"Undercover" by Kimberley Jackson Kategorie: DRR (Doggett / Reyes) Rating: PG Summary: Monica und John müssen Undercover in einer Schönheits-/Wellness Klinik arbeiten... Bemerkungen: Eigentlich soll dies keine wirklich ernste Geschichte sein, sondern teilweise sogar komödiantische Ansätze haben. Also als X-Akte nicht ernstnehmen! Ich wollt eben mal was ganz neues ausprobieren. "Ich gehe jetzt auf die Rezeption zu!" wisperte Monica Reyes in das kleine Mikrofon, welches in ihrem Ausschnitt verborgen lag, und hoffte, daß niemand sie beobachtete. Die kleine Eingangshalle der Wellness und Schönheitsklinig war beinahe überfüllt. Pfleger liefen hektisch von einer Seite zur anderen, Patienten standen ihnen dabei im Weg herum oder saßen einfach auf Sofas um die Tischecken herum und spielten irgendwelche Spiele. Monica fragte sich bestimmt zum tausendsten Male, wieso sie diesem Einsatz zugestimmt hatte. In der klinik verschwanden mehr und mehr Menschen. Das heißt, Anhaltspunkte dafür, daß es wirklich in der Klinik geschah, gab es eigentlich nicht. Nur, daß die Personen, die in diese Klinik gingen, plötzlich verschwunden waren. Der gesamte Fall war etwas undurchsichtig und wahrscheinlich war auch genau dies der Grund, warum John und sie ihn zugeschoben bekommen hatten. Wenn jemand versagen konnte, dann sie. Monica lächelte die Frau an der Rezeption freundlich an und reichte dann ihre Überweisung über den Tresen. "Ah ja!" nickte die Frau. "Miss Reyes! Ein Einzelappartment, nicht wahr?" "Genau!" nickte Monica und sah sich weiter um. Die Halle war eigentlich sehr schön eingerichtet. Das Klappern des Schlüssels unterbrach ihre Gedanken. Sie nahm ihn entgegen. "Um sieben Uhr gibt es Abendessen, ab neun Uhr gilt Nachtruhe. Frühstück ist morgens ab sieben Uhr, Mittagessen von zwölf bis vierzehn Uhr. Während der Behandlung ist das Verlassen des Klinikgeländes nur mit besonderer Genemigung gestattet!" Monica sah sie verwirrt an. "Aus welchem Grund? Ich verbringe hier doch nur eine Entspannungswoche!" "Es tut mir leid, so sind die Regeln. Man hatte sie, soviel ich weiß, davon auch vorher in Kenntnis gesetzt!" Nein, hatte Skinner nicht getan, aber Monica vermied es, mit der Frau einen streit anzufangen und so Aufmerksamkeit zu erregen. Einfach ein bißchen auskundschaften awar das Ziel dieses Undercovereinsatzes. Auf dem Weg zu ihrem Zimmer sah Monica sich unauffällig nach John um. Er war bereits vor zwei Tagen als Angestellter eingeschleust worden. Sie sah sich die noble Einrichtung an. Kein Wunder, dachte sie schließlich bei sich. Immerhin ist dies eine Klinik für die höheren Zehntausend. Die Woche, die sie hier verbrachte, kostete das FBI immerhin fünfzehntausend Dollar. Als sie wenig später ihr Zimmer betrat, staunte sie nicht schlecht. "Wow, hier fühlt man sich ja wie eine Königin!" "Gewöhnen sie sich lieber nicht zu sehr daran!" kam Skinners Stimme durchs Mikrofon. "Sie wissen ja, sie sind zum Arbeiten da!" "Wann hatten sie eigentlich vor mit von der Ausgangssperre zu berichten, Assistant Direktor?" fragte Monica, während sie ihre Tasche in den Schrank stellte und ihre Schuhe auszog, die sie dann einfach auf dem Boden liegen ließ. "Jetzt!" sie konnte das Grinsen durch das Gerät hören. "Das ist nicht komisch, Sir! Wie soll ich denn bitte Bericht erstatten, wenn ich nicht..." "Deswegen haben wir Agent Doggett als Angestellten reingebracht. Angestellte haben jederzeit Ausgang!" "Außerdem ist diese Klinik nur für Frauen!" widerlegte Monica Skinners Argument und ließ sich aufs Bett fallen. Genau in diesem Moment klopfte es an der Tür. "Herein!" rief sie einfach nur und hörte, wie die Tür geöffnet wurde. "Miss Reyes, ich..." Die Frau die eintrat stockte und blickte auf die Schuhe am boden, dann auf Monica, die in ihrer Jacke auf dem Bett lag. Missbilligend runzelte sie die Stirn. Monica fühlte sich wie ein kleines Schulmädchen, das beim Weitspucken erwischt worden war. Das war natürlich völlig absurd, trotzdem jedoch richtete sie sich auf und zog ihre Schuhe zum Bett hin. "Was gibt es?" "Ich kam, um ihnen die Trainingspläne für die Woche zu geben. Zwei fitnesskurse am Tag sind Pflicht, dazu die Massagestunden am abend. Sie bekommen ihren persönlichen Masseur zugeteilt. Darüber hinaus können sie soviel mehr belegen, wie sie wollen!" Wieder etwas, was Skinner ihr verschwiegen hatte. Monica nahm die Pläne entgegen und sah sich das Programm an. Aerobic, Laufen, Wasserfitness, Schwimmen, Stretching... jede nur erdenkliche Möglichkeit, seinen Körper in Form zu bringen war dabei. "Okay...!" nickte Monica und sah die Frau an. "Ist noch etwas?" "Nein!" Die Frau drehte sich um und ging wieder. "Ach, da war noch etwas, was ich ihnen sagen musste!" hörte sie Skinners Stimme durch das Gerät. Monica ließ sich mit einem Seufzer wieder auf das Bett fallen. "Ersparen sie sich das! Hab ich irgendetwas getan, um sie zu verärgern, Sir?" Er verstand den Unterton ihrer frage und lachte. "Nein, sie waren nur die einzige Agentin, die überzeugend bei diesem Undercover Job wirken könnte!" "Ich hoffe, sie meinen das nicht darauf bezogen, daß ich Figurprobleme hätte!" stichelte Monica und rieb sich die Schläfen. "Nein! Sie sehen aus wie eine Frau, die auf ihre Gesundheit achtet! Deswegen!" "Na toll!" Monica rappelte sich hoch und füllte dann das Formular aus. Sie wählte die Sportkurse die an diesem Tag sowieso bereits vorbei waren und machte sich dann mit dem Formular auf den Weg zur Rezeption. Den gesamten Nachmittag verbrachte sie damit, sich zurechtzufinden und die Räumlichkeiten auszukundschaften. Hinter dem Anwesen gab es einen schönen Park, in dem wohl auch die Sportkurse stattfanden. Im Keller waren der Swimming-Pool, die Sauna, der Schlammbadbereich und noch andere Räume für Behandlungen, von denen sie lieber gar nichts wissen wollte. Die Personalräume befanden sich im Erdgeschoss, ebenso wie die Gesellschaftsräume, die Kantine und die Cafeteria (wobei die letzten beiden nur Fettfreies anboten.). Im ersten und zweiten Stock hatte sie dann die Patientenappartments. Gerade untersuchte sie die Tür zum Dachboden, als die Stimme eines Mannes sie innehalten ließ. "Entschuldigung? Was tun sie denn da?" "Oh, ich..." Monica setzte ihr strahlendstes Lächeln auf. "Ich suche den Platz, wo die Massagen stattfinden!" Sie sah auf ihre Uhr. "Ich bin den ersten Tag hier und finde mich einfach nicht zurecht!" "Unten! Im Keller!" Der Mann wirkte sehr grimmig und blickte Monica düster an. Die Frau lächelte noch immer. "Vielen Dank!" Und damit ging sie auf die Treppe zu die nach unten führte. Sie ärgerte sich. Es war offensichtlich, daß der Mann ihr nicht geglaubt hatte. Jetzt hatte sie sich verdächtig gemacht. Sie folgte dem Schild "Massagen", bis sie vor einer Tür stand. Als sie sie öffnete und eintrat, flog ihr regelrecht eine Pflegerin entgegen. "Guten Abend Miss! Hier, ihr Bademantel. Bitte siehen sie sich hier aus!" Sie deutete auf eine kleine Umkleidekabiene. Monica betrat sie und vernahm missbilligend, daß die Kabiene von aussen verriegelt wurde. Diese extrem hohen Sicherheitsmaßnahmen mußten doch sicher einen Grund haben. Den würde sie noch herausfinden. Nachdem sie sich ihrer Kleidung entledigt hatte, zog sie den weichen weißen Bademantel über und klopfte dann an die Tür. Bevor sie noch etwas sagen konnte, öffnete sie sich und die Pflegerin nahm ihre Kleidungsstücke entgegen, legte sie in ein Fach und reichte Monica dann das Bändchen mit der passenden Fachnummer. "Bitte folgen sie dem Gang!" Monica folgte dem Gang. Zweifelnd umschlang sie ihren Körper mit ihren Armen und betrat dann einen viel größeren Raum. Mindestens zwanzig Massagebänke waren hier aufgebaut, auf denen bereits Patientinnen massiert wurden. "Bitte hier entlang!" Monica folgte einer weiteren Pflegerin. Bestimmt zum hundertsten Mal fiel ihr auf, daß keiner vom Personal ein Namensschild trug. Sie wurde zu einer der Massageliegen geführt. Dabei beobachtete sie, wie eine offensichtlich sehr vornehme Dame gerade den Raum verließ. Die Pflegerin erledigte dabei alles für sie. Sie zog sie an und trug ihr Handtuch. Waren reiche Leute denn unfähig, irgendetwas alleine zu machen? "Ich kann das alleine, dankeschön!" sagte sie deshalb zu der jungen Frau, als diese ihr helfen wollte. Eines stand fest. Skinner würde sein blaues Wunder erleben. Nie wieder ließ sie sich auf so einen Einsatz ein, bevor sie nicht jede winzig kleine Einzelheit erfahren hatte. Sie legte sich auf den Bauch auf die Liege und das Mädchen legte ein Handtuch über ihren nackten Körper. "Entspannen sie sich! Ihr Pfleger wird gleich erscheinen!" Monica seufzte und sah sich die anderen Pfleger an. Diese Klinik war schon sehr merkwürdig. Ausgangssperre und dann dieses wirklich übertriebene ‚Bemuttern' der Patientinnen. Was ging hier vor? "Guten Abend!" Monica wäre beinahe herumgefahren, erinnerte sich aber noch rechtzeitig, daß sie unter dem Handtuch ja nichts trug. "John! Sie haben mich erschrocken!" wisperte sie. "Was tun sie hier?" "Ich bin ihr Masseur!" Er strahlte sie an. "Was?" "Gibt es ein Problem?" Sofort war eine Pflegerin bei ihr und sah sie besorgt an. "Nein... ähm, nein!" winkte Monica ab und seufzte, als die Frau wieder weg war. "War das ihre Idee?" "Ich wurde ihnen zugeteilt! Ich konnte nichts dagegen tun!" verteidigte sich John. Versucht hatte er es allerdings auch nicht, mußte er sich eingestehen. "Aber... sie können doch gar nicht massieren!" "Glauben sie wirklich, ein Patient merkt den Unterschied zwischen einem Profi und einem Anfänger?" "Sie sind unmöglich!" Monica mußte lächeln. "Außerdem können wir so unauffällig reden!" "War das Skinners Idee, sie mir zuzuteilen?" kam Monica plötzlich der Gedanke und John zuckte die Schultern. John zog das Handtuch bis zu ihrer Taille herab und strich dann sanft ihre Haare aus ihrem Rücken. Monica erschauderte unmerklich. Seine Berührung war unglaublich heiß. Wie lange würde sie massiert werden? Eine halbe Stunde. Meine Güte, wie sollte sie das überleben?###### Als seine Hände sich auf ihre Schulterblätter legten, begann sie zu lachen. Verwirrt sah er sie an. "Es tut mir leid!" sagte sie und beruhigte sich. "Das ist nur irgendwie so... merkwürdig." Sie schwieg, als sie bemerkte, daß eine der Pflegerinnen wieder zu ihr herüber sah. Auch John bemerkte dies. Er räusperte sich und strich dann erneut Monicas Haar aus ihrem Nacken. Dann begann er, sie zu massieren. Sehr sanft und sehr oft war es mehr ein Streichen als ein massieren. Monica war unfähig, sich zu entspannen. Wußte dieser Mann eigentlich, was er ihr antat? War dieser Raum wirklich so warm? Meine Güte, das Ganze hatte sie jetzt die ganze Woche lang jeden Abend vor sich. "Monica?" "Ähm... ja?" "Ich fragte sie, ob sie bereits irgendetwas entdeckt haben!" "Entdeckt? ...Ach so! Nein..." War sie nervös? Er wußte es nicht, da er ihr Gesicht nicht erkennen konnte. War sie genauso verrückt nach ihm, wie er nach ihr? Er hatte sich so oft ausgemalt, wie sich ihre Haut wohl anfühlte und jetzt... Er wollte noch viel mehr tun als sie nur zu massieren. Natürlich stand das außer Frage. Immer wieder mußte er ihre schlanke Figur bewundern, ihre seidigen Haare, ihren Nacken... wie gerne würde er sie dorthin küssen. Seine Hand strich sanft ihren Nacken entlang und er hörte, wie sie nach Luft schnappte. "Was ist?" "Nichts ich..." Monica war geschockt. "Ich habe mich verschluckt... beinahe..." Warum schwieg sie nicht? Wenn du nichts vernünftiges zu sagen hast, dann sag gar nichts hatte ihre Mutter ihr immer beigebracht. Sie wußte nicht, wie sie die letzte Zeit überstand. Noch immer benommen ließ sie sich sogar von der Pflegerin beim Anziehen des Bademantels helfen. Erst als sie wieder in ihrem Zimmer war, merkte sie, wie sie zitterte. John hatte sie völlig aus der Fassung gebracht. Und über den Fall geredet hatten sie auch so gut wie gar nicht. Auch das Abendessen brachte sie nicht auf andere Gedanken und als sie schließlich in ihrem Zimmer saß dachte sie nicht an den Fall, sondern nur an ihren attraktiven Partner. Natürlich war es inakzeptabel, daß sie derartige Gedanken hatte. Um kurz vor elf reichte es ihr schließlich. Sie griff sich ihre Badesachen und machte sich auf den Weg zum Pool im Keller. Nachdem sie einige Bahnen auf Zeit geschwommen war, würe sie sicher nicht mehr an John denken, seine warmen Hände und... sie fing schon wieder an. Plötzlich stockte sie. Die Tür zum Dachboden stand offen. Interessiert schlich sie sich heran und wagte einen Blick die Treppe hinauf. Vorsichtig blickte sie sich um, und als sie sah, daß niemand in der Nähe war, schlich sie sich die Treppe hinauf. Sie kam auf einen langen Flur, auf den aus einem kleinen Raum heraus Licht schien. Monica schlich so weit, bis sie in den Raum hinein blicken konnte. Sie schnappte nach Luft. Sie blickte direkt in ein kleines, privates Labor. Einige Flüssigkeiten köchelten. Sie schien direkt zu einem Drogenherstellungsplatz gekommen zu sein. Dies hatte zwar absolut nichts mit ihrem eigentlichen Fall zu tun, aber trotzdem würde sie nach dem Schwimmen sofort Meldung an Skinner machen. In diesem Moment hörte sie aus einem Raum etwas weiter hinten im Flur ein Geräusch. Sie drehte sich um und huschte eilig zur Treppe zurück, die sie wieder hinab lief. "Ist da jemand?" hörte sie eine Männerstimme hinter sich. Sie achtete nicht darauf, ob unten im Hauptflur jemand beobachtete, ob sie vom Dachboden kam. Sie lief einfach nur die Treppen hinunter, bis sie im Keller ankam. Erst als sie sicher war, daß niemand ihr folgte, beruhigte sie sich. Jetzt verstand sie, warum ab zweiundzwanzig Uhr Nachtruhe war! Dann eröffnete das private Drogenlabor. Trotzdem hatte dies nichts mit dem Verschwinden der drei Frauen zu tun. Sie zog sich schnell um und ging dann in ihrem Bikini zum Schwimmbad. Nachdem sie kalt geduscht hatte, sprang sie in einem eleganten Kopfsprung ins Wasser und kraulte vier Bahnen am Stück, bevor sie sich eine Pause gönnte. Atemlos hielt sie sich am Rand fest. "Was tun sie denn hier?" Monica hätte beinahe aufgeschrien. "John!!! Was machen sie denn hier?" "Ich habe zuerst gefragt!" Er grinste und sprang dann ins Wasser. "Ich... wollte nur ein paar Bahnen schwimmen." Zu dicht, zu dicht, zu dicht! Alles in ihr schrie nach Abstand. "Und das werde ich jetzt auch wieder tun!" "Sie schwimmen gut!" meinte er anerkennend. "Danke! Sie schwimmen sicher auch gut. Immerhin waren sie bei den Marines!" "Was halten sie von einem Wettschwimmen?" fragte er und sah sie amüsiert an. Monica lachte auf. "Sie scherzen! Das ist doch lächerlich! Außerdem hätte ich nie eine Chance gegen sie!" Er sah sie herausfordernd an. "Sie gestehen ihre Niederlage also schon ein?" "Ich habe nicht gesagt, daß ich notwendigerweise verlieren würde!" konterte sie. "Also sind sie einverstanden?" "Na schön!" Sie nickte. "Vier Bahnen! Welche Schwimmart?" "Kraulen!" "Na schön! Sie geben das Starsignal!" Was tust du hier? Alles in ihr schrie danach, zu gehen. "Los!" Beide starteten beinahe gleich und zunächst sah es aus, als läge Monica vorne, John hingegen holte schnell auf. Monica gab alles. Sie würde sich auf gar keinen Fall geschlagen geben. John siegte nur wenige Meter vor ihr und atemlos sahen sie sich schließlich lachend an. "Guter Kampf!" nickte John. "Sie sind gut in Form!" "Das Kompliment kann ich nur zurückgeben." Sie lehnte sich an den Rand, um wieder zu Atem zu kommen. Als sie plötzlich von dem kleinen Sims, auf dem sie standen abrutschte, hielt John sie schnell fest. Auflachend hielt Monica sich an ihm fest, bis sie sich der Nähe bewußt wurde... und der spärlichen Kleidung die sie trugen. Ihr Blick wurde ernst und sie sah nervös zum Eingang. "Wie auch immer, ich... werde jetzt gehen." "Sie dürften auch während der Nachtruhe gar nicht hier sein!" murmelte John leise, ließ sie aber nicht los. Verwirrt blickte sie ihn an. Ging es ihm etwa genau wie ihr? Beinahe von alleine fanden sich ihre Lippen in einem zunächst sanften, fragenden Kuss, dann wurde er immer inniger. Aufseufzend strich Monica durch die Haare ihres Partners. Er umschlang ihren Körper und zog sie dichter an sich. Plötzlich jedoch rutschte auch er von dem Sims ab und beide tauchten für einen Moment unter Wasser. Lachend tauchten sie wieder auf, dann sahen sie sich an. "Ich... ich sollte jetzt gehen!" Monica wurde ernst. Die Entwicklung war ganz und gar nicht gut. Beinahe flüchtend schwamm sie an den Rand und verließ dann das Becken und schließlich auch die Halle. "Aufstehen!" Aufstöhnend zog Monica die Decke über ihren Kopf, als die Pflegerin die Vorhänge zurückzog und gleißendes Sonnenlicht in ihr Gesicht schien. "Morgenstund hat Gold im Mund!" trällerte die Pflegerin und begann, Monicas Decke auszuschütteln. "Geht es ihnen noch gut?" grummelte Monica, richtete sich auf und schnappte nach ihrer Decke. "Es ist..." Sie sah auf die Uhr und schüttelte geschockt den Kopf. "Es ist sechs Uhr!!!" "Ja, und um sieben gibt es Frühstück! Davor kommt noch der allmorgentliche Frühsport!" monica ließ sich zurück aufs Bett fallen. "Das ist ein Albtraum!" murmelte sie und versuchte, die Kopfschmerzen zu verdrängen. Sie hatte gestern Abend noch viel zu lange wachgelegen und an den überwältigenden Kuß gedacht. Es war bereits zwei Uhr gewesen als sie endlich eingeschlafen war. "Haben sie gestern abend die Nachtruhe eingehalten?" fragte die Pflegerin streng und Monica sah sie mit einem Gesichtsausdruck an, bei dem jeder ihrer Kollegen bereits einen Rückzieher gemacht hätte. Nicht jedoch die Pflegerin. "Hätten sie die Nachtruhe eingehalten, wären sie jetzt auch nicht mehr müde! Und jetzt ab ins Bad!" "Verzeihung!" Monica stand aus dem Bett auf. "Ich bin kein Schulmädchen und weiß sehr gut alleine, wann ich ins Bad zu gehen habe. Wenn sie jetzt bitte so freundlich wären und mein Zimmer verlassen würden?" "Das geht leider nicht! Bis um sieben Uhr müssen die Zimmer blitzblank aufgeräumt sein, sonst..." ...gibt es kein Mittagessen?" ergänzte Monica sarkastisch und ging dann mit ihrer Kleidung ins Bad. Kein Wunder, daß die meisten Reichen immer so grimmig dreinschauten, wenn dies die Art von Urlaub war, die sie machten. "Miss Reyes!" Die schrille Stimme der Pflegerin zerrte an ihren Nervon. "Was denn?" fragte sie und steckte den Kopf aus dem Badezimmer. "Walkmans sind hier nicht erlaubt!" "Ich besitze keinen Walkman!" Die Pflegerin hielt das Kommunikationsgerät hoch, durch das sie mit Skinner verbunden war. "Das ist kein Walkman sondern... eine Handyfreisprechanlage!" "Handys sind hier auch nicht erlaubt!" "Na schön!" murmelte Monica. "Geben sie es mir, ich werde es in meinem Koffer verstauen!" "Ich muß es leider konfiszieren!" "WAS?!?" Monica atmete tief ein, um sich zu beruhigen, viel brachte es jedoch nicht. "Jetzt hören sie mir mal zu!" sie schnappte das Gerät aus der Hand der Frau. "Ich glaube kaum, daß in dem horrenden Preis miteinbegriffen ist, daß sie die Patienten rund um die Uhr kontrollieren! In jedem Hotel, in dem sie so mit den Gästen umgehen würden, wären sie schon längst rausgeflogen!" "Miss Reyes!" Die stimme der Pflegerin war nun schrill und scharf... eine Kombination, die absolut unerträglich wurde. "Wir sind hier aber nicht in einem Hotel!" Damit nahm sie das Gerät wieder aus Monicas Hand und ließ es in der Tasche ihres Kittels verschwinden. "Sie können es sich abholen, wenn sie uns verlassen!" Monica wußte, daß jede weitere Diskussion überflüssig war. Natürlich könnte sie ihren FBI Ausweis ziehen und der Frau etwas über Eigentum erzählen, aber dies würde ihre Tarnung auffliegen lassen. Ein Kommunikationsgerät war dies nicht wert. In Momenten wie diesen hatte sie früher immer eine Zigarette geraucht. Erstens jedoch hatte sie hier keine Zigarette und zweitens würde die Pflegerin dann wahrscheinlich völlig ausrasten. Also ging sie nur zurück ins Bad und duschte. Das Frühstück bestand aus fettfreiem Joghurt, Müsli, entkoffeiniertem Kaffee und natürlich auch fettfreier Milch. Monicas Laune wurde nicht unbedingt gesteigert. Wie sollte sie wach werden, wenn sie nicht einmal richtigen Kaffee bekam? Tapfer hielt sie, wenn auch mit mürrischem Gesichtsausdruck die vormittäglichen Aktivitäten durch und hatte dann den nachmittag frei. Nie wieder, schwor sie sich. Nie wieder würde sie einen Undercover Job in einer Klinik annehmen. Die Massage am Abend stand ihr auch bevor. Wie sollte sie John in die Augen sehen? Das was gestern abend passiert war, war zwar unglaublich, aber absolut inakzeptabel gewesen. Sie waren Partner, verdammt noch mal. Mal ganz davon abgesehen, daß das FBI diese Art von Beziehungen nicht gestattete, würde es alles verkomplizieren. Sie erinnerte sich, wie schwer die Beziehung mit Brad damals gewesen war. Aber Brad war es nicht wert gewesen. John ist es! Sie verdrängte entschieden die kleine Stimme und entschloß sich, noch etwas zu schlafen. Als sie dann am Abend auf der Massagebank lag, sah sie allem schon etwas gelassener entgegen. John baute sie sichtlich auf. "Ich habe gehört, sie hatten heute mit einer der Pflegerinnen eine kleinere... Diskussion!" neckte er sie. "Hat sie ihnen davon erzählt?" "Die Pflegerin??? Sie sind das Gesprächsthema beim gesamten Personal! Wissen sie, wie ihr Spitzname ist?" "Ich weiß gar nicht, ob ich das wissen möchte!" murmelte Monica. "Die Rebellin aus dem ersten Stock." "Toll!" Monica seufzte und entspannte sich. "Übrigens habe ich das Gerät gerettet!" warf John ein. "Bevor jemand feststellen konnte daß es keine Freisprechanlage war!" "Ich werde mich bemühen, weniger aufsehen zu erregen!" versprach die Frau. "Aber das ist nicht einfach! Ich mag es einfach nicht, wenn mir jemand sagt, wann ich was zu tun habe! Und wenn man mich um sechs Uhr weckt, und ich nur drei Stunden geschlafen habe, dann bin ich... nennen wir es leicht verstimmt!" John lachte. "Was haben sie denn noch so lange gemacht gestern abend?" "Ähm..." Monica stockte. Wieso mußte sie das Thema überhaupt ansprechen? "Ich habe... nachgedacht! Über den Fall!" setzte sie schnell hinzu. "Verstehe!" Er schwieg einige Sekunden. "Wissen sie, ich habe auch nachgedacht... über den Fall." Die Art wie er das betonte stellte klar, daß er genau wußte, worüber sie nachgedacht hatte. Genau das war es! Das war die Art von Komplikation die sie eigentlich hatte vermeiden wollen. "Ich habe gestern abend eine Art Drogenlabor entdeckt!" warf sie plötzlich ein. Zum einen, weil sie vom Thema ablenken wollte, zum anderen, weil sie es ihm noch nicht erzählt hatte. "Ja, auf dem Dachboden!" bestätigte John. "Ich habe es auch bereits gesehen. Es ist ein offenes Geheimnis unter den Angestellten. Jeder weiß es, aber keiner spricht darüber. Ehrlich gesagt, habe ich schon das Gefühl bekommen, daß dies das einzige Geheimnis ist, was die Angestellten vor den Patienten zu verbergen versuchen." "Mmh..." bestätigte Monica. Eines mußte sie ihm lassen. Massieren konnte er richtig gut. Küssen auch... Sie wollte doch nicht mehr daran denken. "Treffen wir uns heute abend wieder in der Schwimmhalle?" "Ich... glaube eher nicht!" "Schade!" murmelte er und als sie sich leicht drehte, um ihn ansehen zu können, schmunzelte er. "Naja, ich hatte schon lange keinen so guten Wettkampf mehr wie gestern!" "Ach so... aber ich bin jetzt schon müde! Meine letzte Nacht war sehr kurz! Vielleicht..." gestand sie ihm schließlich zu. "Ich bin wieder um elf dort." Und dann war die Massagezeit zuende. Natürlich würde sie nicht schwimmen gehen! Das stand völlig außer Frage! Monica Reyes ging im Zimmer auf und ab. Sie hatten andere Probleme. Der zweite Tag war bereits um und sie hatte noch nicht einmal den Hauch einer Ahnung, was in dieser Klinik vor sich ging, von dem Drogenlabor einmal abgesehen. Sie setzte sich auf ihr Bett und versuchte, alles, was ihr bisher verdächtig erschienen war, aufzuschreiben. Das war nicht viel. Die übertriebene Fürsorge der Pfleger zum einen, die frühe Nachtruhe zum anderen... aber alles Dinge die vor Gericht als Beweise, beziehungsweise Hinweise keinen Bestand hätten. Ihr Blick fiel auf die Uhr. Viertel vor elf. Noch eine Viertelstunde. Sie schüttelte den kopf. Sie würde nicht ins Schwimmbad gehen. Andererseits war es nicht fair, ihn zu versetzen. Und wenn sie hinginge um ihm abzusagen??? Ja, das war ein Kompromiß. Dafür würde sie auch die Badesachen überhaupt nicht erst mitnehmen. Genau, sie würde ihm einfach sagen, daß sie keine Zeit hatte. Das die Tatsache, daß sie extra hinunterging, um ihm dies mitzuteilen, das Gegenteil bewies, fiel ihr gar nicht ein. Sie machte sich auf den Weg zum Schwimmbad im Keller. In der Umkleide zog sie lediglich ihre Schuhe aus und trat dann in die warme Halle. John kraulte bereits seine Bahnen im Becken. Monica schlenderte am Rand entlang. Sie waren wieder einmal die einzigen im Bad. "Hallo!" Sie kniete sich an den Rand, als John eine Pause einlegte. Er strich sich mit der Hand über die Augen, um das Wasser abzuwischen und sah sie an. "Hallo!" Dabei musterte er ihre kleidung. "Ähm..." fing er an, doch Monica hob die Hände. "Eigentlich kam ich nur herunter um ihnen zu sagen, daß ich heute nicht schwimmen werde!" Plötzlich kam sie sich unglaublich dumm vor. "Wieso nicht?" "Weil... ich jetzt schlafen gehen will!" "Aber die Zeit, die sie jetzt hier sind, hätten sie auch mit Schwimmen verbringen können!" Er war sichtlich verwirrt und ihr ging es nicht anders. "Ja... wie auch immer... ich... gehe dann wieder!" Sie deutete auf den Ausgang. John reichte ihre die Hand. "Ich komme mit. Helfen sie mir!" "Natürlich!" Sie nahm seine Hand und versuchte, ihn herauszuziehen, plötzlich jedoch zog er mit einem Ruck an ihrer Hand und mit einem beinahe elegant flog Monica kopfüber ins Wasser. Sie war so überrascht, daß sie nicht mal hatte aufschreien können. Prustend tauchte sie wieder auf. "John!" rief sie halb empört, halb amüsiert. "Oh... entschuldigung!" Er grinste sie an und Monica spritzte einen Schwall Wasser nach dem anderen nach ihm. "Jetzt tun sie nicht so scheinheilig!" Plötzlich stürzte er sich auf sie und auflachend schwamm sie davon, immer wieder Wasser nach ihm spritzend. Schließlich tauchte er unter und kam direkt vor ihr wieder hoch. "Das war sehr unhöflich, Agent Reyes!" Sie lachte und hielt sich an ihm fest. "Das müssen sie gerade sagen! Es gehört sich auch nicht, jemanden ins Wasser zu ziehen!" "Ich habe mich entschuldigt!" Monica lachte auf. "Das war aber nicht ernst gemeint." "Aber das ist es!" Damit küßte er sie. Monica protestierte kurz, gab sich ihm dann aber völlig hin. Sie hatte gewußt, daß dies passieren würde. Deshalb hatte sie nicht schwimmen wollen. "Das ist nicht gut..." murmelte sie und wich leicht zurück. "Ganz im Gegenteil!" antwortete er ihr und legte erneut seine Lippen auf ihre. Zärtlich nagte er an ihrer Unterlippe und sie erwiderte seine Liebkosungen. "WAS TUN SIE DENN HIER?" Monica und John lösten sich verwirrt voneinander und sahen eine der Pflegerinnen an, die, die Hände in die Hüften gestemmt am Rand stand. "Könnten sie mir das erklären?" "Ähm... ich... bin ausgerutscht und ins Becken gefallen." Monica schwamm zum Rand zurück. "Direkt in die Mitte des Beckens!" sagte die Pflegerin ironisch und musterte die vor Nässe triefende Frau, die nun aus dem Becken stieg. "Das hört sich vielleicht merkwürdig an, aber... ja!" nickte Monica und sah die Frau ernst an. "Aha! Und was haben sie in voller Bekleidung hier in der Halle getan?" "Ich hatte vorhin meine Armbanduhr hier vergessen und habe sie gesucht." Monica sah an sich herab. "Und jetzt gehe ich mich besser schnell umziehen!" "Und sie? Sind sie nicht einer der Pfleger?" "Ja, ich sah, wie sie ins Becken fiel und wollte ihr helfen!" "Weil sie nicht schwimmen kann?" "Genau!" nickte Monica und trat dann den Rückzug an, als die Frau sie wütend ansah. Die Situation war zu komisch. Sicher hatte die Frau jedoch gesehen, daß sie sich geküßt hatten. Hoffentlich erfuhr Skinner nichts davon. "Oh, John..." murmelte sie leise auf dem Weg in ihr Zimmer. Das sie dabei nasse Fußabdrücke hinterließ, störte sie nicht. Sie hatte sich nicht die Schuhe ruinieren wollen, indem sie sie, nass wie sie war, wieder anzog. Wieder in ihrem Zimmer, lehnte sie sich von innen an die Tür und ließ die Schuhe einfach fallen. Wenn die Pflegerin nicht gekommen wäre... wer weiß, was noch passiert wäre! Erschrocken zuckte sie zusammen als ihr Hände unnatürlich laut klingelte. Sie stürzte zu dem Schrank, in dem ihre Tasche war, und wühlte es heraus. "Reyes!" Sie sprach leise und bemühte sich, das Handy nicht mit ihrer klitschnassen Kleidung in Berührung zu bringen. "Agent Reyes? Skinner hier!" "Was gibt es denn?" Monica war verwirrt. Eigentlich hatten sie abgemacht, daß er sie auf diesem Hand nur in einem Notfall anrief. "Ich wollte ihnen nur sagen, daß der Fall abgeschlossen ist!" "Was?!?" Sie konnte ihren Ohren nicht trauen. "Was heißt das, der Fall ist abgeschlossen?" "Nun, es stellte sich heraus, daß das Verschwinden dieser Frauen Zufall war! Die Eine war gar nicht in dieser Klinik sondern ist mit ihrem Geliebten durchgebrannt, die Zweite... eine ältere Dame... erlitt hier anscheinend einen Herzinfarkt und wurde ins nächste Krankenhaus eingeliefert. Sie ist wohlauf, doch hat man in dieser Klinik wohl keine Meldung darüber gemacht. Naja, und die dritte Frau ist wirklich verschwunden, dies hat jedoch vermutlich nichts mit dieser Klinik zu tun!" "Soll das heißen, das alles hier war umsonst?" Mittlerweile begann sie, vor Kälte zu zittern. "Ja. Checken sie morgen früh aus und ruhen sie sich jetzt noch ein wenig aus! Wenn sie möchten, können sie auch den Tag morgen in der Klinik noch genießen!" "Sir, ich gäbe alles dafür hier so schnell wie möglich rauszukommen!" Sie hörte wie Skinner schmunzelte. "Okay, aber vor morgen früh ist da nichts zu machen! Die Tore sind ja jetzt schon zu!" "Sir, da ist noch etwas. Offensichtlich gibt es hier ein geheimes Drogenlabor." Sie hörte, wie Skinner am anderen Ende zu lachen anfing. "Ja, ich weiß!" "Sie wissen?!? Ich verstehe nicht!" "Die Roosevelt Klinik hat ihr offizielles Labor auf dem Dachboden und stellt Drogen zur medizinischen Versorgung her. Das ganze wird staatlich geprüft und von dort gehen die Drogen ins ganze Land. Deswegen auch die hohen Sicherheitsvorkehrungen. Die haben Angst, daß ein Patient sich mit Drogen eindeckt!" "Soll das heißen, wir waren wirklich umsonst hier?" "Tut mir leid! Schlafen sie sich aus, Agent." Monica starrte auf das Handy und verspürte den inneren Drang, es gegen die Wand zu schleudern. Keine Undercoverjobs mehr! Nie wieder! Sie stöhnte genervt auf, als es an der Tür klopfte. Mit einem entnervten "Was?" riss sie die Tür auf und starrte in das völlig verduzte Gesicht von John Doggett. Dieser musterte sie nun von oben bis unten. "Wieso haben sie sich noch nicht umgezogen? Sie werden sich erkälten!" Monica zog ihn in ihr Zimmer und schloß dann die Tür. "Skinner hat mich gerade eben angerufen!" Und dann erzählte sie John, was sie von Skinner erfahren hatte. "Sehen sie es doch einmal so! wir hatten zwei Tage Entspannung!" John stellte eine Weinflasche und zwei Gläser auf den Tisch. Monica sah ihn verdutzt an. "Sie dürften doch nicht einmal hier sein!" "Doch, jetzt schon! Ich habe soeben meinen Job verloren! Die Pflegerin hat ihnen nämlich kein Wort geglaubt!" Er strich sanft über ihre Nase. "Aber das ist jetzt ja sowieso egal!" Monica stand einfach nur da, die Arme um den Körper geschlungen. "Ich schwöre ihnen, wenn ich hier weg bin, mache ich den Tag zu meinem persönlichen Feiertag! ...Ich geh mich mal umziehen!" Sie suchte frische Anziehsachen aus ihrer Tasche und ging dann ins Bad. Als sie zehn Minuten später mit gefönten Haaren und trockener Kleidung wieder heraustrat, saß John auf ihrem Bett und las interessiert eine der Zeitschriften, die herumgelegen hatte und die zum Haus gehörten. Monica griff nach ihrer Haarbürste. "Ich wußte gar nicht, daß sie sich für gesunde Ernährung interessieren!" neckte Monica und John grinste. "Nun ja, ich mußte die letzten Tage ja keine Diät halten!" "Wissen sie, was ich essen werde, wenn ich wieder zu Hause bin? Ich werde zum Hot Dog Stand gehen, und mir einen Vorrat für eine ganze Woche zulegen! Nie wieder fettarme Milch... oder fettarmen Joghurt..." "Nie wieder Massagen!" neckte er und sie drehte sich herum. Mit einer Haarklammer steckte sie ihr Haar notdürftig hoch. "Naja... daran hätte ich mich gewöhnen können!" Sie setzte sich neben ihn und nahm das Weinglas entgegen, das er für sie bereithielt. Lächelnd stieß sie mit ihm an und nahm dann einen Schluck Wein. "Wie soll es jetzt weitergehen?" fragte er plötzlich und sein Gesicht war ernst. "Nun, wir werden morgen aus checken und den ganz normalen Bericht..." "Das meinte ich nicht und das wissen sie genau!" Natürlich wußte sie, was er meinte, aber sie hatte keine Antwort darauf. "Also eigentlich... ist ja gar nichts passiert!" "Ja, eigentlich!" stimmte er zu und trank ebenfalls einen Schluck Wein. "Wir waren schwimmen!" fuhr Monica fort. "Da ist überhaupt nichts bei!" Gab es etwas, was noch komplizierter hätte sein können, als diese Unterhaltung??? "Monica, ich liebe dich!" Okay, das gab es! Die Wendung, die diese Unterhaltung jetzt nahm. Monica hätte sich beinahe verschluckt. "Was?" Sie sah ihn völlig fassungslos an. Er liebte sie. Sie hob das Glas an ihren Mund und nahm einen großen Schluck. Das war etwas, was sie nie wieder hatte geschehen lassen wollen. Sie hatte bereits eine dieser ‚Büro-Beziehungen' hinter sich und die Erinnerung daran war nicht besonders angenehm. "John, ich..." Sie zögerte. "Ich hätte das nicht sagen sollen, es tut mir leid! Vielleicht habe ich die Ereignisse völlig fehlinterpretiert!" Hatte er das? Nein, das hatte er nicht. Sie liebte ihn, aber sie waren auch Kollegen. Eine Beziehung würde ihre gesamte Partnerschaft gefährden. "Sie haben die Ereignisse nicht fehlinterpretiert!" gestand sie. "Aber ich möchte nicht noch einmal eine diese Büro-Beziehungen führen! Das ganze ist so kompliziert!" Sie sah ihn ernst an und strich dann leicht über seine Wange. "Vielleicht ist es dann besser, ich gehe jetzt!" John erhob sich. Nein! Nein, geh nicht! Alles in Monica schrie diese Worte aber aus ihrem Mund drangen sie nicht. Es war das einzig vernünftige. Sie folgte ihm zur Tür und beobachtete, wie er ohne Abschied einfach das Zimmer verließ. "Shit!" flüsterte sie und verfluchte sich selber. Sie hatte ihn nicht verletzen wollen. Sie wußte, wie viel Überwindung es ihn gekostet haben mußte, diese Worte zu sagen. Sie ließ sich gegen die Tür sinken und hörte das Echo von der anderen Seite der Tür. Verwirrt drehte sie sich um und öffnete die Tür. John stand vor ihr. Er war nicht gegangen. Sie strich sanft über seine Wangen, dann legte sie ihren Mund auf seinen. Verdammt, dann wäre ihr Leben eben kompliziert. Das war ja auch nicht das erste Mal. Sie zog den Mann in ihr Zimmer. "Ich liebe dich, John! Ich will dich nicht verlieren!" Er ersticke ihr Geständnis mit einem leidenschaftlichen Kuss, der all ihre Ängste aus ihren Gedanken verdrängte. Unendlich viel Zeit schien zu vergehen, bis er sich von ihr löste, und doch seufzte Monica voller Bedauern auf. "Ich verspreche dir, daß dies unsere berufliche Beziehung in keinster Weise beeinflussen wird!" flüsterte er dicht an ihren Lippen, bevor er ihren Mund wieder zärtlich in Besitz nahm und plötzlich wußte Monica, daß er Recht hatte. Sie hatte Brad nie wirklich geliebt, aber für John empfand sie eine tiefe Zuneigung. Und als er sie jetzt sanft zum Bett führte, fühlte es sich für sie so verdammt richtig an, daß ihre Bedenken sich wie Sand im Wind zerstreuten. ENDE Wenn du zu dieser Geschichte über Google oder einer anderen Suchmaschine, oder einem externen Link gekommen bist, ohne vorher die Hauptseite besucht zu haben, gehe bitte auf http://www.kimberley-jackson.com Dort findest du weitere Stories, eine Biografie, Bilder, Artwork und vieles mehr... If you got to this story by Google or another Search Engine or external link without visiting the main page first, please go to http://www.kimberley- jackson.com to view more stories, a biography, art and more...