Star Trek Voyager Fanfiction
Zuhause
"Ich bin in meinem Bereitschaftsraum!" Kathryn Janeway erhob sich und ging zu dem kleinen Raum. Dort nahm sie sich eine Tasse heißen Kaffee aus dem Replikator und trank etwas, während sie fasziniert auf ihren kleinen Computer sah. "Diese Fluktuationen sind wirklich faszinierend." Sie ging zum Fenster und betrachtete die tanzenden Energiewirbel, als sie plötzlich eine Stimme hinter sich vernahm. "Captain?" Kathryn lächelte. Sie drehte sich nicht um. "Ja, Commander?" – "Ich habe hier die Untersuchungsergebnisse von Fähnrich Kim." – "Danke... legen sie sie auf meinen Tisch!" Sie seufzte leise. Noch etwas weniger als ein Jahr würde ihre Reise dauern. Ein winziges Jahr. "Captain... ist alles okay?" – "Ja, Chakotay... ich dachte nur gerade daran, dass... unsere Reise bald zu Ende ist und dass ich es bedauere." Chakotay schwieg. Nachdenklich redete Kathryn weiter. "Wir haben so viel neues gesehen... wir haben ein noch höher entwickeltes Schiff und... es ist verrückt, aber jetzt, wo wir bald nach Hause kommen... ist es irgendwie bedeutungslos für mich geworden!" Sie trank einen Schluck Kaffee und schloß die Augen. "Die Voyager... ist irgendwie... ein Teil von mir geworden..." Sie räusperte sich. "Aber... die Crew freut sich auf zuhause. Alleine das zählt! Außerdem habe ich ja auch viele Freunde zuhause. Lettie... Mom und Phoebe... Mark..." Den Namen ihres einstigen Geliebten sprach sie leise aus. "Obwohl ich mich nicht danach sehne ihn wiederzusehen..." Chakotay lächelte. "Ich fühle mich genauso. Ich glaube, jeder hier auf diesem Schiff fühlt so. Obwohl wir doch jeden Tag in mindestens eine Katastrophe gerieten, möchte ich keinen dieser Tage missen..." Kathryn lächelte. "Nun... einige Katastrophen hätten nicht sein müssen, aber..." sie drehte sich um und sah den Mann an. "Irgendwie... spiele ich mit dem Gedanken... dorthin zurückzukehren, wo wir herkommen." – "Captain?" Kathryn lachte. "Keine Angst, Chakotay. Ich plane keine Meuterei..." sie überlegte kurz. "Nein, ich überlege, ob ich nicht... weiter forschen soll. Wissen sie... ich wollte immer Forscherin sein. Im Grunde war es nie mein Wunsch, Captain zu sein. Nicht, dass ich meine Aufgabe hier verabscheue, nein. Sie macht mir Spaß, aber... ich möchte unerforschtes erforschen." Sie lächelte und sprach mehr mit sich selber. "Commander Riker wollte immer Captain sein. Vielleicht sollte ich mit ihm tauschen." Chakotay bemerkte, dass sie mehr mit sich selber sprach und schwieg noch immer. Doch dann sah sie ihn nachdenklich an. "Es war sein größtes ziel, Captain zu werden. Ich habe dieses Ziel nie für mich in Betracht gezogen. Viele haben mir gesagt, ich könnte es schaffen, aber im Grunde..." Chakotay schmunzelte. "Aber... ich bin froh, dass sie mein Captain sind, Kathryn!" Die Frau zog die Augenbrauen hoch und blickte den Indianer an. "Was werden sie tun, wenn wir wieder auf der Erde sind?" – "Nun, ich denke... ich werde mir irgendwo eine Wohnung nehmen... vielleicht werde ich... ja auch ins Gefängnis kommen, wer weiß. Immerhin sind sie losgeflogen, um uns zu verhaften!" Janeway blickte ihn ernst an. "Chakotay... ich glaube nicht, dass man sie nach dieser Reise verhaften wird. Ohne ihre Hilfe... hätten wir das niemals geschafft. Ohne B’Elanna... und ohne Tuvok... und ohne ihre anderen Leute. Und ich... hätte bestimmt ein paar mal aufgegeben, hätte ich sie nicht an meiner Seite gehabt." Sie lächelte verträumt, fing sich aber sofort wieder. "Und wenn sie nicht ins Gefängnis kommen?" – "Darüber... habe ich noch nicht nachgedacht. Eine Weisheit meines Volkes besagt: du kannst in der Gegenwart das meiste für deine Zukunft tun, verschwende also heute nicht deine Zeit mit Gedanken an morgen." Er zuckte mit den Schultern. "teilweise... vielleicht etwas überholt... aber..." Kathryn erhob sich und stellte sich wieder ans Fenster. "Ich könnte auch auf der Erde bleiben. Vielleicht bin ich zu alt um noch einmal ins all zu fliegen." – "Captain! Ich..." Er schwieg. Was sollte er dazu sagen. Er zögerte. "Wissen sie eigentlich, dass sie im Moment das Gesprächsthema Nummer eins unter den Crewmitgliedern sind?" Kathryn fuhr herum. "Was? Aber warum denn?" – "Fähnrich Birkham sagt, sie wären während ihrer Schulzeit auf der Akademie mit Commander Riker zusammengewesen. Ganz böse Zungen spekulieren sogar schon, ob er der einzige war, und ob sie wirklich wegen ihrer Verdienste Captain geworden sind." Kathryn schüttelte den Kopf. "Wer erzählt so etwas?" murmelte sie. "Ich weiß zwar nicht warum, aber irgendjemand aus dieser Crew scheint mich um meinen Posten zu beneiden. Sollten sie noch einmal davon hören, Chakotay... sagen sie einen schönen Gruß vom Captain. Das wäre alles eine Lüge." – "Auch das mit Riker?" – "Auch das mit Riker!" bestätigte Captain Janeway und bemerkte amüsiert: "Beruhigt?" Plötzlich blitzte es auf und überall kamen Luftballons von der Decke. Kathryn Janeway hielt die Luft an und blickte auf den Mann im bunten Partyoutfit, der im Raum stand und fröhlich eine Trompete blies. "Q!" sagte sie dann nur und stieß einen Luftballon vor ihrem Gesicht weg. "Hören sie auf!" bat sie, doch der Mann hörte gar nicht. Plötzlich stand her hinter ihr. "Ich bin zuhause! Home, sweet Home! Kathy!" Kathryn drehte sich um. "QQQ!" rief sie und der Mann hörte verwundert auf. Die Luftballons verschwanden und er sah sie verwirrt an. "Schlechte Laune, Kath? Na, da muß der alte Q ja mal..." – "sie werden gar nichts, Q. Ich hatte gehofft, durch ihren Sohn würden sie ein wenig vernünftiger!" seufzte Janeway und verschränkte die Arme. Q zuckte die Schultern. "Er ist doch schon groß. Es wurde mir zu langweilig im Kontinuum und da dachte ich an meine alte Freundin Kathy. Oh, wie hab ich ihren Humor vermisst!" – "Ich wünschte, ich könnte das gleiche zu ihnen sagen!" sagte Kathryn und machte sich erneut los. "Q... ich bitte sie. Gehen sie wieder. Das letzte mal als sie hier waren haben sie... eine Katastrophe angerichtet und das Mal zuvor auch!" – "Das möchte ich wieder gut machen! Ich bringe sie nach Hause! Morgen schon werden sie ihre Freunde wiedersehen und..." – "Q!" Kathryn hob die Hand. "Bitte... fangen sie nicht schon wieder mit ihren Tricks an. wo ist ihre Frau? Muß ich wieder... mit einer eifersüchtigen Attacke rechnen?" – "Nein, Kathy... sie weiß, warum ich hier bin! Ich bin hier, um ihnen ihren Traum zu erfüllen!" Er schnipste mit den Fingern und im nächsten Moment befanden sich sie und Chakotay in einer Kirche. "hmm..." Q sah sie nachdenklich an. "Da fehlt doch etwas... ah ja, richtig!" Er schnipste und im nächsten Moment stand Kathryn Janeway im Brautkleid vor ihm. Q grinste. "Und nun der Bräutigam!" Und im nächsten Moment stand ein vollkommen perplexer Commander Riker neben ihr. Kathryn Janeway schüttelte den Kopf. "Q! Machen sie das rückgängig!" – "Sie haben mir eine Frau ausgesucht, ich suchen ihnen einen Mann aus! So, nehmen sie sie zur Frau?... Dachte ich mir, und sie Kathy... sehr schön!" – "Nein!" Kathryn drückte Chakotay, der wie ein Trauzeuge angezogen war ihren Brautstrauß in die Hand und ging dann drohend auf Q zu. "Ich weiß nicht, wieso, Q. aber jedesmal, wenn sie auftauchen sind sie eine nervende lästige widerwärtige plage!" – "Captain!" Chakotay sah sie fassungslos an, Janeway jedoch blickte Q an. "Wenn wir uns nicht in spätestens einer Minute wieder auf dem Schiff befinden, dann schwöre ich ihnen..." – "AH! Verstehe!" Q ging auf Riker zu. "Tut mir leid, Commander, ein kleiner Irrtum." Er klopfte seinen Anzug ab, schnipste mit dem Finger und im nächsten Moment hatten Riker und Chakotay die Plätze getauscht. "Der Rang ist gleich... Kathy, sie scheinen eine Schwäche für Commander zu haben..." Er schnipste und stand dann als Commander neben den anderen beiden. "Suchen sie sich einen aus. A, B oder C! sie haben die Wahl!" Riker blickte Q an. "Was geht hier eigentlich vor?" – "Die Hochzeit... des Jahrhunderts. Mit der charmanten, reizenden... anmutigen... eleganten..." Kathryn stemmte die Hände in die Hüften. "wütend, Q. Weder reizend, noch elegant! Und schon gar nicht charmant. Bringen sie uns auf der Stelle auf die Voyager zurück!" Q sah sie an. "Kathy... sie Spielverderberin!" Er ging auf sie zu. "Dabei... steht das Kleid ihnen ausgezeichnet!" Ihr Blick sagte ihm, wie wenig Wert sie darauf legte. "Okay, okay! Aber... ich dachte sie lieben Riker! Oder wenigstens dieses lebendige Kunstwerk!" Er deutete auf Chakotay. Janeway zog die Augenbrauen hoch. "Q!" sagte sie nur, und der Mann schnipste. Im nächsten Moment befanden sie sich wieder auf der Voyager, allerdings noch immer in ihren Kleidern. Verwirrt blickten die Crewmitglieder die vier an. "Ähm... Ma’am...?" fragte Paris und Janeway schritt auf Q zu. "Langsam habe ich das Gefühl... sie machen sich einen Spaß darauf, mich vor anderen Leuten zu blamieren!" – "Oh, ganz und gar nicht! Ich möchte doch nur dein bestes, Kath!" – "Und nennen sie mich nicht Kath!" sagte Janeway, nun wirklich wütend. "Aye... Madame Captain! Besser? Oder vielleicht Kathy... Oder einfach Kathryn?" Riker sah sich verwirrt um. "Wo sind wir?" – "Auf der Voyager, Commander. Wenn auch anders, als ich es gewünscht hatte. Q, entweder sie beenden das, oder ich werde mich höchstpersönlich umziehen und dann darum kümmern, dass sie nie wieder etwas anstellen!" – "Aber, aber! Kathy... schlecht geschlafen letzte Nacht? Naja... wohl eher zuwenig, wie immer! Sie sollten mal eine kleine Pause..." – "Verschwinden sie, Q!" Janeways Gesicht war Ausdruckslos, aber in ihrer Stimme lag soviel Zorn, dass sogar Q sich dazu entschloss, alles wieder rückgängig zu machen. Im nächsten Moment war Riker verschwunden und Chakotay und Janeway standen wieder in ihren uniformen auf der Brücke. Q allerdings ebenfalls. Und Janeway ignorierte ihn. Sie setzte sich auf ihren Kommandosessel und gab ihre Befehle. Bis Q die Brücke in einen Partyraum verwandelte. "Ah... Mesdames et Messieurs! Kathryn! Hören sie mir zu! Ich... habe misch dazu entschlossen..." Kathryn schwieg, aber ihr Blick ließ alle anderen erstarren. "misch... entschlossen... meiner lieben Freundin Kathy... ein Geschenk zu machen!" Er schnipste mit den Fingern und die Voyager erschütterte kurz. "Bericht!" rief Janeway und B’Elanna Torres sah auf. "Captain... laut den anzeigen sind wir... im Alpha Quadranten. Einen Tag von der Erde entfernt!" – "siehst du, Kathy? Ich habe alle Schuld beglichen und..." – "Q, wenn das wieder ein Trick ist!" warnte Janeway und stemmte die Hände in die Hüften. "Es ist kein Trick. Schon morgen wirst du dieses verhasste Schiff verlassen und dich wieder ganz deinem Privatleben widmen können! ... Was ist? Ich sehe keine Freude in deinem Gesicht? Wie wäre es mit einem klitzekleinen Danke?" – "Danke!" sagte Janeway nur ohne jeden Ausdruck und wußte nicht, ob sie sich wirklich freuen sollte. "Aber, aber! Ich verstehe ja, dass ein Captain vor seiner ... Verzeihung, ihrer Crew nicht die Kontrolle verliert, aber ein wenig mehr Euphorie..." – "Q... ich habe mich bedankt, was wollen sie noch?" – "Ich sehe schon, ich bin hier unerwünscht!" Er sah sie an. "Ach... Kathy... du wärst viel glücklicher, hättest du dich für mich entschieden!" Kathryns Blick sagte ihm die Antwort. "Okay, okay! Bin schon weg! Au revoir!" Damit verschwand er so schnell, wie er gekommen war. Beklemmung herrschte auf der Brücke. Keiner wagte etwas zu sagen, bis Tom Paris sich schließlich räusperte. "Ja, also... dann... Welcome home!" Janeway nickte. "Setzen sie einen Kurs auf die Erde. Warp 6." – "Captain... wir werden gerufen!" Janeway sah Harry Kim an. "auf den Schirm!" Das Gesicht eines Föderationsmitgliedes erschien. "Wer sind sie. Geben sie sich zu erkennen, oder wir werden feuern!" – "Mein Name ist Kathryn Janeway... vom Föderationsraumschiff Voyager..." sagte sie und der Mann am anderen ende schwieg lange. Dann wurde sein Blick ärgerlich. "wenn sie glauben, uns so täuschen zu können, haben sie sich geschnitten. Jeder weiß, dass sie Voyager vor sieben Jahren in den Badlands in den Delta Quadranten geschleudert wurde!" Kathryn Janeway blickte ihn an. "sie können überprüfen, was wir sagen! Sie haben vollen Zugriff auf unsere Systeme!" Der Mann las etwas auf einem Schaltpult vor sich, dann blickte er auf. Sein Blick zeigte, wie unfaßbar für ihn die Situation war. "Wahrhaftig... ähem... Ma’am... ich bitte um Verzeihung, aber bis jetzt sagten alle, die Voyager könnte in frühestens 70 Jahren... wenn überhaupt... Sie dürfen weiterfliegen. Ich werde die Meldung weiterleiten! Ende!" Das Bild verschwand, und lange blickte Janeway noch auf den schwarzen Schirm, dann drehte sie sich um. "Nun... wir sind wieder zu Hause. Ich schlage vor... wir beginnen unsere Sachen zu packen. Hier droht uns keine Gefahr mehr." Damit ging sie langsam in ihren Bereitschaftsraum. Betroffen sahen die Crewmitglieder sich an, und eigentlich war keiner richtig froh darüber, wieder daheim zu sein.
"Captain?" Janeway fuhr herum. Sie saß auf ihrem Bett und hatte aus dem Fenster geblickt. "Ja, Chakotay?" – "Wir... sind in einer Viertelstunde da." Kathryn lächelte. "Ja, ich kann die Erde schon sehen..." seufzte sie und sah in die Sterne. "Ich werde das alles vermissen. Die Voyager... die Sterne... die Abenteuer... die Crew... wissen sie, auch wenn ich als Captain immer sehr kühl war... kann ich doch sagen, dass ich hier einige Freunde gefunden habe. B’Elanna zum Beispiel. Und Tom. Das hätte ich nie für möglich gehalten. ...Und ich hätte auch nie gedacht, dass ich so gut mit den Marquis zusammenarbeiten könnte." Sie fühlte, dass Tränen in ihren Augen brannten und drehte den Kopf weg. Ihr Blick fiel wieder aus dem Fenster. Die Erde kam immer näher. "also... wir sollten uns den abschied nicht schwerer machen, als er ist!" sagte sie und erhob sich. "Außerdem... was wird die Crew denken, wenn ich als Captain so eine Moral an den Tag bringe." Sie lächelte. "Ich glaube, es wird Zeit für meine Ansage... Janeway an alle..." sie schwieg eine Weile. "Wir werden in wenigen Minuten auf der Erde landen. Von dort aus... können sie dann mit Raumschiffen weiter zu ihren Heimatplaneten fliegen. Was mich angeht... ich möchte mich bei allen in dieser Crew bedanken. Jeder von ihnen hat dazu beigetragen, dass wir alles heil überstanden haben und nun unsere Familien wieder begrüßen können. Nun... es gibt sicher nicht mehr viel zu sagen, außer... ich wünsche ihnen allen alles gute und eine gute Heimreise... Janeway Ende!" Kurz darauf landete die Voyager auf dem riesigen Raumschiffflughafen in San Francisco. Die Familien waren benachrichtigt worden und Janeway lächelte, als sie sah, wie alle sich stürmisch begrüßten. Naomi Wildman sah zum ersten Mal in ihrem Leben ihren Vater. Sie begrüßten sich glücklich. Während Tom, der B’Elannas Hand hielt, eher schweigsam vor seinem Vater stand, bis dieser ihn packte und in die Arme schloss. "Mein Sohn... ich bin stolz auf dich!" Janeway sah sich um. War denn niemand gekommen, um sie zu begrüßen? "Kathryn?" Sie fuhr herum. "Mom... Phoebe!" Ihre Mutter sah sie mit Tränen in den Augen an, dann fielen sie sich in die Arme. Schließlich sah sie Phoebe an, die einen kleinen Hund auf den Armen hielt. Sie umarmte ihre Schwester und deutete dann auf den Hund. "Deiner? Wie süß!" – "Nein... deiner. Er ist... mittlerweile groß. Seine Mutter und seine Geschwister sind leider gestorben!" Kathryn nahm fassungslos den Hund. Er war einer der Welpen ihrer Hunde. Und dann liefen auch ihr Tränen über die Wangen. Aller Schmerz löste sich. Phoebe lachte. "komm Schwesterchen. Du mußt mir alles genau erzählen! Was habt ihr erlebt!" – "Jetzt nicht, Phoebe! Siehst du denn nicht, dass Kathryn sich erst einmal ausruhen muß?" Kathryn lächelte. "Laß nur, Mom... ich bin es gewöhnt, nicht viel ruhe zu haben!" – "Eben deshalb brauchst du sie jetzt!" sagte ihre Mutter bestimmt, als sie plötzlich eine Stimme herumfahren ließ. "Kath?" – "Mark!" Kathryn fühlte einen Stich, als sie eine Frau und ein kleines Kind neben ihm sah. Aber sie hatte es ja schon gewußt. Mark sah sie an. "Es tut mir leid, Kathy!" sie lächelte gezwungen. "schon gut..." sagte sie und blickte seine Frau an. "Ich heiße Kathryn." – "Ich bin Lisa und das ist unsere Tochter Kathy." Kathryn sah Mark an und dieser lächelte. "Tut mir leid, aber ich mag deinen Namen! Ich würde vorschlagen, wir..." Kathryns Blick wurde auf einmal von etwas anderem gefangen genommen. Chakotay. Er stand alleine auf dem Platz. Sie blickte Mark an. "entschuldigt mich!" Damit lief sie zu Chakotay. Dieser lächelte. "alles in Ordnung?" – "Bei mir schon!" nickte sie und strich dem Hund über den Kopf. "Aber... sie stehen hier so alleine herum." Sie zögerte. "Möchten sie mitkommen? Ich bin sicher, Mom hat genug Essen für alle gemacht und..." – "Nein!" Chakotay sah sie an. "Es ist besser, wenn ich jetzt erst einmal alleine bin. Und sie haben ihrer Familie sicher viel zu erzählen..." Damit drehte er sich um und ging. Und Kathryn Janeway stand einfach dort und sah ihm nach. Dann blickte sie auf die Voyager. Das Schiff war sogar jetzt noch majestätisch. Plötzlich fühlte sie eine Hand auf ihrer Schulter. "Captain?" Sie drehte sich schmunzelnd um. "Tom, sie wissen doch, dass ich ab jetzt kein Captain mehr... Oh... Admiral Paris." Toms Vater lächelte. "Kathryn... ich habe immer gewußt, dass du das Zeug zu einem Captain hast... und ich habe mich geirrt. Du bist noch viel besser!" Kathryn lachte auf. "Oh, aber ohne die Crew... und vor allem ohne Tom als Piloten hätte ich das niemals geschafft! Man kann nicht von meinem Verdienst sprechen. Ich habe der Crew lediglich gesagt, was sie tun soll. Getan... hat die Crew es. Und es war hervorragende Arbeit. Von jedem einzelnen." In diesem Moment kam Kathryns Mutter an. "Wenn sie uns jetzt entschuldigen würden? Kathryn... Liebes... du solltest dich ausruhen!" Damit zog sie ihre Tochter kurzerhand am Ärmel mit sich. "Entschuldigen sie mich, Admiral!" lachte Kathryn und sah ihre Mutter an. "Mom!" – "Ich habe Karamelkuchen gebacken!" – "Oh, wirklich? Warum hast du das nicht eher gesagt? Beeilen wir uns!" lächelte Kathryn und wuschelte dem kleinen Hund durch das Fell.
"Liebling? Das Essen ist fertig?" Kathryn Janeway blickte auf. "Ich komme schon!" sie legte ihre Lektüre zur Seite und erhob sich. "Was hast du eigentlich die letzten Tage in San Francisco getan?" Kathryn lächelte. "Mom, das..." – "...darf ich nicht sagen!" beendete Gretchen Janeway den Satz und Kathryn lächelte. "Ja!" nickte sie. Ihre Mutter jedoch gab nicht auf. "Stimmt es, dass die Marquis Leute gestern doch verurteilt wurden und du aussagen musstest?" Kathryn blickte von ihrem Teller auf. "wie hast du das denn schon wieder erfahren!" – "Weißt du... man hört so dieses und jenes..." Kathryn seufzte. "Ja, es stimmt. Aber sie sind mit einer Verwarnung davongekommen. Sollten sie aber erneut in den dienst des Marquis treten, werden sie nicht so leicht davonkommen... Mmm... das schmeckt wirklich ausgezeichnet!" – "Was wirst du heute nachmittag tun?" – "Ich weiß noch nicht... ich glaube, ich werde zu meinem Lieblingsplatz gehen. Es hat sich so viel verändert in meinem Leben." Sie seufzte wehmütig. Gretchen Janeway legte ihr Hand auf die ihrer Tochter. "Ich weiß, die Sache mit Mark geht dir sehr nahe, aber..." – "Das ist es doch nicht alleine. Es ist alles anders. Ich... mußt einfach mit mir ins Reine kommen! Ich muß wissen, was ich jetzt will." Nach dem Essen nahm sie ihren kleinen Computer und ging aus dem Haus. Sie ging durch die Kornfelder, etwas, das sie früher am liebsten mit ihrem Vater getan hatte. Jetzt liebte sie es alleine zu gehen. Ihr langes Kleid wehte ein wenig und seit langer Zeit trug sie ihre Haare offen, ohne jeglichen Zopf. Etwas, das sie früher gehasst hatte. Heute fand sie es schön, wie der Wind mit ihren Haaren spielte. Und kurz darauf war sie an ‚ihrem‘ Baum angekommen. Die eiche stand noch und sie war grün wie sie es immer gewesen war. Kathryn zögerte, dann lächelte sie und klettert auf den Baum um sich auf ihren Lieblingsplatz auf einem Ast zu setzen. Gemütlich lehnte sie sich an den Stamm und begann zu lesen. Sie hatte nie gewußt, wie schön das sein konnte. Einmal nicht über den nächsten Borg angriff nachdenken zu müssen. Sie seufzte. Viel zu oft kehrten ihre Gedanken zur Voyager zurück. Sie blickte durch die blätter in den himmel. die Zeit verging, aber es machte ihr nichts. Sie saß stundenlang einfach da, las, und dachte nach. Plötzlich aber glaubte sie Schritte zu hören. Sie stöhnte. Bitte laß mich jetzt keinen stören! Sie behielt die Augen geschlossen. Vielleicht täuschte sie sich ja nur. "Ähem... Kathryn... sind sie hier?" Kathryn fuhr so schnell auf, dass ihr Computer zur Erde fiel. "Chakotay?" sie sprang vom Baum und klopfte sich verlegen ab, dann hob sie ihren computer auf. Chakotay lächelte. "Bevor sie jetzt fragen, woher ich das weiß... ihre Mutter sagte mir, ich könne sie hier finden! Wenn ich störe..." er machte anstalten wieder zu gehen, doch Kathryn schüttelte den Kopf. "Nein... nein, bleiben sie. Ich habe... nur etwas gelesen... auf dem Baum. Es ist mein lieblingsplatz!" sie setzte sich ins Gras und lehnte sich an den Baumstamm, woraufhin sich auch Chakotay setzte. Lange Zeit schwiegen sie und sahen sich nur an, dann lächelte Chakotay. "nun... vielen dank, dass sie sich für uns Marquis eingesetzt haben!" Janeway zuckte die Schultern. "kommen sie... mein einsatz war das mindeste, was ich tun konnte. Ohne sie... wären wir sicher nicht wieder nach Hause gekommen!" sie lächelte. Chakotay sah auf den Computer. "Was lesen sie?" – "ach... das sind nur die neuesten forschungsergebnisse in Bezug auf Warp antriebe!" Chakotay sah sie amüsiert an. "Einmal Forscherin, immer Forscherin, nicht wahr?" – "Nun ja..." lächelte Janeway und seufzte. "Ohne wenigstens etwas, was mit Raumfahrt zu tun hat, würde ich hier wahnsinnig werden! Es ist ziemlich interessant! Es sind auch Forschungen über den Warp 10 Flug von Mr. Paris aus unserer Datenbank mit drinnen." Sie blickte in den himmel. "Aber ich glaube, ich werde langsam zu alt, um weiter zu forschen!" Chakotay blickte sie an. "Kathryn! Sie sind gerade 38! Ich bitte sie!" Kathryn sah ihn an und schmunzelte. "Ich fasse das als kompliment auf!" sie seufzte. "admiral Paris hat mir einen weiteren flug als Captain der Voyager angeboten. In den Beta Quadranten." Sie blickte auf ihren computer. "Aber... ich werde nicht annehmen." Chakotay schwieg, als sie weiterredete. "Ich glaube, wenn ich jetzt noch einmal auf die Voyager zurückkehre... außerdem brauche ich etwas Ruhe. Ich hätte eine andere Crew, ich müßte mich einarbeiten und außerdem..." sie schwieg nachdenklich und lehnte ihren Kopf an den Stamm. "...sollte ich mir endlich ein Leben auf der Erde aufbauen. Ich werde das tun, was ich schon immer wollte. Eine Expedition durch die unterwasserhöhlen des Mars machen." Chakotay lächelte. "Ich erinnere mich... Kathryn Janeway, die den ersten Beweis für intelligentes Leben auf dem Mars brachte." Kathryn lächelte verlegen. "Nun ja... das ist 25 Jahre her. Aber es ist noch immer mein Traum, weiterzuforschen!" sie schwieg lange und blickte dann plötzlich Chakotay an. "Aber ich werde es nicht tun. Ich werde mein weiteres Leben nicht mit forschungen verbringen!" sie sah auf ihre Uhr und erhob sich. "Was ist? Bleiben sie zum abendessen? Ich würde mich freuen!" – "Gerne!" nickte Chakotay und Kathryn ging ein Stück, dann drehte sie sich um und ging rückwärts. Chakotay lächelte. Kathryn sah ihn an und drehte sich dann wieder um. Errinnerungen kamen in ihr auf. Erinnerungen an eine Zeit, in der sie mit Chakotay alleine auf diesem planeten bleiben mußte. Nachdenklich sah sie den Mann von der Seite an.
"Und deshalb sind sie zum Marquis gegangen?" Gretchen Janeway hörte Chakotay fasziniert zu. "Wie aufregend. Haben sie sich nie Gedanken darüber gemacht, dass sie einmal im Gefängnis landen könnten?" – "Mom!" Phoebe sah sie an. "Entschuldigen sie, Mom ist immer etwas neugierig. Die Mutter sah ihre Tochter an. "Kind. Man wird doch wohl noch fragen dürfen. Ich muß doch die Freunde von Kathryn kennen!" Kathryn, die am Fenster stand drehte sich herum. "Natürlich!" sagte sie mit einem merkwürdigen ton in der Stimme und ging zur tür. "Ich komme gleich wieder." – "Kathryn! Warte mal!" Phoebe sprang auf und sah ihre Mutter an. Dann lief sie ihrer älteren Schwester hinterher. Sie fand sie in der Küche im Dunklen. "Kathy? Was ist denn los mit dir?" Kathryn klannte ihr Glas Mineralwasser auf den Küchentisch. "Warum habe ich verflucht noch mal das Gefühl, dass Mom sich ständig einmischt? Ich etrzähle Chakotay schon, was ich für nötig befinde, und ich werde ihm auch von meinem Tennis tunier erzählen. Wenn ICH will! Aber sie... ACH!" Sie ging zum Fenster. Phoebe kannte ihre Schwester lange genug um zu wissen, wie wütend diese jetzt war. Sie lächelte. "Hör an... du scheinst ja etwas an ihm zu finden!" – "Darum geht es doch nicht! Es geht darum, dass ich selber entscheiden kann, wann ich wem was erzähle. Ich brauche dafür keine... keine Kupplerin!" hoebe legte ihr die Hand auf die Schulter. "Jetzt bist du ungerecht." – "Ja... ich weiß!" Kathryn sah ihre Schwester an. "Es tut mir leid! Eigentlich wollte ich, dass dies ein schöner Abend wird. Irgendwie..." Phoebe lachte. "Hey, bist du eifersüchtig? Auf Mom?" – "Unsinn, was redest du da?" In diesem Moment klopfte es. Phoebe drehte sich herum und erblickte Michael, ihren Lebensgefährten. "Schatz? Was tust du hier? Ich habe mir Sorgen gemacht. Du verschwandest so plötzlich!" Phoebe schob ihn zurück. "Hör zu, das hier ist ein Gespräch unter Frauen. Ich komme gleich wieder!" Kathryn schüttelte den Kopf. "Phoebe, das ist doch lächerlich, ich meine..." Phoebe schloß die tür ab. "Hör zu... ich werde dafür sorgen, dass du innerhalb der nächsten Viertelstunde mit ihm alleine sein kannst. Dafür versprichst du mir aber auch, dass du ihm die Wahrheit sagen wirst, ohne vor deinen Gefühlen davonzulaufen!" – "Siehst du? Jetzt fängst du genauso an wie Mom!" seufzte Kathryn und setzte sich an den Küchentisch. Sie spielte mit einem Glas Wasser herum. "Versteht hier denn keiner, dass ich erst einmal selber wissen muß, was ich will, bevor ich andere in mein Leben miteinbeziehe?" sie stützte den Kopf in die Hand. Phoebe lächelte. "Du bist viel zu vorsichtig, zu vernünftig... sagen wir zu rational! Laß dir einen Rat von jemandem geben, der verrückt ist! Irgendwann... stellst du fest, dass du 80 bist und immer noch deine Forschungsunterlagen liest. Und dann ist es zu spät für die Liebe." Sie ging zur tür. "Denk mal drüber nach. Ich gehe jetzt." – "Phoebe! Ich warne dich, wenn du irgendetwas..." Kathryn sah auf, doch ihre Schwester war bereits verschwunden. Sie schüttelte den Kopf und trank dann einen Schluck Wasser. "Ich sollte doch den Auftrag zum Beta Quadranten annehmen!" murmelte sie und vergrub ihr Gesicht in den Händen. "Dann hätte ich wenigstens eine Zukunft. Eine Zukunft, die sicher ist und nicht auf Gefühlen aufbaut." Sie sah nachdenklich auf das Wasser im Glas und dann schließlich erhob sie sich entschlossen. Sie würde sich hier nicht verkrichen, das war feige. Sie würde jetzt wieder ins Wohnzimmer gehen und Chakotay als Freund behandeln. Dann würde sie sich irgendwann entscheiden, ob sie noch einmal die Voyager commandieren wollte. Sie erhob sich und trat aus der Küche. Als sie kurz darauf das Wohnzimmer betrat, blieb sie verwundert stehen. "Chakotay Was machen sie denn hier alleine? Wo sind Mom und meine Schwester?" – "Oh, ihre Schwester meinte irgendetwas von Katastrophe! Daraufhin verschwanden plötzlich alle." Sagte Chakotay und sah sie an. Kathryn verschränkte die Arme. "Katastrophe! Aha... nun..." In diesem Moment hätte sie ihre Schwester am liebsten gewürgt. Kathryn trat ans Fenster. "Haben sie... Lust, etwas in den Garten zu gehen?" – "Gerne!" Chakotay erhob sich und folgte ihr. Langsam gingen sie über die große Wiese hin zu einer weißen Bank. Ein kleiner Teich befand sich ein Stück vor der Bank und man konnte ab und zu einen Frosch quaken hören. Kathryn setzte sich auf die Bank und schwieg, bis Chakotay sie schließlich ansah. "Kathryn, was ist los mit ihnen? In den ganzen sieben Jahren auf der Voyager habe ich sie noch nicht einmal so reserviert gesehen, wie heute abend. Habe ich irgendetws falsches gesagt?" Erschrocken sah die Frau ihn an. "Nein! Glauben sie mir, es liegt nicht an ihnen! Wirklich nicht! Ich hatte nur... eine kleine Auseinandersetzung mit meiner Mutter und... leider scheint sie sich überhaupt nicht für meine Wünsche zu interessieren." Chakotay setzte sich neben sie. "Ein schöner Abend. Schauen sie, der Mond steht am himmel. Mit meinem Vater bin ich früher oft bei vollmond in die wüste gegangen. Er meinte, es sei ein Ritual. Ich habe das nicht verstanden, aber... ich habe den Anblick des riesigen weißen mondes geliebt. Er ist geheimnisvoll, nicht?" Kathryn sah ihn nachdenklich an. "Es ist nur ein riesiger Brocken Gestein, der die Erde umkreist. Wissenschaftler haben..." sie stockte. Chakotay lachte. "sie haben zuviel Zeit mit Tuvok verbracht!" – "Sie haben recht!" nickte Kathryn und sah den Mond an. Sie lehnte sich zurück. "Naja... vielleicht... hat er etwas geheimnisvolles. Ein wenig... ich meine... wer weiß, vielleicht gibt es dort ja Lebensformen für deren Entdeckung unsere Technologie noch nicht reicht." Sie schwieg und blickte wieder auf den Teich, der das Licht des Mondes reflektierte. Plötzlich fühlte sie, wie Chakotay ihre Hand ergriff. "Kathryn... ich..." Er lachte und Kathryn sah ihn etwas verwirrt an. "Ja?" – "Erinnern sie sich noch an die Geschichte, die ich ihnen einmal erzählt habe? Damals auf dem planeten... das Virus!" – "Ja!" nickte die Frau und sah wieder zum Mond. "Eine wunderschöne Geschichte!" – "Möchten sie das Ende hören?" – "Ich dachte, sie wäre zuende!" – "Nein, das war sie sicher nicht!" sagte Chakotay und blickte sie ernst an. Kathryn nickte. "also schön. Erzählen sie mir das Ende der Geschichte!" – "Nun... der Krieger kämpfte immer weiter für die schöne Kriegerin, bis alle Stämme in Frieden lebten. Da trennten sich die Wege der Krieger wieder und alle gingen ihrem Leben nach. Doch der Krieger sehnte sich danach, zu der Kriegerin zurückzukehren. Sie war, obwohl sie jetzt keinen Grund mehr dazu hatte, noch immer sehr kühl und..." Kathryn erhob sich und ging an den Teich. "Und weiter?" fragte sie und Chakotay erhob sich. "Doch der Krieger wußte aus sicherer Quelle, dass die Kriegerin ihn sehr liebte und nur zu stolz war, es zuzugeben!" Er schwieg. Kathryn schüttelte den Kopf. "Das verstehen sie nicht!" sie drehte sich abrupt herum. "Ich... muß mir erst darüber im Klaren werden, was ich will! vielleicht werde ich wieder ins All fliegen, vielleicht auch nicht! Aber... ich..." Chakotay hielt ihr sanft einen Finger auf die Lippen. "Kathryn!" Die Frau blickte ihn an, dann aber wendete sie sich ab. "Ich glaube... es ist besser, wenn sie jetzt gehen!" Verdammt! Was tue ich denn? Bin ich verrückt? Sie ging zum Haus zurück. Chakotay nickte. "Natürlich! Ich frage mich, warum sie immer davonlaufen! Besonders vor ihren Gefühlen! Man kann Entscheidungen nicht dadurch umgehen, dass man einfach vor ihnen davonläuft!" Kathryn blieb stehen und drehte sich herum. "Chakotay! Ich glaube nicht, dass sie das beurteilen können!" sagte sie wütend auf ihn, aber auch wütend auf sich selber. "Alles... was ich bis jetzt mit meinen Gefühlen entschieden habe, ist anders gelaufen, als ich es wollte! Jede Beziehung, die ich hatte, ist zerbrochen. Der Mann, den ich beinahe geheiratet hätte, ist mit meinem Vater vor 15 Jahren ums Leben gekommen, den Mann, den ich jetzt heiraten wollte hat eine andere genommen und..." sie sah ihn verwirrt an. "Ich bin ihnen keine Rechenschaft schuldig!" Chakotay nickte. "Das stimmt. Mir nicht! Aber sich selbst sind sie eine Rechenschaft schuldig! Ihr Problem ist, dass sie immer alles kontrollieren wollen, aber es gibt Situationen, die sind einfach... unkontrollierbar!" Kathryn drehte sich herum und starrte auf das Haus. Chakotay ging zu ihr und blickte sie an. "Ich möchte gar nicht, dass sie meine Liebe erwidern... aber mit ihrer Einstellung... werden sie bis an ihr Lebensende einsam sein! Leben sie wohl, Kathryn!" Damit ging er. Kathryn sah ihm verzweifelt nach. Zum ersten Mal seit dem Tod ihres Vaters fühlte sie wieder diese Leere in sich. Dieses Gefühl, etwas verloren zu haben. "Verdammt!" Verzweifelt ließ sie sich gegen die Hauswand sinken. Warum mußte eigentlich alles so kompliziert sein.
Erstaunt blickte Gretchen Janeway in das Wohnzimmer, als sie jemanden Klavierspielen hörte. "Kathryn!" sagte sie verwirrt, doch die Frau hörte nicht. Sie spielte einfach. Früher hatte sie Klavierspielen gehaßt, jetzt wollte sie einfach Ablenkung. Aber irgendwie wollte es ihr nicht gelingen, das Stück einmal und ohne Fehler durchzuspielen. "Verdammt!" stieß sie schließlich hervor und schlug auf die Tasten. Ihre Mutter trat herein und setzte sich auf den Sessel. Lange sah sie ihre Tochter an, dann blickte sie beiläufig auf eine Zeitung. "Was ist los mit dir?" – "Nichts!" zischte Kathryn und starrte auf die Tasten. Ihre Mutter nickte. "Doch! Du spilst Klavier und verlierst die Beherrschung. Das habe ich noch nie erlebt! Außerdem... beginnt eure Willkommensfeier in einer Stunde und du hast noch nicht einmal Anstalten gemacht, dich umzuziehen!" In diesem Moment ging die Haustür und Phoebe trat herein, zusammen mit ihrem Freund michael. "Hallo, Mom! Kathryn! Was ist denn hier los? Kathryn! Wie siehst du denn aus? Fällt die Party aus?" Ihre Mutter bedeutete ihr, zu schweigen. Phoebe nickte und zog Michael mit sich. "komm, Liebling, wir gehen noch etwas nach draußen!" Gretchen Janeway erhob sich. "Also, Kind! Ich kann mir nur denken, was vorgefallen ist. Aber du mußt dich jetzt umziehen!" – "Mom! Ich weiß, das ist die Party für unsere Crew, aber... ich kann dort nicht hingehen!" – "Was?!? Findest du das nicht albern?" fragte ihre Mutter ärgerlich. "Ich meine... du gehst dort nicht nur für diesen Mann hin. Sondern für deine Crew! Als Captain! Du MUSST dorthin!" In diesem Moment trat Phoebe herein. "Du hast es vermasselt, stimmts? Ich wußte, ich hätte dich gestern nicht mit ihm alleine lassen sollen! Mom, ich kümmere mich um sie!" Damit zog sie ihre ältere Schwester hoch. "Komm schon! Wir suchen dir jetzt ein Kleid heraus, dann machen wir dich schön und dann gehen wir zu diesem Empfang. Und dort wirst du mal einiges klarstellen! Und glaube nicht, dass du diesesmal wieder davonkommst! Deine Reaktion jetzt ist der beste Beweis dafür, dass du ihn liebst. Und jetzt keine Widerrede!" Kathryn hatte gerade den Mund geöffnet, um zu protestieren, schloss ihn dann aber wieder. Ihre Schwester zog sie die Treppe hoch. "So... schauen wir mal in deinem Schrank. Was hältst du von diesem Kleid? Oder das hier? Dies müßte dir stehen!" – "Nein! Phoebe, wirklich nicht! Das habe ich das letzte mal getragen, als ich..." sie verstummte. Phoebe nickte. "Ich weiß. An dem abend, als du Mark das erste Mal geküsst hast. Das ist doch ein gutes Omen! Los, zieh es an!" sie warf ihrer Schwester das Kleid zu und wühlte dann einige Lippenstifte heraus. "Welche Farbe paßt denn dazu... hmm..." – "Phoebe! Wir gehen zu einer Party, nicht in die disco!" – "Das weiß ich auch!" sagte ihre Schwester, während sie immer wieder zwischen dem hüschen schwarzen Kleid und den lippenstiften hin und her sah. "Ich denke... dieser hier ist gut! Beeil dich! Und mit deinen Haaren... mal schauen, was wir damit machen!" Kathryn seufzte und zog sich dann um. Das Kleid paßte ihr und stand ihr sehr gut. "Phoebe ich weiß nicht! Das Dekollete ist etwas zu..." – "Genau richtig!" Sie drückte ihre Schwester auf einen Stuhl. "Hier... den Lippenstift! So..." Sie wuschelte durch Kathryns Haare. Ich glaube nicht... dass wir da viel verändern müssen... warte..." Sie bürstete sie und wuschte sie noch einmal durch, dann stellte sie sich vor ihre Schwester. "Perfekt! Wenn du jetzt noch lächeln würdest..." Kathryn zog eine Grimasse und Phoebe lachte. "so vielleicht nicht. So schreckst du die Leute eher ab!" Kathryn mußte nun wirklich lächeln. "GUT!" nickte Phoebe und zog sie hoch. "Schau dich an! Du siehst sehr gut aus! Trotz deinen 40 Jahren!" – "Paß auf!" sagte Kathryn warnend und zog sich dann ihre hübschen schwazen Tanzschuhe an. Phoebe ging zur tür. "So, komm jetzt! Und vergiß das lächeln nicht!" Sie lachte, als Kathryn etwas nach ihr werfen wollte und folgte ihr dann. Ihre Mutter und michael warteten unten im Flur. "Das wird auch Zeit!" sagte Michael und blickte Kathryn mit offenem munde an. Phoebe stieß ihn in die Rippen. "Hey! Ich bin deine Freundin, außerdem ist sie drei Jahre zu alt für dich! Vergiß es also!" Gretchen Janeway lachte und öffnete die Haustür. "kommt jetzt!" Kathryn nahm ihre Handtasche und sah sich noch einmal im spiegel an, dann folgte sie ihrer Schwester.
"Ma’am... schön sie hier zu sehen!" Tom Paris stand mit Harry Kim und B’Elanna in einer Ecke am Eingang des riesigen Saals, während auf der Tanzfläche getanzt wurde. Kathryn ging zu den dreien. "Wie geht es ihnen!" – "Oh, gut, danke!" sagte B’Elanna und lächelte. "Morgen ziehen wir in unsere neue Wohnung ein!" Kathryn sah sich um. Tom Paris sah B’Elanna verwirrt an. "Suchen sie jemanden?" – "Ähem... nein!" murmelte Kathryn und ging an den tanzenden vorbei. Sie legte ihre Tasche an einen freien Platz. B’Elanna war ihr gefolgt. "Captain?" Kathryn drehte sich herum. "Nicht mehr Captain. Nennen sie mich Kathryn!" – "Na schön, Kathryn! Vielen Dank für das, was sie für die Marquis getan haben!" Kathryn lächelte. "Das habe ich gerne gemacht! Ich..." In diesem Moment verstummte die Musik und ein Mann trat auf die kleine Bühne am Ende des Saals. "Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir haben uns heute hier zusammengefunden, um die Rückkehr der Voyager zu feiern. Wir haben nicht mit so vielen Gästen gerechnet. Deshalb richten wir den Nebensaal auch noch her. Dort wird das Buffet aufgebaut. Im Laufe des abends haben sie Gelegenheit, mit Mitgliedern der Crew zu sprechen. In diesem Sinne... einen schönen abend!" Alle begannen zu klatschen. B’Elanna setzte sich neben Kathryn und lachte. "So stellt man sich eine Willkommensparty vor!" Plötzlich winkte sie. "Chakotay!" Kathryn zuckte zusammen und wollte sich erheben, als der Mann zu B’Elanna kam, diese jedoch hielt sie fest. "Wo wollen sie denn hin? Bleiben sie doch noch etwas!" Kathryn seufzte. "Na schön!" murmelte sie und erntete von ihrer ehemaligen chefingenieurin einen erstaunten Blick. Noch nie hatte die Klingonin ihren Captain so schweigsam erlebt. Chakotay setzte sich neben B’Elanna. "Hallo, B’Elanna... hallo Kathryn!" Kathryn sah ihn an. "Hallo!" B’Elanna blickte zwischen den Beiden hin und her und nickte. "Okay... ich denke... Tom erwartet mich!" Sie deutete auf Tom und erhob sich dann. Mit vielsagendem Blick ging sie. Stumm saßen Kathryn und Chakotay nebeneinander und sahen den Tanzenden zu. Bis Chakotay sich schließlich zu Kathryn umdrehte. "Entschuldigen sie, aber finden sie das nicht auch lächerlich? Ich meine... wir sitzen hier nebeneinander und tun so, als würden wir uns nicht kennen!" Kathryn sah ihn an. "Und was sollten wir nach ihrer Meinung tun?" fragte sie kühl und erhob sich. "Dort kommt Seven, ich wollte sie sowieso noch etwas fragen..." Chakotay hielt sanft ihr Handgelenk fest. "Oh nein... diesesmal lasse ich sie nicht so einfach davonkommen! Ich habe es ihnen vorgestern abend viel zu einfach gemacht!" – "Chakotay! Lassen sie mich bitte los!" Chakotay erhob sich. "Tanzen sie mit mir?" Kathryn öffnete den Mund, schloß ihn dann aber wieder. Chakotay sah auf die Leute. "Also schön... es tut mir leid! Es war nicht richtig, was ich gesagt habe!" Kathryn seufzte. "Darum geht es doch gar nicht!" – "Wollen sie mir wirklich einen Korb geben?" Kathryn sah sich um. Einige Leute waren schon aufmerksam geworden. Sie seufzte. "Na schön, Chakotay!" zischte sie und der Indianer lächelte. "Na also!" Kathryn legte ihre Handtasche auf einen Stuhl und ergriff dann Chakotays Arm. Zusammen gingen sie auf die Tanzfläche, wo sie zu tanzen begannen. B’Elanna, Tom und Harry sahen sich bedeutungsvoll an. Tom zuckte die Schultern und trank einen Schluck Wein. "Der erste Krach!" – "Tom! Sie sind noch nicht einmal zusammen!" sagte B’Elanna. "Ich meine... Es ist doch offensichtlich, was Chakotay für sie empfindet!" – "Ach ja?" Tom sah sie verwirrt an. "Das kann man doch nicht so sagen!" – "Tom! Du hast mich mit den gleichen Blicken angesehen, wie Chakotay Kathryn! Glaube es mir! Oder glaube es mir nicht!" Harry hob die Hände. "Hey! Ihr müßt euch jetzt nicht auch noch streiten." Tom klopfte ihm auf die Schulter. "Laß gut sein, Harry!" Er sah wieder B’Elanna an. "Tu mir aber einen Gefallen und misch dich nicht ein!" B’Elanna lächelte liebenswürdig und sah ihn an. "Laß uns tanzen!" Sie nahm Tom sein Glas weg und drückte es Harry in die Hand, dann zog sie ihren Mann mit auf die Tanzfläche. Tom folgte ihr verwirrt. "Aber... du wolltest doch vorhin nicht!" – "Ich habe meine Meinung eben geändert!" – "Was hast du vor?" – "Ach, garnichts!" Kathryn und Chakotay hingegen sprachen kein wort miteinander. Kathryn sah ihn nicht einmal an. Was war nur so kompliziert an der ganzen Sache? Am liebsten wäre sie wieder zum Rand gegangen. Plötzlich aber fühlte sie, wie sie jemand von hinten anrempelte und sie gegen Chakotay fiel. "Entschuldigung!" B’Elanna lächelte entschuldigend und zog Tom etwas fort. Während Tom und B’Elanna in ein angeregtes Streitgespräch verfielen, weil B’Elanna, wie Tom meinte, sicher nicht zufällig gestolpert war, hielt Chakotay Kathryn fest und half ihr, sich wieder aufzustellen. Kathryn sah ihm verwirrt in die Augen. "Danke!" murmelte sie und fühlte, wie ihre Knie weich wurden. Sie versuchte, dieses Gefühl wieder unter kontrolle zu bringen, doch es gelang ihr nicht. Sie konnte sich nicht aus Chakotay Armen lösen und hielt sich an ihm fest. "Mir ist... schwindelig!" murmelte sie. Chakotay lächelte und näherte sich ihren lippen. "Habe ich dir schon gesagt, wie wunderschön du heute abend aussiehst, Kathryn?" und mit diesen worten trafen seine Lippen die ihren und verschmolzen in einem innigen Kuss. B’Elanna hielt mitten in dem Satz, in dem sie Tom gerade sagen wollte, was er für ein Idiot war, inne und sah sprachlos auf die Szene. Tom drehte sich verwirrt um und zeigte eine ähnliche Reaktion. Dann plötzlich nickte B’Elanna. "Siehst du? Von wegen nichts gebracht! Jetzt sag noch einmal, ich wäre stur!" – "Du bist stur!" sagte Tom und deutete auf das Pärchen. "Das war nur Zufall! Du hast Glück gehabt!" – "Von wegen!" grummelte B’Elanna und ging zurück zu Harry. "Würdest du ihm sagen, dass die aktion norwendig war?" Der arme Harry sah zu Tom, diese aber deutete auf B’Elanna. "Sag ihr, dass sie nicht immer Amor spielen muß!" – "Sag Tom bitte, dass er mich mal kann!" Harry hob die Hand. "Laßt mich da bitte raus!" Kathryn und Chakotay hatten nichts mitbekommen. Als sie sich voneinander lösten, brachte Chakotay die Frau sanft zurück zu ihrem Platz. Sie schwiegen, plötzlich aber drehte Kathryn sich zu ihm herum. "Es tut mir leid! Ich habe mich... schrecklich benommen!" – "Damit meinst du doch hoffentlich nicht den Kuss!" – "Nein!" Kathryn lächelte und berührte seine Wange. "Damit meine ich die letzte Zeit. Besonders... vorgestern Abend!" – "Naja... sagen wir... wir haben beide ein wenig... überrreagiert!" lächelte Chakotay und strich über ihre Wange. "Laß uns das vergessen! Ich liebe dich, Kathryn!" – "Und ich... liebe dich!" – "Laß uns... irgendwo anders hingehen!" schlug der Indianer vor und Kathryn sah sich um. "Das können wir nicht tun! Wir sind... Captain und Commander..." – "Wir waren! Ich kenne ein sehr schönes Lokal, ganz in der Nähe..." Kathryn sah sich um, dann nahm sie ihre Tasche. "Ich frage mich, warum ich mich dazu überreden lasse! Es ist unvernünftig!" – "Manchmal muß man unvernünftig sein!" erklärte Chakotay und zog sie an der Hand sanft mit sich. Und keiner außer B’Elanna bemerkte, wie die beiden den Saal verließen.
Eng aneinandergeschmiegt tanzte das Pärchen zu einem Klassiker aus dem zwanzigsten Jahrhundert. Der Barkeeper saß auf seinem Stuhl und las eine Zeitung, während er ab und zu einem vollkommen Betrunkenen ein Bier gab. Sonst befand sich keiner mehr im lokal. Aber selbst wenn, den Beiden wäre es wohl kaum aufgefallen. "Bist du müde?" fragte der Mann sanft, nachdem die Frau die Augen geschlossen hatte. "Nein... ich möchte ewig so tanzen!" Chakotay lächelte. "Wir hätten schon vorgestern tanzen gehen können!" – "Fang bitte nicht wieder damit an! nicht jetzt!" Plötzlich setzte sich der Barkeeper auf. "So, schluß jetzt, Leute! Es ist halb zwei durch, um eins mache ich zu!" Der Betrunkene lallte irgendetwas und Chakotay drehte sich um. "Wir gehen schon!" Er legte Kathryn seine Jacke um. Der Barkeeper stand an der Tür und schob den Betrunkenen nach draußen. Nachdem Kathryn und Chakotay gegangen waren, schloß er ab. Kathryn sah sich auf der Straße um und ging dann auf das Geländer des Hafens zu. Die Lichter der Stadt spiegelten sich im Wasser und Kathryn lehnte sich an Chakotays warmen Körper. "Weißt du, was ich mir jetzt wünsche?" – "Nein!" sagte der Indianer und schloß seine Arme um die Frau. "Dass alles ewig so schön ist!" sie kicherte. Chakotay lachte. "Kathryn... ich glaube der letzte Wein war zuviel!" – "Ich bin nicht betrunken!" sagte Kathryn und drehte sich zu ihm herum. Sanft berührte sie seine Wange. "Ich bin nur glücklich!" Und damit versanken sie in einem innigen Kuss, dessen Zeuge nur die Sterne waren.
Als das Paar aus dem Gebäude herauskam, flogen Reiskörner und Blütenblätter. Glücklich küßte sich das Brautpaar noch einmal. Plötzlich drehte sich eine junge Frau um. "Entschuldigen sie, aber könnten sie den Leuten sagen, sie sollen aufhören uns mit Sachen zu bewerfen?" Kathryn sah Seven lächelnd an. "Das ist ein Brauch! Es soll glück bringen!" – "Ich verstehe nicht, was daran Glück bringen soll, wenn man erschlagen wird!" Seven drehte sich wieder herum. "Außerdem ist es Verschwendung!" Kathryn und Chakotay sahen sich amüsiert an. "Seven... irgendwann werden sie es verstehen!" sagte Chakotay und ergriff dann Kathryns Hand. Zusammen gingen sie durch einen kleinen Gang, den die Menge ihnen säumte. Kathryn sah sich verwundert um. "Die meisten dieser Leute kenne ich gar nicht!" – "Nun... die meisten dieser Leute wollten sich wahrscheinlich die show nicht entgehen lassen. Die Voyager kehrt heim... und kurz darauf heiraten Captain und Commander. Hast du die New York Times gelesen?" Chakotay lächelte und seine Frau sah ihn irritiert an. "Nein!" – "Die Überschrift: Der Gangster und die Lady!" Chakotay zuckte die Schultern. "Ich habe noch nie einen besseren Roman gelesen!" Kathryn lachte. "Ich sehe schon, ich werde es lesen müssen. Hoffentlich stimmt wenigstens die Geschichte, wie wir in den Delta Quadranten gelangt sind!" – "Das ist aber auch das einzige!" sagte Chakotay und die Frau nickte. "Das dachte ich mir! Aber dann wundert es mich natürlich nicht, dass so viele Leute gekommen sind!" Tom und B’Elanna warteten am Ende der Reihe und seufzten. "Ich wünschte, zu meiner Hochzeit wären so viele Leute da gewesen!" Kathryn sah B’Elanna an. "Wieso... haben die 150 Crewmitglieder nicht gereicht?" Tom nickte. "Oh doch! Das waren mehr als genug!" Kathryn lachte, als sie plötzlich von B’Elanna fortgezogen wurde. "So... sie müssen ihren Brautstrauß werfen!" sagte sie und blickte in die Menge. "Alle unverheirateten Frauen bitte einmal hier herüber!" B’Elanna schob ein paar junge Frauen auf den Platz. Alle drängten sich zusammen und jubelten. Kathryn stellte sich mit dem Rücken zu ihnen. "Also dann..." Mit einem Schwung warf sie ihn nach hinten, wartete dann kurz und drehte sich herum. B’Elanna kicherte, Tom und Chakotay grinsten und eine vollkommen verdutzte Seven hielt den Brautstrauß in der Hand. Tom ging zu B’Elanna und klopfte Seven auf die Schulter. "Also dann... wer ist denn der glückliche?" Dann prustete er los vor lachen. Seven sah ihn an. "Gibt es einen Grund für ihre Heiterkeit?" Sie gab ihm den Blumenstrauß. "Danke, aber ich möchte ihn nicht!" Kathryn ging zu ihr. "Seven, dass ist ein alter Brauch. Es heißt, die Frau, die den Blumenstrauß fängt, wird..." Sie stockte, als sie die Gesichter von B’Elanna und Tom sah. "Fahren sie fort!" B’Elanna mußte sich zusammenreißen um nicht zu lachen. Seven sah Kathryn mit hochgezogenen Augenbrauen an. "Was wird sie?" – "Die Frau, die den Strauß fängt, wird die nächste sein, die heiratet!" Tom und B’Elanna drehte sich herum und Seven sah zwischen den dreien hin und her. Kathryn seufzte. "Aber... es ist nur ein... aberglaube!" sagte sie und ging dann zurück zu Chakotay, der sie in die Arme nahm. Seven hingegen schnappte sich ihre Strauß von Tom. "Dann... werde ich wohl am besten auf Partnersuche gehen!" Und damit ging sie davon. Kathryn und Chakotay sahen sich an. "Das wird sie doch wohl nicht ernst meinen?" fragte Chakotay besorgt und Tom grinste. "Sie wird jetzt jeden Mann im Stadtzentrum ansprechen. ‚wollen sie mich heiraten‘?" Chakotay zuckte die Schultern. "Dann wird sie nicht lange suchen müssen!" – "Wieso?" fragte B’Elanna und Tom sah sie überrascht an. "Na, es gibt wohl keinen Mann, der Seven nicht auf der Stelle heiraten würde!" Wütend stemmte B’Elanna die Hände in die Hüften. "So, mein Lieber, jetzt hör mir mal zu... wenn du so erpicht darauf bist, kannst du sie ja heiraten! Ich finde allemal einen besseren als dich!" – "HA!" Tom lachte auf. "Wer nimmt schon eine Frau, die einen Charakter wie eine Zeitbombe hat. Sagst du etwas falsches, geht die Bombe hoch!" B’Elanna ging zu Kathryn und Chakotay. "Gehen wir, Chakotay? Ich habe keine Lust diesen... diesen... Petach... noch länger zu ertragen!" – "Wie nanntest du mich gerade, Liebling?" Tom umarmte B’Elanna, diese jedoch stieß ihn fort. "Petach!" Und während B’Elanna und Tom nun herzhaft zu streiten anfingen, sah Kathryn kopfschüttelnd zu. "Ich... bin mir nicht mehr sicher, ob es eine gute Idee war, zu heiraten!" Chakotay sah sie an. "Wir können reingehen und widerrufen, wenn du willst!" Er grinste und Kathryn sah ihn an. "Du tust so, als würde dir das gar nichts ausmachen!" – "Tut es auch nicht! Seven ist ja noch frei!" Kathryn machte sich los. "Sag das noch einmal!" – "Erst, wenn du widerrufen hast!" Und damit zog er sie in seine Arme und küßte sie sanft. "Aber... Seven wäre natürlich nur eine Notlösung. Nicht einmal Seven kann dich übertreffen!" Kathryn lächelte. "Ich weiß!" Und damit küßte sie ihren Mann erneut. Ihr Leben hatte einen neuen Sinn. Und leise dankte sie dem Schicksal für den verhängnisvollen Tag vor sieben Jahren, als sie in den Badlands in den Delta Quadranten geschleudert worden waren.
ROMAN
Ich widme diesen Roman allen Schauspielern der Serie
Star Trek Voyager, ganz besonders aber Kate Mulgrew (Kathryn Janeway) und Robert Beltran (Chakotay), die mich zu dieser Idee inspieriert haben. Vielen Dank für die viele Mühe, die sie beim Drehen hatten, um damit die Serie ein Erfolg wird!!!
Ähnlichkeiten meines Romans mit bereits existierenden Star Trek Filmen oder Folgen anderer Serien sind rein zufällig, da ich nur Voyager kenne.
Katharina Reese
I dedicate this novel to all the actors and actresses of Star Trek Voyager series. But especially I dedicate it to Kate Mulgrew (Kathryn Janeway) and Robert Beltran (Chakotay) who inspired me to write that novel. Thanks for all work you did for making the series good!!!
Similarities of my story with other films or episodes of Star Trek are pure chance, because I only know the Star Trek voyager series.
Katharina Reese
Kapitel 1
Das Licht schien durch das halb geöffnete Fenster und ein sanfter Sommerwind ließ die hübsche weiße Gardine etwas wehen. Der Raum war in ein angenehmes orange getaucht und das schuf die Atmosphäre noch gemütlicher. Der hellbraune Schrank leuchtete warm und die Reflektion ließ die weiße Tapete etwas gelblich erscheinen. Doch die Frau im Bett hielt es nicht mehr aus. Sie lag da und sah mürrisch an die Decke. Eine schwere Grippe lag hinter ihr, und dagegen hatten leider auch die Ärzte im 24ten Jahrhundert kein Mittel, was schnell half. Seit einer Woche mußte sie im Bett liegen, nachdem ihr Mann sie zum Arzt gezerrt, oder besser den Arzt zu ihr gezerrt hatte. Kathryn Janeway war wütend. Wütend auf ihre Grippe, wütend auf sich selber und auch wütend auf Chakotay, der, sobald sie im Türrahmen erschien, auftauchte und sie zurückschob. "Zwei Wochen Bettruhe hat der Arzt gesagt!" erklärte er jedesmal und Kathryn hatte bereits aufgegeben, mit ihm darüber zu diskutieren. Sie fühlte sich wieder vollkommen fit, warum sollte sie dann nicht aufstehen? Zu alledem hatte sich nun auch noch Seven bei ihnen einquartiert. Ein paar Tage hatten es sein sollen, nun waren es bereits drei Wochen. Sie käme mit den Menschen einfach nicht aus hatte sie gesagt. Mittlerweile verstand Kathryn, warum auch die Menschen mit ihr nicht auskamen. Sie war pingelig. Nicht, das Kathryn unordentlich war. Nein... das hatte sie jedenfalls bis jetzt immer gedacht. Seven belehrte sie eines besseren. Perfektion. Das war es, was Seven ihr immer wieder an den Kopf knallte. Die Art, wie sie ihre Schuhe abstellte, war ineffizient, die Zeiten, wann sie Kaffee trank oder aß waren schädlich und ihr Tagesablauf war unlogisch. Bei den Borg wäre das alles geregelt! Erst letzte woche hatten sie einen Streit gehabt, der damit endete, dass Kathryn das Haus verlassen hatte, und Seven sich in ihr Zimmer zurückgezogen hatte. Chakotay schien das zu amüsieren. Natürlich, er arbeitete als Vermittler zwischen den Fronten, aber meistens hörte er nur stumm zu, oder ließ sich nicht von seiner bisherigen Arbeit abhalten. Vielleicht war es die Langeweile, die diese Reibereien hervorrief, vielleicht lag es aber auch nur an der Unfähigkeit Kathryns, mit einer Borg unter einem Dach zu leben. Kathryn Janeway drehte sich seufzend auf die andere Seite und starrte aus dem Fenster. Wie gerne würde sie jetzt in den Garten gehen und sich einfach in das Gras legen. Aber erstens würde dann, spätestens nach fünf Minuten ihr Mann ihr eine Moralpredigt halten und Seven würde wieder anfangen, ihr Vorhaltungen bezüglich ihrer nicht auskurierten Krankheit zu machen. Plötzlich begann ihr Computer zu piepen und riß sie aus ihren Gedanken. Sie saß senkrecht im Bett und stürzte an das Gerät. Das Gesicht einer Frau erschien auf dem Schirm. Sie war jung und sehr hübsch. Ihre schulterlangen braunen Haare umrahmten ein ebenes Gesicht, und die Stirn mit den Vertiefungen unterstrich ihre Schönheit noch. "B’Elanna!" flüsterte Kathryn erstaunt, aber auch erfreut. Sie band ihren Bademantel zu und fing sich einen erstaunten Blick ihrer ehemaligen Maschinenraumoffizieren und guten Freundin ein. "Kathryn... was ist denn mit dir los? Bist du krank?" Kathryn zuckte die Schultern. "Kleine Grippe. Aber ich bin schon wieder fit!" – "Oh... und Tom und ich wollten fragen, ob wir heute abend vorbeikommen können! Wir wollten Champagner mitbringen!" Kathryn dachte kurz nach. "Nun... ich denke... das ist kein Problem. Es geht mir gut. Und Chakotay und Seven wurden verschont!" Sie machte ein grimmiges Gesicht. "Ich wurde nicht nur mit der Grippe, nein auch noch mit der übertriebenen Pflege meines Mannes und der Pingeligkeit Sevens bestraft. Ich möchte wissen, was ich angestellt habe!" B’Elanna lachte. "Anscheinend brauchst du moralische Unterstützung! Auf mich kannst du zählen!" Kathryn lächelte. "Danke, die kann ich gebrauchen. Manchmal frage ich mich, warum es heutzutage kein einfaches Hypospray gegen Grippe gibt!" - "Oh, gibt es. Aber nur als Vorsorge. Und wie ich dich kenne, bist du wieder nicht rechtzeitig genug zum Arzt gegangen!" grinste B’Elanna. "Ich hoffe, das wird dir eine Lehre sein!" – "Was soll ihr eine Lehre sein?" Toms Gesicht erschien. Der junge Lieutenant blickte schelmisch auf den Schirm. "Oh... hallo Ma’am! Du siehst reizend aus, wie immer! Bist du krank?" B’Elanna räusperte sich lautstark. "Darf ich dich daran erinnern, dass ICH mit Kathryn spreche?" Sie blickte Kathryn wieder an, die amüsiert auf den Bildschirm sah. "Also, dann... bis heute abend! Bye!" Kathryn nickte lachend. "Bis heute abend!" Sie drückte auf einen kleinen Knopf und die Verbindung war unterbrochen. Dann erhob sie sich und stellte sich ans Fenster. Es war warm draußen. Sie beschloß, doch etwas an die Luft zu gehen. Also trat sie aus dem Schlafzimmer und ging in die Küche, wo sie sich, unter Sevens skeptischem Blick ein Glas Mineralwasser eingoß und dann trank. "Bevor sie etwas sagen, Seven... ich werde auf keinen Fall wieder ins Bett gehen! Mir geht es gut!" – "Sagte der kranke Vogel und fiel vom Baum!" sagte Seven in ihrer ironischen Kühle. Kathryn seufzte. "B’Elanna und Tom kommen heute abend zum Essen." Erklärte sie, ohne auf den Kommentar einzugehen. "Sie bringen Champagner mit. Ich schlage vor, wir bereiten ein wenig vor!" – "Du wirst gar nichts tun, liebes." Kathryn seufzte. "Chakotay..." – "Kathryn... der Arzt sagte zwei Wochen!!!" Kathryn stellte ihr Glas Mineralwasser zurück. "Ich wünschte mir wirklich, einige Ärzte wären so, wie der Holodoctor! Ich fühle mich gut!" grummelte sie und Chakotay umarmte sie. "Es ist nur zu deinem Besten!" – "Ich werde verrückt, wenn ich noch einen Tag da drin liege! Das ist nicht zu meinem Besten!" sie machte sich los und setzte sich an den Tisch, wo sie einen PADD nahm. "Ah... du willst doch nicht im Ernst die Forschungsberichte studieren." Sagte Chakotay ungläubig, aber er wußte, dass diesesmal die schärfste moralpredigt nicht helfen würde, um Kathryn ins Bett zurückzubekommen. Und richtig. Kathryn sah ihn an. "Bringst du mir bitte eine Tasse Kaffee?" Chakotay seufzte und replizierte eine Tasse Kaffee, die er ihr dann reichte. "Na schön, aber sobald du müde bist, gehst du wieder ins Bett!" Kathryn sah ihn ironisch an. "Aye, Captain!" sagte sie nur und Chakotay lächelte. "Wie ich deinen Humor liebe!" Seven sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. "Sie ist dickköpfig! Ich kann daran keinen Humor feststellen!" Chakotay, der Kathryns leicht entnervten Blick sah, versuchte einen drohenden Streit abzuwenden. "Nun... wie wäre es, wenn wir uns überlegen, was wir zu essen machen?" - "Ich verstehe die Menschen einfach nicht!" sagte Seven nur und widmete sich dann wieder ihrem Lesestoff, ohne auf Chakotays Kommentar einzugehen.
Kathryn erhob sich. "Möchte noch jemand von der Suppe?" – "Danke, nein! Aber sie war wundervoll!" lobte B'Elanna und Kathryn lächelte. "Ausnahmsweise mal nicht Replikator!" Tom blickte sie entsetzt an. "Ich dachte... du könntest nicht sonderlich gut kochen!" Er blickte auf die Suppe. "Mir wird übel!" B’Elanna stieß ihn in die Rippen, doch Kathryn lachte. "Tom... ich habe lediglich gesagt, dass sie nicht aus dem Replikator ist. Das heißt nicht, dass ich sie gekocht habe! Ich habe lediglich Kartoffeln geschält, den Rest hat Chakotay gemacht." Tom sah den Indianer an. "Du solltest ihr beibringen zu kochen, dann mußt du nicht immer alles selber machen! Wie war das früher bei den Indianern? Die Squaw hat gekocht und der Häuptling hat das Essen gefangen!" Chakotay sah ihn liebenswürdig an. "Wenn wir wieder in das Zeitalter des Jagens kommen, können wir das gerne wieder einführen. Aber da ich nicht jagen kann... koche ich einfach!" Kathryn sah Tom an. "Wie ist es denn mit dir? Kannst du kochen?" - "B'Elanna und ich kochen nicht. Wir nehmen den Replikator!" Kathryn schüttelte den Kopf. "Aber dann kluge kommentare darüber abgeben, wer hier zu kochen hat!" B'Elanna hob die Hände. "Also ich finde trotzdem, dass die Suppe sehr gut war!" Sevens Mund umspielte ein Lächeln. "Geschmack ist irrelevant. Es waren viele gute Nährstoffe drinnen. Vitamine... Proteine..." – "Seven!" Die Klingonin hob die Hand. "Ich meinte damit nicht, dass ich eine genaue Beschreibung des Inhalts haben wollte!" Alle lachten. Plötzlich aber wurde Tom ernst. "Habt ihr schon gehört, dass man die Voyager wieder fliegen lassen will? Mit einer anderen Crew." Ein seltsamer Stich fuhr in Kathryns Herz. Sie seufzte. "Die Voyager..." Chakotay ergriff ihre Hand, Kathryn jedoch hing ihren Gedanken nach. "Wie es dem Doktor wohl geht?" – "So wie ich gehört habe, fungiert er als einer der besten medizinischen Notfallprogramme im Starfleet Hauptquartier in San Francisco." Sagte B’Elanna. "Er ist das erste Hologramm, das nicht mehr ganz Hologramm ist, sondern eine eigene Persönlichkeit hat. Ihm kommt viel Ehre zuteil. Er darf sogar einmal wöchentlich einen Vortrag halten!" sie lachte und auch Kathryn mußte kichern. "Oh nein! Die armen Zuhörer! Wäre ich nicht der Captain gewesen, hätte ich mir wahrscheinlich die Freiheit genommen, zu schlafen!" Tom grinste. "Naja, aber einige Bilder waren doch auch ganz witzig! Zum Beispiel das, als früh morgens der Computer verrückt spielte!" B'Elanna und chakotay grinsten. "Dass der Doktor aber auch gleich vor deiner Kabiene stand. Diesen Gesichtsausdruck werde ich nie vergessen." Kathryn grummelte. "Hört auf, das reicht!" - "Was sagte der Computer noch?" fragte B'Elanna und Chakotay lachte. "Herzlich Willkommen an Bord. Wir freuen uns, ihnen die Sehenswürdigkeiten dieses Schiffes präsentieren zu dürfen. Und dann hat er noch angefangen, Lieder zu singen! Aber am besten war wirklich dieses Bild. Kathryn... in ihrem Nachthemd, mit einem Bademantel, die Haare total zerzaust und total verschlafen und verwirrt aus ihrem Zimmer blickend." Kathryn zuckte die Schultern. "Ich habe gedacht, ich träume! Ich möchte bis heute wissen, wer den Computer so programmiert hatte!" sie lachte. "Aber Tom war doch auch nicht schlecht, als er in die Matschpfütze gefallen ist!" Sie lachte und B'Elanna nickte. "Ja, obwohl er noch immer behauptet, er wäre geschubst worden!" - "Ja, so war es ja auch!" bestätigte Tom. In diesem Moment piepte der Hauptcomputer. Kathryn löste sich von ihrem Mann. "Ich gehe schon!" Chakotay sah ihr nach. "Ich kann auch gehen! Du solltest dich ausruhen!" rief er und Tom sah ihn an. "Chakotay... deine Frau ist erwachsen!" – "Manchmal bezweifle ich das! Sie ist so unvernünftig, was ihre Gesundheit betrifft!" B’Elanna schüttelte den Kopf. "Ich könnte es auch höchstens eine Woche im Bett aushalten!" – "Du bist Klingonin!" sagte Tom und B’Elanna sah ihn an. "Das hat damit gar nichts zu tun! Wenn man zu lange im Bett bleibt, wird man nur..." Sie blickte auf Kathryn, die bleich im Gesicht wiederkam. Chakotay folgte ihrem Blick und sprang auf. "Ich habe es dir gesagt!" sagte er sanft und stützte seine Frau. Sie blickte ihn an. "Wir... wir sollen... auf die Voyager zurück!" murmelte sie und machte sich los. Dann strich sie sich durch die Haare und blickte Tom und B’Elanna offen an. "Sie wollen die alte Crew auf der Voyager!" Tom sprang auf. "WAS?!? Letzten Monat bitte ich darum, wieder auf meinen Posten zurückzukommen und bekomme eine Absage, und jetzt..." Kathryn hob die Hand. "Sie brauchen uns... die Borg... kommen zu Tausenden in den Alpha Quadranten, mit dem Ziel... die Erde zu assimilieren!!!" Betretenes Schweigen, dann sprang B’Elanna auf. "Und dafür wollen sie uns? Warum?" – "Weil wir Erfahrung mit den Borg haben. Kampferfahrung sowie Kommunikationserfahrung! Morgen früh sollen wir uns in San Francisco einfinden! Um 7 Uhr." Sie blickte Chakotay an und tastete nach seiner Hand. "Also... ich würde vorschlagen... wir gehen jetzt schlafen!" murmelte sie und blickte dann Seven an. Diese erwiderte den Blick sorgenvoll. "Wenn... die Borg soweit gehen... haben sie eine neue Strategie!" Kathryn nickte. "Das befürchte ich auch. Ich frage mich nur, wie ein Schiff gegen tausende Borg ankommen soll!"
Kathryn Janeway trat in ihrer Uniform auf die Brücke. Sie tastete nach ihrem Kommunikator um sich zu vergewissern, dass er gerade saß, dann wendete sie sich der Crew zu. Hochaufgerichtet stand sie vor ihren Freunden. "Ich heiße sie alle wieder an Bord der Voyager willkommen. Commander..." Sie blickte Chakotay an. "Führen sie einen Test aller Systeme durch. Wir müssen für alles bereit sein! Die letzten Torpedos werden gerade verladen. Wenn alle Systeme hochgefahren und getestet sind, werde ich die Startsequenz initiieren!" Chakotay nickte. Es herrschte wieder die alte Kühle zwischen ihnen. Wenigstens auf der Brücke mußte dies so sein, darauf hatten sie sich geeinigt. "B’Elanna... ist der Maschinenraum bereit?" – "Wir sind on-line, Captain!" – "Mr. Paris... programmieren sie die Startsequenz. Auf mein Kommando starten!" Sie warteten noch kurz, bis alles verladen war, dann starteten sie. "Alle Systeme stabil!" meldete Chakotay. "Warpantrieb funktioniert einwandfrei!" B’Elanna sah Kathryn Janeway an und diese nickte zufrieden. "Setzten sie einen Kurs auf die Koordinaten der Borg!" Damit setzte sie sich. Die Voyager entfernte sich schnell von der Erde und flog hinaus ins All, einem schier aussichtslosen Kampf entgegen.
"Captain! Wir nähern uns dem Ziel!" Janeway sah von ihrem Computer neben ihrem Platz auf. "Voller Stop! Auf den Schirm!" Ein riesiger Borgkubus erschien vor ihnen. Alle auf der Brücke anwesenden hielten unwillkürlich den Atem an. "Meine Güte!" entfuhr es B’Elanna und sie sah Janeway an. "Der ist größer, als die anderen zuvor!" Seven blickte von ihrer Station auf. "Wenn ich etwas sagen dürfte... die Größe ist irrelevant! Soviel ich sehen kann, ist die Bauweise die Gleiche der Kuben zuvor! Sie dürften keine großen Probleme darstellen! Moment... an Bord sind 354.845 Lebensformen." Chakotay blickte sie an. "Ein Kubus ist kein großes Problem, aber wie sieht es mit fünfen aus? Wir sollten uns lieber zurückziehen, bevor sie uns entdecken, und noch weitere Kuben Kurs auf uns nehmen!" Fähnrich Kim blickte von seinem Schirm auf. "Zu spät! Der Kubus ändert seinen Kurs und fliegt direkt auf uns zu..." Janeway blickte ihn an. "Senden sie einen Gruß. Wir wollen ihnen von uns aus keine Feindschaft entgegen bringen!" Tom Paris sah auf. "Ma’am... es kommt schon eine Botschaft herein!" – "Auf den Schirm!" Alle blickte auf den Borgkubus, der nun sehr nahe erschien. "Widerstand ist zwecklos. Sie werden assimiliert werden!" Janeway blickte Tuvok an. "Machen sie zwei Torpedos bereit! Wenn sie uns keine Wahl lassen, müssen wir feuern!" dann wandte sie sich wieder dem Schirm zu. "Sollten sie uns angreifen, werden wir feuern! Sie wissen, dass wir es mit ihrer Feuerkraft aufnehmen können!" – "Die Drohung ist irrelevant! Sie werden assimiliert werden!" Janeway wandte sich mit kühlem Blick Tuvok zu. "Mr. Tuvok... Feuer!" sagte sie eisig und ein Torpedo krachte in die Seite des Borgkubus. Seven blickte auf. "Sie behalten den Kurs bei! ...sie aktivieren einen Traktorstrahl!" – "FEUER!" sagte Janeway schärfer und ein weiterer Torpedo explodierte in der Seite. Diese Explosion löste einige weitere aus, und der Traktorstrahl wurde deaktiviert. "Na also!" sagte der Captain zufrieden. "Mr. Kim... stellen sie einen Komkontakt her." – "Verbindung steht!" – "Hier ist Captain Janeway von der U.S.S Voyager. Kehren sie um und verlassen sie den Raum der Föderation!" – "Inakzeptabel! Sie werden eliminiert werden!" erklang die blecherne Stimme der Borg. Janeway sah Chakotay an. "Mal etwas neues! Sie verzichten auf unsere Technologie!" sagte sie ironisch und für einen Moment umspielte ein amüsiertes Lächeln ihre Lippen, dann wurde sie ernst. "Schilde auf Maximum! Feuer erwidern!" befahl sie und im nächsten Moment erschütterte das Schiff. Doch auch das Borgschiff wurde von den Torpedos der Voyager getroffen, und seine Schilde hielten nicht. "Zielen sie auf ihre Waffen, dann auf den Antrieb!" – " Die Waffen sind außer Funktion!" meldete Seven und Janeway wandte sich dem Schirm zu. "Borg Schiff! Verlassen sie den diesen Raum, oder sie werden eliminiert werden!" Es folgte keine Antwort, dann wurde wieder ein Traktorstrahl aktiviert. "Mr Tuvok!" zischte Janeway und sah ihn an. "Zerstören sie das Schiff! Zielen sie auf die Hauptenergie." Wenige Sekunden später explodierte der Kubus. Die Schilde der Voyager hielten, als die Schockwelle der Explosion sie traf. Captain Janeway setzte sich zufrieden. "Mr. Kim... scannen sie die Umgebung. Ich möchte über jedes Borgschiff in diesem Sektor Bescheid wissen. Scannen sie den Raum und den Subraum!" Chakotay blickte sie an. "Captain... sie sollten sich etwas ausruhen! Sie sind schon seit neun Stunden auf der Brücke!" Mr. Paris grinste. "Hugh, der Häuptling hat gesprochen!" – "Lieutenant!" sagte Janeway scharf und blickte dann Chakotay an. "Es geht mir gut, Commander!" Seven sah auf. "Ein weiterer Borgkubus befindet sich zwei Lichtjahre von uns entfernt. Er hat einen Kurs auf... die Erde gesetzt!" Janeway drehte sich zu ihr um. "Auf Abfangkurs. Scannen sie sie. Ich bin in meinem Bereitschaftsraum!" Damit erhob sie sich, warf Chakotay noch einen undefinierbaren Blick zu und ging dann.
"Mein Name ist Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff U.S.S Voyager. Was tun sie im Föderationsraum?" Janeway schritt ungeduldig auf eine Antwort wartend vor dem Schirm auf und ab. "Der Zweck ist die totale Assimilation der Spezies Mensch!" Kathryn Janeway blickte auf den Schirm. "Verlassen sie sofort diesen Raum, oder sie werden eliminiert werden. Wenn sie unsere Aktivitäten beobachtet haben... wovon ich ausgehe... sollten sie wissen, dass wir dazu imstande sind!" – "Drohung ist irrelevant. Verlassen sie unsere Flugbahn!" Kathryn Janeways Blick wurde düster. "Ich glaube, sie haben nicht ganz verstanden!" – "CAPTAIN!" Kim blickte auf. "Sie laden ihre Waffen! Sie feuern!!!" – "Schildstärke maximieren!" rief Janeway, doch im nächsten Moment erschütterte das Schiff. Sie stürzte unvorbereitet zu Boden und fühlte einen Schmerz in ihrem Kopf, stand aber sofort wieder auf. "Feuer erwidern!" befahl sie und fühlte eine Wunde an ihrem Kopf. Sie fluchte lautlos. "Voller Treffer!" berichtete Seven und blickte Kathryn dann an. "Sie wurden beschädigt!" Janeway hob die Hand. "Das ist jetzt nicht so wichtig. Öffnen sie einen Kanal!" – "Die Verbindung steht!" – "Borg Schiff! Wenn sie nicht auf der Stelle das Feuer einstellen und ihren Kurs ändern, werden wir sie vernichten!" Tatsächlich drehte das Borg Schiff ab. Janeway nickte zufrieden. "Na also. Bleiben sie trotzdem wachsam. Ich möchte ab jetzt über jede winzige Sensorbesonderheit informiert werden!" – "Aye Captain!" nickte Harry, während Chakotay auf ihre Wunde deutete. "Sie sollten zum Doktor gehen, Captain!" – "Das habe ich vor!" sagte Janeway und ging zum Turbolift. "Und halten sie die Waffen in Bereitschaft. Sie haben die Brücke, Commander!"
Ruhig lag Kathryn Janeway auf der Liege in der Krankenstation und ließ den holografischen Doktor ihre Wunde behandeln. "Captain... habe ich ihnen schon gesagt, dass ich mich geehrt fühle, wieder an Bord sein zu dürfen? Es ist so aufregend hier!" Janeway lächelte. "Nein, haben sie nicht, Doktor! Ah..." Sie sog Luft ein, als der Doktor ihre Wunde näher untersuchte. Das Hologramm schüttelte den Kopf. "Sie sollten vorsichtiger sein." Und dann ging er mit einem Gerät über die Wunde. "Sie haben eine leichte Gehirnerschütterung. Sie sollten sich etwas ausruhen! Wenigstens die nächsten beiden Tage." Janeway hob die Hand. "Dazu habe ich leider keine Zeit. Wir..." – "Captain!" begann der Doktor mahnend, doch Janeway blickte ihn warnend an. "Doktor!" Der Holodoc seufzte. "Wissen sie, was ich nicht vermisst habe? Die unkooperative Art meiner Patienten! Sie kommen mit Wehwehchen hierher, erwarten, dass ich ein Wundermittel herbeizaubere um sie zu heilen, sind aber nicht bereit..." – "Lassen sie es gut sein Doktor. Wir haben eine ziemliche Notsituation im Moment! Wir reden später darüber!" Damit erhob sie sich von dem Biobett, schloß kurz die Augen als ihr schwindelig wurde und verließ die Krankenstation dann. Der Doktor blieb mit offenem Mund zurück. Dann grummelte er. "Ts... typisch. Warum auch? Ich habe ja keine Ahnung! Ich bin ja auch nur ein Arzt, warum sollte ich etwas von Medizin verstehen?" Damit machte er sich wieder an seine Proben.
Kapitel 2
"Herein!" Captain Janeway blickte nicht auf, als jemand eintrat, sondern sah weiterhin auf ihren Computer und trank Kaffee. "Captain... wir haben hinter der Grenze eine ganze Borgflotte entdeckt!!!" Harry Kim reichte ihr ein PADD. "Es sind dreißig Schiffe, wenn nicht mehr." Nun blickte Janeway langsam auf. "Dreißig?" Sie erhob sich und ging langsam die Stufen hoch zu dem Fenster ihres Bereitschaftsraumes. Stumm sah sie einen Moment in die unendliche Weite des Alls hinaus. "Wie weit ist der Doktor?" fragte sie dann und trank einen weiteren Schluck Kaffee. "Nun, er macht Fortschritte, aber die fertigen Antiviren erhalten wir frühestens in 72 Stunden." Janeway nickte. "Gut... stellen sie eine Verbindung zum Starfleet Hauptquartier her!" – "Aye, Captain!" Kim verschwand, und Janeway nahm ihren Bericht und folgte ihm. "Die Verbindung steht!" meldete Harry und Kathryn Janeway trat auf den Schirm zu. "Hier ist Kathryn Janeway!" – "Captain! Wir haben schon auf ihre Nachricht gewartet. Haben sie Neuigkeiten?" – "Habe ich, obwohl ich bezweifle, dass sie ihnen gefallen. Die Borg haben eine ganze Flotte von dreißig Kuben zusammengestellt. Die Voyager kann unmöglich alleine dagegen ankämpfen!" erklärte Kathryn Janeway und blickte dem Mann auf dem Schirm dann direkt in die Augen. "Wir brauchen ebenfalls Schiffe! Als Feuerschutz. Kein Schiff könnte alleine gegen dreißig Angreifer bestehen!" – "Ich verstehe ihre Gründe, Captain, aber wie stellen sie sich das vor? Wir haben kein Schiff, dass annähernd die Technologie der Voyager besitzt. Wir würden die Mannschaften unweigerlich in den Tod führen!" – "Dann lassen sie sich etwas einfallen! Ich werde meine Crew nicht diesen aussichtslosen Kampf führen lassen, der für uns, ohne Unterstützung den Tod bedeuten würde!" sagte sie scharf, beruhigte sich dann aber wieder. "Was ist mit der Voyager II? Oder mit der Albatros? Sie wurden doch soviel ich weiß mit der Technologie der Voyager ausgestattet!" – "Aber sie sind noch nicht getestet! Die Testflüge sollten in einem Monat anlaufen!" erklärte der Mann und Janeway trat einen Schritt näher und beugte sich über das Geländer. "Dann sollten sie die Testflüge vielleicht vorziehen... sonst gibt es bald niemanden mehr, der einen Testflug machen kann! Janeway Ende!" Sie drehte sich um und blickte die Brückencrew an. "An die Arbeit. Wir werden versuchen, uns so unauffällig wie möglich zu verhalten. Sie dürfen keinen Verdacht schöpfen. Hoffen wir, dass die Borg nicht zu früh angreifen!" Sie setzte sich und hielt sich den Bauch. "Was ist?" fragte Chakotay, Janeway aber schüttelte den Kopf. "Nichts, mir ist lediglich etwas übel!" – "Der Doktor sagte, du hättest dich seinem Befehl verweigert, dich aufgrund einer Gehirnerschütterung auszuruhen!" zischte Chakotay ihr zu und Kathryn blickte ihn an. "Es war nur eine leichte Gehirnerschütterung. Außerdem hatte ich etwas anderes zu tun! Das ist fast zwei Wochen vergangen!" – "Es könnten noch Nachwirkungen deiner Gehirnerschütterung sein!" erwiderte Chakotay und fing sich von seiner Frau einen ärgerlichen Blick ein. "Ich bin vollkommen in Ordnung!" – "Captain!" Paris drehte sich zu ihr herum. "Ich habe eine Idee! Was wäre, wenn wir die Borg angreifen? Sie sind darauf nicht vorbereitet, und wir kennen ihre Schwachstellen... ganz im Gegenteil zu ihnen, die unsere nicht kennen!" Janeway sah ihn an. "Wie stellen sie sich das vor, Lieutenant. Wir könnten vielleicht drei Schiffe zerstören, bevor sie uns vernichtet hätten!" – "Nicht, wenn wir einen kleinen Trick anwenden. Müßte es nicht möglich sein, Torpedos so zu modifizieren, dass sie explodieren, wenn in der Nähe eine Explosion ausgelöst wird?" Janeway dachte nach. "Theoretisch... schon, ja!" – "nun... wenn wir an jedem dieser Schiffe... einen Torpedo in den Hauptenergieraum schaffen... müßte das eine Kettenreaktion auslösen und die Schiffe müssten nacheinander vernichtet werden!" Janeway sah ihn an. "Als würde man den ersten Stein in einer Reihe Dominosteine anstoßen... das ist keine schlechte Idee." Chakotay sah Paris an. "Ich sehe nur ein Problem... wie schaffen wir es, dass die Borg die Torpedos nicht wahrnehmen und vor allem... wie bringen wir sie an Bord!" Seven sah ihn an. "Zugegeben schwierig... aber nicht unmöglich. Etwas, von dem keine Energie ausgeht, das nehmen die Borg nicht wahr! Wir könnten die Torpedos so modifizieren, dass sie erst im letzten Moment entschärft werden. Wenn die Borg ihn dann wahrnehmen, dürfte es zu spät sein!" Janeway nickte. "bleibt die Frage, wie wir ihn an Bord bringen..." – "Wir könnten den alten Trick anwenden! Ein Biofeld um uns errichten, dass uns unsichtbar macht und dann ins Borgschiff. Dann beamen wir den Torpedo an die Koordinaten!" schlug Kim vor und Janeway erhob sich. "Ausgezeichnet. Halten wir den Plan fest..." Sie erhob sich. "Beobachten sie die Schiffe. B’Elanna... beginnen sie mit der Arbeit. Versuchen sie einen Torpedo zu modifizieren! Bleibt noch das Schiffsproblem. Die Schilde müssen so eingestellt sein, dass sie so schnell modifizieren, dass wir nicht einmal ein flimmern auf ihren Sensorschirmen sind!" B’Elanna nickte. "Das sollte das geringste Problem sein." – "Gut!" nickte Kathryn Janeway und lehnte sich an das Geländer. "An die Arbeit. Ich erwarte heute abend die ersten Ergebnisse! Seven... studieren sie die Borg Schiffe. Wir haben nur einen einzigen Torpedo für jedes. Sie müssen damit so beschädigt werden, dass sie keine Gefahr mehr darstellen!" – "Aye, Captain!" nickte Seven. Janeway hielt sich erneut den Bauch. "Und ich werde..." Nun erhob Chakotay sich. "Auf die Krankenstation gehen! Kathryn..." warnte er und Janeway hob die Hand. "Schon gut! Ich werde mir ein Mittel gegen meine Übelkeit geben lassen! Ich erwarte, dass sie alle mit höchster Effizienz arbeiten! Morgen früh möchte ich einen Bericht zur Vorgehensweise haben!" Damit ging sie zum Turbolift.
Der Doktor ließ den medizinischen Trikorder über Kathryns Körper wandern. Dabei zog er immer wieder die Augenbrauen hoch. Schließlich sah er sie an. "Captain, ihre..." Kathryn seufzte. "Doktor... ich bat sie lediglich, mir ein Mittel gegen meine Übelkeit zu geben." – "Aber ich hielt es für nötig, die Ursache dieses Übels herauszufinden! Ich kann ihnen ein Mittel geben, nur wird das die Ursache nicht lindern!" Kathryn legte den Kopf schief und blickte ihn an. "Doktor... versuchen sie bitte nicht, mich zur Ruhe zu bewegen! Ich bin nicht krank!" – "Das habe ich auch nicht gesagt, obwohl etwas Ruhe ihnen tatsächlich nicht schaden könnte!" Er setzte ein Gerät an ihren Hals und kurz darauf verschwand die Übelkeit. "Sie sollten sich in nächster Zeit keinen Gefahren aussetzten und Streß vermeiden! Sagen wir... die nächsten acht Monate!" Kathryn Janeway blickte ihn an. "Was soll das heißen?" Der Doktor ging an seinen Instrumententisch. "Das soll lediglich heißen, dass sie ein Kind erwarten. Aber kein Grund zur Unruhe. Außer etwas Übelkeit werden sie vorerst keine Beschwerden haben!" Kathryn Janeway ließ sich wieder auf die Liege sinken. Ihr wurde erneut übel, allerdings war diesmal sicher nicht ihr Zustand der Grund. Der Doktor sah sie besorgt an. "Captain... alles in Ordnung?" Janeway sah ihn an. "Das geht nicht! ...Ich meine... wie... wie kann das sein... das ich... ein Kind bekomme?" Der Doktor ließ einen Trikorder über ihren Kopf wandern. "Sie erwarten doch nicht ernsthaft eine Erklärung von mir, oder?" fragte der Doktor mit ungläubig hochgezogenen Augenbrauen. Janeway schüttelte den Kopf. "So plötzlich..." – "Plötzlich? Naja... ich würde das nicht als plötzlich bezeichnen! Ich werde ihnen ein Beruhigungsmittel geben!" Janeway sah ihn an. "Sie müssen sich irren! Es ist vollkommen unmöglich, dass ich jetzt... ausgerechnet... ich meine... ich will ein Kind! Aber doch nicht jetzt!" Der Doktor legte ihre Hände, mit denen sie nervös herum spielte, zurück auf ihr Knie. "Captain... sie werden noch vier Monate ohne Probleme alles tun können, wonach es ihnen beliebt... naja, wenn es nicht zu gefährlich ist. Danach werden ein paar Einschränkungen kommen... worüber machen sie sich Sorgen? Sie sind nicht die erste Frau, die ein Kind bekommt!" Kathryn sah ihn an. "Darum geht es doch nicht! Ich... oh..." Sie seufzte. "Wie erkläre ich das bloß Chakotay? Hier draußen kann so viel geschehen!" Janeway erhob sich. "Trotzdem ...Danke, Doktor!" Der Doktor nickte. "Keine Ursache... und wenn ihnen schlecht wird, sagen sie mir Bescheid. Ach, noch etwas... herzlichen Glückwunsch!" – "Danke!" nickte Kathryn Janeway und verließ die Krankenstation. Vor der Station wurde sie langsamer und lehnte sich schließlich an die Wand. Ein Kind! schoß es ihr durch den Kopf. Nie habe ich diese Möglichkeit in Erwägung gezogen. Jedenfalls nicht gerade jetzt... Sie schloß die Augen und faßte sich auf den Bauch. Sie sollte jetzt nicht daran denken. Natürlich würde sie vorsichtig sein, aber im Moment stand der Borgangriff im Vordergrund. Damit fasste sie sich wieder und richtete sich auf. Vorerst würde sie Chakotay diese Neuigkeit vorenthalten. Wenigstens, bis das Gefährlichste hinter ihnen lag.
"Herein?" Gedankenverloren nippte Kathryn an ihrer Tasse Kaffee und starrte auf den Computer. Ihre Gedanken waren nicht wirklich auf dem Bildschirm, sondern kreisten um die verheerende Neuigkeit. Sie hatte sich fest vorgenommen, einfach nicht daran zu denken, und sich voll und ganz auf den kommenden Kampf zu konzentrieren, aber irgendwie wollte das einfach nicht klappen. Immer wieder mußte sie an das Kind denken, an die Gefährlichkeit ihrer Mission. Sie könnte es sich niemals verzeihen, wenn sie, durch ihre Schuld, ihr Kind verlieren sollte. Aber was sollte sie tun? Zurück auf die Erde konnte sie nicht... diese Mission fortsetzen eigentlich auch nicht. Und wenn sie Chakotay fragen würde, würde das nur darauf hinauslaufen, dass er sich noch mehr um sie sorgen würde. Plötzlich summte es an der Tür. "Herein!" sagte Kathryn gedankenverloren. B’Elanna trat an ihren Tisch. "Ich bringe hier den Bericht..." – "Hmm..." Kathryn hörte nicht zu. B’Elanna sah sie verwundert an. "Ich lege ihn hierhin!" – "Ja!" Zögernd drehte B’Elanna sich um und ging auf die Tür zu. Plötzlich sah Kathryn auf. "Ähm... entschuldigen sie, Lieutenant... was sagten sie?" B’Elanna fuhr herum und musterte die Frau. "Ich sagte... ich lege den Bericht dort auf den Tisch!" – "Ja, entschuldigen sie. Natürlich!" Janeway nahm den kleinen Computer und starrte darauf. B’Elanna trat wieder an ihren Schreibtisch und kniete sich hin, dass sie ihrer Freundin in die Augen sah. "Ist alles in Ordnung?" Janeway nickte. "Ja..." B'Elanna nickte. "Das würdest du auch sagen, wenn du im Sterben lägest. Was ist? Ist etwas mit unserer Ausarbeitung nicht in Ordnung?" Kathryn sah sie entschuldigend an. "Ich... habe sie, wenn ich ehrlich bin noch gar nicht so genau studiert." Nachdenklich blickte sie B’Elanna an. "Darf ich dich mal etwas fragen?" – "Bitte!" nickte B’Elanna. "Wenn du... mal ganz theoretisch... plötzlich erfahren würdest, dass du schwanger bist... was würdest du tun?" B’Elanna blickte Kathryn ungläubig an. "Du bist..." Kathryn hob erschrocken die Hände. "Theoretisch!" – "Nun..." B’Elanna überlegte. "Ganz theoretisch... habe ich noch nicht darüber nachgedacht. Ich meine... theoretisch... praktisch... würde ich meinen Dienst auf der Voyager aufgeben und mich zu Hause schonen." Kathryn nickte nachdenklich und trank dann wieder etwas Kaffee. "Was ist los?" B’Elanna blickte sie an. "Ich spüre doch, dass etwas nicht in Ordnung ist!" Kathryn lächelte. "Doch. B’Elanna, wirklich! Ich habe nur etwas viel Arbeit heute. Und... bitte rede mit niemandem über unser Gespräch eben... Wegtreten, Lieutenant!" B’Elanna nickte verwirrt. "Aye... Captain!" Damit drehte sie sich um. An der Tür lächelte sie Janeway noch einmal zu und trat dann wieder auf die Brücke. Kathryn erhob sich und stellte sich ans Fenster. "Den Dienst... aufgeben?" murmelte sie nachdenklich und schüttelte dann den Kopf. "Nein... es ist zu wichtig, dass ich hier bin." entschloss sie und drehte sich um. Sie wollte nicht wegen ihrer Schwangerschaft die Erde in Gefahr bringen. Aber sollte sie sich in diese Gefahr begeben?
"SCHILDE!" rief Kathryn Janeway und setzte sich auf ihren Kommandosessel. Im nächsten Moment erschütterte das Schiff. "Harry! Wo kam dieser Kubus her?" stieß Lieutenant Paris hervor, während er verzweifelt Ausweichmanöver versuchte. Harry sah auf. "Ich weiß es nicht! Es tauchte ganz plötzlich auf!!!" – "Irgendwelche Transwarpsignaturen?" fragte Janeway, und Harry blickte sie an. "Negativ, Captain!" – "Mr Paris, erwidern sie das Feuer! Zerstören sie das Schiff, sollten sie sich nicht zurückziehen. Wir können es uns nicht leisten, gerade jetzt aufgehalten zu werden!" Mr. Paris fluchte. "FESTHALTEN!" rief er dann. Und dann ging alles durcheinander. Irgendwo explodierte ein Schaltpult, die Crewmitglieder flogen geradezu über die Brücke und die Energie versagte. "Bericht!" rief Janeway und stand auf. Sie lief zu B’Elanna. "Captain... der Warpantrieb ist komplett ausgefallen! Auch der Impulsantrieb funktioniert nicht mehr einwandfrei. Wir kommen nur noch auf halben Impuls!" Kim, der sich an seinem Schaltpult hochzog stöhnte. "Die Schilde sind zerstört... Schadensberichte von allen Decks! Nur leicht Verletzte! Die Hauptenergie ist ebenfalls ausgefallen!" Janeway nickte. "Mr. Paris! Ziehen wir uns zurück! Wir müssen so schnell wie möglich versuchen, die Schäden zu beheben. Commander! Überwachen sie die Operation Dominostein. Wir werden parallel arbeiten. B’Elanna... stellen sie ein Team zusammen und machen sie sich an die Reparatur des Warpantriebs! Ein weiteres Reparaturteam übernimmt die Schäden an den Decks. Mr. Kim... sie kümmern sich um die Schilde!" Das Schiff neigte sich stark nach links und Janeway taumelte etwas. Sie fühlte Übelkeit aufsteigen. "Mr. Paris!" – "Tut mir leid, Ma’am... das war notwendig!" Janeway seufzte. "Und Mr. Kim... überprüfen sie die Trägheitsdämpfer!" Chakotay blickte sie an. "Ich werde mit einem der Ingenieure die letzten Raketen programmieren!" Kathryn nickte. "Tun sie das. Und Seven! Überwachen sie die Sensoren! Gehen sie in die Astrometire und führen sie konstante Scans durch. Ich möchte nicht noch einmal von einem Kubus derart überrascht werden!" Chakotay erhob sich und näherte sich Kathryn. "Du bist ein wenig blaß! Vielleicht solltest du zum Doktor gehen!" sagte er leise und Kathryn sah ihn sanft an. "Es geht mir gut, Commander! Machen sie sich an die Arbeit! Das ist ein Befehl!" Sanft streifte sie seine Hand und lächelte. "Aye, Captain!" Damit eilten alle an ihren Arbeitsplatz.
Ungeduldig wartete Janeway auf den Befehl. Sie schritt im Transporterraum auf und ab und versuchte, sich zu beruhigen. "Chakotay an Voyager!" – "Janeway hier!" Die Frau stürmte zum Schaltpult. "Der Torpedo ist installiert. Beamen sie uns an Bord zurück!" Janeway tippte auf einige Knöpfe und kurz darauf standen B’Elanna, Chakotay und Seven vor ihr. "Es lief besser, als erwartet. Die Schilde machten keinerlei Probleme, und auch die Biopuffer funktionierten reibungslos. Die Borg haben den Torpedo nicht bemerkte!" meldete Seven und der Hauch eines zufriedenen Lächelns umspielte ihre Lippen. "Gute Arbeit, Außenteam! Also... wir wissen, dass es funktioniert. Machen wir uns an die nächsten Torpedos." – "Captain... dürfte ich sie kurz sprechen?" Janeway sah B’Elanna an. "Natürlich!" Während Chakotay und Seven vorausgingen, blieb B’Elanna bei Kathryn Janeway. "Es gibt ein Problem. Sollten die Borgschiffe sich trennen, könnte es passieren, dass unser Plan fehlschlägt!" Nachdenklich nickte Janeway. "Das stimmt... dann müssen wir eben dafür sorgen, dass sie sich nicht trennen. Wir wissen nicht, für wann sie einen Angriff planen und warum sie bereits seit einer Woche warten. Hoffen wir, dass das nicht erst die Vorhut ist und noch Tausende hinterherkommen!" B’Elanna gab einen merkwürdigen Laut von sich, der Sorge und Zustimmung, aber auch Optimismus beinhaltete. Sie blickte Kathryn an. "Halten sie es für möglich, dass es eine Falle ist?" Janeway hielt sich den Kopf. "Ich weiß nicht mehr, was ich denken soll. Das Verhalten dieser Borg beunruhigt mich. Ihnen müsste klar sein, dass wir sie entdeckt haben, und bald Verstärkung eintreffen dürfte." – "Also doch eine Falle." Nickte B’Elanna und Janeway sah sie an. "Wir müssen darauf vorbereitet sein. Ich werde mit Seven über das Verhalten der Borg reden. Sie kennt sich schließlich am besten aus. Vielleicht unterschätzen sie uns ja auch einfach nur." B’Elanna nickte und zusammen gingen sie hinaus. "Ach..." B’Elanna sprach nun etwas leiser. "Hast du eigentlich eine Lösung für das ‚theoretische Kind‘ gefunden?" Kathryn lächelte. "Nun, ich denke schon!" B’Elanna blickte sie wissend an. "Komm schon. Im wievielten Monat?" Kathryn seufzte. "Im Zweiten... aber keinen Ton zu Tom. Und schon gar nicht zu Chakotay! Er wäre noch imstande, mich zu suspendieren!" lächelte sie und B’Elanna lachte. "Das ist ja wundervoll!" Sie ergriff Kathryns Hand. "Und... Junge oder Mädchen?" – "Ich weiß es nicht. Ich hatte noch keine Zeit, mich genauer mit diesem Thema zu beschäftigen. Ich war auch noch nicht wieder beim Doktor." B’Elanna sah sie strafend an. "Das ist verantwortungslos. Komm, wir gehen zum Doktor. Meine Schicht ist jetzt beendet und Chakotay hat die Brücke!" Kathryn lachte, als sie die Reaktion ihrer Freundin sah. "Du bist ja aufgeregter als ich!" – "Natürlich! Tom und ich haben zwar schon ein paarmal über das Thema gesprochen, uns aber nicht entschieden." Kathryn Janeway seufzte. "Nun... da seid ihr schon einen Schritt weiter als wir. Wir haben noch nicht einmal darüber gesprochen... ich habe ja auch noch nie diese Möglichkeit in Betracht gezogen!" B’Elanna sah sie fassungslos an. "Du mußtest aber damit rechnen! Jetzt komm schon!" – "Glaubst du, Chakotay wird sich freuen?" – "Natürlich! Glaubst du, er hat etwas gegen Kinder? Da kennst du ihn schlecht. Außerdem... muß er ja daran beteiligt gewesen sein. Er sollte also damit rechnen, dass ihn etwas erwartet!" Kathryn lachte. "Das stimm auch wieder!" Scherzend gingen die beiden Frauen den Korridor entlang. Wer sie so beobachtete, hätte nicht gedacht, dass sie Captain und Lieutenant waren. Den diese Position besetzten sie in ihrer Freizeit schon lange nicht mehr. Auf der Erde waren sie sehr gute Freundinnen geworden, und auch Chakotay und Tom verstanden sich gut. Ja, sie hatten sich alle verändert. Und ihre Veränderungen gefielen ihnen.
Kapitel 3
"Also schön!" Captain Janeway kam aus ihrem Kommandoraum auf die Brücke. "Aktion Spinnennetz kann gestartet werden. Mr. Paris... fliegen sie uns an die Schiffskette. Mr. Kim... ich möchte einen Komkontakt!" – "Aye, Ma’am!" Paris gab einen Kurs ein und kurz darauf kamen die schiffe in Sicht. Sie sahen gewaltig aus. Janeway fühlte Unbehagen in sich. "Kom Verbindung steht!" Janeway nickte und wendete sich dann dem Schirm zu. "Borg – Flotte! Dies ist eine Warnung. Verlassen sie diesen Raum, oder sie werden alle eliminiert werden!" Stille. Dann sah Kim auf. "Sie antworten!" – "Hier ist die Borg!" Janeway drehte sich zu Paris herum. "Ah... die Königin persönlich!" Paris grinste. "Wie schön." Die Königin sprach weiter. "Ihre Forderung ist inakzeptabel! Aber, Captain... wie sie wollen! Schießen sie ihre Torpedos!" Janeway drehte sich zu Tuvok um. "FEUER!" stieß sie hervor und beobachtete, wie die Rakete auf das Schiff zu raste. Sie schüttelte den Kopf. "Wie kann eine Königin zulassen, dass ihr ganzes Volk vernichtet wird?" murmelte sie, und beobachtete, wie das erste Schiff explodierte. Kurz darauf das zweite. So ging die Kette durch. Sie drehte sich vom Schirm weg. "Mr. Paris... bringen sie uns 2 Lichtjahre fort. Scannen sie den Raum!" In dem Moment erklang eine Stimme. "Captain, bitte schalten sie auf ihren Holografischen Notfall Kanal." Janeway seufzte und setzte sich auf ihren Sessel. Dann tippte sie auf einen Knopf. "Was ist denn, Doktor?" – "Captain... ich kann ihnen mitteilen, dass ich die ersten Antiviren gegen die Assimilatoren der Borg habe!" Janeway blickte Chakotay und dann wieder den Doktor an. "Hervorragend! Produzieren sie so schnell wie möglich genug, um die gesamte Crew dieses Schiffes zu impfen. Ich weiß nicht, ob wir das noch brauchen, aber schaden kann es nicht." Sie wollte sich wegdrehen, doch der Doktor seufzte. "Captain..." – "Ja?" – "Noch etwas... könnten sie... aufgrund dieser Leistung... dafür sorgen, dass ich nicht wieder abgeschaltet werde?" Janeway blickte verdutzt auf den Schirm. "Doktor, niemand will sie abschalten!" – "Doch... im Starfleet Hauptquartier will man mich durch ein neues Programm ersetzen, das Verbesserungen enthält und alle meine Daten!" Janeway nickte. "Ich verspreche ihnen, dass ich mich darum kümmere! Ist noch etwas?" – "Äh... nein Captain... außer... ihr Bericht ist jetzt da! sie können ihn nachher abholen!" – "Danke, Doktor!" nickte Janeway lächelnd. Chakotay sah sie an. "Was denn für ein Bericht?" – "Ach, das ist nur... eine genaue Aufstellung der Ergebnisse!" lächelte Janeway und wandte sich dann wieder ihrem Schirm zu. B’Elanna lächelte vor sich hin und erntete von Tom einen verwirrten Blick, woraufhin sie aber nur die Schultern zuckte.
Kathryn Janeway ließ sich auf ihr Bett sinken und las den Bericht. Sie lächelte. "Ein Mädchen..." murmelte sie und blickte auf das kleine Photo, was noch so gut wie nichts zeigte. Sie stützte ihren Kopf auf ihren Arm und sah darauf. Sie mußte gut auf sich aufpassen. Müde schloß sie die Augen etwas. Als Chakotay wenig später eintrat, schlief sie. Er lächelte und setzte sich auf die Bettkante. Sanft strich er ihre Haare zur Seite. "Kathryn..." flüsterte er und küßte sie auf ihr Ohr. Kathryn Janeway schlug verwirrt die Augen auf, war dann aber sofort hellwach. "Oh... du... du bist schon da?" – "Ich dachte, wir gehen vielleicht zusammen ins Kasino, etwas essen? Was hältst du davon?" – "Gibt es anzeigen von Überlebenden bei den Borg?" fragte Kathryn und versuchte, den Bericht so beiläufig wie möglich wegzulegen. "Keine!" sagte Chakotay und strich über ihre Wange. "Wir haben die Mission erfüllt. Es gibt keinen Grund, weiterhin nur als Captain zu..." – "Chakotay..!" unterbrach sie ihn und blickte ihn an. "Ich... muß mit dir reden..." sie nahm den Bericht und ging zum Replikator, wo sie ihn auf einen kleinen Beistelltisch legte. "Computer... zwei Gläser Wein bitte!" sofort erschien der Wein in dem kleinen Gerät. Sie reichte ihrem Mann ein Glas und setzte sich. Nachdenklich trank sie einen Schluck, während sie ihm in die Augen sah. Verwirrt blickte der Commander sie an. "Kein Kasino?" – "Nein, ich... sag mal... könntest du dir eigentlich vorstellen... ich meine..." Sie erhob sich wieder. Sie haßte es, wenn sie in Situationen wie dieser ins Stocken geriet. Nervös ging sie hin und her. "Also... mal angenommen... ganz theoretisch... B’Elanna würde ein Kind bekommen... was würdest du sagen?" Chakotay schüttelte verwirrt den Kopf. "Herzlichen Glückwunsch... warum?" – "Nein... ich mein in Bezug auf... ihren dienst auf der Voyager!" sagte Kathryn und blickte ihn an. Chakotay überlegte. "Nun... sie sollte... lieber den dienst aufgeben... Kathryn... weißt du mehr über B’Elanna und Tom als ich?" – "NEIN!" sagte Kathryn erschrocken und hob die Hände. "Nur theoretisch!" Chakotay schmunzelte. "Theoretisch... aber... Kathryn Janeway stellt nie theoretische Überlegungen an, wenn sie nicht etwas praktisches an sich haben!" Kathryn lächelte. "Nun ja... das mit B’Elanna..." – "Brücke an Captain!" Janeway fluchte. "Janeway hier!" – "Captain... sie sollten lieber mal auf die Brücke kommen. Ich glaube, wir bekommen ziemliche Probleme!" – "Ich bin unterwegs!" sie stellte ihr Weinglas hin und nahm ihre Uniformjacke. Chakotay folgte ihr. "Wir unterhalten uns später!" sagte Kathryn und betrat dann den Turbolift. Kurz darauf betraten sie die Brücke. "Fähnrich, was ist passiert?" Kim sah auf. "Captain... Borgschiffe! Überall!" – "WAS?!?" Janeway stürmte zu ihm und starrte auf die Sensoren. "Das sind 57! Wie konnte das passieren, ohne das wir es bemerkt haben?" – "Ich weiß es nicht!" gestand Kim und Janeway blickte auf den Schirm vor sich. "Janeway an Krankenstation!" – "Doktor hier!" – "Wie weit sind sie mit dem Gegenmittel?" – "Nun, Captain... in einer Stunde habe ich es für die Crew fertig!" Janeway nickte zufrieden. "Gut. Mr. Paris... begeben sie sich auf die Krankenstation. Fangen sie schon mal an, die Crewmitglieder zu impfen." – "Aye, Captain!"
"Sie werden assimiliert werden!" Janeways Blick war kühl. "Ziehen sie sich zurück. Wir werden kämpfen... und wenn wir alle dabei sterben!" sie rieb sich den Hals. Das Gegenmittel kribbelte seltsam in ihren Adern. Der Doktor hatte ja gesagt, es könne zu leichten Kreislaufzusammenbrüchen kommen. Bis jetzt war noch nichts passiert, aber wer wußte, was noch kam? "Mr. Paris! Feuern sie vor ihren Bug." Ein Torpedo flog, beschädigte das Borgschiff aber nur leicht. "Captain Janeway! Haben sie wirklich geglaubt, die dreissig Borgschiffe wären alles? Aber wir machen ihnen ein Angebot!" – "Ich verzichte auf Allianzen mit ihnen!" zischte Janeway. Die Borg lachte. "sie haben geglaubt, sie hätte mich vernichtet, nicht wahr? Sie haben wirklich geglaubt, sie hätten uns besiegt! Arme kleine Kathryn! Aber... wir verschonen die Menschheit, wenn wir die Voyager bekommen! Mit allen Lebensformen!" Janeway starrte düster auf den Schirm. "Wenn sie glauben, wir würden es ihnen so einfach machen, haben sie sich getäuscht. Mr. Paris!" Ein weiterer Torpedo flog. Paris nickte zufrieden. "Der Antrieb!" – "Es war nur ein Schiff von 57!" sagte Tuvok in seiner unbestechlichen Logik. "Es gibt also keinen Grund, derart in Euphorie auszubrechen!" – "Danke, Tuvok! Diese moralische Unterstützung habe ich gebraucht!" grummelte Paris. Janeway blickte wieder auf den Schirm. "Drehen sie um!" befahl sie, in diesem Moment aber sah Chakotay auf. "Captain! Sie aktivieren einen Traktorstrahl!" – "Schilde auf Maximum! Mr. Paris, versuchen sie auszuweichen!" Geschickt manövrierte Paris die Voyager außer Reichweite. "Gute Arbeit, Lieutenant!" sie drehte sich um. "Wie viele Torpedos haben wir noch?" – "27, Ma’am!" Janeway runzelte die Stirn. "Ich frage mich langsam, wo die Verstärkung bleibt! Sie müssten doch innerhalb von zwei Wochen hier mal eingetroffen sein!" – "Captain... laut der Föderation sollte das erste Schiff seit sechs Tagen hier sein!" meldete Kim, nachdem er den Bericht gelesen hatte. Janeway runzelte besorgt die Stirn. "Hoffen wir das beste, das sie nur keinen Treibstoff mehr hatten, und sich bei Deep Space Four verquatscht haben!" – "Captain! Die Borg melden sich!" Janeway seufzte. "Jetzt reicht es mir langsam!" murmelte sie und hörte sich die Stimme der Königin an. "Captain Janeway. Wenn sie nicht aufgeben, werden wir den gesamten alpha Quadranten assimilieren!" – "Borg! Glauben sie wirklich, das könnte ihnen so einfach gelingen? Sie überschätzen sich und unterschätzen uns!" zischte Kathryn und blickte auf den Schirm. Die Borg lachte. "Wenn sie meinen!" – "FESTHALTEN!" rief Paris und im nächsten Moment erbebte das Schiff. Die Crew flog quer durch den Brückenraum, so auch Janeway, die am Schirm gelehnt hatte. B’Elanna stürzte sofort zu ihr. "CAPTAIN!" die Panik aus ihrer Stimme war deutlich zu hören. "Alles okay, B’Elanna!" lächelte Kathryn und setzte sich mühsam auf. "Sie sollten zur Krankenstation!" Tom und Chakotay blickten sich verwirrt an. Schließlich erhob Chakotay sich. "Lieutenant Torres! Sie werden auf ihrem Platz benötigt!" – "Aye, Sir!" zischte B’Elanna und lief zurück auf ihren Posten. Janeway setzte sich auf ihren Kommandosessel. "Erwidern sie das Feuer, Mr. Paris!" keuchte sie und hielt sich den Arm. "Nehmen sie keine Rücksicht mehr!" Paris nickte. "Aye, Ma’am." Das Schiff erbebte noch mehrere Male, dann plötzlich schien alles um sie herum zu explodieren. Das Borg Schiff, das ziemlich nah an ihnen dran war, explodierte und riß die Voyager mit. Das gewaltige Schiff drehte sich in der Druckwelle und durch die niedrige Kraft der Schilde ging alles drunter und drüber. Konsolen explodierten, Deckenstücke krachten herunter und die Crewmitglieder segelten durch den Raum. Danach wurde alles ruhig. Gespenstisch ruhig. Mühsam richtete Janeway sich auf. "Mr. Paris... Ausweichmanöver..." ächzte sie und brach dann zusammen. Keiner aus der Crew war noch bei Bewußtsein. "Janeway an Doktor! Medizinischer... Not..." Dann verlor auch sie das Bewußtsein.
Kapitel 4
Alles war dunkel. Nichts schien zu existieren außer dem Schmerz. Kathryn stöhnte. Sie versuchte, gegen den Schmerz anzukämpfen, sich aus diesem See der Schmerzen zu befreien, der sie immer tiefer zu ziehen schien. Aber sie schaffte es nicht. Unbarmherzig ertrank sie, rang nach Atem und schrie. Schweißüberströhmt riss sie schließlich die Augen auf. Dunkelheit umgab sie tatsächlich. Sie versuchte, aufzustehen, doch irgendetwas hinderte sie, lag auf ihr drauf. Sie ächzte, doch als sie versuchte, das schwere kühle Teil von sich zu schieben, schmerzte es nur noch mehr. Stöhnend fiel sie wieder auf den Boden. "Hört mich jemand?" wimmerte sie leise. Irgendwo hörte sie ein Stöhnen. "Ist da jemand? Harry... Tom... Chakotay..." – "Captain..." erklang eine schwache Stimme. "B’Elanna..." murmelte Kathryn erleichtert. "Kathryn... ist alles in Ordnung?" – "Ich weiß nicht... ich... ich kann mich nicht bewegen... irgendetwas... liegt auf mir..." – "Wo bist du?" B’Elanna krabbelte orientierungslos herum. "Warum zum Teufel ist es hier so dunkel... Hölle und Feuer!" die Klingonin stieß noch einige weitere Flüche aus. "Kathryn, sag etwas..." – "Hier bin ich!" Kathryn fühlte eine Hand auf ihrem Haar. "Gut... warte..." Sie fühlte. "eine Metallplatte... vermutlich aus der Decke ausgerissen!" Verzweifelt fluchte sie. "sie ist zu schwer." – "Wo sind die anderen?" Janeway versuchte, nicht an die Schmerzen zu denken. "Ich weiß es nicht! Ich weiß ja nicht mal, wo wir sind! Warte..." sie stand vorsichtig auf und tastete nach oben. "Ich versuchte jetzt, die platte von oben hochzuheben!" Kathryn half ihr, indem sie von unten dagegen drückte, doch es half nichts. B’Elanna liefen vor Verzweiflung Tränen über die Wangen. "Hast du Schmerzen?" Kathryn stöhnte. "Schmerzen sind untertrieben... verdammt!" sie schrie fast. B’Elanna kniete sich wieder hin. "Ich schaffe es nicht... Kathryn... tut dein Bauch weh?" – "Verdammt... wenn es etwas gäbe, was nicht weh täte, wäre ich glücklich! Ich fühle mich wie... wie..." Sie versuchte noch einmal die Platte von sich zu schieben. Plötzlich erhellte licht den Raum. Geblendet stöhnte B’Elanna auf und Kathryn kniff die Augen zu. Sie waren auf der Brücke der Voyager. Entsetzt blickte B’Elanna auf die Borg, die hereinkamen, vier an der Zahl. Sie zückte ihren Phaser und schoß gezielt. Zwei traf sie, die anderen beiden nahmen ihr den Phaser weg. Plötzlich aber schoß jemand anderes. Tuvok hatte sich mühsam auf seine Konsole gestützt. Der Überraschungseffekt war groß, und beide Borg konnten erledigt werden. B’Elanna stürmte zu einer Konsole. Ich errichte ein Kraftfeld um die Brücke. Die Borg dürften einige Zeit brauchen, um das zu durchdringen. Dann helfe ich dir!" Sie stürmte zu einer Konsole und tippte wie verrückt auf Schaltern herum. "So, das Kraftfeld steht." Sie lief zurück zu Kathryn. "Warte." Sie holte sich ein anderes Metallstück, um es als Stütze zu benutzen. "Ich... schaffe es..." ächzte sie und langsam hoch sich die Platte an. Kathryn zog sich mühsam darunter heraus und versuchte dann, aufzustehen. "Nein..." B’Elanna drückte sie zurück. "Bleib liegen!" Sie lief zu Chakotay und fühlte seinen Hals. "Er lebt..." sagte sie und lief dann zu Tom. "Er auch... Tuvok... alles okay mit ihnen?" Tuvok sah sie an. "Okay ist wohl nicht das richtige Wort, aber es geht!" – "Sehen sie nach Harry und Seven! Ich versuche den Doktor irgendwie herzuholen!" sie stellte sich wieder an eine Konsole. "Ich muß das Kraftfeld um die Brücke auflösen, um ihn herzutransferieren!" Janeway nickte. "Tu es! Wenigstens für kurze Zeit!" B’Elanna nickte und kurz darauf erschien der Doktor. Er hatte seinen Koffer in der Hand und sah sich kurz um. Dann ging er als erstes zu Tom und Chakotay, die noch immer nicht bei Bewußtsein waren. Es ließ seinen Trikorder über ihre Körper wandern. "nichts ernstes..." Er verabreichte beiden ein Medikament und ging dann mit einem merkwürdigen Gerät über ihre Körper. Dann lief er zu Janeway. "Captain..." Er ließ seinen Trikorder auch über sie wandern und machte ein sorgenvolles Gesicht. "Sie haben innere Blutungen!" B’Elanna packte ihn an der Schulter. "Was ist mit dem Kind!" – "Lieutenant!" sagte er wütend. "Ich wäre froh, wenn sie mich nicht von der Arbeit abhalten würden! Halten sie das!" Er drückte ihr ein Gerät in die Hand und sah Kathryn an. "Ich werde sie kurz betäuben!" Damit gab er ihr ein Medikament und sofort schlief sie ein. Dann ließ er ein Gerät über ihren Körper wandern. "Mh..." murmelte er und tippte auf seinem Trikorder herum. "Das sollte die Blutung stillen... Mit dem Kind... ist alles okay... es ist zwar ein wunder, aber... so." Er blickte B’Elanna an. "Trauen sie sich zu, mit dem Gerät zu behandeln?" – "Ähm... wenn sie mir erklären, wie." Sagte B’Elanna und der Doktor zeigte ihr alles. Dann lief er zu Kim und Seven. "Ich kann die Verletzten alle nur leicht behandeln. Ich müßte den Captain, Kim und sie Mr. Tuvok auf die Krankenstation mitnehmen!" – "Das ist völlig unmöglich!" sagte B’Elanna. "die Borg sind überall!" – "Sagen sie mir nicht, was unmöglich ist!" sagte der Doktor und drehte sich herum. "Es ist unmöglich sie HIER zu behandeln! Also... lassen sie sich etwas einfallen! Versiegeln sie die Krankenstation... beamen sie meine Sachen hierher, was weiß ich?" – "Doktor, ich glaube, sie verstehen nicht ganz!" – "Lieutenant Torres! Ich glaube, sie verstehen nicht ganz! Wenn sie hierbleiben, sterben sie!" B’Elanna nickte. "Ich werde tun, was ich kann. Machen sie sich auf einen medizinischen Notfalltransport gefasst. Ich hoffe, auf der Krankenstation sind sie noch nicht!" sie lief an ihr Pult und tippte auf einigen Schaltern herum. Kurz darauf waren die vier verschwunden. B’Elanna aktivierte die Kraftfelder und lief dann zum Hauptcomputer. "Das gibt es doch nicht... es kann doch nicht alles aus sein!" sie tippte auf einigen Schaltern herum und einige Lichter blitzten auf. "Warnung... Überladung steht bevor... automatische Abschaltsequenz initiiert!" ertönte die blecherne Stimme des Computers. B’Elanna schlug wütend auf das Pult. "Computer... Schäden melden..." – "Befehl kann nicht ausgeführt werden... der Hauptcomputer wurde beschädigt..." B’Elanna seufzte. "Das ist doch schon mal was!" Sie tippte auf einigen Schaltern herum. Ein Bild des Schiffes wurde angezeigt. Überall blitzten rote lichter. "Vielleicht sollte ich fragen, was nicht beschädigt ist..." murmelte B’Elanna und lief dann zur Konsole von Tuvok. Dort tippte sie ebenfalls auf Schaltern herum. "Warpantrieb müßte funktionieren... allerdings... ohne die Schilde, und die Trägheitsdämpfer und mit den Leitungen... wird uns wahrscheinlich die ganze Voyager um die Ohren fliegen!" In diesem Moment vernahm sie ein Stöhnen. "Commander!" sie lief zu Chakotay und schlug sanft auf seine Wange. Chakotay schlug die Augen auf, schloß sie aber gleich wieder. "Was ist passiert?" – "Stehen sie auf, es gibt einen absoluten Notfall! Tom..." sie lief zu dem Piloten und schüttelte ihn. Tom stöhnte. "Ich sterbe!" – "so schlimm ist es nicht! Steh auf! TOM!" sie schlug ihn etwas härter auf die Wange und zog ihn dann hoch. "Ich brauche euch! Commander... der Hauptcomputer ist vollkommen ausgefallen... ich konnte eine Selbstabschaltung gerade noch verhindern. Womöglich droht uns gleich eine Überladung, deshalb sollten wir uns beeilen." – "Verstanden!" nickte Chakotay und ging an eine Konsole. "Ach... noch etwas..." sagte B’Elanna. "Wir wurden geentert von den Borg!" Chakotay deutete auf die vier toten Borg auf dem Boden. "So etwas... dachte ich mir schon. Wo sind der Captain... und die anderen?" – "Auf der Krankenstation..." Chakotay nickte und tippte auf seinen Tasten herum. Plötzlich hörte man Gerumpel, dann sprang die Tür zum Turbolift auf. B’Elanna zog ihren Phaser und traf den ersten Borg, der zweite jedoch schoß ihr die Waffe aus der Hand. "Widerstand ist zwecklos!" – "Da wäre ich mir nicht so sicher!" Seven stand auf und schoß. Der zweite Borg fiel ebenfalls. "Ergeben sie sich... widerstand ist zwecklos. Wir haben ihr Schiff geentert. Sie werden assimiliert werden!" Seven funkelte ihn an. "Ich werde lieber eliminiert als assimiliert... AH!" Ein gezielter Schuß traf ihren Arm. Dann stürmten die Borg die Brücke. Versteinert standen alle da. B’Elanna und Chakotay sahen sich an und Chakotay schüttelte leicht den Kopf. Er kannte die Chefingenieurin lang genug, um zu wissen, dass sie gleich ihre klingonische Seite herauslassen würde. "Folgen sie uns!" Zögernd gingen die vier an den Borg vorbei, die ihnen alle ihre Geräte abnahmen. "Die Enterung ist komplett!" sprachen die Borg und die Lifttür schloß sich. Dann fuhr der Lift nach unten. "Ich wünschte, der Computer würde sich jetzt abschalten!" zischte B’Elanna. Kurz darauf wurden sie in einen der Frachträume gestoßen. B’Elanna stöhnte auf, als sie auch Tuvok und Captain Janeway bei den anderen stehen sah. Der Doktor klopfte ihr auf die Schulter. "Danke für das Kraftfeld! Es hat so lange gehalten, dass ich alle behandeln konnte!" B’Elanna lächelte und drehte sich dann um. "Borg... sie haben jetzt was sie wollten!" zischte sie voller Hass, und fühlte gleich darauf Janeways Hand auf ihrer Schulter. "B’Elanna!" mahnte sie und blickte dann die Borg an. "Ich verlange, mit ihrer Königin zu sprechen!" – "Sie werden jetzt assimiliert werden!" – "Das werden sie bereuen!" zischte Janeway und wurde gleich darauf gepackt. "Wir werden die neuen Mitglieder des Kollektivs jetzt in das Schiff transportieren!" sagten die Borg gemeinsam, und Janeway fragte sich, ob sie niemals einmal etwas alleine tun konnten. Der Doktor sah sie an. "soll ich mich deaktivieren?" zischte er leise und Janeway nickte. "Versuchen sie, wenn sie alleine sind, an Bord nötige Reparaturen durchzuführen!" – "Captain... ich bin Arzt!" – "Tun sie es!" zischte Janeway ärgerlich und wurde gleich darauf weiter gestoßen. Chakotay hielt sie fest, als sie durch den Stoß beinahe stolperte. "Ich lasse mir etwas einfallen!" murmelte er und Kathryn sah ihn an. "Warten wir ab, was geschieht! Hoffen wir, dass das Mittel des Doktors wirkt!" – "Wenn nicht... war es schön ein Individuum gewesen zu sein!" – "Manchmal finde ich deinen Humor abscheulich!" murmelte Chakotay, beinahe schmunzelnd. Sie wurden alle in eine Ecke gedrängt, dann entmaterialisierte sich die gesamte Crew... außer einer. Und an diesem einen Crewmitglied hing alle Hoffnung. Der Doktor hatte sich rechtzeitig abgeschaltet.
Unbehagen hatte alle erfasst. Die Dunkelheit der Borgschiffe war drückend. Janeway ging mit Seven of Nine und B’Elanna den kleinen Gang entlang, vor und hinter ihnen Borg. Dahinter ging eine weitere Gruppe mit drei Fähnrichen aus dem Maschinenraum. "Hoffen wir, das niemand durchdreht!" wisperte B’Elanna. Janeway nickte. Dann wurden sie in einen Raum geführt. Ein medizinischer Raum. Metallene Arme und Beine und Körper lagen herum. Kathryn Janeway hielt sich die Hände vor den Mund und B’Elanna sog entsetzt Luft ein. "sie wollen uns... auseinandernehmen..." hauchte sie, und das war der Zeitpunkt, wo Fähnrich Kale, eine junge Frau Ende zwanzig durchdrehte. Sie schlug um sich, stieß einen Borg zur Seite und versuchte zu flüchten. Selbstverständlich sinnlos. Kathryn hielt B’Elanna fest, als sie dem jungen Fähnrich zur Hilfe eilen wollte. Zwei Borg hielten sie fest, dann fuhren die elektrischen Stränge in ihren Hals und in Sekundenschnelle breiteten die Viren sich in ihr aus. Ihr Gesicht veränderte sich merkwürdig, ihre Haut wurde grau und dann leicht weiß. Janeway drehte sich weg. "Das es so enden muß!" murmelte sie. Seven blickte bei alledem nur ruhig zu. Es war bereits das zweite Mal das sie es durchmachte. Plötzlich aber, als die Entwicklung bei Fähnrich Kale komplett war, begann die Frau zu stöhnen. Die Farbe verschwand wieder, aber die Elektronenstränge blieben. Sie schien Schmerzen zu haben. Sie begann rot zu werden, sie schwitzte und brach dann zusammen. "Das Gegenmittel wirkt!" zischte B’Elanna. Seven sah sie an. "Oder es bringt sie um!" Auch die Borg schienen verwirrt, denn sie hielten plötzlich inne. B’Elanna wurde losgelassen und die Borg zogen den leblosen Fähnrich hoch. Lautlos kommunizierten sie, dann wurden Janeway, B’Elanna und die anderen plötzlich in eine andere Richtung gebracht. "Was tun sie jetzt mit uns?" fragte B’Elanna und Seven zuckte die Schultern. "Vermutlich will man untersuchen, was mit uns los ist, bevor man die Assimilation fortsetzt! Es wäre logisch." Kurz darauf erreichten sie einen riesigen Raum. Es war höchst ungewöhnlich, einen derartigen Raum auf einem Borgschiff zu finden. Alle Crewmitglieder wurden dort zusammengebracht, dann verschloss man die Eingänge durch Borgwachen. Janeway bemerkte, dass Kale nicht die einzige war, der es so ging. Auch zwei andere Crewmitglieder hatten dies erlitten und befanden sich nun in diesem Zustand. Janeway sah sich um. "B’Elanna... versuchen sie die Crewmitglieder zu beruhigen. Ich weiß, das ist schwer. Suchen sie Neelix, er wird ihnen helfen! Ich kümmere mich um Kale und die beiden anderen!" sie kniete sich neben die junge Frau und fühlte ihren Puls. Sie fieberte. Ihr Körper schien das Virus erfolgreich zu bekämpfen. Die Frage war nur, ob Fähnrich Kale diesen Kampf überleben würde.
Kapitel 5
B’Elanna stützte Fähnrich Kale, als sie sich aufsetzte und reichte ihr dann etwas Wasser. "Bleiben sie ruhig!" sie sah auf und lächelte Kathryn zu. "Sie wird wieder stärker. Sieht so aus, als wäre das mittel tatsächlich effektiv!" Kathryn nickte und kniete sich hin. "Das beruhigt mich wenigstens etwas. Die Borg werden uns sicherlich nicht ewig hier drin lassen." B’Elanna zuckte die Schultern. "Hoffen wir, dass sie uns nicht eliminieren!" Janeway warf ihr einen warnenden Blick zu. B’Elanna sah sie schuldbewußt an. "Ich meine... ich glaube nicht, dass sie das tun. Es wäre sinnlos!" In diesem Moment fühlte Kathryn eine Hand auf ihrer Schulter. "Du solltest dich etwas schlafenlegen! Seit 3 Tagen bist du hier nur von einem zum anderen gelaufen!" Kathryn lächelte und berührte Chakotays Hand. "Es geht mir gut! aber die Crew braucht jetzt Unterstützung. Ich möchte nicht, dass irgendjemand Dummheiten macht. Ich werde nämlich mit der gesamten Crew hier wieder herauskommen!" In diesem Moment entstand Unruhe. Kathryn erhob sich und erblickte drei Borg, die durch die Menge traten. Einige Crewmitglieder sprangen erschrocken vom Boden auf, als sie die Feinde erblickten. Vor Kathryn blieben die drei stehen. "Die Königin wünscht sie zu sehen!" Damit wurde sie gepackt und zum Ausgang gezerrt. "Chakotay... B’Elanna... beruhigen sie die anderen! Ich bin bald zurück!" rief sie und folgte den Borg dann freiwillig. Sie gingen die langen Gänge entlang und traten dann schließlich in einen großen Raum. Es war das erste Mal, dass Kathryn Janeway die Verwandlung der Borgkönigin sah. Ihr großer Körper kam von oben herab und verband sich mit den Elektroden. Ihr leicht grünen Augen musterten die Frau vor sich kalt, und Janeway erwiderte den Blick. "Königin! Ich weiß nicht, was sie mit dieser Aktion bezwecken wollen, aber..." Kalt lachte die Königin, falls man das so bezeichnen konnte, denn eigentlich war die Borg immer gefühllos. "Captain... mein Respekt! Sie schaffen es immer wieder, mich zu überraschen." Die Frau ging um sie herum und Janeway stand ruhig da. "Wir verteidigen uns lediglich!" sagte sie und blickte die Königin an. "Das würden sie doch auch tun, nicht wahr?" – "Richtig... und sie würden alles tun, um hinter unsere Verteidigung zu kommen!" – "Das stimmt!" sagte Janeway. Die Königin lachte. "Sehen sie? Wir sind uns ziemlich ähnlich, Captain... ich bin sicher, sie wären eine wunderbare Borg. Sehr loyal! Sie achten immer auf die Vorschriften, habe ich nicht recht?" – "Das kommt drauf an, auf welche!" stieß Janeway hervor. Für einen Moment fand ein stummes Duell zwischen ihnen statt, dann plötzlich wandte die Königin sich ab. "Ich denke, sie müssen sich daran gewöhnen, dass ihre... ‚Erste Direktive‘ wertlos geworden ist!" Kathryn Janeway fühlte, wie sie gepackt wurde. "Was haben sie vor?" zischte sie und versuchte, sich zu befreien. "Ich bin freiwillig mit ihren Leuten mitgegangen!" – "Richtig!" sagte die Königin und lächelte. "Sie hätten fragen sollen, warum sie sie hierherbringen!" Kathryn Janeway blickte sie finster an, als sie zu lachen anfing. "Also... warum?" – "Nun... wie gesagt... wir werden alles tun, um hinter ihre Verteidigung zu kommen! Dafür aber... brauchen wir... nennen wir es eine ‚Testperson‘!" Für einen Moment spürte Kathryn Janeway Panik in sich. Es war nicht die Angst um sich, sondern die Angst davor, dass alles umsonst gewesen war. Kämen die Borg hinter ihren Antivirus, gelänge es ihnen eventuell ihre Sonden umzuprogrammieren. Das durfte sie nicht zulassen. Die Borg lachte. "Sie haben Angst!" sagte sie und legte ihre Hand an Kathryns Wange. "Als Borg... werden sie keines dieser wertlosen Gefühle noch in sich spüren!" Kathryn wehrte sich mit all ihrer Kraft und schaffte es, sich loszureißen. Die Borg lachte. "Sie dummes Kind! Glauben sie wirklich, sie könnten entkommen?" Janeways Blick sagte ihr die Antwort. Sie lachte. "Ich bitte sie! Wir sind Borg! Niemand kann uns besiegen!" Janeway schüttelte den Kopf. "Falsch... ihre Arroganz wird ihr Untergang!" zischte sie und sah sich um. Die Königin hatte recht. Ihre Chance zu entkommen war gleich null. "Wenn wir es auch nicht schaffen, sie zu besiegen... irgendwann werden es welche schaffen!" Sie wich vor den drei Drohnen zurück. "Und glauben sie mir! Dann wird niemand da sein, der ihnen hilft! Wir hingegen haben Verbündete! Nach uns werden weitere kommen! Auch die Borg können nicht ewig Widerstand leisten!" – "Sie sind Individuen!" lachte die Borgkönigin und gab ein Zeichen. Janeway wurde wieder gepackt. Die Borg trat auf sie zu. "Individuen gegen ein Kollektiv! Sie werden immer unterliegen!" Die Borg zogen sie zu einer Art Alkoven und banden sie dort fest. Janeway funkelte sie an. Ihr Blick hätte Wasser zum kochen bringen können, aber die Borg lächelte nur. "Bald haben wir die Ergebnisse, die wir brauchen... und zweihundert neue Drohnen!" Kathryn Janeway schrie auf, als die Drähte einer Drohne in ihren Hals fuhren und sie mit den Nanosonden infizierte. Sie fühlte eine schreckliche Veränderung, eine plötzliche Schwäche und dann nichts. Einfach nur Nichts. Eine seltsame Resignation nahm immer mehr von ihren Verstand in Besitz. So ist es also... Der Gedanke kam... und verflog genauso schnell wieder. Aber ganz plötzlich wurde die fast angenehme Kälte in ihr von etwas verdrängt. Brennen. Schmerz. Sie hörte sich wie aus weiter ferne schreien und glaubte, zu verglühen. Und dann setzte die Bewußtlosigkeit als automatischer Schutz ihres Körpers ein.
B’Elanna ging wie ein Tiger immer im Kreis herum, während Tom verzweifelt versuchte, sie zu beruhigen. "Liebes! Setz dich hin! Du machst mich wahnsinnig!" B’Elanna funkelte ihn an. "Lauf im Kreis herum, das hilft! OHH... ich halte das nicht aus!" sie preßte die Hände gegen ihre Wange und setzte sich dann. "Ich werde hier verrückt!" Chakotay blickte sie an. "B’Elanna... es geht uns alles so, aber wenn sie nicht aufhören, wird hier eine Massenpanik ausbrechen!" sagte er ruhig. Zu ruhig. Tom und B’Elanna wußten, dass es in ihm anders aussah. Schätzungsweise drei Tage war Captain Janeway jetzt fort. Niemand hatte etwas von ihr gehört. Doch B’Elanna war die einzige, die sich wegen noch etwas sorgen machte, denn sie war die einzige, die von der Schwangerschaft Kathryn Janeways wußte. Und dieses wissen lag schwer auf ihrer Seele. Immer wieder hatte sie gebetet, gefleht, geflucht. Aber inzwischen hatte sie fast die Hoffnung aufgegeben, Janeway gesund und als Individuum wieder zu sehen. Plötzlich erhob Chakotay sich. "aber du hast recht, B’Elanna. Es bringt nichts, hierzusitzen und auf jemanden zu warten... der vielleicht schon längst zu den Feinden gehört!" Schmerz lag in seiner Stimme, doch auch Entschlossenheit. "Wir müssen uns etwas einfallen lassen. Irgendetwas. Ich werde nicht zulassen, dass die Crew hier bis an ihr Lebensende bleibt. Irgendwie... müssen wir versuchen, zur Voyager zu gelangen." Tom sah ihn an. "Aber wie? Wir wissen nicht, wo sie ist!" In diesem Moment kam Seven. "Nun... das nicht, aber wir können es erfahren!" – "wie?" B’Elanna sah sie an. Seven blickte fast herablassend zurück. "Ich war nicht umsonst mein ganzes Leben Borg. Vielleicht gelingt es mir, an die Schaltkreise einer Drohne zu gelangen. Mit etwas Geschick könnte ich sie umprogrammieren, damit sie einen von uns direkt zur Voyager bringt. Das erfordert allerdings etwas Zeit und jede Menge Phantasie!" Tom nickte. "Das ist gut!" B’Elanna jedoch dachte etwas ganz anderes. "Sagen sie mal... Seven... warum rücken sie erst jetzt mit dem plan heraus?" – "sie haben sich bis jetzt keine Gedanken über die Flucht gemacht!" erklärte die Frau und Tom stöhnte. "Seven... wollen sie damit sagen, dass sie die ganze Zeit..." Chakotay hob die Hand. "Tom... Seven... lassen sie uns jetzt überlegen, wie wir unbemerkt an eine Drohne kommen!" Seven nickte. "Schon geschehen. Wir locken eine Drohne hier herein, dann überwältigen wir sie. Innerhalb von zweieinhalb Sekunden muß ihre Verbindung zum kollektiv durchtrennt sein, sonst wissen die Borg, was geschieht. Wenn diese Verbindung durchtrennt ist, haben wir alle Zeit der Welt!" B’Elanna seufzte. "nun, die nicht gerade aber... kommen sie, Seven. Fangen wir an. Überlegen wir, wie wir eine hier hereinbekommen!"
"Mom... Dad!" Die kleine Kathryn lief ihrem Vater entgegen, der sie in seine Arme schloss. "Kathryn... mein kleiner Goldvogel... wo warst du?" – "Ich habe dort hinten am Fluß gespielt! Und ich habe etwas wundervolles entdeckt!" Sie zog ihren Vater mit sich und zeigte ihm einen kleinen Frosch. Admiral Janeway lächelte. "Kathryn... es gibt noch so vieles auf dieser Welt zu entdecken. Behalte alles davon gut! Jedes Lebewesen ist faszinierend auf seine Art. Schau!" Der Frosch hüpfte ins Wasser und Kathryn schrie erschrocken auf. "Er wird ertrinken!" Nun beugte Gretchen Janeway sich zu ihrer Tochter. "Nein, meine Süße. Er ist von Natur aus ein sehr guter Schwimmer!" – "Aber... er ist doch viel zu klein um gegen diese starke Strömung anzukommen!" jammerte Kathryn. Ihr Vater nahm sie in die Arme. "Schau... er schafft es. Siehst du ihn? Dort! Er ist zwar klein, aber er ist sehr stark. Und weißt du auch warum? Weil er niemals aufgibt. Er möchte das andere Ufer erreichen, also schwimmt und schwimmt er gegen die Strömung, bis er es geschafft hat! Wenn du etwas wirklich schaffen möchtest, kannst du es auch, weil du dann niemals aufgibst!" Kathryn Janeway riß schreiend die Augen auf. Schweiß rann über ihr Gesicht und ihr ganzer Körper schmerzte. Ihr Atem ging schnell. Sie blickte direkt in das Gesicht der Borgkönigin. Sie war nicht mehr in dem Raum, sondern war auf einer Art Krankenstation. Ihre Hände waren an die liege gefesselt. Ihre aufkeimende Wut verlieh ihr neue Kraft, raubte ihr beinahe erneut das Bewußtsein. Die Borgkönigin lächelte kalt. "Captain... sie haben uns viel Aufschluss über ihren... Antivirus gegeben. Ich muß zugeben... eine geniale Technik. Wir werden Zeit brauchen, um gegen sie anzukommen. Aber Zeit... spielt ja bekanntlich für sie keine Rolle!" Kathryn fühlte, wie sie zitterte. Es war schon zu anstrengend für sie, ihre Augen offen zu halten. "Ich wäre mir da nicht so sicher!" murmelte sie mühsam. "Denn Individuen... können eine bemerkenswerte Stärke gegen eine Strömung erreichen! Warum binden sie mich fest? Ihre Angst vor mir muß groß sein!" Sie lächelte ebenso kalt und das lächeln der Borg verschwand. "Sie haben sich noch immer ihren Stolz bewahrt." zischte sie und blickte herablassend auf sie. "Passen sie auf, dass er sie nicht das Leben kosten wird!" Plötzlich fühlte Kathryn, wie sie losgebunden und hochgezogen wurde. "Wir brauchen sie hier nicht mehr! Sie werden zu den anderen Individuen gebracht werden!" Es fiel Kathryn schwer, zu laufen. Sie fühlte sich schwach und stolperte bei ihrem ersten Schritt. Der Raum verschwamm vor ihren Augen. Da fühlte sie, wie sie von einer Drohne vorwärts gestoßen wurde. Sie stöhnte, als sie gegen eine Wand stieß und tastete sich dann an ihr entlang nach draußen. Die Gänge waren ein Alptraum für sie. Alles verschwand immer mehr, aber sie wollte bei Bewußtsein bleiben. Die Borg hatte recht gehabt. Sie besaß noch immer ihren Stolz. Aber in diesem Moment hielt er sie am Leben. Plötzlich erschien ihr ein Raum größer. Sie wurde noch einmal vorwärts gestoßen und fiel zu Boden. Sie versuchte, sich wieder aufzusetzen, doch sie schaffte es nicht einmal, ihr Gesicht zu heben. Kraftlos wartete sie darauf, hochgezogen zu werden. Und es geschah, allerdings sanfter als erwartet. "Kathryn!" Sie hörte eine vertraute Stimme und lächelte schwach. B’Elanna hielt ihre Freundin sanft fest und legte sie dann auf eine der wenigen Matratzen, die die Borg ihnen zur Verfügung gestellt hatten. Kraftlos fiel die Frau darauf. Entsetzt sah B’Elanna auf ihr weißliches Gesicht, in dem sich noch immer Spuren von Nanosonden zeigten. Sie sprang auf und holte einen der Wasserkanister. Sanft tupfte sie mit einem Tuch Kathryns Gesicht ab. Die Frau reagierte nicht. Die Bewußtlosigkeit hatte ihren Geist wieder umfangen. In diesem Moment kam Chakotay angestürmt. Er kniete sich neben B’Elanna die ihn sanft ansah. "Sie braucht Ruhe!" sagte sie und blickte auf ihren Captain. "Ich möchte gar nicht wissen, was sie in den sieben Tagen alles durchmachen mußte!" Chakotay nahm das Tuch. "Ich werde hierbleiben! Gehen sie zu Seven! Sie hat noch Probleme mit den internen Schaltkreisen der Drohne!" B’Elanna nickte. "Aye, Commander!... Ich bin sicher, sie wird wieder gesund werden! Sie ist sehr stark!" – "Ich weiß!" Chakotay sah sie ernst an. "Ich hoffe nur, ihr Dickkopf ist auch diesmal stark genug!" – "Bestimmt!" B’Elanna klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter und ging dann, um Seven zu helfen. In diesem Moment stöhnte Kathryn. Sie öffnete die Augen und blickte benommen an die Decke. "sie... sie haben das... das... Antivirus... sie... sie werden..." flüsterte sie, doch Chakotay hielt ihr den Mund zu. "Schht! Schlaf! Du mußt jetzt nicht reden!" – "Wir haben keine Zeit mehr!" murmelte Kathryn noch, dann war sie endgültig eingeschlafen.
Kapitel 6
"Ich weiß, ich sehe schrecklich aus, nicht?" Kathryn setzte den Becher Wasser an die Lippen und trank schlückchenweise. Chakotay lächelte. "nun ja... sagen wir mal... du hast schon besser ausgesehen!" B’Elanna lächelte. "Nun... Captain... sie sehen schon fast wieder normal aus!" Sie warf Chakotay einen Blick zu, der Milch hätte sauer werden lassen müssen. "Ich glaube, sie werden von Seven gebraucht, Commander! Als Krankenpfleger sind sie jedenfalls durchgefallen!" Chakotay seufzte. "Na schön!" Er erhob sich und ging. B’Elanna blickte ihre Freundin an. "Geht es dir besser?" – "Etwas... die letzten Tage waren die Hölle. Wie lange habe ich geschlafen?" – "Nun... du warst sieben Tage fort und zwei Tage bewußtlos." – "So fühle ich mich auch." Murmelte Kathryn und faßte auf ihren Bauch. B’Elanna legte ihre Hand auf ihre Schulter. "Mach dir keine Sorgen! Es wird schon alles in Ordnung sein. Oder hast du Schmerzen?" – "Nein..." Janeway machte Anstalten sich zu erheben, aber B’Elanna hielt sie fest. "Nichts da! Du brauchst noch ruhe! Und für den Plan brauchen wir dich nicht. Seven macht das wundervoll. Die Drohne kann heute noch in Betrieb genommen werden." Kathryn nickte und ließ sich wieder sinken. Daran merkte B’Elanna, dass es ihr wirklich noch schlecht ging. "Trink noch einen Schluck!" – "Nein, danke!" sie legte sich den Lappen auf die Stirn. "Hast du... Chakotay gesagt, dass ich... ein Kind bekomme?" – "Nein..." sagte B’Elanna. "Hätte ich es tun sollen?" – "Nein... es hätte ja aber sein können, dass du... als ich so krank war..." – "Unsinn!" In diesem Moment kam ein junger Fähnrich an. "Lieutenant... Seven of Nine wünscht sie zu sprechen. Sie meint, es gehe um eine Steuerung!" – "Ich komme!" nickte B’Elanna und lächelte Janeway an. "Die Pflicht ruft!" Damit ging sie.
"Damit..." Seven hielt Chakotay ein Gerät unter die Nase. Dieser nahm es und blickte hilflos auf die vielen Knöpfe. "...kann man die Drohne steuern. Ich habe sie programmiert, dass sie auf unsere Befehle reagiert. Das dort... ist also nur für Notfälle. Mit diesem Gerät kann man sämtliche Sicherheitsschaltkreise überbrücken. Nur, falls die Borg hinter unseren Plan kommt und es doch irgendwie schafft, die Drohne zu kontakten." Sie schloß den Rücken des Borg und blickte Chakotay dann an. "so... damit kann alles losgehen!" Chakotay hob die Hand. "einen Moment. Wird man die Drohne nicht entdecken? Ich meine, immerhin arbeitet sie nicht mehr fürs kollektiv!" B’Elanna nickte. "Das haben wir uns auch gedacht. Äußerlich kann keiner merken, dass sie jetzt für uns arbeitet. Wir haben alles neu konfiguriert, allerdings ihre alte ‚Aura‘... wenn man das so nennen kann... wieder hergestellt." – "Gute Arbeit!" nickte Chakotay. "Also. Nun brauchen wir nur noch jemanden, der geht! Das ist nicht ungefährlich, denn sollte jemand entdecken, was wir vorhaben... könnte derjenige, der gegangen ist, getötet werden." – "ICH werde es tun!" alle fuhren herum. Janeway schritt durch die Menge. Als sie Chakotays Gesicht sah, hob sie die Hand. "Es ist gefährlich, und ich bin der Captain. Sobald ich auf der Voyager bin, werde ich versuchen, dem Doktor zu helfen. Irgendwie können wir vielleicht einen Weg nach draußen finden, und dann Hilfe holen. Wir könnten den Borg irgendwie ein Ultimatum stellen. Wenn wir die Voyager II fänden, hätten wir eine faire Chance! Deshalb möchte ich auch Mr. Paris bitten, mit mir zu kommen!" Chakotay schüttelte den Kopf. "Das kommt überhaupt nicht in frage. Du bist noch krank und kannst dich nicht wehren, solltet ihr in einen Angriff kommen." Kathryn schüttelte den Kopf. "Ich werde auf der Voyager den Doktor aufsuchen, wenn es sie beruhigt, Commander!" sagte sie scharf und blickte Paris an. Dieser nickte. "Aye, Ma’am." Kathryn blieb vor Chakotay stehen. "Du... wirst hier gebraucht. Glaube mir, im moralischen Aufbau der Crew bist du besser als ich!" – "Kathryn... ich..." – "Chakotay. Du kannst mich nicht jedesmal von etwas gefährlichem abhalten. Das versuchst du aber immer wieder, seitdem wir verheiratet sind. Ich bin aber im Moment auch Captain dieser Crew. Und als Captain... ist es meine Aufgabe, die Crew mit allen Mitteln zu retten!" Sie legte ihre Hände auf seine Schultern. "Glaube mir, es fällt mir oft nicht leicht, so zu handeln, aber es ist meine Pflicht. Mach dir keine sorgen!" Chakotay lächelte. "Warum sollte ich? Vor deinem Sturkopf sollten sogar die Borg Respekt zeigen!" Janeway lächelte. "Das glaube ich eher weniger. Du... tust es ja auch nicht!" – "Was willst du jetzt wieder damit sagen?" Janeway blickte ihn sanft an. "Erkläre ich dir, wenn wir wieder zuhause sind!" sie drehte sich um und verschränkte die Arme. Tom und B’Elanna küssten sich innig und schienen sich überhaupt nicht mehr voneinander lösen zu wollen. Schließlich räusperte Janeway sich. "Tom... ich will ja nicht drängen, aber... soll ich einen anderen Piloten fragen?" Tom löste sich sichtlich verlegen. "Ahem... natürlich nicht, Ma’am... ich... ich bin bereit!" Er schob B’Elanna von sich. Janeway nickte und Tom ging zu der Drohne. Als Kathryn an der klingonischen Chefingenieurin vorbeiging, blieb sie stehen. "B’Elanna... sollten wir... zu spät kommen und euch der Tod drohen... oder Assimilation... was aufs gleiche rauskommt... dann versprich mir, dass du Chakotay sagst, dass er Vater geworden wäre!" wisperte sie. B’Elanna nickte. "Ich verspreche es. Aber... ihr werdet hoffentlich nicht zu spät kommen, denn... ein klingonischer Borg ist gefährlich!" – "Ich werde mich daran erinnern!" lächelte Janeway und B’Elanna verschränkte die Arme. "Brauche ich also nicht auszuführen, was ich tun werde, wenn ihr nicht rechtzeitig wieder da seid?" – "Nein..." Janeway lächelte und blickte sie an. "Paß auf Chakotay auf. Ich möchte nicht, dass er Dummheiten macht!" – "Das gleiche habe ich Tom auf deine Person bezogen gesagt!" erklärte B’Elanna grinsend und Kathryn lächelte. "Vorsicht, Lieutenant!" Damit ging sie hinter Tom her.
Janeway und Paris schritten mit ausdruckslosen Gesichtern hinter der Drohne her, die sie die langen Gänge entlangführte. Die anderen Drohnen gingen an ihnen vorbei, ohne ihnen Beachtung zu schenken. Lang war der Weg, und Tom zweifelte schon an der Sicherheit der Mission, als sie in eine riesige Halle kamen. Sie schritten über eine Brücke. Unter ihnen lag die Voyager. Die Drohne schritt auf eine Art Fahrstuhl zu und fuhr die beiden nach unten. Dort stellte sie sich an eine Konsole und tippte einige Koordinaten ein. Janeway fühlte das Kribbeln, als sie sich auflösten, und wenig später auf der Voyager wieder materialisierten. Tom ging sofort auf die Tür zu. "Klappte doch alles wunderbar!" – "Zu wunderbar für meinen Geschmack!" sagte Janeway und schnappte sich einen Phaser aus einem Schrank. "Nehmen sie sich auch einen. vielleicht sind noch Borg an Bord. Man kann nie wissen!" sie verließen den Transporterraum und schritten die Gänge entlang. Wenig später hatten sie auch Trikorder. "Stellen sie den Trikorder so ein, dass uns die Borg mit ihren Scannern auf diesem Schiff nicht erfassen können." – "Aye, Ma’am!" Paris tippte an seinem Gerät herum, als Janeway an einer Kurve plötzlich stehenblieb. Tom knallte gegen sie und fing sich einen strafenden Blick ein. Entschuldigend zuckte er die Schultern. "Was ist?" – "Ich höre etwas... Schritte!" Sie nahm ihren Phaser und hielt die Luft an, wie Tom. Dann trat sie hinter der Wand hervor. "Keine Bewegung!" Der Doktor sah auf den Phaser an seinem Hals und schob ihn dann einfach weg. "Ich darf doch bitten, Captain!" – "Doktor!" Janeway sah Paris an. "Was machen sie hier?" – "Reparaturen, was sonst!" fragte der Doktor und tippte an einem Bildschirm herum. "Ich bin fast fertig! Natürlich ist alles nur provisorisch." – "Doktor... gibt es eine Möglichkeit, mit der Voyager das Borgschiff zu verlassen?" fragte Tom und der Doktor sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. "Ohne Zustimmung der Borg? Unwahrscheinlich. Wenn nicht geradezu unmöglich. Das Tor wird von der Königin persönlich bewacht... es gibt aber..." Der Doktor überlegte. "Ja... es gibt einige kleinere Nottore... zu klein für die Voyager, aber nicht zu klein für ein Shuttle. Allerdings erfordert das... jede Menge Phantasie. Die Borg werden nämlich sicher gegen die Flucht angehen. Janeway sah Paris an. "Immerhin ein Anfang. Wir haben nicht viel Zeit. Doktor, ich will es kurz machen. Die Borg haben das Antivirus. Es wird also nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Borg ein stärkeres Virus entwickelt haben, und alle assimilieren werden. Wir haben also keine Zeit!" Der Doktor nickte. "also... kümmern wir uns um das Shuttle." – "Ja. Wir brauchen ihre Hilfe. Sie müssen auf der Brücke alles vorbereiten. Versuchen sie, wenn nötig mit einem Torpedo ein Tor zu öffnen." Der Doktor nickte und blickte sie dann an. "Captain... vielleicht kann ich, wenn sie fort sind, mein Antivirus ebenfalls weiterentwickeln. Wie bei... Grippe Viren, verstehen sie? Mittlerweile hat man ein allgemeines mittel, aber Ende des zwanzigsten Jahrhunderts hatte man das nicht. Da tauchten immer wieder neue..." – "Ja, Doktor... können sie mir das später erläutern? Kommen sie, Tom. Versuchen wir, einen Plan auszuklüngeln, wie wir möglichst unbeschadet hier herauskommen." Damit machte sie sich auf den Weg zur Shuttlerampe.
Tom krabbelte unter dem Shuttle hervor. "Das sollte genügen!" Janeway nickte und half ihm hoch. "Die Schilde rotieren und neutralisieren automatisch die der Borg. Dadurch kommen wir ohne Probleme heraus. Und die Überladung im Tor wird aussehen wie ein Unfall. Hoffen wir, dass der Doktor schnell genug die Sicherheitscodes geknackt hat." – "Hat er!" kam eine Stimme von der Tür und beide fuhren herum. "Doktor!" sagte Janeway und Paris trat drohend auf ihn zu. "Müssen sie uns so erschrecken?" – "Ich habe die Sicherheitscodes. Die Überladung sollte kein Problem sein." – "Gut! Dann wären wir bereit!" sagte Janeway. "Die Torpedos sind verladen, zur Sicherheit... Vorräte haben wir auch... ist doch alles bestens." Sie wollte ins Shuttle gehen, doch der Doktor schüttelte den Kopf. "Nein, Ma’am... vorher möchte ich sie beide noch einmal auf der Krankenstation untersuchen." Janeway nickte seufzend. "also schön. Aber schnell!" – "Außerdem... habe ich zwei Proben des neuen Antivirus." – "So schnell?" fragte Janeway und der Doktor grinste stolz. "Ich habe auch gearbeitet, während sie fort waren. Nur war es da... sagen wir... eher Spielerei. Das Virus sollte auch die neuen Nanosonden bekämpfen. Sobald ich genug entwickelt habe, werde ich versuchen, es unbemerkt zu den anderen kommen zu lassen!" Janeway sah ihn an. "Wir haben eine kleine Hilfe. Eine Drohne. Sie wurde umprogrammiert. Ich schreibe ihnen die Kennziffer und die Zugangscodes auf. Damit dürfte es eine Kleinigkeit für sie werden!" – "Aye, Captain!" sagte der Doktor sichtlich zufrieden. "Ich glaube, ich werde eine Umschulung auf einen Captain machen!" Janeway nickte. "Nur zu! Der erste holografische Captain. Sie haben meine Unterstützung!" Damit gingen sie alle zusammen in Richtung Krankenstation.
Geduldig lag Kathryn Janeway auf dem Biobett, während der Doktor die Hülle um sie schloß. "Ich werde jetzt einige kurze Untersuchungen durchführen... ihren Zustand betreffend!" Er tippte auf einigen Knöpfen herum und las auf einem Bildschirm einige Werte ab. "Es ist ein wunder, dass das Kind das überlebt hat. Mmh... wie nett... ein kleiner Borg!" – "WAS?!?" Kathryn wäre beinahe hochgefahren, hätte der Doktor sie nicht zurückgehalten. "Ein kleiner Scherz!" grinste der Mann und fing sich einen vernichtenden Blick ein. "Ich finde ihre Scherze äußerst geschmacklos, Doktor!" – "Ich werde ihnen jetzt ein Mittel zur Verstärkung des Immunsystems geben. Ihr Kreislauf ist etwas instabil, was sich auf Dauer auf das Kind auswirken könnte. Aber ich denke, damit kriegen wir das in den Griff." Er setzte Kathryn das Gerät an den Hals und öffnete dann die Hülle wieder. "So, sie sind vollkommen gesund." Kathryn nickte und strich ihre neue uniform glatt. "Danke, Doktor!" Sie ging zur Tür und begegnete Paris‘ verblüfftem Blick. "Folgen sie mir, Lieutenant!" Auf dem Flur sah Paris sie an. "Habe ich mich da verhört? Ein Kind? SIE?!?" Janeway blieb stehen und verschränkte die Arme. "Sollte dieser Unterton jetzt irgendetwas sagen, lieutenant?" – "nein... nein, Ma’am... ich... ich dachte nur... sie... ähem... ich meine... sie sind schließlich... der Captain und..." Janeway winkte ab. "Reden wir später darüber. Kommen sie, wir haben nicht so viel Zeit." Sie betraten wenig später die Shuttelrampe. "Janeway an den Doktor, wir sind jetzt soweit. Lassen sie die Drohne die Überladung programmieren!" – "Aye, Captain!" Janeway sah Paris an. "komm jetzt!" sie setzten sich auf ihre Plätze und blickten nach vorne. "Hoffen wir, dass es klappt!" Janeway blickte Paris an. "Nein, es wird klappen! Wir sind die letzte Hoffnung dieser Crew. Und wir werden es schaffen!" Tom nickte und sah dann wieder nach vorne. "Ähm... Ma’am... was wird es denn? Junge oder Mädchen?" Kathryn sah ihn an. "du gibst wohl auch keine Ruhe, wie? Ein Mädchen." – "Oh... und was sagt Chakotay dazu? Ich meine... kein Junge, dem er Bogenschießen beibringen kann?" Kathryns Blick wurde kühl. "Ich finde deine Witze nicht komisch. Er weiß es noch nicht. Ich habe es... erst auf dieser Mission erfahren." Tom sah sie betroffen an. "Kathryn, das tut mir leid. Das konnte ich nicht wissen..." – "Ja, schon gut! und jetzt konzentrieren wir uns, sonst wird Chakotay nämlich weder einem Jungen, noch einem Mädchen Bogenschiessen beibringen können! Geschweige denn es selber lernen!" Paris schmunzelte. "Ich aktiviere die Triebwerke... das Tor öffnet sich!" – "Volle Kraft, Lieutenant!" sagte Janeway und behielt die anzeigen im Auge. "wir verlassen jetzt die Voyager... noch fünf Sekunden bis zum austritt aus dem Kubus... vier... drei... zwei... eins..." Sie flogen hinaus ins Universum. "Die Borg aktivieren ihre Waffen!" sagte Janeway und Paris grinste. "Zu spät! Wir sind bereits auf Warp. Ich denke nicht, dass sie uns noch einholen. Hast du schon einen Namen?" – "Tom!" warnte Janeway und konzentrierte sich wieder auf ihre anzeigen. "Also... volle Kraft auf die Erde. Wir sollten in vier Tagen ankommen. Vielleicht haben wir Glück, und wir begegnen vorher noch einem Föderationsschiff!" Tom nickte. "Zu wünschen wäre es. Dann könnten sie sich schon mal auf unsere Ankunft vorbereiten. Vor allem möchte ich wissen, was aus unserer Verstärkung geworden ist." – "Ich auch!" sagte Janeway und lehnte sich dann zurück.
Kapitel 7
Kathryn setzte sich auf, als sie erwachte und blickte nach vorne. Paris lag in seinem Stuhl, die Beine auf den anderen Stuhl gelegt und las. Als er bemerkte, dass sie erwacht war, setzte er sich sichtlich verlegen auf. "Oh... ähm..." – "Bleib ruhig sitzen!" murmelte Kathryn und stand auf. "Was soll jetzt noch passieren. Machen wir es uns bequem." Sie nahm sich einen Apfel aus ihrem Vorräten. "Was gäbe ich jetzt für ein Stück Karamelkuchen meiner Mutter... naja, man kann nicht alles haben... obwohl ich sagen muß, das wir im Moment so gut wie nichts haben! Hat jemand auf unsere Rufe geantwortet?" – "Negativ!" murmelte Paris. Janeway schüttelte den Kopf. "Es muß sie doch jemand gehört haben. Wir sind doch im Föderationsraum." Plötzlich piepte etwas. Paris sah auf. "Ma’am... ein Raumschiff nähert sich... keine Föderation!" – "Schilde auf Maximum!" Janeway setzte sich auf ihren Platz. "Schicken sie eine Nachricht." – "Keine Antwort!" – "Halte die Waffen bereit, Tom! Es könnte sein, dass die nicht unbedingt unsere Freunde sind." Sie tippte auf ihren Tasten herum. "Es sind Cardassianer... merkwürdig. So einen Kreuzer habe ich noch nie gesehen!" – "Ma’am... sie aktivieren ihre Waffen!" – "Ausweichmanöver!" befahl Janeway und Paris tippte auf seinen Tasten herum. "Sie schießen! Ich fürchte, lange halte ich das nicht durch... vom Shuttle ganz zu Schweigen!" – "Rufen sie sie noch einmal!" in diesem Moment erschien ein Gesicht vor ihnen auf dem Schirm. "Föderation!" Das Gesicht eines Mannes erschien. Janeway blickte ihn an. "Stellen sie das Feuer ein. Es herrscht Frieden. Es gibt keinen Grund, uns anzugreifen." – "Frieden?" höhnisch lachte der Mann. "Zwischen unserer Regierung und der Föderation vielleicht, aber wir gehören nicht dazu! Wenn sie sich ergeben... werden wir Gnade walten lassen und sie angemessen behandeln!" Janeway sah Paris an. "Ich glaube, sie haben nicht richtig verstanden. Wir werden uns nicht ergeben! Hören sie... es geht hier nicht einfach um einen Flug, den wir machen. Dies ist ein Notfall... wir müssen so schnell wie möglich zum Starfleet Hauptquartier!" Der Mann sah sie verständnislos an. "Ich glaube, sie haben nicht richtig verstanden! Ergeben sie sich... oder wir töten sie!" Die Kommunikation wurde unterbrochen. Tom sah den Captain an. "Was ist, ergeben wir uns?" – "Nein! Versuchen wir, sie abzuhängen! Und wenn nichts mehr hilft... schießen wir unseren Torpedo ab. Ich bin nicht bereit, jetzt aufzugeben. Die Crew ist in Gefahr!" – "du hättest Chakotay zum Abschied einen Kuss geben sollen!" sagte Tom und tippte auf seinen Tasten herum. Kathryn sah ihn an. "Das werde ich nachholen, wenn wir uns wiedersehen. Ein Captain kann nicht einfach in der Öffentlichkeit jemanden küssen, wie ein Pilot!" Tom sah sie schief an. "Das war jetzt ein versteckter Hinweis, habe ich recht?" Janeway schmunzelte. "konzentriere dich lieber auf die Cardassianer." – "Sie feuern!" Das kleine Shuttle bewegte sich zwischen den Schüssen hindurch. Tom Paris navigierte so geschickt wie möglich. "Ich gehe nach hinten, und bereite den Torpedo vor!" – "Aye, Ma’am!" nickte Paris. "Ich halte sie währenddessen mit unseren Phasern in Schach." Plötzlich erschütterte das Shuttle. "Was ist passiert?" Janeway sah auf. "Ein direkter Treffer. Schilde sind auf 45% Noch einen Treffer halten wir nicht aus." – "Leiten sie Lebensenergie in die Schilde um!" befahl Janeway und schob den Torpedo in die Rampe. Dann schloß sie die Klappe und eilte wieder zu ihrem Platz. "Rufen sie sie noch einmal!" Kurz darauf erschien das Gesicht des Mannes wieder. Janeway sah kühl auf den Bildschirm. "Ich warne sie! Wenn sie nicht auf der Stelle das Feuer einstellen, werden wir Torpedos abfeuern!" – "Captain... meinen Respekt. Sie werden nicht einmal rot beim Lügen!" – "Mr. Paris... Feuer!" Tom nickte und im nächsten Moment wurde der Torpedo abgeschossen. Er traf das cardassianische Schiff. Janeway beendete die Kommunikation. "So, versuchen wir jetzt, irgendwo Zuflucht zu finden. Senden sie ein SOS auf allen Frequenzen. Dort vorne in dem Nebel sollten wir vor ihren Sensoren sicher sein." – "Captain... das sind die Badlands!" – "Ich weiß, was das ist!" sagte Kathryn scharf. "Ich weiß es. Aber uns bleibt keine Wahl! Der Fürsorger existiert nicht mehr. Ich hoffe, dass wir nichts zu befürchten haben!" Tom nickte. "Aye, Captain!" Er navigierte das Schiff in die gefährlichen Badlands. Das kleine Shuttle rumpelte und zitterte. "Weiter kommen wir nicht rein, sonst werden wir von den Partikeln erschlagen!" – "Hoffen wir, dass es reicht!" murmelte Kathryn und tippte auf ihren Sensoren herum. "Captain... das Schiff nähert sich. Es geht auf Abfangkurs!" Kathryn stieß unhörbare Flüche aus. Im nächsten Moment traf ein Schuß das Shuttle. Das Bild des Mannes erschien wieder auf dem Schirm. "Kompliment. Sie waren nicht dumm. Wir hatten sie gewarnt!" Tom blickte starr auf den Schirm. "vielleicht gelingt es mir, mit Hilfe der Partikeln ihre Sensoren zu verwirren." – "Versuchen sie es!" – "Ich schalte den Antrieb ab, damit sollten wir nicht mehr von den Gesteinsbrocken zu unterscheiden sein!" sagte Tom und blickte die Frau neben sich an. "Wenn sie uns doch finden..." Kathryn sah ihn an. "Dann werden wir eine Möglichkeit finden!" erwiderte sie und lehnte sich zurück. "Hätte ich gewußt, was uns erwartet, wäre ich niemals auf diese Mission gegangen!" – "Dann wären wir alle assimiliert worden... auf der Erde!" sagte Tom und starrte an die Decke. Kathryn nickte. "auch wieder wahr." In diesem Moment piepten die Sensoren. Tom sah auf die Anzeigen. "Verdammt! Sie haben uns mit einem Traktorstrahl erfasst!" – "Voller Antrieb! Versuchen wir, ihnen zu entkommen!" – "Zwecklos!" murmelte Paris. "Wir sitzen wie eine Fliege in einem Spinnennetz!" Janeway stand auf und schnappte sich einen Phaser. "Dann werden wir kämpfen. Ich werde mich nicht von den Cardassianern töten lassen!" Paris nickte. "sie haben recht... wir sind jetzt im Schiff!" – "Dann machen wir uns besser bereit!" Es war sehr still, und hätte der Schirm nicht gezeigt, dass sie im Schiff waren, hätten sie es vermutlich nicht bemerkt. Dann hörte man Schläge gegen das Metall. "sie versuchen, das Shuttle zu öffnen." Janeway stellte sich dicht an eine Wand gepreßt. "Sie werden es über kurz oder lang schaffen." Sie und Tom verstanden sich ohne Worte. "Solltest du es schaffen, wieder frei zu kommen... verschwende keinen Gedanken an mich, sondern versuche, Starfleet zu erreichen!" sagte Kathryn. Tom nickte. "Aye, Ma’am!" In diesem Moment öffnete sich die Shuttletür. "Kommen sie heraus und ergeben sie sich!" Kathryn beugte sich um die Ecke und feuerte. "Wir werden uns nicht ergeben!" – "vielleicht sollten wir es tun!" murmelte Tom und blickte sie an. "Dann töten sie uns vielleicht nicht!" – "Nein, sie foltern uns nur! Ich bin einmal in meinem Leben von Cardassianern gefoltert worden. Das war eine Erfahrung, die ich nicht wiederholen möchte!" sagte Kathryn und feuerte erneut. Tom nickte. "schon überredet!" – "KOMMEN SIE HERAUS! Sonst werden wir das Feuer erwidern und sie töten!" Kathryn drehte sich um die Ecke. "Meine Antwort ist Nein!" und damit feuerte sie zum dritten Mal und traf. Ein Cardassianer brach zusammen. Sie drehte sich um die Ecke und drückte sich an die Wand. "Wie sehr wünschte ich in diesem Moment, ich wäre assimiliert worden!" murmelte sie und Paris lächelte. "Dann... hätten sie aber keine Gefühle mehr, und alles, was sie sagen könnten wäre: Wir sind Borg! Wenn überhaupt!" – "Sie haben Talent als Borg!" grinste Kathryn und drehte sich erneut um die Ecke. In diesem Moment traf sie ein Phaserstrahl an der Schulter. Sie schrie auf und taumelte durch die Wucht des Treffers genau in die Schußbahn. Ein Cardassianer setzte auf sie an. Paris sprang und warf sie zu Boden und haarscharf zischte der Schuss über sie hinweg. Paris hob die Hände. "Wir ergeben uns!" sagte er laut und legte seinen Phaser zu Boden. "Kathryn... bist du okay?" Kathryn Janeway setzte sich unter Schmerzen auf und wollte nach ihrem Phaser greifen. "Nein! Versuchen wir, mit ihnen zu reden!" sagte Tom und half ihr hoch. Kathryn schüttelte den Kopf. "Man kann mit diesem Volk nur schwer reden! Gerade mit Verbrechern!" sie schritten aus dem Shuttle, wo man ihnen sofort alle ihre Geräte abnahm. Dann wurden sie hart gepackt. "Bringen sie uns zu ihrem Captain!" verlangte Tom, woraufhin ihm hart die Hände auf den Rücken gedreht wurden. "Zum Captain? Okay... wie ihr wünscht!" Kathryn wurde vorwärts gestoßen. Die Cardassianer kümmerten sich nicht darum, dass sie wankte. Sie schritten die Gänge entlang und betraten dann die Brücke. Der Captain, der Mann mit dem Janeway die ganze Zeit gesprochen hatte, drehte sich nun herum. "Siehe da... Captain?" Er lächelte boshaft. "Eigentlich... hätte ich meine Drohung wahr machen sollen, sie sofort zu töten!" Janeway funkelte ihn an. "tun sie sich keinen Zwang an!" Der Mann jedoch lächelte. "Nein... das hätte keinen nutzen. Starfleet Leute sind... lebendig wertvoller. Vor allem so eine hochrangige Frau..." Paris riß sich los. "Sie... sie..." Janeway hielt ihn fest. "Tom..." zischte sie und wendete sich dann wieder an den Cardassianer. "Ich nehme nicht an, dass sie von ihrer Regierung geschickt wurden. Deshalb schlage ich vor, sie lassen uns schnell wieder frei. Sie riskieren sonst einen Krieg zwischen der Föderation und ihrem Volk!" – "Das ist genau das, was wir vorhaben! Und sie... sind der Schlüssel dazu. Wir werden uns als Kreuzer der Regierung ausgeben und dann ein Lösegeld für sie fordern! Und das wird hoch sein. Die besten Kriegsschiffe, die besten Waffen. Und dann werden wir die Herrschaft über den gesamten Alpha – Quadranten übernehmen!" – "Sie sind wahnsinnig!" sagte Paris und lachte. "Das wird nicht funktionieren! Die Föderation... ist nicht so dumm, alles aufzugeben nur für zwei... Geiseln! Die Föderation ist stark und besteht aus vielen Völkern! Es wird ihnen niemals gelingen, über alle zu herrschen!" Der Cardassianer lachte. "doch... denn wir werden uns mit der mächtigsten Spezies der Galaxie verbünden! Eine Allianz, die das gesamte Schicksal ändern wird. Die Cardassianer und die Borg!" Janeway schüttelte den Kopf. "sie sind wirklich verrückt! Glauben sie wirklich, die Borg wären ernsthaft an dieser Allianz interessiert? Sobald sie ihre Vorteile daraus gezogen haben, werden sie ihr ganzes Volk assimilieren. Und das wäre das Ende aller Spezies im Alphaquadranten!" Der Cardassianer lachte und zog sie hart an sich. "Sie sind nur eine Frau... sie verstehen nichts von Diplomatie! Aber ich mache ihnen ein Angebot..." – "Ich verzichte!" zischte Kathryn und stieß ihn fort. "Sie sind verrückt... und auf Angebote von Verrückten gehe ich grundsätzlich nicht ein!" – "Schade... sie wären eine schöne Trophäe für meine Sammlung gewesen! Denk darüber nach, Frau... ein Leben... an der Seite des mächtigsten Mannes der Welt." – "Des Verrücktesten Mannes der Welt!" verbesserte Janeway ruhig. "Du bräuchtest dich nicht vor angriffen zu fürchten... du hättest ein Leben in Frieden. Überlege deine Antwort gut! Sie wird nämlich über das Leben deines Crewmitgliedes entscheiden!" Er hob seinen Phaser. "Leben oder Tod!" Wütend funkelte Janeway ihn an. "Sie lassen mir keine Wahl!" – "doch, natürlich..." Tom sah sie an. "Captain..." Janeway nickte. "Schön... ich bin einverstanden!" sagte sie und sah auf. "unter der Bedingung, dass sie ihn in unserem Shuttle wieder fliegen lassen!" – "Inakzeptabel. Außerdem bist du nicht in der Position, Forderungen zu stellen, Frau!" Er schubste sie zu einem seiner Männer. "Bringe sie in ein Quartier. Ich kümmere mich später um sie. Jetzt zu unserem Freund hier..." Kathryn wehrte sich. "Fassen sie mich nicht an... das war nicht abgemacht! Ich weigere mich auf ihren Vorschlag einzugehen!" Der Cardassianer jedoch lächelte nur. "Ich liebe rebellische Frauen. Am liebsten sind mir klingonische... aber du scheinst auch eine Herausforderung zu sein!" Wehrlos mußte Tom zusehen, wie Janeway nach draußen gezerrt wurde. Dann wendete er sich dem Cardassianer zu. Dieser musterte ihn. "Du könntest einen guten Piloten für mein Schiff abgeben." – "Nein, danke!" stieß der junge Mann voller Abscheu hervor. "Gut... dann wirst du den Rest deines Lebens in meinem Kerker verbringen! ...Sperrt ihn ein!" Damit drehte er sich wieder um und beachtete die Wutschreie des jungen Tom Paris nicht mehr.
Wie ein Tiger schritt Kathryn Janeway in dem Quartier auf und ab. Sie kochte vor Wut. In ihrem Kopf arbeitete es fieberhaft. Irgend eine Möglichkeit mußte es doch für sie geben, hier herauszukommen. Vor ihrer Tür waren Wachen postiert, das hatte sie herausgefunden. Sie wußte auch nicht, was mit Tom geschehen war, also gab es nur eine Möglichkeit. Sie mußte versuchen, sich zunächst zu fügen, bis sie einen Plan entwickelt hatte. "Warum nur muß auf dieser Mission alles schiefgehen?" murmelte sie verzweifelt. In diesem Moment öffnete sich die Tür und der Captain trat ein. Er setzte sich ungefragt auf einen Stuhl und blickte Kathryn an, die seinen Blick kühl erwiderte. "Ich nehme nicht an, dass sie sich fügen werden!" sagte der Cardassianer und hauchte auf seine Fingernägel. "Ich nehme noch weniger an, dass sie mir etwas über die Technologie ihrer Waffen erzählen werden!" – "Genau richtig!" nickte Janeway und verschränkte die Arme. "Nun... deshalb habe ich mir ja auch etwas besonderes ausgedacht! Ich werde sie nicht foltern... sie werden nur so lange hier drinnen bleiben, bis sie bereit sind, mir etwas zu erzählen. Und sie werden auch nichts zu essen bekommen." Kathryn lachte auf. "Wenn sie glauben, mich so einschüchtern zu können, haben sie sich geirrt. Ich war schon in schlimmeren Situationen als dieser!" Der Captain erhob sich so wütend, dass der Stuhl zu Boden fiel. "Sei froh, dass ich heute gute Laute habe, sonst hätte ich dich jetzt meinen Männern überlassen!" Janeway drehte sich weg und stellte sich ans Fenster. "aber..." Der Cardassianer trat dicht hinter sie. "Ich bin ja kein Untier! Du wirst meine Gnade noch zu schätzen lernen!" Damit zog er sie an sich und küßte sie hart. "und glaube mir, ich kann ein Untier sein!" zischte er und verließ den Raum dann. Janeway blieb ohne Reaktion zurück. Sie suchte fieberhaft nach einem Plan, doch die Situation schien aussichtslos.
Kapitel 8
B’Elanna schritt unruhig auf und ab. "Das macht mich wahnsinnig!" zischte sie schließlich und rieb sich die Schläfen. "Dieses verfluchte Warten! Wenn sie uns wenigstens assimilieren würden! Aber nein! Sie lassen uns warten!" Chakotay erhob sich von der Matratze und legte ihr die Hand auf die Schulter. "B’Elanna... bitte! Du darfst jetzt nicht die Nerven verlieren! Die übrigen Crewmitglieder werden stark sein, solange wir nicht aufgeben!" B’Elanna stieß seine Hand weg. "Wir müssen stark sein! Und wer ist für uns stark? Kathryn und Tom sind unter Garantie schon längst wieder gefangen! Vielleicht sind sie tot, vielleicht Borg... wer weiß... und wir sitzen hier und... und schlagen die Zeit tot!" Da traf sie Chakotays Hand im Gesicht. Entsetzt starrte sie den Indianer an, der sich die Hand rieb. "tut mir leid, aber manchmal muß man auf Marquis Methoden zurückgreifen!" stieß er voller Schmerz und Wut hervor. "Glaubst du, mir fällt es leicht, hier zu sitzen und zu warten, bis meine Frau wiederkommt? Vielen Dank für deinen Aufbau!" Er drehte sich um und starrte an die Wand. "Es tut mir leid!" murmelte B’Elanna. "Es ist mit mir durchgegangen, aber... ich ertrage es nun einmal nicht, wenn ich nichts tun kann!" Chakotay lächelte. "Schon gut. Du hast ja recht. Unsere Chancen stehen verdammt schlecht!" in diesem Moment kam Seven an. "Wenn sie mich fragen, sie standen schon mal schlechter!" Sie hielt ein kleines medizinisches Gerät in der Hand und drückte es B’Elanna an den Hals, dann Chakotay. "Gruß vom Doktor, das Shuttle ist gut weggekommen. Und ein neues Gegenmittel. Es sollte den Borg noch etwas mehr Kopfzerbrechen bereiten!" Fassungslos sah B’Elanna sie an. "Sie... sie waren auf der Voyager?" – "Nein... unsere Drohne hat das zurückgebracht. Inklusive zwei Phasern für den Notfall und Beruhigungsmitteln!" Chakotay lächelte. "Erinnern sie mich daran, dass ich den Doktor für eine Beförderung vorschlage! Ich hoffe, sie haben alles gut versteckt!" – "Natürlich! Aber jetzt brauche ich ihre Hilfe. Alle Crewmitglieder müssen so schnell und unauffällig wie möglich geimpft werden!" Damit drehte sie sich um und ging hocherhobenen Hauptes davon. "Manchmal frage ich mich, wer hier der Captain ist!" grummelte B’Elanna und Chakotay lachte. "Komm schon! Immer noch eifersüchtig?" – "Nein, ich mag nur ihren Ton nicht!" Damit ging sie hinter Seven her. Chakotay folgte ihr grinsend. In ihm befand sich nun ein neuer Funken Hoffnung.
Kathryn Janeway erhob sich vom Bett, als Captain Carlock eintrat. Sie musterte ihn kühl. Der Captain setzte sich. "Kathryn... seit einer Woche weigern sie sich regelrecht auch nur ein Wort mit mir zu wechseln!" Kathryn lächelte kalt. "Nun... wie gesagt, solange sie mir nicht sagen, was sie mit meinem Piloten getan haben... bin ich auch nicht bereit, ihnen entgegenzukommen!" – "Oh... ich dachte, ich würde widerspenstige Frauen mögen, aber sie... sie sind langweilig! Können sie nicht mal eine andere Platte auflegen?" Kathryn drehte sich um und beugte sich auf die Fensterbank. Der Cardassianer explodiert. "Oh verflucht! Sogar eine klingonische Frau ist fügsamer als sie!" zischte er und Kathryn nickte. "Ich weiß, das bekomme ich öfter zu hören!" – "dann lassen sie sich jetzt eines gesagt sein! Ändern sie sich! Sonst... stirbt ihr Crewmitglied heute abend! Und zwar vor ihren Augen!" Kathryn fuhr herum. "Das würden sie nicht wagen!" – "Das würde ich, und das wissen sie! Durch unsere Hochzeit..." Kathryn stöhnte auf. "Es wird keine Hochzeit geben!" – "Durch unsere Hochzeit... würden wir Starfleet die Möglichkeit geben, sich ebenfalls mit uns zu verbünden! Und dann... wären alle... die legitimen Herrscher..." – "Sie glauben doch nicht, dass ich darauf hereinfalle, Carlock! Sie sind machthungrig! Sie würden nie im Leben ihre Macht mit jemandem teilen wollen! Aber ich warne sie. Die Borg... sind eine Nummer zu hoch! Mit dem Teufel... schließt man keinen Pakt!" stieß Janeway hervor. Carlock erhob sich. "Sie haben eine Stunde! Dann höre ich entweder ein Ja, oder es gibt eine nette Exekution." Damit verließ er das Quartier. Janeway fluchte. Die Zeit rannte ihnen davon. Seit einer Woche waren sie Gefangene. Es gab keine Möglichkeit für einen Fluchtversuch. Und seit einer Woche umwarb sie dieser Captain. Sie ließ sich auf das Sofa sinken und legte den Kopf in den Nacken, als ihr plötzlich eine Idee kam. Vielleicht sollte sie auf das Angebot eingehen. Denn so bekäme sie die Möglichkeit, hier herauszukommen, und vielleicht etwas zu unternehmen. Wenn sie es schaffte, an das Starfleet Quartier eine Meldung zu schicken, wäre ihnen geholfen! Plötzlich setzte sie sich auf. "Das ist es." Murmelte sie. Allerdings mußte sie es geschickt anstellen. Sie bezweifelte, dass dieser Kerl ihr sofort glauben schenken würde, sobald sie Ja sagte. Sie mußte mit einer Probe rechnen. Sie lief auf den Schrank zu und blickte sich die Kleider an. Dann stöhnte sie. "Chakotay wird mich umbringen..." damit zog sie ein Kleid heraus.
Eine Stunde später stand sie in dem sehr knappen Kleid im Zimmer. Sie hatte ihre Haare geöffnet und sie lagen nun offen um ihren Kopf und verbargen Teile ihres hübschen Halses. Sie setzte sich auf das Sofa und tat, als wäre sie angestrengt mit einer Lektüre beschäftigt, als der Captain eintrat. Kathryn holte Luft. Jetzt kam es auf alles an. Entweder alles oder nichts. Sie lächelte, als sie bemerkte, dass der Captain gefesselt von ihrem Anblick war. Regel Nummer 1: Setze deine Weiblichkeit ein. Sie würde das in ihr Captainlogbuch eintragen. Langsam erhob sie sich. "Captain!" sagte sie in gespielter Überraschung. "Ist es schon soweit?" – "Ja, und wie ich sehe... haben sie sich für mich entschieden!" Kathryn lächelte. "Wissen sie... ein Leben an der Seite des mächtigsten Mannes der Welt... hat etwas für sich. So werde ich auf der Gewinnerseite stehen. Vorausgesetzt, ich darf noch Captain eines Schiffes sein. Ich liebe meinen Beruf!" Carlock trat vor sie. "Natürlich, Teuerste. Darüber ließe sich reden..." Er strich über ihren Hals und Kathryn kämpfte mit dem Reflex, ihm eine Ohrfeige zu geben. Dann aber drückte sie sich an ihn. "Nun... wann werden wir heiraten?" – "Nach unserem Sieg! Ich möchte erst wissen... ob du es ernst meinst!" sagte Carlock und blickte auf ihren Ausschnitt. Kathryn hob seinen Kopf. "könnte ich dich belügen?" Und damit küsste sie ihn. Carlock löste sich schließlich und räusperte sich. "Ähem... nun... es fällt mir schwer, das zu glauben, aber... wir werden sehen... folge mir, Teuerste. Du darfst dich ab jetzt frei bewegen, aber..." Sein Blick wurde für einen Moment kalt. "Wage es einmal mich zu hintergehen, und ich werde dich in den Kerker werfen! Bei mir gibt es keine zweite Chance!" Kathryn lächelte bezaubernd. "Natürlich!" sie ging hinter ihm her und überlegte, wie sie reagieren sollte, wenn dieser Kerl noch zudringlicher wurde. Sie schüttelte den Kopf. Sie mußte es eben vorher beenden. Als sie auf die Brücke traten, blickte Tom Paris sie fassungslos an. "Aber... Ma’am!" Kathryn ignorierte ihn und umarmte den Captain. "Wohin fliegen wir?" – "Nun... wir fliegen erst einmal in unser Hauptquartier, wo wir einige Vorräte auffüllen! Liebling!" Kathryn wich geschickt seinen Lippen aus. "Und... wie lange dauert das?" – "Ungefähr... eine Woche!" Eine weitere Woche! Kathryns Gedanken arbeiteten fieberhaft während des folgenden Kusses. Er widerte sie an, und deshalb arbeitete sie umso stärker an einem Fluchtplan. "KATHRYN! Sag mir, dass das nicht wahr ist!" Tom schrie fast. Kathryn drehte sich um. "Tom... wir sollten lernen, welches die stärkere Seite ist. Die Cardassianer werden auf die Dauer siegen!" – "Aber... Ma’am...! Was wird... aus Chakotay... und B’Elanna?" Kathryn lachte auf. "Die sind unter Garantie längst assimiliert." Ein Schmerz durchzuckte sie, als ihr klarwurde, wie wahr das sein konnte. Sie drehte sich weg. "Ich ziehe einen Cardassianer einem Borg vor!" Carlock lachte. "Nun... sie ist zur Vernunft gekommen! Was ist mit dir, Pilot?" Tom schüttelte den Kopf. "Nein... niemals werde ich meine Crew verraten! Ich habe diesen Fehler einmal begangen... ein zweites Mal werde ich es nicht tun! Ich hatte immer eine andere Meinung von ihnen, Captain Janeway! Ich habe mich anscheinend getäuscht! Schade nur, dass jetzt 200 unschuldige Menschen deshalb sterben müssen!" Kathryn lachte auf. "Es werden noch viel mehr sterben! Und wir werden unter ihnen sein, wenn wir uns ihm nicht anschließen!" – "VERRÄTER!" schrie Tom sie an und ein Kathryn ging zu ihm. Hart traf ihn ihre Hand im Gesicht. Verzeih mir Tom, aber es geht nicht anders! Tom blickte in ihre Augen und drehte sich dann weg. "Wenn das so ist..." sagte er und schluckte. "...bringen sie mich wieder in den Kerker!" Kathryn drehte sich um. "Feigling!" zischte sie und schmiegte sich dann wieder an Carlock. Es war gar nicht schwer diese Rolle zu spielen. Ihre Augen wanderten über die Schaltpulte und kurz darauf hatte sie die Kommunikation entdeckt. Jetzt mußte sie nur noch einen Plan entwickeln, dort heranzukommen, und zwar am besten so schnell wie möglich. "Darf ich mir die Brücke ansehen?" – "Natürlich!" nickte Carlock. Kathryn ging ein wenig herum. "Sie ähnelt der von Föderationsraumschiffen sehr!" bemerkte sie und tat fasziniert. In Wirklichkeit langweilte es sie zu Tode. Tausendmal hatte sie Brücken wie diese gesehen. "Oh... ist das die Steuerung?" – "nein, Süße, das ist die Kommunikation!" sagte Carlock und drehte sich dann wieder zu seinem Schirm um. Kathryn blickte die anderen drei Brückenoffiziere an, die nicht von ihren Pulten aufsahen. Dann begann sie blitzschnell, die Tasten zu bedienen. Und zum ersten Mal in ihrem Leben war sie froh, damals auf der Sternenflottenakademie den Kurs für Raumschiffe anderer Spezies besucht zu haben. "Was tust du da?" Scharf hallte Carlocks Stimme über die Brücke. Kathryn sah auf. "Ich... ich schaue mir alles an!" sie lächelte, doch Carlock stürmte zu ihr. Kathryn drehte sich herum, zog ihn an sich und küßte ihn. Und währenddessen fanden ihre Finger den Bestätigungsknopf und die Nachricht schnellte unaufhaltsam hinaus ins Weltall. Carlock stieß sie zur Seite und sah auf den Schirm. Und dann traf seine Hand sie hart im Gesicht. Kathryn Janeway schrie auf, als sie zu Boden fiel, stand aber genauso schnell wieder auf. "Du hast mich hereingelegt, du Miststück!" – "Haben sie ernsthaft geglaubt, ich ließe meine Crew im Stich? Dann müssen sie mich für einen schlechten Captain halten!" sagte Kathryn kalt und Carlock lachte. "Nein... nur für eine Frau. Aber auch wenn sie den Körper von einer haben... sie sind ein Biest! Hey! Du! Bringe sie in den Kerker und sorge dafür, dass sie nichts mehr anstellt. Ich werde mich später persönlich um sie kümmern!" Janeway wehrte sich nicht. "Die Nachricht wird bald von der Sternenflotte gehört werden, und dann... haben sie keine Chance mehr!" zischte sie. Carlock faßte sie hart am Kinn. "Schade... du hättest wirklich eine sehr gute Frau abgegeben! Jetzt... hast du dir alles selber zuzuschreiben!" Damit wurde sie hinausgezerrt.
Kathryn Janeway schrie auf, als sie in den dunklen Raum gestoßen wurde. Sie schmeckte Blut an ihren Lippen, ging aber nicht darauf ein. Mühsam setzte sie sich auf. Sie zitterte. Jetzt war alles verloren. Wenn Starfleet die Botschaft nicht empfangen hatte, wäre alles vorbei. "Kathryn?" – "Tom!" Erfreut tastete der Captain der Voyager sich zu der Stimme hin. "Hat dein Bräutigam so schnell genug von dir gehabt?" – "Allerdings! Aber ich habe es vorher noch geschafft, eine Meldung zu schicken. Hoffen wir, dass sie ankommt!" Stille. Dann plötzlich fragte Tom. "Wieso bist du eigentlich nicht Schauspielerin geworden?" Kathryn lachte bitter auf. "Falls du die kleine Show eben meinst... für nichts in der Welt würde ich so etwas wiederholen!" – "Was wird nur Chakotay sagen, wenn er davon erfährt!" – "Es war notwendig!" sagte Kathryn nur und tastete nach seiner Hand. "Hoffen wir, dass Starfleet sich beeilt... ich fürchte, wir haben nicht mehr viel Zeit, denn Gnade... haben wir jetzt wohl keine mehr zu erwarten!"
Tom erhob sich, als die Tür aufsprang und stellte sich schützend vor die schlafende Janeway. Die Cardassianer hatten keine Mühe, ihn zu überwältigen. Zu schwach war er, von der Tortur, die er bereits durchlebt hatte. Kathryn erwachte unsanft, als sie hochgezogen wurde. Sie schrie auf, als ihre Arme auf den rücken gedreht wurden. Carlock trat dicht vor sie. "Schade für sie beide. Ein Föderationsschiff ist nämlich auf dem Weg hierher." Kathryn lächelte kalt. "Dann... bin ich hocherfreut!" – "Auch noch, wenn ich ihnen sage, dass wir sie jetzt töten werden?" – "Machen sie sich nicht lächerlich! Jeder weiß, dass sie uns jetzt mehr brauchen, als zuvor... als Geiseln!" sagte Janeway ironisch. Captain Carlock stieß einen Fluch aus. "Sie sind ziemlich frech! Zu frech für meinen Geschmack!" Paris lachte auf. "Ich bitte sie! Sie lassen sich von einer Frau derart auf die Palme bringen? Ts, ts, ts." – "Sie gehen mir auf die Nerven! Beide!" stieß er hervor und gab seinen Männern dann Zeichen, die Beiden hinter ihm her zu bringen. Wenig später kamen sie auf die Brücke. "so... Captain Janeway! Sie überlegen jetzt lieber schnell, wie sie dieses Föderationsschiff davon überzeugen, dass alles in Ordnung ist. Sonst wird dieser verheißungsvolle junge Pilot hier nämlich sterben. Und zwar gleich!" – "sie wissen genau, dass ich das nicht kann!" sagte Kathryn nur und verschränkte die Arme. Carlock nickte. "Das ist schade... für ihn!" Er setzte seinen Phaser auf Tom an. In diesem Moment erbebte das Schiff. "Ein Schuß, Captain!" Carlock kümmerte sich nicht weiter um die Beiden und lief zu seiner Station. "Wie kann das sein? Das Föderationsschiff ist doch noch viel zu weit entfernt!" – "Es ist keine Föderation, Sir..." berichtete der Mann. "Es sind... Marquis!" – "Das ist unmöglich! Erstens sind die Marquis zerschlagen worden, und zweitens... hätten wir sie eher bemerken müssen!" wetterte der Captain. "Sie wissen Sir, dass noch immer diese Gerüchte existierten..." – "Ja, ja... die Marquis hätten sich lediglich so als Tarnung zurückgezogen! Das ist doch alles Weibergetratsche!" schrie er und sah Kathryn an. "Wenn das wieder einer ihrer faulen Tricks ist..." Weiter kam er nicht, dann der nächste Treffer traf das Schiff. Und diesmal purzelten alle durcheinander. Ein Vorteil für Janeway und Paris, denn sie kamen so an Phaser. Sie warfen sich blickte zu und sprangen dann auf. "So, und jetzt keine Bewegung!" schrie Paris, während Janeway zur Kommunikation eilte. "Er hat recht... es sind Marquis!" sagte sie. "Aber das Föderationsschiff ist jetzt auch nahe genug dran! Janeway an Föderationsschiff!" – "Riker hier!" Das Bild von Commander William Riker erschien auf dem Schirm. "Kathryn Janeway? Kam diese seltsame Kom Nachricht etwa von ihnen?" – "Richtig! Ich habe jetzt keine Zeit für Erklärungen! Wir werden von Marquis angegriffen! Wir müssen so schnell wie möglich von diesem Schiff zurück zum Sternenflotten Hauptquartier!" Riker nickte. "Verstanden! Halten sie sich zum Nottransport bereit, er wird vielleicht etwas holprig!" Damit war die Kommunikation beendet. Janeway ging zu Paris und klopfte ihm auf die Schulter. "Gute Arbeit, Lieutenant!" – "Danke, Ma’am!" grinste Tom und wendete sich dann wieder den Cardassianern zu.
"Captain..." Janeway nickte Riker zu, als sie die Brücke betrat. Verwirrte blicke der Brückencrew trafen sie, und etwas unsicher zupfte sie an dem Kleid herum, dass ohnehin schon sehr knapp geschnitten, jetzt aber auch noch zerrissen war. Riker musterte sie. "Captain Kathryn Janeway... ich nehme an... dafür gibt es einen Grund, oder?" Kathryn winkte ab. "Wir haben keine Zeit, wir müssen so schnell wie möglich zurück zum Starfleet Hauptquartier. So wie ich das mitbekommen habe, sind die Borg an der Grenze unsere geringste Sorge!" Riker gab die entsprechenden Befehle und sah dann Janeway und Paris an. "Am besten... ich werde ihnen welche von unseren uniformen geben, und dann müssen sie mir alles haarklein erzählen! Ich dachte, sie wären auf der Voyager. Es ging das Gerücht um, sie wären alle assimiliert. Zumal die Borg sich zurückgezogen haben!" Janeway und Paris warfen sich einen Blick zu. "Captain..." – "William!" unterbrach Riker. "Nennen sie mich William!" – "also schön... William... wir waren auf der Voyager! Und das ist der zweite Punkt! Wir brauchen eine Flotte, die mir und Mr. Paris hilft, unsere Crew zu befreien! Wir sind die einzigen, die entkommen sind. Dummerweise... sind wir von cardassianischen Piraten gefangengenommen worden. So kamen wir auf das Schiff. Und dort erfuhr ich von einem noch viel unglaublicherem Plan! Die Cardassianer haben sich die Borg als Alliierte ausgesucht, und wenn ich das richtig durchschaue... bedeutet das das Ende des gesamten Alpha Quadranten. Jedenfalls das Ende der Individuen, denn die Borg gehen keine ehrliche Allianz ein!" Sie verließen den Turbolift, mit dem sie gefahren waren. William Riker sah die aufgebrachte Frau an. "Kathryn... ich darf sie doch so nennen... bei allem Respekt. Ich glaube nicht, dass an dieser Geschichte ernsthaft etwas dran ist. So dumm... könnten doch nicht einmal die Cardassianer sein. Und was die Voyager betrifft. Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass Starfleet eine ganze Flottencrew in Lebensgefahr bringt, nur um ihre Crew zu retten!" – "Hier geht es doch nicht nur um meine Crew! Es geht um... alles, verstehen sie? Wir müssen etwas unternehmen!" Tom nickte zustimmend. "Ja. Und ich bin ebenfalls nicht bereit, jetzt aufzugeben!" William Riker sah von einem zum anderen. "Ich bringe sie beide erst einmal auf die Krankenstation. Dann werde ich sie zu Starfleet bringen. Das weitere müssen sie regeln!" Janeway nickte und blickte den Mann dann an. "noch etwas... hieß es nicht, die Marquis existierten nicht mehr?" – "Ja, allerdings!" nickte der Captain und Tom seufzte. "Ein weiterer Irrtum ihrerseits. Sie haben sich lediglich zurückgezogen!" – "Ohne ihnen zu nahe treten zu wollen, aber... sie sind sicher, dass ihre Geschichte stimmt?" Kathryns Blick wurde kühl. "Ich weiß sehr wohl, wovon ich rede!" sagte sie und betrat dann die Krankenstation. Der amtierende Arzt sah auf. "Ah, Captain..." Riker nickte. "Doktor... kümmern sie sich um unsere Patienten." Er nickte Kathryn zu und verließ dann die Krankenstation. Tom seufzte. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich das einmal sagen würde, aber... ich wünschte, jetzt hätten wir unseren Doktor!"
Kapitel 9
Kathryn Janeway und Tom Paris gingen nebeneinander her. "Also, Tom... hören sie zu. Vielleicht... lassen wir die Geschichte mit den Marquis weg. Sonst werden sie uns noch, wie Riker, für verrückt erklären!" Tom grinste. "Und dabei hast du doch immer gesagt, Riker wäre so vernünftig!" – "Er ist vielleicht zu vernünftig!" sagte Kathryn und blieb dann vor einer Tür stehen. "also... auf geht’s!" sie betraten den Raum. "Captain Janeway!" Der Offizier erhob sich. "Sir..." Kathryn nickte ihm zu. Der ältere Mann sah sie mitleidig an. "Ich kann ihnen gar nicht sagen, wie leid mir ihr Verlust tut. Vielleicht sollten sie sich einige Wochen Urlaub nehmen!" Kathryn stützte sich auf den Tisch. "Ich nehme an, man hat sie nicht über unsere Bitte informiert." Der Blick des Mannes sagte ihr die Antwort. "Lieutenant Paris und ich beabsichtigen, sie um eine Flotte zu bitten, damit wir unsere Crew aus der Hand der Borg befreien können!" Der Mann erhob sich mit ungläubigem Blick. "Das kann unmöglich ihr ernst sein!" – "Ich versichere ihnen, es ist mein voller Ernst!" – "Ma’am... das.... ist vollkommen unmöglich! Wie... Herrgott... wie stellen sie sich das vor?" Er ging auf und ab. "Ich kann ihnen keine Flotte stellen, nur um das Leben von ein paar Leuten zu retten!" – "Unter diesen 200 Leuten... befinden sich zufällig meine Freunde... und mein Mann... es ist meine Crew! Ich bin entkommen, um Hilfe zu holen!" sagte Kathryn scharf und hielt dem folgenden Blick des Offiziers stand. "Bei allem Respekt, das ist unmöglich! Lassen sie mich etwas klarstellen. Wir können nicht dieses Risiko..." Kathryn stand nun dicht vor ihm. "Lassen sie mich etwas klarstellen. Ich werde weitergehen... ich bin sicher, das Gericht ist ebenfalls der Meinung, dass nicht 200 Leben geopfert werden können, nur weil die Föderation zu... FEIGE ist, etwas zu tun!" – "Ma’am..." Der Offizier sah sie entsetzt an. "bitte... passen sie auf, was sie sagen." Tom legte ihr die Hand auf die Schulter und sie hob die Hände. "Es tut mir leid. Aber ich bin einfach nicht bereit, das zu akzeptieren!" Der Offizier nickte. "Also schön... wir werden darüber beraten... ich werde alle Führungsoffiziere von Starfleet, auch die Captains der Flotte... zurate ziehen. Melden sie sich übermorgen wieder bei mir im Büro!" Kathryn nickte. "Danke... Sir!" Sie verließ mit Paris das Zimmer. Tom seufzte. "Das ist... ein Schuß in den Ofen gewesen!" – "Ich weiß!" stieß Janeway hervor und blieb stehen. "Warten wir die Entscheidung ab und hoffen auf ein Wunder!"
"Noch etwas Tee, Liebes?" Kathryn Janeway nickte geistesabwesend. Sie starrte aus dem Fenster. Das Schlimmste war das herumsitzen und warten, während Chakotay und die anderen vielleicht gerade jetzt assimiliert wurden. Sie stand auf und begann, auf und ab zu gehen. Als Phoebe Janeway das Zimmer mit einer neuen Tasse Tee betrat, schüttelte sie den Kopf. "Du solltest dich beruhigen. Setz dich. Kathryn, du kannst nichts an der Situation ändern. Auch du mußt lernen, dass es Dinge gibt, die nicht zu ändern sind!" – "Oh nein!" Kathryn sah sie an. "Das ist die falsche Einstellung! Ich habe noch nie an Schicksal geglaubt! Man kann immer etwas ändern!" – "Kathryn..." Phoebe legte ihrer Schwester die Hand auf die Schulter. "Ich weiß, dass es schwer für dich ist, all deine Freunde... deinen Mann verloren zu haben, aber..." Kathryn knallte die Tasse auf den Tisch. "Ihr redet alle so, als wären sie schon..." Sie vergrub ihr Gesicht in den Händen und war dann wieder ganz ruhig. Ernst sah sie ihre Schwester an. "Ich habe einmal den Fehler gemacht, und die Menschen, die ich geliebt habe, im Stich gelassen. Ich werde diesen Fehler nicht wiederholen." Phoebe schüttelte den Kopf. "Kathryn... was redest du da? du bist nicht schuld an Papas und Justins Tod!" – "Darum geht es jetzt doch nicht mehr!" murmelte Kathryn und sah ihrer Schwester direkt in die Augen. "Es geht darum, dass ich nicht wie damals aufgeben werden, sondern dass ich bis zum Schluß kämpfen werde! Das habe ich im Delta Quadranten gelernt! Und wenn du das nicht verstehen kannst, dann tut es mir leid!" – "Verdammt noch mal! Dein Schmerz macht dich so blind, dass du in den sicheren Tod gehen wirst! Wie willst du sie dort rausholen, selbst wenn sie noch leben, hmm? Sag es mir, und ich werde ruhig sein!" schrie Phoebe ihre Schwester an. Kathryn schüttelte den Kopf. "Ich weiß es noch nicht... aber mir wird etwas einfallen!" – "Das wird ja immer besser! Merkst du in deinem Sturkopf eigentlich nicht, dass die Situation aussichtslos ist? Aber nein... Kathryn Janeway will ja immer mit dem Kopf durch die Wand! Ich sage dir etwas... ich habe dich für deine Stärke, deinen starken Willen immer bewundert. Aber jetzt ist der Zeitpunkt, wo du zu weit gehst!" Damit verließ sie kochend das Zimmer. Kathryn blickte aus dem Fenster in den Himmel. Sie fühlte, wie ihre Augen sich mit Tränen füllten. "Ich weiß selber, dass es aussichtslos ist!" murmelte sie, während die Tränen über ihre Wangen liefen. "aber ich bin trotzdem nicht bereit aufzugeben!"
Tom sprang auf, als er Janeway sah. "Endlich!" – "Gehen wir!" nickte Kathryn und atmete tief ein. "Tom... versprichst du mir, dass du zu mir halten wirst, egal, was ich tue!" – "Ähm... natürlich!" nickte Tom und Kathryn nickte. "Vertrau mir! Wir holen unsere Crew da raus... und wenn es das letzte ist, was ich tue!" Damit betraten sie den Raum. Vier Männer saßen dort. Der Eine war der Offizier, mit dem sie schon gesprochen hatten. Der zweite war Commander Riker. Neben ihm saß der Kommandant der Flotte und daneben saß Admiral Paris. Er nickte Kathryn freundlich zu. "setzen sie sich!" Die beiden setzten sich und blickten misstrauisch in die Runde. "Also... wir haben uns ihre bitte durch den Kopf gehen lassen, und ausführlich darüber diskutiert." Der Offizier machte eine Pause. "Wir waren einstimmig der Meinung... dass ihr Vorhaben der reine Wahnsinn ist!" Kathryns Blick blieb ausdruckslos. "Und sie erwarten ernsthaft von mir, dass ich meine Crew im Stich lasse?" Stille, dann erhob sich Admiral Paris. "Kathryn... wir wissen ihre Loyalität zu ihrer Crew zu schätzen, aber... was sie vorhaben... grenzt an Selbstmord! Bitte verstehen sie, dass wir..." – "Admiral!" Kathryn erhob sich. "Da draußen sind Menschen... Vulkanier... Bajoraner... Sie setzen ihre ganze Hoffnung darauf, dass Starfleet ihnen helfen wird! Sie können sie nicht einfach sich selbst überlassen!" sagte sie wütend. "Ma’am... Tausende von Menschen setzen ebenso ihre Hoffnung auf uns, dass wir sie nicht für diesen... sinnlosen Auftrag in ihr Verderben schicken!!!" – "Ist das ihr letztes Wort?" fragte Kathryn extrem ruhig und nun erhob William Riker sich. "Kathryn! Seien sie doch vernünftig!" – "Oh, ich bin vernünftig. Ich kann nur nicht glauben, dass Starfleet sich in den Jahren so sehr verändert hat! Langsam kann ich die Marquis wirklich verstehen, dass sie nie auf Starfleet vertraut haben!" – "Kathryn... ich darf doch sehr bitten!" sagte Admiral Paris scharf, und nun erhob sich Tom. "Sie meinte es nicht so! Aber... ich stimme ihr zu! Sie können unmöglich die Menschen dort draußen umbringen! VATER!!!" nun schlug der Offizier auf den Tisch. "Verdammt noch mal! Seien sie doch nicht so stur! Sie müssen doch einsehen, wie sinnlos es ist!" Kathryn blickte ihn an. "Es tut mir leid, aber anscheinend habe ich keine andere Wahl!" Damit zog sie ihren Phaser und richtete ihn auf die am Tisch sitzenden. "Ich hätte mir gewünscht, das anders regeln zu können!" Tom Paris sah genauso entsetzt aus, wie die vier Männer. "Kathryn... um Himmels Willen, machen sie sich nicht unglücklich!" Kathryn ging Schritt für Schritt zurück. "Es tut mir sehr leid." – "Das wird Konsequenzen haben!" warnte der Admiral und Kathryn nickte. "Ich bin bereit, die Konsequenzen auf mich zu nehmen... nachdem meine Crew in Sicherheit ist! Kommen sie, Tom!" Sie ging rückwärts durch die Tür hinaus und wartete, bis auch Tom draußen war. Dann verschloss sie die Tür von aussen. Tom starrte sie nur an. "Kathryn... was du tust ist doch... vollkommen..." – "Du kannst gerne gehen, wenn du willst!" sagte Janeway und eilte dann den Gang entlang. Tom folgte ihr. "Chakotay würde mich umbringen, wenn ich dich alleine ließe, das weißt du! Was hast du jetzt vor?" – "Wir nehmen ein Shuttle und suchen die Marquis!" – "WAS?!?" Tom glaubte seinen Ohren nicht zu trauen. "Entschuldige, aber du willst doch nicht die Marquis um Hilfe bitten!" – "doch... genau das habe ich vor!" sagte Kathryn und Tom schüttelte den Kopf. "Das ist dein Tod! Das ist Hochverrat!" – "Ich habe keine andere Wahl! Ich werde nicht zulassen, dass unsere Freunde den Tod finden, weil Starfleet feige ist!" sagte Kathryn Janeway energisch. "So... und jetzt kannst du entweder umkehren... oder mir helfen, an ein Shuttle zu kommen!" Tom blieb stehen. "Das ist nicht fair! Jetzt bleib doch wenigstens mal stehen!" Er lief weiter. "Kathryn..." Dann seufzte er. "Also schön..." sagte er und nun blieb Kathryn Janeway stehen. Sanft sah sie ihn an. "Tom... du mußt das nicht tun. Ich schaffe das auch alleine!" Tom sah sie lächelnd an. "ein Schiff... eine Crew! Erstens werde ich meine Freunde nicht im Stich lassen. Das habe ich einmal getan. Und zweitens... habe ich keine Lust an Chakotays Marterpfahl zu landen, weil ich dich habe alleine gehen lassen!"
"Ausweichmanöver!!!" Tom wich geschickt den Schüssen aus, die der große Raumkreuzer auf das kleine Shuttle abfeuerte. "wir sollten versuchen, sie abzuhängen!" – "Nur wie?" Tom sah Janeway fragend an. "Fliegen wir in den cardassianischen Raum. Dorthin werden sie uns nicht folgen!" – "aus gutem Grund!" sagte Tom und Kathryn nickte. "Ich weiß! Trotzdem!" – "Aye Ma’am!" nickte Paris und setzte einen Kurs. "Wenn das hier vorbei ist, dann werde ich mich zur Ruhe setzen und mit B’Elanna eine Familie gründen! Vorausgesetzt, wir werden nicht wegen Hochverrats an der Föderation gehängt!!!" Janeway sah ihn an. "Würden sie ihre optimistischen Zukunftsaussichten bitte für sich behalten, Lieutenant!" – "Aye, Ma’am!" seufzte Tom. "Wir überqueren gleich die Grenze! Hoffen wir, dass auf der anderen Seite kein cardassianisches Schiff auf uns wartet! Nicht nur, dass wir die Sternenflottenprotokolle übergangen haben! Wir übergehen auch noch ein Friedensabkommen!" – "TOM!" Tom hob die Hände. "Schon gut, Captain! Ich hoffe nur, Chakotay vergibt mir, dass ich diesen Wahnsinn auch noch unterstütze!"
Konzentriert sah Kathryn Janeway auf den Schirm. Tom Paris seufzte. "Das kann Monate dauern, bis wir ein Marquis Schiff finden!" – "Das glaube ich nicht! Genau hier ist es letztes mal aufgetaucht! Es muß also irgendwoher kommen! Nur nicht den Mut verlieren!" Tom seufzte. "Das sagt sich so einfach. Ich habe die ganze letzte Woche den Weltraum nach Marquis Schiffen abgesucht, fünfmal sind wir vor der Föderation geflüchtet, einmal wären wir beinahe von einem Kometen getroffen worden! Mein bedarf ist erst einmal gedeckt!" Kathryn sah ihn lachend an. "Komm schon, Tom! Du weißt genauso gut wie ich, dass das nur ein Bruchteil dessen ist, was wir im Delta Quadranten durchgemacht haben!" Tom seufzte. "Leider!" Plötzlich blickte er ungläubig auf. "Ma’am... da kommt ein Schiff auf uns zu! Dort vorne!" Kathryn Janeway sah auf. "Ja... aber... ich habe es nicht auf dem Schirm!" – "Es ist ein Marquis Schiff!" sagte Paris. "Ich versuche, es zu kontakten! Schwierig, wenn die Sensoren es nicht erfassen!" – "Modifiziere die Sensoren. Bestimmt verwenden sie eine andere Schildmodifikation." Tom tippte auf den Tasten herum, dann plötzlich sah er auf. "Bingo! Ich habe sie auf dem Schirm!" Das Gesicht eines Mannes erschien. Er trug bräunliche Kleidung und wirkte im ersten Moment grimmig. "Was wollen sie von uns, Föderation!" Janeway sah Paris an und dieser nickte aufmunternd. "Wir... müssen mit ihnen reden! Wir... brauchen ihre Hilfe!" Der Mann sah sie einen Moment verwirrt an, dann lachte er. "Beinahe wäre ich darauf hereingefallen. Ts... danke, ich lehne ab! Und sagen sie ihren Vorgesetzten, der Trick mit der Frau wäre zwar gut gewesen, aber nicht gut genug! Ende!" – "NEIN!!!" rief Janeway verzweifelt. "Bitte! Hören sie mir einen Moment zu! Chakotay... der Name sagt ihnen doch etwas!" Der Mann sah sie nachdenklich an. "Ja, er sagt mir etwas... leider! Er ist ein Verräter!" Kathryn schüttelte den Kopf. "Nein, ist er nicht! Er weiß nicht, dass die Marquis noch existieren! Ich wußte es bis vor zwei Wochen auch noch nicht. Aber dann tauchte eines ihrer Schiffe auf, und da konnte ich mir ausmalen, dass das nur ein Trick gewesen ist! Hören sie! Meine Crew... ist von den Borg gefangengenommen worden! Es gibt Hoffnung, sie zu befreien, aber dafür brauche ich ihre Unterstützung. Chakotay, B’Elanna Torres und andere Marquis befinden sich unter den Gefangenen! Wir müssen sie befreien!" Der Captain lachte. "Ma’am... sind sie vollkommen übergeschnappt? Sie wollen sich auf einen Krieg mit den Borg einlassen? Bitte, aber ohne mich!" Kathryn schüttelte den Kopf. "Hören sie... natürlich wäre ein gewisses Risiko dabei, aber... ich habe eine Idee!" Paris sah sie verwirrt an. Der Captain der Marquis schüttelte den Kopf. "Irgendwie... habe ich so das dumpfe Gefühl, dass dies eine Falle ist! Was sollte die Föderation für ein Interesse daran haben, Marquis zu befreien?" Janeway schmunzelte. "nun... erstens sind auch Föderationsmitglieder unter den Gefangenen und zweitens ist Chakotay mein Mann! Ich werde ihn nicht seinem Schicksal überlassen!" Der Captain sah sie forschend an, dann seufzte er. "Na schön! Halten sie sich zum beamen bereit. Aber vorher programmieren sie mit ihrem Shuttle einen Kurs." Er gab Janeway den Kurs durch und Paris programmierte ihn ein. "Sollten sie versuchen, uns zu betrügen und dies ist eine Falle... werden sie alleine die Konsequenzen tragen müssen!" sagte der Captain und beendete die Kommunikation. Janeway und Paris sahen sich an, dann räusperte sich Tom. "Wie schön, dass du mir vorher deinen Plan erzählt hast, bevor du ihn erwähntest!" Janeway seufzte. "Das ist das Problem! Ich habe keinen Plan!" Paris sah sie mit offenem Mund an, dann nickte er. "Na dann... willkommen bei den Marquis. Hoffen wir, dass sie es beim einfachen erschießen belassen werden!" – "Weißt du was, Tom? Ich liebe deinen Optimismus!" sagte Kathryn und erhob sich. Im nächsten Moment lösten sich die Konturen des Shuttleraumes vor ihr auf und sie befand sich wenig später auf der Brücke des Marquis Schiffes. "Willkommen... Föderation!" sagte der Captain und ging um Janeway und Tom herum. Kathryn ließ sich dadurch nicht verunsichern. "Ich glaube nicht, dass man uns noch Föderation nennen kann!" warf Tom ein und seufzte. Der Marquis sah sie verwirrt an. "Wie meint er das?" Janeway zuckte die Schultern. "nun... wir haben Hochverrat begangen, ein Shuttle gestohlen, haben uns direkten Befehlen widersetzt und gehen ein Bündnis mit ihnen ein!" Plötzlich grinste der Captain und begann schallend zu lachen. Kathryn und Tom sahen sich verwirrt an. "entschuldigen sie, Sir..." sagte Tom und der Captain der Marquis sah ihn an. "Sie sind wirklich die seltsamsten Wesen, die mir untergekommen sind! Sturer als Klingonen! Aber schön, wir helfen ihnen! Schon allein, weil wir auch noch eine Rechnung mit den Borg offen haben. Wenn wir es nicht schaffen, sie zu vertreiben, werden die Cardassianer eine Allianz mit ihnen schließen. Und das wäre..." – "...das Ende des Alpha Quadranten!" beendete Janeway den Satz und der Marquis nickte. "Also... ich werde ihnen Quartiere geben. Aber... damit eines klar ist. Sie haben keinerlei Amt auf diesem Schiff. Sie sind offiziell Gefangene... nur für den Fall, dass irgendetwas schiefgehen sollte, und sie doch Spione sind!" Tom und Kathryn sahen sich an und nickten dann. "Aye Captain!" sagte Tom und beide folgten dem Marquis.
Janeway stand in der typischen Marquiskleidung auf der Brücke und sah auf den Schirm. Der Captain hielt sie immer unter Beobachtung, obwohl er ihr während der drei Tage, die sie bereits hier waren, zu vertrauen gelernt hatte. Diese Frau war kühl, und teilweise abweisend, aber sie war ehrlich, daran bestand kein Zweifel. Ganz anders ihr Freund. Dieser Tom Paris war vorlaut und immerzu machte er Witze. Obwohl Captain Korok zugeben mußte, dass er ein ausgezeichneter Pilot war. Janeway band sich ihren Zopf neu und drehte sich dann herum. "Wie lange meinen sie wird es noch dauern, bis wir zu ihrer flotte stoßen?" – "Fünfzehn Minuten! Dann sind wir an den vereinbarten Koordinaten! Wir werden dann sofort weiterfliegen! Allerdings brauchen wir eine Strategie, wie wir angreifen!" sagte Korok und erhob sich. Er trat zu Janeway. "Wir verfügen bei weitem nicht über die Feuerkraft und die Technologie der Föderationsschiffe!" Kathryn nickte. "Aber ich denke, wir könnten einige Modifizierungen vornehmen! Tom?" Der junge Pilot nickte. "Ich denke, mit den zur Verfügung stehenden Materialien könnte ich zwei unserer Torpedos nachbauen!" Janeway nickte. "Zwei... das muß reichen, um unser Schiff zu befreien. Danach werden wir mit unserem Schiff gegen die Borg kämpfen... wenn sie uns Feuerschutz geben!" Der Marquis nickte. "Aye, Ma’am... warum sind sie nicht früher zu den Marquis gekommen?" Damit setzte er sich wieder. Tom Paris zuckte grinsend die Schultern. "Also, ich... gehe dann am besten jetzt an die Arbeit!" – "Mein Chefingenieur wird sie begleiten!" sagte Korok und nickte einem jungen Mann zu. Dieser geleitete Tom Paris hinaus. Kathryn Janeway drehte sich zu ihm herum. "Wir sollten uns jetzt überlegen, wie wir die Torpedos am effektivsten abfeuern! Und vor allem, wie wir vorher meine Crew kontakten!" Er überlegte. "Wir könnten... mit Hilfe unserer Phaser ein Loch in ihr Schild schießen und dann durch den Phaserstrahl eine Nachricht transferieren! Wir sollten sie allerdings verschlüsseln!" Janeway schüttelte den Kopf. "Das ist zu riskant. Die Borg werden sofort schießen! Wenn wir doch nur die Hilfe der Albatros hätten! Sie ist in der Lage, Kom Botschaften praktisch unsichtbar zu machen!" Der Marquis sah auf. "Haben sie eine Ahnung, wie?" – "Naja... sie nutzen Subraumanomalien und... ich habe mich nicht genau damit beschäftigt!" – "Egal! Teilen sie unserem Kom Assistenten alles mit, was sie wissen! Vielleicht kann er etwas vergleichbares zustande bringen!" Janeway nickte. "Aye, Sir!" – "Ich werde sie zu der Frau bringen!" sagte Korok und verließ mit Kathryn Janeway die Brücke.
"Fünfundzwanzig Borgkuben!" meldete der Sicherheitschef und Korok nickte. "Weniger als erwartet! Scannen sie die Umgebung! Ich möchte nur sicher gehen! Und machen sie die Kom Botschaft klar!" Janeway nickte. Sie stand selber am Kommunikationspult. Während weiterer vier Tage hatte Korok wohl gelernt, dass es ihr um die Rettung der Crew und nicht um irgendeine Falle ging. "Botschaft bereit!" – "Auf mein Kommando! Wie sieht es mit den Torpedos aus?" – "Die Torpedos sind in der Abschußrampe! Sie können gestartet werden!" Korok nickte zufrieden. "Gute Arbeit! Schicken sie die Botschaft, Kathryn!" Janeway drückte auf ein paar Knöpfe und blickte dann auf den Schirm. "Die Botschaft ist angekommen... die Kuben zeigen keine Reaktion. Die Botschaft sollte unbemerkt zur Voyager gelangt sein!" – "Gut! Geben wir ihnen die zwei Stunden, um auf das Schiff zu kommen! Dann greifen wir an!" bestimmte Korok. Nun folgte Stille. Gebannt starrten alle auf den Schirm. Jetzt hieß es warten und hoffen.
Kapitel 10
B’Elanna lag fröstelnd auf der Matraze und hörte Harry Kim zu, der ihr von seinen neuesten Ergebnissen in Bezug auf die Drohne erzählte. Schließlich aber hob sie die Hand. "Harry... bitte... ich habe einfach keinen Nerv mehr, davon zu hören!" Kim nickte. "Verstehe... geht es dir nicht gut?" – "Doch, mir ging es noch nie besser! Ich meine... ein Leben in einem kubus war schon immer mein Traum!" Als die Chefingenieurin Harry Blick sah, seufzte sie. "Tut mir leid, Harry. Ich spüre nur diese Wut in mir! Ich könnte... jedem den ich treffe eines auf die Nase geben!" Seven kam an. "Aggression ist eine natürliche Reaktion auf unsere Situation. Vielleicht sollten sie mal mit Lieutenant tuvok ein Meditationstraining..." – "Seven... ersparen sie mir das bitte!" sagte B’Elanna und nahm einen Bericht entgegen. Sie las ihn durch und raufte sich dann die Haare. "Seven... wer soll das bitte lesen können? Wer hat das geschrieben?" – "Fähnrich wildman, Lieutenant!" – "Geben sie ihr das... und sagen sie ihr, sie soll sich konzentrieren! Jedem hier geht es schlecht, aber es wird nicht besser durch schlechte Berichte. Ich verstehe nicht, was sie damit sagen will!" Harry erhob sich. "Ich mache das schon!" sagte er, denn er wußte, dass Seven in ihrer Kühle kaum etwas Gefühl aufbringen würde, um B’Elannas Botschaft zu überbringen. Plötzlich setzte B’Elanna sich auf. "Seven... ist das dort... unsere Drohne?" Seven drehte sich herum und nickte. "Ja! Das ist One of three." Sie ging zur Drohne und achtete darauf, dass niemand sie sehen konnte. Die Drohne überreichte ihr einen PADD Computer und ging dann wieder mit ihren ungelenken Schritten davon. Seven las, was dort geschrieben stand und zum ersten Mal fühlte sie aufregung in sich. Sie eilte zu B’Elanna und überreichte ihr wortlos den Bericht. B’Elanna las ungläubig, dann stand sie auf. "Ein Massentransport? Von so vielen Personen? Das sind... fast zweihundert!" Seven nickte. "Aber so, wie der Doktor es plant, kann es klappen!" – "Sagen wir den anderen Bescheid. Wir haben noch... eine halbe Stunde, wenn ich das richtig lese! Aber... so unauffällig wie möglich!" B’Elanna gab Seven den Bericht zurück und eilte dann zu Chakotay, der die Augen geschlossen auf dem Boden in einer Ecke meditierte. Sie räusperte sich geräuschvoll und der Mann blickte auf. "B’Elanna!" Die junge Klingonin berichtete leise, was sich zugetragen hatte. Chakotay sah sie verständnislos an. "Aber... warum sollen wir auf die Voyager? Sie ist beschädigt!" – "So wie ich das verstanden habe, ist es dem Doktor gelungen, alles zu reparieren. Fragen sie mich bitte nicht, wie er das gemacht hat! und was dann geschieht... nun, ich nehme an, das wird uns der Doktor berichten, sobald wir an Bord sind!" Chakotay stand auf. "Beeilen sie sich, weihen wir die Crew ein!"
"Schön, sie wieder an Bod zu haben, Sir!" Der Doktor stand lächelnd auf der Brücke. Chakotay eilte auf seinen Platz. "Doktor... verraten sie mir, warum wir alle an Bord sollen?" – "nun... weil der Borgkubus zerstört werden wird. Und hier auf der Voyager haben sie eine chance von 25% zu überleben!" B’Elanna sah das Hologramm an. "Sehr tröstlich!" Der Doktor schüttelte den Kopf. "Ich weiß nicht, was sie wollen! Dort draußen wären ihre Chancen 0,00132%!" Chakotay nickte. "Lassen sie gut sein, Doktor!" – "Übrigens... einen schönen Gruß von ihrer Frau! So wie ich das sah, schien es ihr sehr gut zu gehen!" B’Elanna fuchtelte mit ihren Hände herum und wollte den Doktor zum Schweigen bringen, doch der Doktor sah sie nur verständnislos an. "Ich weiß nicht, was sie haben, B’Elanna... sie sagte, es wäre alles in bester Ordnung mit ihr und dem Kind! Und hören sie auf so herumzufuchteln!" Chakotay sah auf und drehte sich abrupt herum, B’Elanna sank stöhnend auf ihren Platz. "Doktor, nächstesmal klebe ich ihnen den mund mit holografischem Klebeband zu!" – "Was?" fragte der Doktor und sah Chakotay an, der nun vor ihm stand. "Kind?" B’Elanna lachte. "Nun... ich kann das erklären... der Doktor meinte nur..." – "Jetzt sagen sie nicht, sie wissen nicht, dass ihre Frau ein Kind erwartet, Commander!" Ein blick in B’Elannas Augen sagte ihm, dass sie ihn am liebsten für immer gelöscht hätte. Chakotay drehte sich zu der Chefingenieurin herum. "B’Elanna... sag mir jetzt bitte nicht, dass du davon wußtest..." – "Naja..." B’Elanna sah ihn schuldbewußt an. "Ich... wußte es, aber... ich sah nicht die Notwendigkeit, es dir zu sagen! Schließlich ist Kathryn die Betroffene!" – "Du hättest sie nicht gehen lassen dürfen!" – "Wäre es dir lieber gewesen, sie wäre assimiliert worden? Außerdem... wird Tom schon auf sie aufpassen!" Chakotay ließ sich in seinen Kommandosessel fallen und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. "Ich werde mir das nie verzeihen! Ich hätte gehen sollen!" B’Elanna seufzte. "Sie weiß, was sie tut... und immerhin ist sie zurückgekehrt!" Der Doktor nickte. "Ich weiß nicht wie, aber sie hat es geschafft, eine Flotte von fünfzehn Marquisschiffen zusammenzukriegen!" B’Elanna und Chakotay sahen sich entsetzt an. "Marquis?" stöhnten Beide und Chakotay nickte. "Ich wußte, man kann sie nicht alleine lassen! Wie ich sie kenne, ist das nicht das einzige, was sie getan hat. Hoffentlich können wir überhaupt gefahrlos auf die Erde zurückkehren, ohne dass die Gefahr besteht, dass sie wegen Hochverrats gehängt wird!" B’Elanna sah ihn an und sah dann auf ihren Schirm. "Wir haben noch zwei minuten, bis der Angriff erfolgen soll!" versuchte sie, den Gedanken wieder auf ihre Aufgabe zu konzentrieren. Chakotay sah auf. "Alle auf Kampfstationen! Halten sie die Waffen bereit!" Er setzte sich an den Pilotensitz und tippte auf einigen Tasten herum. Kurz darauf ging um sie herum die Hölle los. Etwas erschütterte, und einige Explosionen folgten. B’Elanna sah auf. "Dort ist eine Öffnung im Kubus entstanden! Wir... müssen versuchen, dort hinauszukommen!" Wieder erschütterte alles und die Explosionen wollten gar nicht mehr aufhören. Harry sah auf. "Commander... wenn wir nicht sofort einen Weg nach draußen finden, wenn werden wir in den Explosionen gebraten werden!" Chakotay nickte. "Volle Kraft. Tuvok, halten sie die Phaser bereit. Wir werden uns einen Weg durch die Hülle schiessen! Ich starte!" Das riesige Raumschiff setzte sich in Bewegung und flog auf die Hülle zu. "FEUER!" Die Phaser verursachten weitere Explosionen, aber sie schlugen auch ein Loch in die Hülle des Kubus. "Das reicht nicht!" schrie Harry. Chakotay nickte. "Noch einmal! Ansonsten brechen wir durch! Festhalten!" Das Schiff erbebte, konsolen explodierten, das Licht flackerte und fiel dann ganz aus. Schließlich wurde es gespenstig ruhig. Und das, was die Marquis Leute aus dem Inneren des Borgkubs kommen sahen, war lediglich ein Wrack. Das Wrack einer zerstörten Voyager.
Kathryn Janeway starrte fassungslos auf den Schirm und begann dann, das Schiff zu scannen. "Es gibt... 189 Lebenszeichen, einige davon nur noch Schwach und unregelmäßig!" Korok sah sie an. "wir werden uns um ihre Crew kümmern." – "Es kommt eine Nachricht herein! Sie ist... von der Voyager!" sagte Janeway und schaltete die Nachricht auf den Schirm. Das Gesicht des Holodoktors erschien. Es war schwach und Störungen flackerten durch das bild. "Captain, schön ihr Gesicht zu sehen! Ich werde versuchen, die Verletzten zu versorgen, aber wir brauchen Hilfe! Mein holoemitter ist beschädigt und ich weiß nicht, wie lange er noch durchhält! Alle anderen Systeme sind ausgefallen. Ich benutze energie aus meinem Emitter, um den kom Kontakt aufrecht zu erhalten!" Janeway sah, wie der Doktor kurz flackerte. Sie nickte. "Wir helfen ihnen, Doktor!" sagte sie und unterbrach den kontakt dann. Korok sah sie an und blickte dann seinen Piloten an. "Setzten sie einen Kurs auf die Voyager! Stellen sie ein Außenteam zusammen! Unsere beiden Ärzte und zehn Helfer! Kathryn... sie werden das aussenteam leiten!" Janeway nickte. "Aye, Sir!" sie ging nach draußen den Gang entlang. Mittlerweile war sie fast Mitglied dieser Crew geworden. Sie mußte zugeben, jetzt verstand sie Chakotay beinahe, warum er damals zu den Marquis gewechselt war.
Korok stand an der tür und blickte auf den Raum, der eigentlich der Frachtraum, jetzt aber zu einer riesigen Krankenstation gewechselt war. Kathryn, Tom und vier andere mitglieder seiner Crew flitzten hin und her und versorgten die Schlimmsten Verletzungen. Zwischendurch brachten sie immer wieder Patienten auf die Krankenstation, in der der Holodoktor der Voyager seinen beiden Ärzten hervorragende Unterstützung leistete. Auch, wenn seine Ärzte sich über die Arroganz des holografischen Programms beschwert hatten. "Ich muß sagen... langsam wird mein Schiff wirklich übervoll!" sagte er und Kathryn, die gerade eine Schale Wasser repliziert hatte, lächelte. "Bald sind ja alle wieder auf den Beinen. Dann sollte es kein Problem sein, die Voyager zu reparieren!" – "Ähm... Ma’am... das ist es ja gerade, was ich melden wollte. Man könnte sagen... Totalschaden!" Kathryn drehte sich langsam herum und blickte ihn an. "Was?" fragte sie betroffen. "Ja. Das Borgschiff hat die Voyager noch zweimal getroffen, bevor es endgültig zerstört wurde!" Kathryn sah nachdenklich auf das Wasser in der Schale. "Vielleicht... ist das ein neuer Anfang. Wären sie bereit, uns zur Erde zurückzubringen?" Korok sah sie ernst an. "Kathryn... auf der Erde werden sie angeklagt werden!" – "Das weiß ich! Aber damit muß ich leben! Mir war von Anfang an klar, welche Konsequenzen mein handeln haben würde... und ich bin bereit, sie zu tragen." Sie wollte an Korok vorbei, doch dieser fasste nun sanft ihre Schulter. "Kathryn... von mir aus... können sie auf meinem Schiff bleiben. Ich würde sie sofort in meine Crew aufnehmen. Sie haben ihre Stärke gezeigt und ihren Mut." Kathryn schüttelte den Kopf. "Korok... das ist leider unmöglich. Selbst, wenn ich wollte! Ich werde... in ein paar monaten ein Kind bekommen. Und ich möchte, dass dieses Kind zuhause auf die Welt kommt. Nicht von Starfleet gejagt auf einem Marquis Schiff. Ich liebe das All und die Forschung, aber... ich glaube, es ist Zeit, dass ich mich jetzt meiner Familie widme. Und darauf freue ich mich." Korok nickte. "Ja, das verstehe ich. Aber... sollten sie einmal Probleme haben... in mir werden sie einen Freund finden, der ihnen helfen wird!" – "Danke!" sagte Kathryn, als sie Toms Stimme hörte. "Kathryn! Ich brauche das Wasser!" – "Ich komme schon!" rief sie und warf korok noch ein Lächeln zu, dann ging sie eilig zu Tom Paris. "Hilf mir hier. Ich muß die Blutungen stillen!" Kathryn half ihm, so gut sie konnte. Nach und nach behandelten sie die Kranken und brachten sie dann zum Doktor. Zwei Stunden später lagen alle versorgt da. Auf dem Boden waren Matratzen ausgebreitet und Decken hingelegt. B’Elanna ging es schon wieder so gut, dass sie herumlief und tom zur Verzweiflung brachte. "Du sollst liegenbleiben!" Kathryn erinnerte das sehr an die Situation zwischen Chakotay und ihr. Und das brachte sie auf den Punkt. Sie mußte zu Chakotay gehen und sehen, wie es ihm ging. Also ging sie durch die Reihen ihrer Crew, bis sie den Indianer am Boden liegen sah. Sie kniete sich neben ihn und strich über seine Wange. Er rührte sich nicht und schien tief zu schlafen. Kathryn setzte sich neben ihn und lehnte sich an die Wand. Nachdenklich starrte sie an die Decke. Sie hatte alles aufgegeben und war zur Verräterin geworden. Zum ersten Mal hatte Kathryn Janeway aus Gefühl gehandelt. Aber sie hatte jetzt auch endlich das Gefühl, etwas wieder gutgemacht zu haben. Sie hatte einmal den Fehler begangen. Damals, als ihr Vater und Justin gestorben waren. Sie hätte sie retten können. Aber sie hatte nicht alles gegeben. Jetzt hatte sie es getan. Sie hatte gelernt, auch wenn es, vom Verstand aus gesehen vielleicht eine Dummheit gewesen war. Aber sie würde es wieder tun, wäre sie in der gleichen Situation. Sie wußte, dass sie die Konsequenzen zu tragen hatte, aber das würde sie tun. "Kathryn!" Janeway erhob sich wieder und ging tom entgegen. "Ja?" – "Ich brauche dort hinten mal deine Hilfe. Wir müssen Harry noch einmal zum Doktor bringen!" – "Ja, natürlich!" Damit eilte sie Tom hinterher.
Als Kathryn Janeway die Augen aufschlug, fühlte sie sich schon sehr viel besser. Sie blickte auf eine Uhr und seufzte. "Ich habe fast achtzehn Stunden geschlafen?" Sie rieb sich die Schläfen und zog sich dann ihre Kleidung an. Ihre Haare kämmte sie einmal durch und begab sich dann auf dem schnellsten Weg zur Brücke. Korok lächelte sie an, als sie eintrat. "Kathryn... haben sie sich gut erholt? Wir werden in einer halben Stunde die Koordinaten erreichen. Von dort beamen wir sie alle auf die Erde. "Gut!" – "Ach... noch etwas. Ihr Mann wollte sie sehen!" – "Ist er aufgewacht?" fragte Kathryn erfreut und korok nickte. "Ja. Er war eben gerade noch bei ihrem Doktor auf der Krankenstation!" Er hatte kaum ausgesprochen, als Kathryn auch schon fort war. Sie beeilte sich. Noch nie hatte sie so eine Erleichterung in sie gefühlt. Die Gänge erschienen ihr endlos lang. Sie bog um die Ecke und betrat dann die Krankenstation. "Hoppla! Vorsicht!" Der Holodoktor sah sie vorwurfsvoll an. "Beinahe hätten sie mir den Trikorder aus der Hand geworfen!" – "Entschuldigung!" sagte Kathryn und blickte sich um. "wo ist Chakotay?" – "Er ist vor einer minute gegangen. Er wollte zum Frachtraum!" Kathryn drehte sich um und ging wieder. "Danke, Doktor... auf Wiedersehen Doktor!" grummelte der Doktor und fing sich einen entnervten Blick der beiden anderen Ärzte ein. Kathryn hingegen ging die Gänge entlang. Sie lief fast. Schließlich ging sie beinahe unauffällig hinter Chakotay her, der sie erst bemerkte, als sie sich räusperte. "Commander... sie haben sich nicht bei mir auf der Brücke gemeldet!" Chakotay fuhr herum und sah sie an. "Kathryn!" Er zog sie in seine Arme und drückte sie an sich. Kathryn lehnte ihren Kopf an seine Schulter und schloß die Augen. "Chakotay..." murmelte sie leise und lange standen sie einfach da, dann blickte Chakotay ihr in die Augen. "Was du getan hast, war unvernünftig!" Kathryn jedoch legte ihm die Hand auf den mund. "Ich weiß. Aber ich... mußte es tun! Es gab keine andere Möglichkeit, um euch zu retten! Die Marquis..." – "Oh nein! Ich rede nicht von den Marquis!" Kathryn sah ihn verwirrt an. "Nein? Ja, aber wovon denn dann?" – "Du hättest dich nicht in diese Gefahr begeben dürfen! Du hättest gar nicht erst auf diese Mission gehen dürfen! Was hätte dir alles passieren können!!! Du hättest das kind verlieren können!" Kathryn Janeway verschränkte die Arme. "Hat B’Elanna es dir also erzählt!" – "Nein, der Doktor hat seinen Mund nicht halten können!" sagte er. Kathryn nickte. "Gut, dann weißt du es jetzt ja! Was glaubst du, hätte ich tun sollen? Hätte ich zulassen sollen, dass unser kind ohne Vater aufwächst? Was hätte ich ihm erzählen sollen? Dein Vater ist ein Borg! Na wundervoll!" – "Ich liebe dich!" Chakotay zog sie in seine Arme und küßte sie. Kathryn wehrte sich nicht, wie sie es normal auf dem Schiff getan hätte. Sie war nicht mehr Captain der Crew. Sie war jetzt einfach Kathryn Janeway, die diesen Mann über alles liebte. "Aber versprich mir, dass du soetwas nie wieder tust!" flüsterte Chakotay dicht an ihrem mund. Kathryn lächelte. "Dazu werde ich wohl keine Gelegenheit haben! Wenn wir nämlich zurück auf der Erde sind, werde ich wohl angeklagt werden!" Sie drehte den Kopf zur Seite. "Ich bin kein Captain der Starfleet mehr. Ich habe mich direkten Befehlen widersetzt, mich einer kriminellen Oragnisation angeschlossen und Hochverrat begangen, in dem ich den Marquis Technologie der Voyager verriet. Ich kann froh sein, wenn ich nur bis an mein Lebensende ins Gefängnis muß!" – "Dann gehe ich mit dir!" lächelte Chakotay. "Nein... noch besser! Ich entführe dich... In Arizona gibt es eine wundervolle Stelle. Ich könnte uns eine Hütte bauen und..." Kathryn lächelte. "Tut mir leid, aber die konsequenzen werde ich tragen! Aber... danach... habe ich nichts gegen die hütte!" Er lachte und ergriff dann ihre Hand. "Laß uns zum Frachtraum gehen. Die Crew möchte gerne ihren Captain sehen!" – "Chakotay. Ich bin nicht mehr der Captain dieser Crew!" – "Doch, Kathryn. Und daran zweifelt keiner! Denn das, was du getan hast... ist mehr, als ein Captain für seine Crew tun muß! Du bist ihre Heldin! Und eine halbe Stunde haben wir schließlich noch!"
Begleitet von zwei Sicherheitsoffizieren ging Kathryn den Gang entlang. Sie wurde direkt zum Büro des Admirals gebracht. Hochaufgerichtet ging sie ohne zu Zögern. Tom Paris ging hinter ihrer Gruppe mit zwei anderen Sicherheitsoffizieren. Ernste Gesichter erwarteten Kathryn in dem Raum. Die sicherheitsoffizieren blieben in der Tür stehen. Kathryn sah den Männern offen ins Gesicht. Admiral Paris schüttelte den Kopf. "Kathryn... was sie getan haben war..." Kathryn nickte. "Meuterei, hochverrat, kriminell! Ich bin mir dessen durchaus bewußt!" sagte sie mit fester Stimme. "Ihnen ist doch klar, dass wir, auch, wenn sie die Crew gerettet haben, nicht so einfach zur Tagesordung übergehen können. Es tut mir leid, aber... leider haben sie damit ihre Karriere bei Starfleet beendet. Außerdem... sind wir verpflichtet sie vor ein Gericht zu stellen!" – "Ich sagte doch, dass ich damit gerechnet habe!" erwiderte Kathryn und blickte auf Tom Paris. "Ich bitte sie nur um eines. Tom... hat damit nichts zu tun! Er ging mit mir, um mich von meinem Vorhaben abzubringen! Er hat die ganze Zeit auf mich eingeredet, aufzugeben! Aber ich habe... ihn gezwungen mitzukommen!" – "Ma’am!" Tom sah sie entsetzt an, Kathryn jedoch schüttelte den Kopf. "Ihn trifft keine Schuld, und es tut mir leid, dass ich ihn da mit hineingezogen habe!" Admiral Paris sah sie nachdenklich an und erhob sich dann. "Kathryn... es tut mir leid, aber... sie dürfen die Erde vorerst nicht mehr verlassen!" Die sicherheitsoffiziere gingen mit einem metallenen Fußring auf sie zu, doch Kathryn hob die Hand. "Das ist nicht nötig! Ich verspreche, dass ich keinerlei Fluchtversuche unternehmen werde, sonst hätte ich mich wohl nicht erst gestellt, nicht wahr?" Die Männer sahen sich an, dann nickte Admiral Paris. "Gut. Was ihre aussage bezüglich... Lieutenant Paris betrifft, so werde ich... die angelegenheit genauestens untersuchen. Wir erwarten sie morgen um 15 Uhr zu einem Termin vor dem Richter!" Kathryn nickte. "Aye, Sir!" Sie ging zur tür und die Sicherheitsoffiziere folgten ihr nicht mehr. Dafür tom nun wieder. Vor der tür sah er Kathryn wütend an. "Du mußtest nicht den Martyrer für mich spielen!" Kathryn nickte. "Das habe ich auch nicht. Es war doch so! Hast du nicht versucht, mich davon abzuhalten!" – "Ja, aber... um einen anderen Weg zu finden!" – "Tom! Wenn ich dazu verurteilt werde, diesen Planeten nicht mehr verlassen zu dürfen, so ist das okay! Aber du... bist ein hervorragender Pilot. Es wäre schade... wenn dein Talent so enden müßte!" Damit ging sie. Tom Paris blieb alleine zurück und sah ihr nach. Kathryn Janeway hatte sich verändert. Sie war eine andere geworden. Sie war nicht mehr die kühle Offizierin von einst. Sie war jetzt lediglich eine Frau, eine Frau, die ihr Leben aufgegeben hatte, um ihren Mann und ihre Freunde zu retten. Und deshalb dachte Tom nicht daran, sie einfach ihrem Schicksal zu überlassen!
Kathryn stand alleine vor den fünf Männern. Stumm musterten sie diese. Hinter ihr im Saal saßen einige Offiziere, Mitglieder von Starfleet, aber auch Schaulustige. Auch William Riker hatte sie irgendwo entdeckt. Kathryn machte dies nichts. Sie beantwortete kühl alle Fragen der Richter. "und dann?" – "Dann habe ich das nächstbeste Marquis Schiff gesucht, und sie um hilfe gebeten! Sie haben bedenkenlos zugesagt, meine Crew zu retten!" sagte sie und ein richter notierte. "Sie waren sich also jeden Moment darüber im Klaren, was auf sie zukommen würde!" Kathryn nickte. "Ja, jeden Moment. Und ich war mir auch jeden moment darüber im Klaren, dass ich meine Crew nicht im Stich lassen wollte. Auch, wenn es aussichtslos erschien! Diese Leute hatten alle ihre hoffnung in mich gesetzt! In den Jahren im Delta Quadranten habe ich gelernt... dass man nicht aufgeben darf. Es gibt immer Optionen! Ich habe die einzig mir zur Verfügung stehende gewählt, nachdem ich von Starfleet abgewiesen worden war!" Der Richter schwieg und sah die Frau lange an. Kein Zweifel. Wohl jeder in diesem Saal bewunderte die Kühnheit von Kathryn Janeway. Und ihre Aufrichtigkeit. "Nun... Mrs. Janeway. Sie wissen, was das war? Verrat, Bündnis mit dem Feind, Widersetzung gegen direkte Befehle." Kathryn nickte. "Das ist mir bewußt!" – "EINSPRUCH!" Verwundert drehten sich alle im Saal herum. Auch Kathryn. Korok stand in der Tür. Zusammen mit Paris. Dahinter tauchten noch einige andere der Marquis Crew auf. Korok ging ohne zu Zögern nach vorne zum richter. "Mein Name ist Korok, Captain Korok. Kommandant des Marquis Kreuzers Ariane." Er sah Kathryn an. "Sir... bei allem Respekt! Sie verurteilen hier eine Frau, die ihr Leben eingesetzt hat, um ihre Crew zu retten! Aber... nicht nur das! Diese Frau hat... mit ihrer Crew auch die Erde gerettet! Hätte sie es nicht geschafft, das Borgschiff zu vernichten... wäre vielleicht jetzt kein Individuum mehr auf diesem planeten! Es ist einfach, jemanden stur nach Regeln zu verurteilen! Aber was ist mit den menschlichen Aspekten! Kathryn Janeway... hat ihr Leben für Starfleet gelebt! Und sie hat all das aufgegeben! FÜR SIE, SIR! Für alle hier in diesem Saal, auf dieser Welt und... für den gesamten Quadranten! Ich frage jtzt alle Leute hier im Saal. Ist es gerecht, eine Frau zu verurteilen, die ihr Leben riskiert hat, um sie zu retten?" Gemurmel begann. Korok blickte wieder auf den Richter. "Ich, sir... hatte lange Jahre lang ein schlechtes bild von Starfleet! Aber Kathryn Janeway... hat mir gezeigt, dass es auch andere Leute gibt. Ich hätte niemals gedacht, dass es einen Captain wie sie gibt. Jemanden, der noch bereit ist, für seine Ziele zu kämpfen! Dient Starfleet nicht dazu, Leben zu retten? Nun... diese Frau hat Leben gerettet. Nicht nur ihre Crew, sondern Milliarden! Sie hat die Borgkönigin zerstört und es wird dauern, bis die Borg sich an diese situation angepaßt haben. Ich spreche hier für alle Marquis, wenn ich sage, dass wir mit aller Macht gegen eine Verurteilung dieser Frau ankämpfen werden. Ihr einsatz... sollte ein Vorbild sein für andere Offiziere!!! Und wenn sie sie verurteilen... dann frage ich mich, ob nicht diejenigen, die ihre Crews verraten nicht ebenfalls verurteilt werden sollten. Ich habe noch niemals eine Crew wie diese erlebt. Und Sir... ich an ihrer Stelle würde mich glücklich schätzen, eine derartige Crew mit einem solchen Captain zu besitzen!" eine ruhe entstand im saal, dann langsam aber sicher begannen die Leute zu klatschen. Der Beifall wurde immer tosender. Kathryn Janeway fühlte Tränen in ihren Augen. Sie blickte auf Korok, der sie anlächelte. "Kathryn... merken sie sich eins. Ein Marquis... läst niemals einen Freund im Stich!" Er trat dicht vor sie und sah sie an. "Und wenn er dabei zugrunde geht!" Einer der Richter erhob sich und schlug mit seinem Hammer auf den Tisch. "Ruhe bitte! Ruhe! Ich... sehe, dass alle im Saal der Meinung dieses Mannes sind... nun..." Er räusperte sich. "Kathryn Janeway... sie... sie sind freigesprochen von jeglicher Schuld. Aber... sollte etwas derartiges noch einmal vorkommen... haben wir keine andere Wahl, als sie zu verurteilen." Kathryn sah ihn fassungslos an. Der Saal begann zu jubeln. Chakotay ging langsam auf sie zu und nahm sie in den Arm. "Eigentlich... hast du diese Gnade für deine Unvernunft nicht verdient!" Kathryn lächelte. "Ich kann ja ins Gefängnis gehen, wenn du willst!" Und damit küßte sie ihren über alles geliebten Mann. Dann blickte sie Korok an. "Danke!" sagte sie und lächelte. Korok sah auf Chakotay. Er klopfte ihm auf die Schulter. "Weißt du was... melde dich bei mir, wenn du deine Frau nicht mehr haben willst! Ich... nehme sie!" Damit ging er. Mit offenem Munde sah Chakotay ihm nach und Kathryn schlang ihre Arme um ihn. "Du hast es gehört!" Chakotay sah sie an. "Darauf kann er lange warten!" – "Chakotay... hat sie dir eigentlich schon jedes Detail unseres Abenteuers erzählt?" Tom ging grinsend auf die Beiden zu, B’Elanna im Arm. Neugierig sahen B’Elanna und Chakotay Kathryn an. "Nein!" Tom sah beiläufig an die Decke. "Auch nicht von ihrem cardassianischen Liebhaber? Also wirklich! Das war doch das aufregendste, habe ich nicht recht, Kathy?" B’Elanna sah sie an. "Ach, wie interessant! Was hat das denn zu bedeuten?" Chakotay nickte. "Das allerdings würde ich jetzt auch gerne wissen!" Kathryn funkelte Tom an und hob dann die Hände. "Das erkläre ich euch später. Es ist eine Geschichte, zu der man länger ausholen muß!" – "Hast du ihn geküßt?" fragte Chakotay und Tom nickte. "Natürlich hat sie! Und dieses Kleid! WOW sage ich nur! Bei solch einem Kleid muß ein Mann ja auf falsche Gedanken kommen!" – "AHA!" Chakotay sah seine Frau an. Kathryn seufzte. "Hör zu, es war notwendig! Ohne mein kleines Schauspiel wären wir vielleicht von den Cardassianern getötet worden!" – "Ach ja, und dann war da noch die Ohrfeige!" erklärte Tom und grinste. "Ich würde mich vor ihr hüten, Chakotay. Ich wünsche dir, dass du niemals eine solche Ohrfeige bekommst, wie ich von ihr!" Kathryn sah ihn schief an. "Und wenn du nicht sofort still bist, bekommst du noch eine!" B’Elanna nickte. "Schaden kann es auf keinen Fall!" – "HEY!" protestierte Tom. Lachend gingen sie dem Ausgang entgegen. B’Elanna seufzte. "Aber... ab jetzt werde ich keinen Schritt mehr von der Erde wegmachen. Das reichte mir. Ich werde jetzt hierbleiben und mich von Tom verwöhnen lassen!" – "HA! Das ist ja mal wieder typisch für dich! Ich darf die Arbeit machen!" sagte Tom entrüstet und Chakotay lachte. Kathryn nickte. "Natürlich! Wir Frauen haben schließlich genug andere dinge zu tun!" B’Elanna nickte und hakte sich bei ihrer Freundin ein. "Was hältst du von... einen schönen holoroman! Ich habe da einen ganz neuen ausprobiert! Ich denke er wird dir gefallen! Eine Fantasy Geschichte. Zwei tapfere Kriegerinnen auf der Suche nach einem Kristallschwert!" – "Hört sich gut an!" Tom sah ihnen mit offenem munde nach. "Was sagst du dazu? Sowas nennen sie Arbeit! Ts... und unsereins... rackert sich ab!" Chakotay lächelte. "Wir sollten ein paar kleine Korrekturen an dem Roman vornehmen, dass sie wirklich arbeiten müssen! Ein paar Zusatzschwierigkeiten!" – "Gute Idee! Wie wäre es mit ein paar Borg?" schlug tom vor, doch chakotay schüttelte den Kopf. "Nein, laß uns nicht zu grausam werden. Ich denke, ein paar Vidiianer werden es auch tun. Und vielleicht, ein... naja, zwei... oder auch mehr Kazon." Tom überlegte. "Kazon sind doch langweilig. Hirogen sind noch viel besser!" grinste er, und damit folgten sie den beiden Frauen dem Ausgang entgegen.
Epilog
Die Abendsonne schien auf das kleine Haus am Strand von Nevada. Es wurde schon ein wenig kühler als es am Tag gewesen war, war aber trotzdem sehr warm. 27° Celsius zeigte das Thermometer noch. Kathryn Janeway genoss den Abend. Sie lag auf einem Stuhl in der Sonne und las. Sie liebte Forschungsberichte, und wenn sie schon nicht mehr selber forschen konnte, mußte sie sie wenigstens lesen. Auf ihrem Schoß stand eine Schale mit Sauren Gurken und Schokolade. Genüßlich aß sie sie, wendete aber den Blick nicht von ihrer Lektüre. Plötzlich vernahm sie ein räuspern. Schuldbewußt setzte sie sich auf und verbarg den Bericht hinter ihrem Rücken. Sie lächelte. "Mußt du mich so erschrecken!" – "Ich könnte schwören, wir hätten abgemacht, dass du, wenigstens abends das Lesen der Forschungsberichte lässt!" sagte Chakotay und stellte ein neues Glas Saure Gurken auf den Tisch, daneben ein wenig Orangensaft. Kathryn lächelte. "Das... war... kein Forschungsbericht!" sagte sie und überlegte fieberhaft. Chakotay lachte. "Du konntest noch nie gut lügen!" Sein Blick fiel auf die Schale mit Sauren Gurken und die Schokolade. Kathryn räusperte sich verlegen und stellte alles auf die Erde. "Ich... hatte Hunger!" Chakotay stützte sich auf den Stuhl und küßte sie sehr sanft. "Glaube nicht, dass ich gleich wieder zum Replikator gehe!" Währenddessen schnappte er den Bericht hinter ihrem Rücken weg. "Aha... ein Roman! Forschungen in der Quantenmechanik! Wie interessant! Geht es dabei um das Abenteuer eines Elektrons?" Kathryn lachte. "So ähnlich! Die Abenteuer von vielen Elektronen!" – "Aha!" Chakotay nickte wissend und legte den Bericht auf den Tisch neben dem Stuhl. Dann sah er seine Frau zärtlich an. "Könntest du deine kleinen Elektronen für einen Moment vergessen?" – "Kommt drauf an!" sagte Kathryn und sah ihn an. Sanft strich ihre Hand über seine Wange. "Ein neuer Holoroman?" Chakotay schüttelte den Kopf. "Falsch! Du enttäuscht mich!" Kathryn lachte. "nun... ein gemeinsames Abendessen? Wie wäre es mit... Apfelkuchen und zum Nachtisch..." – "Kathryn! Nicht für mich! Hast du vergessen, dass wir zum Stand wollten? Tom, B’Elanna und Harry kommen gleich!" Kathryn stöhnte. "Das habe ich wirklich vergessen!" Sie fuhr auf. "Ich muß noch meine Badesachen packen!" – "Habe ich schon für dich getan!" Kathryn drehte sich amüsiert um. "Danke!" – "Ich konnte dich doch nicht zu früh von deinen Elektronen wegholen!" – "Wie rücksichtsvoll von dir!" Kathryn ließ sich auf seinen Schoß sinken und küßte ihn hingebungsvoll. Plötzlich räusperte sich jemand. Chakotay stand auf und ließ seine Frau sanft von seinem Schoß. "Tom! Kannst du nicht anklopfen?" – "Das nächste Mal werde ich laut singend ankommen, okay? Ich habe zweimal geklingelt! Ihr wart wohl... zu beschäftigt!" Harry und B’Elanna kamen ebenfalls um die Ecke. Harry hatte seine Verlobte mitgebracht. Es versprach ein schöner abend zu werden. Chakotay erhob sich. "Also, Tom? Hilfst du mir die Sachen zu holen?" Tom sah Kathryn an. "Also... erst muß ich die Tasche meiner Frau tragen, jetzt soll ich deine Sachen tragen! Soll ich Kathys Tasche vielleicht auch noch tragen?" – "Keine schlechte Idee! Wenn du dich schon anbietest!" sagte Chakotay und Tom folgte ihm mit einem finsteren Blick. Harry lachte. "Geschieht dir ganz recht!" B’Elanna klopfte ihm auf die Schulter. "Gib dich bloß nicht geschlagen! Den ganzen Weg haben sie darüber diskutiert, wer schneller laufen kann! Es war schrecklich!" erklärte B’Elanna und Kathryn lachte. "Das kann ich mir vorstellen!" – "Sie wollen nachher am Strand einen Wettlauf machen! Ich werde einen Wettstand aufmachen! Vielleicht schaffe ich es auch noch, sie zu einem Wettschwimmen zu überreden!" Alle lachten und B’Elanna sah Kathryn an. "Was mich angeht... ich werde keinen Schritt zuviel am Strand machen. Faulenzen... in der sonne liegen..." Kathryn deutete nach oben. "Dann sollten wir uns beeilen. Die Sonne geht nämlich in zwei Stunden unter!" B’Elanna nickte. "Du hast recht! TOM! Beeil dich!" Ein vollbepackter Tom und ein grinsender Chakotay erschienen. B’Elanna sah ihren Mann bedauernd an. "du Armer! Aber beeil dich trotzdem etwas, okay? Wir gehen schon mal vor, und ich hätte gerne in... sagen wir einer halben Stunde meine Sachen!" Lachend gingen sie los.
B’Elanna räkelte sich auf ihrem Strandtuch. "Mmm... ich liebe diese Wärme!" murmelte sie und sah zu Kathryn. "Das reinste Paradies hier! Hier möchte man sterben!" Kathryn schüttelte den Kopf. "Nein... sterben möchte ich hier nicht! Ein wenig hier liegen reicht schon!" Sie legte ihre Hände auf ihren Bauch. "Ich fürchte in drei Monaten werde ich so etwas nicht mehr machen können!" – "Warum?" B’Elanna sah sie an. "Eine Schwangerschaft ist doch kein Hinderungsgrund!" – "Du warst noch nie schwanger!" sagte Kathryn und stöhnte. "Ich gebe es lieber auf, mich im Spiegel anzusehen!" – "Was? Wieso? Du bist doch nicht dick!" Kathryn zog die Augenbrauen hoch. "Noch nicht! Aber ich bin ja auch erst im fünften Monat!" B’Elanna nickte. "Stimmt... dann hast du das schlimmste noch vor dir!" Im nächsten Moment schrie sie auf. Ein Eimer kaltes Meerwasser ergoß sich über sie, und die Klingonin sprang auf. "Tom! Du Sohn einer Gazelle! Warte nur! Mach dich auf etwas gefaßt! Verdammter Idiot! P’Tahk!" Sie stieß einen klingonischen Schrei aus und raste dann Tom hinterher. Kathryn sah den beiden lächelnd nach und schloß dann die Augen wieder. Ihr wahr zwar etwas kühl in ihrem Badeanzug, aber die Abendsonne wärmte sie. In diesem Moment erklang Geschrei aus dem Wasser Kathryn setzte sich verwirrt auf und bemerkte, dass Tom und B’Elanna in eine herzhafte Wasserschlacht verwickelt waren. Aber nicht nur das. Harry, Libby und Chakotay nahmen teil. Wobei sich Harry und Chakotay natürlich Tom angeschlossen hatten. Sie stand auf und ging etwas in Richtung Wasser. Der Wind ließ ihre Haare wehen und sie fröstelte etwas. In diesem Moment stürzte B’Elanna auf sie zu. "Kathryn... wir brauchen deine Unterstützung! Drei gegen zwei! AH!" Sie versteckte sich hinter der Frau, als Tom mit einem neuen Eimer kam. Tom grinste. "Liebling! Komm da raus, oder ich schütte das Wasser so!" Kathryn sah ihn warnend an. "Das wirst du lieber nicht tun, sonst..." Platsch. Der Eimer Wasser ergoß sich über die Beiden Frauen. B’Elanna zischte. "NA WARTE!" und Kathryn folgte ihr. "Bleib sofort stehen!" Tom lachte. "wieso? Gibt es eine Verordnung, dass den Captain mit Wasser zu überschütten strafbar ist?" Kathryn nickte. "allerdings! Zumindest etwas, was das mit einschließt!" Tom lief wieder ins Meer, wo er immer wieder mit Wasser nach den Frauen spritzte. Aber B’Elanna und Kathryn spritzten zurück. Lachend holten sie Tom ein und stürzten sich auf ihn, bis Tom schließlich prustend aufgab. "Okay okay! Ihr habt gewonnen!" B’Elanna nickte. "Schon besser!" In diesem Moment packte Tom sie von hinten und hob sie auf seine Arme. "Was glaubst du wohl soll ich jetzt tun?" Kathryn wollte ihrer Freundin gerade zu Hilfe eilen, als Chakotay sie festhielt. "Hey!" protestierte sie und lachte. "Laß mich... hör auf!" Chakotay sah sie an. "Vielleicht gehen wir lieber zurück an den Strand! Ich möchte nicht, dass dir etwas passiert!" B’Elanna sah Chakotay fluchend an. "Himmel noch mal! Sie ist lediglich schwanger! Was soll ihr denn im Wasser passieren?" Tom grinste. 2immerhin ist sie mit einer Klingonin im Wasser! Das kann man nie wissen!" – "P’TAHK!" Und dann ergoß sich eine Welle von Wasser über Chakotay und Kathryn. Tom hatte B’Elanna einfach fallen gelassen. Wütend fuhr die Klingonin wieder hoch. Sie stemmte die Hände in die Hüften, dann aber ganz plötzlich schien sie das Interesse zu verlieren. "Schaut mal! Dort hinten! Ein Wal!" Tom drehte sich um, genauso wie Chakotay und Kathryn. Und diesem Moment nutzte B’Elanna. "Hoppla, war wohl doch keiner!" Und im nächsten Moment lag Tom im Wasser. B’Elanna lachte. "Nicht zu fassen! Er fällt immer noch drauf herein!" Sie grinste Chakotay an. "Ein alter Marquis Trick!" Chakotay nickte. "Und deshalb hat er bei mir nicht geklappt!" – "Was?!?" Kathryn sah ihn an. "Ich erinnere mich, dass du auch zum Horizont geschaut hast!" – "Nein!" – "Oh, doch!" sagte Kathryn. B’Elanna nickte. "Auf ihn mit Gebrüll!" – "HEY! Zwei gegen einen ist unfair!" Kathryn lachte. "Wir sind zwei Frauen!" – "Na und? Aber eine Klingonin!" schimpfte Chakotay lachend und B’Elanna nickte. "Schön zu wissen, wie viel Respekt einem entgegengebracht wird!" Im nächsten Moment landete sie im Wasser. Lachend tauchte Tom auf. "Tja! Du hast wohl vergessen, wie gut ich tauchen kann!" sagte er und hielt die Hände seiner Frau fest. B’Elanna versuchte, sich zu befreien. "Nein, Liebes! Vorerst werde ich dich so festhalten! So bin ich sicherer! Sagt mal... wo ist eigentlich Harry?" B’Elanna fluchte. "am Strand! Laß mich los! Tom!" Tom zog sie an sich. "Frieden?" – "Waffenstillstand!" grummelte B’Elanna und Tom nickte. "Auch gut!" Damit küßte er sie leidenschaftlich. Chakotay sah seine Frau an. "Eine gute Idee!" – "Nein!" Kathryn spritzte mit Wasser nach ihm und zog dann B’Elanna von Tom weg. "Du bist mir eine nette Verbündete! Sag mal... hast du dich so auch auf die Seiten der Feinde im Delta Quadranten geschlagen?" B’Elanna sah sie empört an. "Was erwartest du? Dass ich mich benehme wie Seska und mich so einem... Kazon an den Hals werfe! Oder soll ich vielleicht... wie dein Mann eine Beziehung mit einer weiblichen 8472 anfangen!" – "HEY!" warnte Chakotay und Kathryn nickte. "Recht hat sie!" Tom und Chakotay sahen sich an. Tom verschränkte die Arme. "Liebes... wenn du heute nicht auf dem Sofa schlafen möchtest..." – "Irrelevant!" sagte B’Elanna mit einem ‚seven-ähnlichen‘ Gesichtsausdruck. "Zufällig wirst du dann nämlich derjenige sein, der auf dem Sofa schläft!" – "Laß es lieber nicht drauf ankommen!" sagte Chakotay und seufzte. "Klingonen meinen, was sie sagen!" B’Elanna nickte. "Hör auf ihn!" – "Er ist beeinflußt! Sag mal... wie hast du das gemacht, B’Elanna? Telepathie?" B’Elanna schüttelte den Kopf. "Deine Witze sind plump!" Kathryn hob die Hände, als sie einen drohenden Streit erkannte. "B’Elanna... hör zu, was hältst du davon..." Sie flüsterte der Frau etwas zu und B’Elannas Gesicht hellte sich auf. "Gute Idee!" Und damit stürzten sie sich auf die Männer, die kurz darauf im Wasser lagen. Dann schwammen sie an den Strand zurück, gefolgt von Tom und Chakotay. Lachend liefen sie das letzte Stück aus dem Wasser und drehten sich dann herum. "Tja... meine Herren! Ich würde sagen, wir haben gewonnen!" lachte Kathryn und B’Elanna nickte. "Und das gegen zwei Männer. Komm, Kathryn! Gehen wir einen trinken!" sie drehten sich um und B’Elanna prallte gegen Seven of Nine, die in einer Jeans und einem T-Shirt hinter sie getreten war. "Seven!" sagte sie verwirrt und ein Mann folgte der Frau. "Miss... wo wollen sie denn hin!" Seven sah Kathryn an. "Tun sie mir einen Gefallen! Sagen sie ihm... ich hätte... noch etwas zu tun!" Kathryn sah sie verwirrt an. "Ich dachte... sie fänden ihn ganz nett! Sagten sie mit heute nachmittag vor ihrem Date!" Seven nickte. "Fand ich auch! Bis er anfing... sich wie mein Mann aufzuführen! Er wollte mich küssen!" Chakotay, der dazugetreten war, sah Tom bedeutungsvoll an. Kathryn hingegen wandte sich an den jungen Mann. "Hören sie... ich glaube meine... Tochter... hat noch etwas zu tun!" – "Ach sie sind... die Mutter von Melanie..." – "MELANIE?" fragten Chakotay, B’Elanna und Tom im Chor und Kathryn sah Seven verwirrt an. Seven zuckte die Schultern. "Ich fand Seven of Nine... einen unpassenden Namen für einen Menschen und Annika mag ich nicht! Es erinnert mich zu sehr an die Assimilierung!" Der Mann war nun vollends verwirrt. Kathryn sah ihn wieder an. "Ja, ich bin die Mutter von Melanie! Meine... Tochter... hat noch einiges zu tun! Sie wäre froh... wenn sie morgen wieder anrufen könnten!" sagte Kathryn und bedeutete ihm zu gehen. Nachdem er ein Stück entfernt war drehte sie sich um. "Melanie... ach... Seven! Ich werde ihnen einmal ein wenig über ein Date erzählen! Es geht darum zu flirten! Und manchmal küßt man sich auch!" Seven zog die Augenbrauen hoch. "Ich möchte aber niemanden küssen! Diese Art von Annäherung ist mir fremd. Ich finde sie... unhygienisch!" Kathryn seufzte. "Seven... das..." Tom schob sie zur Seite. "Haben sie schon einmal jemanden geküßt?" – "Natürlich nicht!" sagte Seven empört und Tom nickte. "Dann können sie das gar nicht beurteilen! Ein Kuss... ist das Schönste..." – "Tom! Es ist mir klar, dass sie so denken! Wissen sie, an wen sie mich erinnern?" Tom seufzte. "Seven! Ich war gerade dabei, ihnen zu erklären..." – "Sie erinnern mich an einen Kometen! Heute hier, morgen dort, aber immer am brennen!" erklärte Seven und drehte sich um. "Ich jedenfalls... habe ausführlich mit dem Doktor diskutiert und er hat mir zugestimmt... Küssen ist überflüssig. Dieser Kerl hatte noch nicht einmal ein gutes Gesprächsthema! Ich habe mich dann schon dazu herabgelassen, von Energierelais anzufangen!" Kathryn mußte Lächeln, während B’Elanna ernsthafte Probleme hatte, ihr Lachen unter Kontrolle zu halten. "Seven, ich bitte sie. Sie könnten bei ihrem ersten Date mit einem Mann nicht über Energierelais plaudern!" Seven sah sie schulterzuckend an. "Von Warp antrieben verstand er nichts!" Kathryn drehte sich um und legte ihre Hand auf Chakotays Schulter. "Erkläre du es ihr! Ich lege mich wieder in die Sonne!" – "Wie soll ich..." Chakotay sah ihr fragend nach und Kathryn lächelte. "sieh es als Training... für unser Kind!" – "Wie aufbauend!" grummelte der Indianer und hielt B’Elanna fest, als sie Kathryn folgen wollte. "Ihr wollt mich doch nicht alleine lassen!" B’Elanna zuckte die Schultern. "Bekommen wir ein Kind? Das mußt du schon alleine schaffen! Viel Glück!" Damit ging sie lachend davon. Tom und Chakotay sahen sich, dann Seven an. "Warum kommen sie nicht mit uns dort hinten hin! Wir werden nachher ein Feuer machen und etwas essen grillen! Sie sind herzlich eingeladen!" Seven nickte. "Gerne!" Sie folgte den beiden Männern und setzte sich dann in den Sand. B’Elanna klopfte ihr auf die Schulter. "Machen sie sich nichts daraus. Mein erstes Date verlief auch... ziemlich deprimierend!" Kathryn grinste. "Du hast doch hoffentlich nicht von Warp antrieben angefangen!" – "Nein! Ich habe meinem Schwarm zuerst die Cola, dann die halbe Pizza auf die Hose geschüttet! Daraufhin ist er ohne ein Wort gegangen!" Tom lachte. "Das paßt zu dir! Aber... Kathryn... jetzt erzähl uns doch mal von deinem ersten Date!" Kathryn sah ihn an. "Du bist zu neugierig! Mein erstes Date... ist gar nicht der Rede wert!" – "Klingt interessant!" sagte Chakotay und erntete einen dankenden Blick. "Ich liebe es, wenn mein eigener Mann so zu mir hält!" sagte Kathryn ironisch und seufzte. "Mein erstes Date war... naja..." Sie seufzte. "Ich bin eine halbe Stunde zu spät gekommen, er hatte sein Geld vergessen..." Tom seufzte. "Zu spät? Und wenn mir das passiert ist, bin ich gleich suspendiert worden!" Kathryn sah ihn an. "Tom! Das war ein Date... kein militärischer Konflikt mit den Borg!" – "Warum bist du zu spät gekommen?" fragte B’Elanna und Kathryn seufzte. "Weil Phoebe meine Haarbürste mit Marmelade eingeschmiert hatte!" Alle begannen zu lachen. Tom reckte seine Brust hervor. "Irgendwie... war mein erstes Date ein voller Erfolg!" B’Elanna schüttelte den Kopf. "Ich weiß nicht, was daran ein Erfolg sein soll, wenn man eine Ohrfeige bekommt!" – "Das war erst spät abends! Vorher... war es ein voller Erfolg!" Seven blickte Tom an. "Ich kann nur raten, dass sie die Ohrfeige verdient hatten!" Kathryn und Chakotay sahen Tom interessiert an und dieser zuckte verlegen die Schultern. "Zugegeben... ja!" – "Wäre auch ein Wunder gewesen, wenn nicht!" sagte Harry, der sich bis jetzt herausgehalten hatte. Tom seufzte und sah plötzlich Kathryn an. "Aber... was mich noch viel mehr interessiert... dein Date mit William Riker!" – "Das brauchst du gar nicht zu wissen!" sagte Kathryn, Tom jedoch schüttelte den Kopf. "Das gilt nicht!" Kathryn seufzte. "Na schön! Ich... bin in Panik rausgelaufen!" Stille folgte, dann ein fassungsloses "WAS?" von Tom. Kathryn zuckte die Schultern. "Jetzt schaut nicht so! Es war ein Blind Date! Konnte ich denn ahnen, dass meine Freundin den tollsten Typ der ganzen Starfleet Akademie anschleppt? Außerdem... hatte ich eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben!" – "Rausgerannt?" fragte Tom grinsend und prustete los. "Ich kann mir vorstellen, wie das ausgesehen hat!" B’Elanna stieß ihm den Ellenbogen in die Rippen. "Hör auf du Idiot! Ihr Männer habt ja keine Ahnung, wie eine Frau sich in so einem Moment fühlt!" Tom rieb sich mit schmerzverzerrtem Gesicht seine Rippen. "Doch... deine Reaktion... läßt mich darauf schließen!" Seven schüttelte den Kopf. "Diese Art von... Panik habe ich nicht bekommen." erklärte sie. Tom nickte. "Natürlich! Sie haben wahrscheinlich so etwas gesagt wie... "Nennen sie ihre Intentionen!" oder... "Gefühle sind irrelevant!" Richtig?" Seven sah ihn verwundert an. "Korrekt!" Chakotay hob die Hand. "Also... ich würde vorschlagen, wir suchen uns jetzt ein anderes Thema!" Tom schüttelte den Kopf. "Nein, jetzt wird es interessant!" – "TOM!" sagte Chakotay und holte eine Flasche Wasser heraus. "Möchte jemand etwas trinken?" Kathryn, die sich an seine Schulter gelehnt hatte lächelte Seven zu. "Ich werde ihnen morgen erklären, wozu ein erstes Date dient! Aber jetzt... hier!" Sie reichte Seven ein Glas. Seven nahm es und sah auf die Flüssigkeit. "Die Art von Nahrungsaufnahme brauche ich nicht... es reicht, dass ich heute schon dieses süße Getränk zu mir nehmen mußte!" Kathryn seufzte. "Seven..." sagte sie und Seven zuckte die Schultern. "Aye, Mom!" B’Elanna prustete los vor lachen und hätte sich beinahe an ihrem Mineralwasser verschluckt. "Chakotay... wie es aussieht habt ihr jetzt zwei Kinder!" Der Mann seufzte. "Ich habe nichts dagegen. So können wir wenigstens die Schlimmsten Katastrophen von Seven abwenden!" – "Wobei die, die von ihr ausgehen schlimmer sind!" sagte Tom und grinste. "Nicht böse sein, Seven!" Seven sah ihn an. "Tom... wie ich ihr verhalten bis jetzt studiert habe sind die Katastrophen, die von ihnen ausgehen manchmal schlimmer als ein Warpkernbruch!" – "Sie ist böse!" sagte B’Elanna und erhob sich. Dann setzte sie sich neben Chakotay. "Ich darf doch? Es macht keinen Spaß, zwischen zwei Kriegsparteien zu sitzen!" Kathryn lachte und stieß mit ihr an. "Auf die Zukunft!" B’Elanna nickte. "Und auf die Vergangenheit!" Und damit kuschelte sich Kathryn in Chakotays Arm und trank Wasser. Schließlich aber stellte sie das Glas weg. "du hast nicht zufällig auch eine Kanne Kaffee repliziert?" – "Doch!" sagte Chakotay und goß ihr eine Tasse ein. "Ich wußte du würdest danach fragen!" – "Und ich wußte, du würdest eine Kanne mitnehmen!" Damit nahm sie die Tasse und trank einen Schluck. "Mmm... niemand repliziert Kaffee so gut wie du!" sagte Kathryn ironisch und B’Elanna stöhnte auf. "Wenn ihr jetzt mit Liebesgeständnissen anfangt, gehe ich nach Hause in mein Bett!" Chakotay lachte. "Keine Angst!" Kathryn hingegen sah auf. "Was hast du gegen Liebesgeständnisse?" – "Wärst du mit Tom zusammen, wüßtest du es!" grummelte B’Elanna alle lachten, als sie eine Grimasse zog. Tom zuckte die Schultern. "sie ist Klingonin... die einzige Sprache die sie versteht ist... Ich breche dir jetzt den Arm!" B’Elanna atmete tief ein und erhob sich. "Tom Paris! Du hast zehn Sekunden Vorsprung! Wenn ich dich in die Finger bekomme, verspreche ich, dass ich dir mehr als nur einen Arm brechen werde!" Tom erhob sich. "Hey... Schatz... du mußt doch nicht immer alles so... persönlich... nehmen!" Dammit lief er davon, gefolgt von B’Elanna. Seven schüttelte den Kopf. "Menschen!" murmelte sie und trank einen Schluck Wasser. Verwirrt sah sie dann auf das Glas. Kathryn nickte. "sieht aus, als würden sie auch langsam wieder zu einem richtigen Menschen werden, Seven!" Und damit schloß sie die Augen und trank einen Schluck Kaffee. "Nie wieder Forschung!" murmelte sie und fühlte chakotays Lippen auf den ihren. "Vorsicht... ich komme darauf zurück!" sagte er und Kathryn lächelte. "Wenigstens nicht heute abend!" Und dann gab sie sich dem Kuss hin. Seven zuckte mit den augenbrauen und trank wieder ein Schluck Wasser. "Unhygienisch!" sagte sie nur und Chakotay stöhnte. "Seven! Bitte! Seinen sie doch nicht immer so... schwarz-sehend!" – "Ich bin nur realistisch!" Damit sah die junge Borg auf das Meer. "Aber... lassen sie sich nicht stören!" Harry und Libby lachten. "Dafür ist es zu spät, Seven!" Die Borg zuckte die Schultern. "Menschen sind immer so kompliziert!" und damit stand sie auf und ging auf das Wasser zu. "Ich für meinen Teil werde den sonnenuntergang nämlich nicht verpassen!" Kathryn lächelte. "Es wird schwer sein, ihr das zu erklären, worauf es bei einem ersten Date ankommt!" Chakotay nickte. "Ich weiß, aber unlösbare Aufgaben sind doch etwas für dich! Ich kenne niemanden, der das sonst bewältigen könnte!"
***Ende***

Gedanken der Autorin:
Ich möchte mich zuallererst für Fehler entschuldigen, die ich gemacht habe. Logische Fehler, sowie Charakterfehler. Leider habe ich an einigen Stellen die Charaktere nicht so getroffen, wie sie eigentlich in der Serie sind. Das bitte ich zu entschuldigen, da wie gesagt sehr private Szenen in der Serie ganz fehlen. Des weiteren möchte ich mich an dieser Stelle bei den Schauspielern der Figuren entschuldigen, die ich in meinem Roman ziemlich vernachlässigt habe. Diese wären Neelix (er kommt kein einziges Mal vor und wird lediglich einmal erwähnt! Sorry!
J ), Tuvok (auch er kommt nur selten vor) und auch Harry Kim. Es war keine Absicht, es hat sich irgendwie so ergeben und fiel mir auch erst am Schluß beim überlesen auf. Es war also keine böse Absicht.Ich wollte eine Geschichte zu Voyager schreiben, die ganz anders war, als die Serie, deshalb war für mich ganz zu Anfang klar, dass die Geschichte sich ereignen mußte, nachdem die Voyager schon wieder zuhause war und sich einiges ereignet hat. So habe ich mir überlegt, dass Janeway und Chakotay geheiratet haben (wozu ich ja auch später noch die Geschichte "Zuhause" geschrieben habe. Seven sollte ebenfalls eine tragende Rolle spielen. Deshalb fand ich es ideal wenn seven vorerst bei Kathryn und Chakotay wohnen sollte. Die Idee mit Kathryns Schwangerschaft hatte ich ebenfalls gleich am Anfang. Ich habe auch überlegt, ob sie schon ein kind haben soll, da hätte sich dann aber das Problem gestellt, dass sie wahrscheinlich nicht wieder als Captain auf die Voyager zurückgekehrt wäre. Deshalb habe ich die Idee ganz schnell wieder verworfen und statt dessen überlegt, dass sie erst auf der mission erfährt, dass sie schwanger ist. Eigentlich hatte ich Kathryns Schwangerschaft mehr in den Mittelpunkt stellen wollen. Ich habe sogar eine Zeit lang mit dem Gedanken gespielt, sie ihr Kind verlieren zu lassen. Ich wollte zuerst eine Story schreiben, die wirklich traurig ist, die einem die Tränen über die Wangen laufen läßt. Aber da Kathryn Janeway mein Lieblingscharacter ist (und obendrein schon soviel Pech in ihrem Leben hatte), habe ich statt dessen ein Happy End geschrieben. Ich wollte niemanden sterben lassen, obwohl es bis zum Schluß hoffnungslos aussehen sollte.
Für den sehr unrealistischen Schluß möchte ich mich bei allen entschuldigen. Ich gehe mal davon aus, dass eine Anklage nicht nur wegen einer ergreifenden Rede fallen gelassen werden würde, aber in dem Moment hatte ich einfach keine bessere Idee. Ich hatte die Wahl zwischen einem "Chakotay-entführt-Janeway", "Janeway-wandert-ins-Gefängnis" und "Es-geschieht-ein-Wunder!" Schluß. Ich habe mich für das letztere entschieden, da ich die beiden ersten Möglichkeiten nicht gerade sehr attraktiv für einen Schluß fand. Sollte jemand noch Ideen für einen Schluß haben, nur her damit!
Des weiteren sollte die Story von einem konflikt handeln. Kathryn Janeway, die vorher immer überzeugte Paragraphenreiterin war (
J Sorry, Kathy!), kommt in eine Situation, in der sie vor der Wahl steht ihren Geliebten und all ihre Freunde im Stich zu lassen, oder Starfleet zu verraten um den Versuch zu wagen, sie zu befreien. Sie mag ab und zu etwas besessen von der Idee klingen, ihre Crew zu retten (wen man genau darüber nachdenkt, ist es ja auch verrückt!!!), aber ich habe versucht, mich in eine Frau hineinzudenken, die bis jetzt immer alle, die sie geliebt hat, verloren hat. Ihr Vater und ihr (zukünftiger) Ehemann starben sozusagen vor ihren Augen bei einem Testflug mit einem neuen Sternenschiff und Mark hat geheiratet, während sie ihn nie aufgegeben hat. es war für mich klar, dass sie jetzt niemals wieder zulassen würde, jemanden, den sie liebt zu verlieren.Das waren einige kurze Gedanken, mit denen ich einige Stellen in meinem Roman erklären möchte, die vielleicht etwas fragwürdig erscheinen. Ich weiß, es gibt weitaus mehr stellen, an denen ich das ‚vulkanische Diktat der Poetik‘ mißachtet habe, aber ich bitte alle Leser: seid gnädig. Es war mein erster Roman zu Voyager. Trotzdem hoffe ich, dass das Lesen Spaß gemacht hat.
Katharina Reese (E-mail:
KathrynJaneway@trekonline.zzn.com oder KathrynJaneway_2000@yahoo.com ANMERKUNG/NOTE: Diese emailAdressen sind veraltet und existieren nicht mehr! These e-mail addresses are old and don't exist anymore! )
***Alle Figuren sind entnommen aus der Serie "Star Trek Voyager" und somit Eigentum von Paramount Pictures!***

Thanks to all actors for the inspirations! K.R.
Wenn du zu dieser Geschichte über Google oder einer anderen Suchmaschine, oder einem externen Link gekommen bist, ohne vorher die Hauptseite besucht zu haben, gehe bitte auf http://www.kimberley-jackson.com Dort findest du weitere Stories, eine Biografie, Bilder, Artwork und vieles mehr...
If you got to this story by Google or another Search Engine or external link without visiting the main page first, please go to http://www.kimberley-jackson.com to view more stories, a biography, art and more...