das nicht falsch. Ich esse nicht nur Pizza, aber ich mag es eben gerne einfach. Und unser Job läßt uns nicht gerade sehr viel Zeit zum ausgiebigen Kochen!“

Sydney nickte lachend. „Ja, ich weiß, was du meinst!“ Sie wandte sich wieder dem Feuer zu und sah eine Weile nur auf die tanzenden Flammen. „Danke! Das ist das schönste Weihnachtsfest, was ich seit vielen Jahren hatte!“

„Ja, bei mir auch!“ antwortete er leise. „Eigentlich verbringe ich Weihnachten immer alleine. Naja, letztes Jahr habe ich mit Alice gefeiert.“

Sydney sah ihn an. „Letztes Jahr habe ich mit Danny gefeiert.“ Ein Schatten schien sich kurz über ihren Blick zu legen. „So vieles hat sich seitdem geändert…“

Vaughn berührte sanft ihre Hand. Hier war sie, die Frau von der er so lange träumte, direkt vor ihm, am Weihnachtsabend. Das war mehr als er sich je erhofft hatte. Ganz langsam näherte er sich ihrem Gesicht und sie schien es nicht einmal zu bemerken. Er wußte, er sollte nicht so oft an sie denken, schon gar nicht auf die Art, wie er es tat, aber heute abend an diesem Ort schien alles so anders. Es war beinahe wie ein Traum, weit von der Realität entfernt.

Er sah den Ausdruck von Schmerz in ihren Augen als sie nun wieder an Danny denken mußte. Sie faßte unwillkürlich an den Ringfinger ihrer rechten Hand an dem sie noch immer ihren Verlobungsring trug.

Vaughn beobachtete sie unauffällig und sah dann wieder ins Feuer.

„Glaubst du an das Schicksal?“

„Was?“ Dieser plötzliche Themenwechsel verwirrte ihn und Sydney lehnte sich seufzend gegen das Sofa hinter sich.

„Ich meine… wenn Danny nicht ermordet worden wäre, dann wäre ich vielleicht niemals dahinter gekommen, daß SD-6 nicht zum CIA gehört und wäre so auch niemals auf die Idee gekommen zum CIA zu gehen.“ Und wir hätten uns niemals kennen gelernt, setzte sie in Gedanken hinzu. „Ich denke in letzter Zeit oft darüber nach und komme immer wieder zu dem Schluß, daß Dannys Tod vielleicht notwendig für mein Leben war. Ich weiß, das klingt jetzt furchtbar, aber…“

„Ich verstehe, was du meinst!“

„Ja, aber obwohl ich so denke… weigere ich mich noch immer die Vergangenheit loszulassen…“ Sie spielte gedankenverloren an ihrem Ring und sah ihn an. „Manchmal denke ich, daß die Vergangenheit das einzige in meinem Leben ist, was wahr war, verstehst du? Damals wußte ich, wer ich war… ich hatte eine Zukunft und Menschen in meinem Leben, die real waren und mußte nicht den ganzen Tag über Lügen! Manchmal denke ich, mein ganzes Leben ist eine Lüge!“

Vaughn rückte dichter an sie heran und lehnte sich neben ihr gegen das Sofa. „Früher hast du in einer Lüge gelebt ohne davon zu wissen, Sydney! Es war eine Illusion! Jetzt kennst du die Wahrheit und du kämpfst dafür.“

„Ja, aber all das erfordert zu große Opfer! Als ich heute über den Weihnachtsmarkt gegangen bin und all diese Menschen gesehen habe, die so ausgelassen über ihren Arbeitstag reden… habe ich mir gewünscht, ich könnte das auch. Und zwar ohne die Gefahr, daß derjenige dann tot aufgefunden wird!“ Sie lehnte ihren Kopf zurück und sah an die Decke. Dann drehte sie den Kopf zur Seite und sah Vaughn nachdenklich an. Dieser erwiderte den Blick lange.

„Du kannst mit mir reden!“

„Sehr witzig!“ Sydney sah ihn amüsiert an, er jedoch schüttelte den Kopf.

„Nein, im Ernst! Wenn du jemanden brauchst, mit dem du über deinen Arbeitstag reden willst, dann ruf mich einfach an! Wenn du willst, bringe ich auch etwas zu essen mit und dann…“

Sydney kam aus dem Lachen nicht mehr heraus und stieß in sanft gegen die Schulter.

„Hör auf dich über mich lustig zu machen! Du weißt was ich meinte!“

Er wurde wieder ernst. „Ja, ich weiß… Diese ganze Geheimnistuerei macht private Beziehungen fast unmöglich.“

„Ist das der Grund warum du dich von… ähm…“

„Alice!“ half er ihr amüsiert aus und sie nickte.

„Richtig! Habt ihr euch deswegen getrennt.“

„Ja… nein… es gab verschiedene Gründe. Wir haben uns einfach auseinander gelebt. Aber es war einer der Faktoren, ja!“

„Hmm…“ Sydney seufzte. „Bei einem Job, der einem so wenig Privatleben läßt kann man eigentlich nur mit einem Arbeitskollegen eine erfolgreiche Beziehung haben!“ überlegte sie laut. „Dann kann man zusammen Zeit verbringen und arbeitet gleichzeitig. Praktisch… und man braucht sich keine Ausreden einfallen zu lassen, wo man denn über das Wochenende nun wieder hinfährt!“ Sie lächelte und bemerkte dann den Ausdruck in seinen Augen. Erst jetzt wurde ihr klar, wie sehr das gesagte auf sie beide zutraf.

„Es hat aber auch einen Nachteil.“ führte Vaughn ihren Gedanken weiter ohne den Blick von ihr abzuwenden. „Die Vorgesetzten mißbilligen eine solche Beziehung!“

Sydney lachte. „Besser vor den Vorgesetzten ein Geheimnis, als vor seinen Freunden!“

Sie strich sich ein paar Haare aus dem Gesicht und bemerkte dabei, daß sie noch immer die Weihnachtsmütze trug. Sie nahm sie ab und wollte sie dann Vaughn aufsetzen, dieser jedoch hielt sie fest.

„Wage es nicht!“

„Ich habe sie über zwei Stunden getragen! Jetzt bist du dran!“

„Ja, aber dir steht sie auch!“

„Dir auch…“

Sie lachte auf, als er anfing nach der Mütze zu greifen um sie ihr wegzunehmen. Sie hatte ihre größte Mühe ihren Arm so hoch zu halten, daß er nicht drankam, dabei jedoch verlor sie schließlich das Gleichgewicht und fiel direkt auf ihn. Wenig später rangelten sie um die Mütze wie… ja, wie ein Liebespärchen. Als Sydney dies klar wurde, erstarrte sie auf einmal und starrte ihn einfach an. Er nutzte die Gelegenheit, um ihr die Mütze wegzunehmen und realisierte dann, daß sie ihn einfach anstarrte.

„Was?“

„Nichts… nichts, ich…“

Nun schien auch ihm plötzlich bewußt zu werden, wie nahe sie einander waren. Ihre Gesichter waren nur Zentimeter voneinander entfernt und die Nähe seines Körpers machte sie schwindelig. Wie hypnotisiert sahen sie sich einfach nur an, dann näherten sich ihre Gesichter ganz langsam einander. Als sich ihre Lippen schließlich trafen war diese erste flüchtige Berührung so elektrisierend, daß Sydney beinahe erschrocken zurückwich und den Kuss beendete noch bevor er begonnen hatte.

Dies war nicht richtig… überdeutlich spürte sie auf einmal ihren Verlobungsring. Es gab so viel was dagegen sprach und das war nicht nur die Tatsache, daß ihre Vorgesetzten eine solche Beziehung mißbilligten.

Langsam öffnete sie ihre Augen – Unsicherheit und Angst lagen in ihrem Blick. Plötzlich jedoch wurde alle ihre Gedanken von einer Stimme verdrängt. Es war wie ein Flüstern, weit entfernt und doch so real daß diese Stimme alles zu übertönen schien.

Glück kannst du nirgendwo in dieser Welt finden, sondern nur in deinem Herzen! Vergiß niemals, daß zu Weihnachten dein Schutzengel Wunder vollbringen kann, wenn du ihn nur läßt!

Und mit einem Mal wußte sie, was ihr Glück war und was dieser Satz bedeuten sollte.

Noch immer unsicher näherte sie sich wieder seinem Mund und berührte ihn schließlich mit ihrem. War die erste flüchtige Berührung schon elektrisierend gewesen, so war dieser nun folgende Kuß ein Feuerwerk der Gefühle. Ohne Hast küßten sie einander unendlich zärtlich, beide noch sehr zurückhaltend, bis ihr Kuß schließlich tiefer wurde. Sydney hielt sich halt suchend an seinen Schultern fest und strich schließlich durch seine Haare als er sie dichter an sich zog.

Erst als sie das Gleichgewicht verloren und beide auf dem Teppich landeten, lösten sie sich voneinander nur um ihre Lippen gleich darauf wieder in einem innigen Kuß zu vereinigen.

Als er schließlich mit seinem Mund ihre Wange entlang zu ihrem Ohr ging, seufzte sie auf.

„Vaughn…“

„Michael…“ wisperte er in ihr Ohr und begann gleich darauf zärtlich an ihrem Ohrläppchen zu knabbern.

„Michael…“ wiederholte sie zärtlich und vergrub ihre Hände in seinen Haaren. Seine Lippen wanderten weiter über ihr Kinn und ihren Hals zu ihrem Schlüsselbein. Sydney zog in sanft hoch um wieder seine Lippen auf ihren zu fühlen. Sie konnte nicht genug von ihm bekommen. Es war, als hätte sie ihr ganzes Leben lang nur für diesen einen Moment gelebt.

„Warte… warte!“ murmelte sie plötzlich und strich über seine Wange. Dann blickte sie auf den Ring an ihrer Hand und streifte ihn vorsichtig ab. Beinahe achtlos legte sie ihn auf die Sitzfläche des Sofas.

„Du bist unglaublich…“ murmelte er und küßte sie dann wieder stürmisch, während er die Knöpfe ihres Hemdes öffnete.

Sie setzten sich auf ohne die Lippen voneinander zu lösen. Ganz langsam zog sie ihm das Hemd aus und strich dabei sanft über seine nackte Haut. Schließlich warf sie das Kleidungsstück achtlos beiseite. Ihr eigenes Hemd folgte kurz darauf.

Sie strich über seine nackte Brust und begann dann ausgiebig seinen Hals zu liebkosen. Zärtlich erforschte sie jede Stelle seiner Haut und strich mit ihren Fingern seine Wirbelsäule entlang.

Als er die Träger ihrer Unterwäsche beiseite strich und seine Lippen die nackte Haut ihrer Schultern berührten, seufzte sie auf und drückte ihn dichter an sich. Jeder seiner Küsse brannte wie Feuer und sie glaubte unter ihnen zu schmelzen.

Als schließlich auch ihr Unterhemd auf dem Kleiderstapel landete schien die erste Berührung ihrer Körper die gesamte Umgebung in Flammen zu versetzen. Sie fühlte, wie er erbebte, als sie ihre Lippen auf seine legte.

Seine Hände strichen über ihren Rücken und drückten sie sanft an ihn. Nach endlos langer Zeit ließen sie sich wieder auf den Teppich sinken. Sie strich zärtlich über seine Wange und als er den Kopf drehte und sein Mund ihren Puls traf erzitterte sie. Er nutzte den Moment, um sich ausgiebig ihrem Handgelenk zu widmen und verschränkte schließlich seine Hand mit ihrer als er sich zu ihr herunter beugte und ihre Haut zu liebkosen begann.

Unendlich langsam erforschte er ihre Haut mit seinem Mund und als seine Lippen sich auf ihren Bauchnabel legten, keuchte sie auf. Die Spannung, die sich in ihr aufbaute wurde beinahe unerträglich.

Seine Hände strichen an der Seite ihres Körpers entlang, während sein Mund nicht aufhört, sich ihrem Bauch zu widmen. Wo hat er gelernt, so zu verführen? Schoß es ihr durch den Kopf, als er nach einer kleinen Ewigkeit, wie es ihr schien, seine Lippen wieder auf ihren Mund legte.

Schließlich sah er sie an und strich ihr eine feuchte Haarsträhne aus dem Gesicht.

„Ich will dich nie wieder gehen lassen!“ wisperte er dicht an ihren Lippen und Sydney hob den Kopf. Ungeduldig berührte sie seine Lippen in kurzen, verführerischen Küssen bis er aufstöhnend ihren Mund in Besitz nahm. Sie hatte das letzte bißchen Kontrolle, das er versucht hatte zu halten, gebrochen und die nun folgende Leidenschaft nahm beiden den Atem. Hatte sie geglaubt, daß seine zärtlichen Liebkosungen sie bereits um den Verstand brachten, so hatte sie nun angesichts dieses Feuers das Gefühl zu fallen – immer tiefer, mit ihm als seinem einzigen Halt…

In dieser Nacht schienen ihre Schutzengel ihnen ihre Wünsche zu erfüllen und für eine kleine Ewigkeit vergaßen beide ihr Leben und ihre Probleme. Sie lebten nur für den Augenblick und einander.

Erst viel später, als die ersten Sonnenstrahlen am Morgenhimmel erschienen und die schneebedeckte Natur wieder zum Leben erweckten, kamen sie wieder zu sich. Langsam schien der Zauber der Nacht zu verfliegen und mit dem Licht trat die Realität in ihr Leben zurück.

Sydney und Vaughn lagen noch immer auf dem Teppich vor dem Kamin. Sydney blickte auf die Glut, die nun auch langsam zu verlöschen begann und Vaughn hatte einen Arm um sie gelegt und zog die Decke nun etwas höher.

„Bist du wach?“ fragte er leise in ihr Ohr und sie lächelte leicht.

„Mmh…“ Sie drehte den Kopf etwas und schmiegte sich noch dichter an ihn. Er schloß die Arme fester um sie.

Lange blickten sie einfach nur gemeinsam in den Kamin. Obwohl beide müde waren, wollte keiner von ihnen die wenige Zeit, die sie gemeinsam hatten, mit schlafen vergeuden.

„Ich habe eine Idee!“ sagte er schließlich und Sydney sah ihn erwartungsvoll an. „Wir bleiben einfach hier und gehen nicht nach LA zurück.“ murmelte er und wußte selber, wie dumm seine Worte klangen.

„Ich bin dafür!“ murmelte sie und schloß für einen Moment die Augen. „Wir fangen ganz von vorne an und weder CIA noch SD-6 werden jemals wieder etwas von uns hören! …Mmmh, das klingt wundervoll romantisch!“

Er lachte und küßte sie zärtlich. Dann stützte er sich auf seinen Ellenbogen und sah sie an.

Sie erwiderte seinen Blick zärtlich, dann plötzlich wurde sie ernst.

„Wie wollen wir jetzt damit umgehen?“

„Du meinst… mit uns?“ Sanft strich er über ihre Wange und sie nickte.

„Mit uns, der Situation… und vor allem Devlin!“

Er verschloß ihren Mund mit einem Kuß bevor sie noch mehr sagen konnte. Irgendwann wich er zurück. „Sie müssen es niemals erfahren!“ wisperte er dicht an ihren Lippen. Sydney kicherte und schüttelte den Kopf.

„Das meinte ich nicht… ich werde dich furchtbar vermissen, wenn ich dich nur einmal die Woche sehe. Ich meine… müssen wir jetzt wieder professionell werden?“

Er überlegte lange, dann seufzte er bitter. „Ich fürchte ja…“

Auch sie seufzte traurig und schmiegte sich wieder an ihn.

„Ich weiß nicht, ob ich dir Montag gegenübertreten kann ohne auch nur im geringsten an die letzte Nacht zu denken!“ murmelte sie und er sah sie gespielt ernst an.

„Nun, das sollten Sie aber lieber Agent Bristow, denn ich halte eine Hinterhofgarage nicht gerade für den besten Ort um eine Affäre zu haben.“

Sydney lachte auf und stieß ihn spielerisch an. „Ich meine es ernst!“

„Ich weiß…“ Er zog sie dicht an sich und vergrub seinen Kopf an ihrem Hals. Ihre Lage schien wenigstens im Moment aussichtslos und er konnte sich absolut keine Lösung vorstellen. Deswegen war dieser Moment alles, was sie hatten…


Viel später stand Sydney in ihre Wolldecke gehüllt vor dem geöffneten Fenster und sah hinaus auf die Schneedecke, die im Sonnenlicht wie ein Teppich aus vielen kleinen funkelnden Diamanten glitzerte. Irgendwann in der Nacht hatte es aufgehört zu schneien, es war jedoch noch immer eisig kalt und so blieb der Schnee liegen. Sie fröstelte leicht als ein kalter Windzug ihre Wange traf und ein paar Schneeflocken von der Dachkante hereintrug. Im Hintergrund lief das Radio und die Radiomoderatoren wünschten den Zuhörern pausenlos eine frohe Weihnacht und spielten Weihnachtslieder am laufenden Band. Sydney jedoch wurde das Herz schwer.

Das, was gestern und heute geschehen war, würde nicht andauern. Es gab keine Chance für sie und Vaughn bis SD-6 vernichtet war und ob sie das je schaffen würden, daran zweifelte Sydney.

In wenigen Stunden würden sie sich trennen müssen und in zwei Tagen ging dann der ernüchternde Alltag wieder los. Sie seufzte und lehnte sich auf die Holzfensterbank nach draußen. Dann schloß sie die Augen und atmete die kalte Luft ein.

Plötzlich fühlte sie warme Arme um ihre Taille und schmiegte sich lächelnd an ihn. Vaughn reichte ihr eine Tasse heißen Kaffee und strich durch ihre Haare.

„Du bit das schönste Weihnachtsgeschenk, das ich je bekommen habe!“ wisperte er in ihr Ohr und sie küßte ihn sanft.

„Leider kein dauerhaftes…“ murmelte sie traurig und er zog sie fester an sich, schwieg jedoch.

„Hey…“ meinte er auf einmal und sah sie an. „Wollen wir einen Schneemann bauen?“

„Einen…“ sie sah ihn fassungslos an, dann dachte sie nach. „Na gut!“

Sie zogen sich an und stürzten dann wie kleine Kinder nach draußen. Zunächst folgte eine Schneeballschlacht, doch bereits eine stunde später stand ein fertiger Schneemann vor dem Haus. Sydney vollendete das Werk indem sie ihm einen Ast in die Seite steckte, damit es so aussah, als hätte er einen Ast in der Hand.

„Perfekt!“ nickte Vaughn und umarmte sie. Für einen winzigen Augenblick hatten sie wieder die drohende Realität vergessen, doch als Vaughn wenig später im Haus seine Sachen zu packen begann, senkte sich Trübsinnigkeit auf ihre Gemüter. Sydney saß im kleinen Sofa vor dem Kamin und trank eine Tasse heißen Tee. Traurig sah sie in den dunklen Schacht vor ihr, in dem die Asche von verkohltem Holz lag.

Langsam stand sie auf und trat ans Fenster. Der Schneemann grinste sie fröhlich an und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Sie wollte nicht wieder alleine sein.

Plötzlich wurde sie auf das Radio aufmerksam, das noch immer Weihnachtslieder vor sich hin spielte. Sie stockte und ihre Augen wurden größer, dann drehte sie sich zum Radio und drehte es lauter.

As long as there’s Christmas,
I truly believe,
that hope is the greatest
of the gifts we’ll receive.
As long as a guiding star
shines above,
there’ll always be Christmas,
so there always will be a time
when the world is filled with peace
and love.

 Und während sie wieder das Lied hörte, schien sich ihr Herz plötzlich zu erwärmen. Es stimmte. Zu diesem Weihnachtsfest hatte sie ein Geschenk bekommen, vom dem sie nach Dannys Tod gedacht hatte, daß sie es nie wieder bekommen würde – Hoffnung.

Für sie und Vaughn würde es immer einen Weg geben, sich zu treffen. Auch wenn er nicht immer bei ihr sein konnte, wußte sie doch, daß er immer für sie da sein würde. Sie war nicht alleine… es erschien ihr wie ein Licht, daß am Ende eines endlos langen schwarzen Tunnel aufgetaucht war. Ein Licht, das aus ihr selbst heraus schien…


„Guten Morgen!“

Gut gelaunt begrüßte Sydney den Portier des Fahrstuhls, der sie automatisch zu SD-6 herunterfuhr. In Windeseile hatte sie die Sicherheitskontrollen überwunden und betrat das Büro von SD-6.

Sie durchquerte das große Büro, grüßte einige Mitarbeiter und erwiderte auf Weihnachtswünsche das Passende. Vorsichtig öffnete sie die Tür zum Büro ihres Vaters. Er saß an seinem Schreibtisch und tippte an seinem Computer herum. Er sah übermüdet aus und hatte dunkle Ringe unter den Augen. In diesem Moment tat er ihr plötzlich leid. Er hatte Weihnachten hier alleine verbracht.

„Dad?“ Sie lächelte ihn an als er den Blick hob.

„Sydney!“ Er stand auf als sie eintrat und ging auf sie zu. „Sydney, ich wollte dir sagen, daß…“ Er stockte, wie immer wenn es um persönliche Dinge ging. „Es tut mir leid, daß es mit unserem Urlaub nicht geklappt hat. Ich…“

Sydney legte ihre Hand auf seinen Arm. „Dad…“ sagte sie beruhigend. „Es ist schon in Ordnung.“ Sie sah ihn offen an und lächelte ehrlich. Er erwiderte das Lächeln leicht. Dann plötzlich fiel Sydney ein, wieso sie gekommen war. Sie griff in ihre Tasche und holte das sorgfältig verpackte Geschenk heraus.

„Hier, das ist für dich!“ Sie reichte ihrem Vater das Geschenk und drehte sich dann um. Ohne ein weiteres Wort verließ sie das Büro.

Lange sah Jack Bristow auf das kleine viereckige Päckchen in seinen Händen und kam sich plötzlich wie ein Idiot vor. Immer hatte er die Arbeit als das höchste in seinem Leben angesehen, dabei gab es doch so viele wichtigere Dinge… er nahm sich vor, dies im nächsten Jahr zu ändern.

 

Sydney ließ sich auf den Stuhl vor ihrem Schreibtisch sinken und drehte sich dann mit dem Stuhl zu Dixon um.

„Wie war dein Weihnachtsfest?“

Er lachte. „Chaos! Aber trotzdem wundervoll! Stell dir vor, Diane hat uns einen Urlaub auf Hawaii geschenkt. Wir wollen irgendwann im Februar fliegen.“

„Oh!“ Sydney seufzte sehnsüchtig. „Das ist süß von ihr! Was hast du ihr Geschenk?“

„Da gibt es diese Boutique in Beverly Hills, von der sie immer geschwärmt hat, nur waren die Sachen dort alle viel zu teuer. Ich habe ihr einen Gutschein geschenkt, damit sie endlich auch einmal dort einkaufen kann.“

„Wie lieb von dir! Sie war bestimmt verrückt vor Freude!“

Dixon nickte lachend. „Ja, sie war wirklich glücklich! …Und du? Was hast du geschenkt bekommen?“

„Nichts…“ antwortete sie und wollte sich gerade wieder zu ihrem Bericht umdrehen, zögerte dann aber. „Doch, eigentlich habe ich schon etwas geschenkt bekommen!“

„Was?“

Sydney lächelte und sah Dixon nachdenklich an.

„Hoffnung…“

Und ohne noch auf seinen verwirrten Blick zu achten, drehte sie sich um und vervollständigte den Bericht an dem sie arbeitete. Sie wußte, daß es für sie und Vaughn wenigstens momentan noch keine Chance gab, zusammen zu sein. Aber spätestens in einem Jahr, am Weihnachtsabend würden sie sich wieder treffen… am Weihnachtsbaum hinter der Kirche eines unscheinbaren kleinen Dorfes irgendwo im Osten der USA.

Solange es Weihnachten gab, würde es auch für sie eine Hoffnung geben…

THE END (October 2003)

       „In this everchanging universe there’s only one light, that will never fade away… HOPE.“

       „In diesem Universum gibt es nur ein Licht, das niemals verlöschen wird… HOFFNUNG.“

 

Disclaimer: Alle Charaktere (außer der Zigeunerin) gehören JJ, abc und dem dazugehörigen Team! Ich benutze sie nur. Die Liedauszüge gehören der Walt Disney Company und ihren Künstlern. (Songtitel: „As long as there’s Christmas“ von Peabo Bryson & Roberta Flack – taken from „Beauty and the Beast – The enchanted Christmas“ Original Soundtrack)

Notes: Danke an Maresa! Du bist eine super Betaleserin!!!

Kimberley Jackson