MARISSA by Kimberley Jackson Rating: PG (some violent scenes!) Category: DRR (Doggett/Reyes) "Guten Morgen!" Monica Reyes erschrak, als sie das Büro der X-Akten im Hoover-Building betrat. Es war noch sehr früh am Morgen und sie hatte nicht erwartet, jetzt bereits jemanden anzutreffen, schon gar nicht den, den sie hier antraf. "Mulder! Was tun sie denn hier? Wenn sie hier gesehen werden..." "Wie war ihr Klassentreffen, Monica? Dana erzählte mir davon!" Monica gab sich geschlagen und legte ihre Sachen auf den nächstbesten Stuhl. "Überraschend! Es ist interessant zu sehen, was aus alten Freunden so wird. Stellen sie sich vor, meine damalige beste Freundin ist ebenfalls Bundespolizistin geworden - allerdings in Mexiko!" "Mmh!" Wie bereits des öfteren hatte Monica den Eindruck als würde Fox Mulder ihr überhaupt nicht richtig zurhören. "Was tun sie hier, Fox?" "Ich habe einen Fall für sie!" "Wirklich?" fragte Monica ironisch, sah sich dann aber das Bild an, was er ihr reichte. Es zeigte die Leiche einer Frau. Sie sah schrecklich zerschunden aus, hatte überann blaue Flecke und war mit Stricken gefesselt. "So hat man sie gefunden!" "Das ist ja grauenvoll!" Monica mußte sich erst von dem Schreck erholen, bevor sie aufschauen und Fox die Frage stellen konnte, die sie eigentlich meistens bei seinen Fällen stellte. "Aber was hat das mit den X-Akten zu tun?" "Nichts! Diese Morde geschehen in Mexiko schon eine ganze Weile, immer auf dieselbe Art. Die Frauen werden entführt, dann wird ihnen das angetan. Nur jetzt beginnt die Bande mehr und mehr, die Frauen auch aus den Staaten zu entführen. Deshalb hat das FBI diesen Fall bekommen und Skinner bat mich, sie zu konsultieren, weil sie sich mit den mexikanischen Behörden doch auskennen und helfen könnten!" "Moment, moment!" Reyes fühlte sich leicht überfahren. "Wieso wissen sie, daß es eine Bande und nicht nur ein kranker Psychopath ist?" "Sie wissen noch nicht alles!" Mulder warf ein Video vor ihr auf den Schreibtisch. Es war mit einem dieser typischen Bilder verziert, die in der Videothek in der 18er Abteilung standen. Monica zog die Augenbrauen hoch. Sie öffnete den Mund um ihre Verwirrung zum Ausdruck zu bringen, doch Mulder ließ sie gar nicht zu Wort kommen. "All diese ermordeten Frauen wurden vorher auf brutalste Weise vergewaltigt und mißhandelt. Und das ganze wurde auf Videoband aufgenommen und diese Videos werden nun als Hardcore Pornos verkauft." Nun sah Monica sich das Videoband doch genauer an. Sie fand jedoch auf dem Cover nichts, was auf den Mord hinzuweisen schien. "Wie haben sie das denn rausgefunden? Mit den Pornos meine ich?" "Fragen sie nicht!" Dana Scully, sie gerade den Raum betrat und die Frage noch mitbekommen hatte, schmunzelte. "Es gibt Dinge, die sollten lieber ungeklärt bleiben!" "Es stand in einem Katalog!" sagte Mulder als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. "Ja, in einem SEINER Kataloge!" kommentierte Scully und Reyes sah von ihr wieder auf Mulder. "Und?" "Naja, schauen sie!" Er zeigte auf die Darstellerliste auf der Rückseite der Videohülle. "Diese Schweine haben sich nicht mal die Mühe gemacht, ihren Namen zu ändern! Dies ist der Name des Opfers! Und diese Videos existieren für alle anderen der bisher 19 Opfer ebenfalls." "19?!?" Monica riß die Augen auf. "Ja!" bestätigte Fox. "Und vier davon waren Amerikanerinnen." "Wer tut soetwas?" fragte Reyes fassungslos und Fox schüttelte den Kopf. "Angebot und Nachfrage! Die Frage ist eher: Wer kauft soetwas?" Er nahm das Tape und legte es in den Rekorder. "Das ist das härteste, was eine Gesellschaft an Brutalität produzieren kann!" Damit drückte er die Play Taste. Dana sah nicht auf den Bildschirm. Offenbar hatte sie das Tape bereits gesehen. Monica konnte es nicht fassen. Das Band zeigte die Vergewaltigungen der Frau bis hin zu Mißhandlungen. "Was ist denn hier los?" John Doggett betrat das Büro. Monica sah ihn an. Sie war kreidebleich. "Bitte schalten sie das aus!" wisperte sie in Mulders Richtung und floh dann aus dem Zimmer. Verwundert sah John ihr nach. "Was ist denn los?" wollte er nun wissen und Fox erklärte ihm kurz den Fall. Als Monica wenig später wiederkam, sah John sie beunruhigt an. "Alles in Ordnung mit ihnen?" "Ich schwöre ihnen, wenn ich die Typen in die Finger bekomme!" stieß sie hervor und ging zum Schreibtisch. "Ich werde mich um den Fall kümmern und mit den mexikanischen Behörden zusammenarbeiten!" Am Abend erhielten sie die Nachricht, daß wieder eine Frauenleiche gefunden worden war, diesmal dicht an der Grenze zu den USA. Monica hatte sich sämtliche Akten über den Fall angefordert und den ganzen Tag nichts anderes getan, als sich Obduktionsberichte und Fundorte anzuschauen, und diese irgendwie miteinander zu verbinden. Hinweise auf die Täter hatte es aber trotzdem nicht gegeben. Sie hatte sich sämtliche Videobänder angesehen, doch jedesmal hatten die Täter Masken auf. Das einzige, was auffällig war, war das Tattoo am hinteren rechten Schulterblatt eines Mannes. Es zeigte einen Drachen, der die Welt mir seinem Körper umschlungen hatte und sie anscheinend gerade verspeisen wollte. Schließlich ließ sie ihren Kopf einfach auf ihre Arme sinken und schloß die Augen. Trotz der Videobänder in bester Qualität, gab es nichts, was auch nur irgendeinen Hinweis gab. Die Pseudofirma, die hinten auf der Kassette stand gab es nicht und auch die Adresse existierte gar nicht. Die Opfer hatten nicht einmal etwas gemeinsam. Sie gingen nicht in die gleichen Clubs oder Vereine, sie wohnten teilweise tausend Kilometer voneinander entfernt. "Monica?" Die Frau zuckte zusammen und sah auf als sie die Stimme vernahm. John stand in der Tür zum Archiv und trat nun ein. Besorgt sah er auf den Tisch, auf dem ein Wust aus Akten lag. "Ich habe mir sorgen um sie gemacht. Ich dachte, sie wären schon nach Hause gegangen!" "Nein!" Die Frau rieb sich die Wangen. "Nein, ich habe mir das Material angeschaut!" "Sie sollten Schluß machen für heute!" Monica sah den Mann an und seufzte. Er hatte ja recht. Aber es ließ sie einfach nicht los. Nachdem sie die Videobänder gesehen hatte, wollte sie diese Menschen um jeden Preis der Welt aufhalten. "Sie haben wieder gemordet." Murmelte sie und zeigte auf die Landkarte. "Dort! Nur wenige Meilen von dem Ort entfernt, wo mein Klassentreffen war." "Monica, nehmen sie sich die Geschichte nicht so zu Herzen! Sie dürfen auf keinen Fall einen persönlichen Rachefeldzug daraus machen! Und jetzt kommen sie! Ich bringe sie nach Hause!" "Ich hab... mein auto unten in der Tiefgarage!" "Ja, ich weiß!" nickte er und grinste dann. "Aber ich möchte sicher sein, daß sie wirklich nach Hause gehen und dort bleiben! Morgen früh hole ich sie dann ab. Okay?" sie zögerte. "Außerdem sollten sie in dieser Verfassung wirklich nicht mehr Auto fahren!" setzte er hinzu und sie wußte, daß er Recht hatte. Seufzend erhob sie sich und nahm ihren Mantel. "Na schön, gehen wir!" ************************************************* "Wie weit ist es denn noch?" Monica sah John neben sich an, welcher den Blick auf Dana, die hinter ihnen saß richtete. "Ungefähr zwei Meilen!" Diese Aussage hörte sich eher nach einer Vermutung an und so sah Monica skeptisch in den Rückspiegel. Dana zuckte die Schultern. "Hier auf der Karte sieht alles etwas anders aus! Eigentlich hätte die Ausfahrt schon vor zehn Minuten kommen müssen!" Monica sah auf das nächste Straßenschild und seufzte dann. "Also ich fahre noch fünf Meilen, dann drehe ich um." "Dort!" John deutete auf ein weiteres Schild, welches ihre Ausfahrt markierte. Dana ließ sich erleichtert zurückfallen und trank einen Schluck Wasser aus der Flasche, die sie sich völlig überteuert an einer Tankstelle gekauft hatte. Heute Morgen hatte Monica sie angerufen und ihr verkündet, sie und John würden nach Mexiko fahren, um mit der dortigen Polizei vor Ort zusammen zu arbeiten. Und Monica hatte sie gefragt, ob sie als Pathologin mitkommen würde. Dana hatte zugesagt und noch immer fragte sie sich, welcher Teufel sie geritten hatte, das zu tun. Eine Stunde später hielten sie vor einem kleinen Motel. Es sah schon von außen schäbig aus und ihre Befürchtungen, es würde innen noch schlimmer sein, wurden bestätigt. Das Motel lag mitten in einem Vorort von Monterrey, einer großen Stadt Mexikos, in deren Nähe die meisten Frauen gefunden worden waren. Sie holten ihre Schlüssel ab und John bezahlte im vorraus mit der FBI Kreditkarte. Dana und Monica teilten sich ein Zimmer, John hatte sein eigenes... zumindest dachte er das. Als sie die Treppe nach oben gingen, kam ihnen Fox Mulder mit strahlendem Lächeln entgegen. "Mulder!" Dana hastete die letzten Stufen nach oben und der Angesprochene nahm ihr den Koffer ab. "Was tust du denn hier?" "Urlaub machen!" grinste der Angesprochene. Dana öffnete den Mund um eine Strafpredigt über die Regeln zu machen, doch Doggett der an ihr vorbeiging, erstickte alles was sie sagen wollte im Keim. "Machen sie sich keine Mühe! Er hört sowieso auf niemanden! Ich wette, er hat sich bereits in meinem Zimmer einquartiert!" Dana sah Mulder forschend an und dieser grinste. "Mulder!" Ihr Gesichtsausdruck war gequält und er drückte ihr einen raschen Kuß auf die Lippen. "Ich kann dich doch nicht alleine lassen, wenn so wahnsinnige Killer dort draußen rumlaufen!" Monica schmunzelte und schloß dann die Tür zu ihrem Zimmer auf, welches sich beinahe sofort bei der Treppe befand. Johns Zimmer war zwei Türen weiter. Stirnrunzelnd besah sie die beiden Holzbetten, die aussahen, als würden sie jeden Moment zusammenfallen und warf dann ihre Tasche in die Ecke. "Willkommen im Four Seasons!" Mulder trat ebenfalls ein und stellte Danas koffer ab. "Uh..." Er verzog das Gesicht. "Donnerwetter! Es hat sie ja noch schlimmer getroffen als uns." Monica drehte sich mit verschränkten Armen zu ihm herum. Ihr war absolut nicht nach Witzen zumute. "Wie wäre es dann, wenn sie einmal tun, als wären sie ein Gentleman und mit uns die Zimmer tauschen?" "Keine Chance!" Mulder steckte sich einen Sonnenblumenkern in den Mund. "Außerdem... solange wie sie keinen kleinen Krabbeltieren begegnen ist doch alles in Ordnung!" Genau in diesem Moment krabbelte eine Kakerlake aus dem Bad und bahnte sich ihren Weg quer durch das Zimmer unter eines der Betten. Stumm sahen die drei Besucher dem Tier nach. Dann schnappte Monica ihre Tasche. "Das reicht! Ich werde ein anderes Zimmer verlangen!" Drei Stunden später befanden sie sich dann auf dem Weg zur Hauptdienststelle der Bundespolizei. Monica hatte dem Besitzer des kleinen Motels ordentlich Dampf gemacht. Auch wenn John, Mulder und Dana nichts verstanden hatten, so hatten doch die Lautstärke und die Schnelligkeit des Gesprächs einiges ausgedrückt. Am Empfang der Behörde legten sie ihre Ausweise vor und wollten gerade fragen, wo die Abteilung für Gewaltverbrechen war, als eine Frau auf sie zueilte. "Monica!" Die Frau fuhr herum. "Marissa!" Sie umarmten sich und redeten einen Wortschwall spanisch, dann drehte Monica sich zu ihren Kollegen um. "Darf ich vorstellen? Dies ist Marissa Banderas, meine beste Freundin aus dem Kindergarten!" "Sagt bloß, ihr seid die Agenten aus den Staaten, die mir bei dem Fall helfen sollen!" fragte Marissa in gebrochenem Englisch und sah von einem zum anderen. "Wenn sie an dem Fall der toten Frauen arbeiten, sind wir das wohl!" Monica stellte sie nacheinander vor und dann gingen sie nach oben in das Büro der Mexikanerin. Sie war eine hübsche Frau mit schulterlangen lockigen Haaren und braunen Augen. Ihre Haut hatte einen sehr dunklen Ton und sie war nur ein kleines Stück größer als Dana. "Setzt euch, setzt euch!" rief sie mit strahlenden Augen als sie die Bürotür schloß. "Möchtet ihr Wasser oder Tee? Vielleicht auch einen Kaffee?" "Wasser wäre nicht schlecht!" Marissa verschwand kurz und kam kurz darauf mit einem Tablett auf dem 5 Gläser Wasser standen zurück. Sie stellte das Tablett auf den Schreibtisch und ließ sich dann in ihren Stuhl sinken. "Also, ihr seid wegen dem Fall hier... entschuldigt meine Aussprache, aber ich habe lange kein Englisch mehr gesprochen!" Marissa und Monica sahen sich an und lachten. "Wisst ihr..." erklärte Monica. "...wir haben uns am Wochenende auf dem Klassentreffen erst gesehen. War für ein unglaublicher Zufall, daß wir jetzt beruflich zusammen arbeiten!" Marissa holte einige Akten aus ihrem Schreibtisch und legte sie vor die vier FBI Agenten auf den Tisch. "Das hier ist alles was wir bis jetzt haben. Vorläufige Täterprofile, Tathergänge, Obduktionsberichte und eine Karte, auf der die Orte eingezeichnet wurden aus denen die Frauen verschwunden sind, und wo sie schließlich wieder auftauchten. Wir haben seit zwei Monaten eine Sonderkommission nur für diesen Fall eingerichtet, aber Fortschritte haben wir keine gemacht. Es gibt keine Gemeinsamkeiten, die die Frauen hatten. Sie waren nicht einmal ungefähr der gleiche Typ. Es ist, als würden die Täter sie nach dem Zufallsprinzip auswählen." "Habt ihr nach dem Mann mit der Tätowierung suchen lassen?" "Das macht keinen Sinn. Jeder vierte Mann in Mexiko hat diese Tätowierung oder eine Ähnliche. Wir haben wirklich nichts! Und das nach zwanzig Opfern! Die Bevölkerung und vor allem die Presse fängt an, Fragen zu stellen!" "Haben sie einmal an unkonventionelle Methoden gedacht?" Alle Blicke hefteten sich auf Mulder. "Was meinen sie damit?" fragte Marissa interessiert und beugte sich vor. "Wahrsagerinnen, Astrologen... manchmal gibt es auch Menschen, die Morde voraussehen können!" Monicas Gesicht hellte sich auf. "Wir hatten mal einen Fall, da hat der Täter seine Opfer nach der Numerologie ihrer Geburts und Lebenszahlen ausgesucht! Vielleicht passiert hier das gleiche!" Marissa begann herzhaft zu lachen. "Entschuldige Mon, aber du bist noch genauso wie früher! Ich habe auch schon daran gedacht, aber meine Vorgesetzten haben mich nur angeschaut als hätte ich... wie sagt man... nicht alle Teller im Schrank!" "Tassen!" meinte Monica und sah sie dann ernst an. "Wieso? Was haben wir zu verlieren, wenn wir es versuchen? Und wenn es nichts bringt, okay! Aber dann haben wir es versucht!" Marissa sah von einem zum anderen. Dana und Mulder sahen sie ebenso bittend an, John hingegen seufzte nur. "Na schön! Ich habe eine Bekannte, Horoskope erstellt und Menschen ihr Leben voraussagen kann. Ich werde ihr die Profile der Opfer mit Namen, Geburtsdatum und Ort schicken." Sie wühlten den ganzen restlichen Tag in Akten, telefonierten mit Angehörigen der Opfer, verfolgten Aktivitäten in Clubs, etc. doch nichts von alledem brachte sie auch nur einen Millimeter weiter. Es war, als wären dies die perfekten Verbrechen. Eine Tatsache die allen Angst machte, denn bereits in diesem Moment konnte sich eine andere Frau in der Gewalt der Männer befinden. "Ich habe alles zurückverfolgt!" berichtete Mulder am Abend bei der Besprechung. "Von zwei Läden die diese Videos verkaufen, verläuft die Spur im Sande. Es gibt so viele Zwischenhändler, daß es beinahe unmöglich ist, den Ursprung herauszufinden." "Verdammt!" Monica stand auf. "Es muß doch etwas geben! Irgend etwas! Was ist den mit dem Ort auf den Videos?" "Es ist eine Kulisse und die könnte sich in jeder Wohnung befinden!" wand Marissa ein, doch Mulder hob die Hand. "Nein! Nein, daß was man den Frauen antut, fordert Abgeschiedenheit, damit niemand etwas hört!" "Aber auch das könnte fast überall sein!" "Wenn wir wenigstens wüssten, wie die Täter ihre Opfer auswählen oder kennenlernen." Alle schwiegen. John sah nachdenklich an die Wand, Dana auf den Tisch, Marissa blätterte in den Akten, Mulder kaute an einem Bleistift und Monica lief unruhig auf und ab. Als das Telefon klingelte, zuckten alle zusammen. Marissa nahm den Hörer ab und redete auf Spanisch. Sie hörte eine ganze Weile zu, bedankte sich dann und legte auf. "Was hat sie gesagt?" Monica stützte sich auf dem Tisch ab und sah die Freundin gespannt an. "Nichts!" Marissa knallte die Akte zu. "Es gibt keine Übereinstimmungen in ihrer Astrologie. Auch die Numerologie ist völlig verschieden. Alles rein zufällig ausgewählt meinte sie. Ein System steckt nicht dahinter." "Mist!" "Ein Versuch war es wert!" warf Mulder ein und sah dann auf die Uhr. "Es ist bereits acht Uhr! Sollten wir nicht für heute Schluß machen?" "Er hat recht!" John erhob sich. "Wir sollten die Sache heute auf sich beruhen lassen, und morgen fangen wir dann noch einmal ganz von vorne an! Vielleicht haben wir irgendetwas übersehen!" Marissa ließ sich zurücksinken und rieb sich die Schläfen. Monica legte ihr die Hand auf die Schulter und sagte etwas auf Spanisch zu ihr worauf Marissa nickte und ebenfalls etwas sagte. "Geht schon einmal." Monica sah ihre Kollegen an. "Marissa und ich gehen noch irgendwo etwas trinken! Wir haben ja kaum Zeit gehabt bis jetzt!" "Na gut! Bis nachher!" ****************************************************************** "Weißt du noch, als Diego versucht hat, dir seine Liebe zu gestehen?" Monica stimmte in Marissas Gelächter mit ein. "Ja, und das vor der gesamten Klasse! Meine Güte war das peinlich!" "Aber doch nicht für dich!" Die Frau nahm einen großen Schluck von ihrem Drink. "Du mußtest ihm ja keine abfuhr erteilen!" Monica lachte noch immer. "Danach ist er nicht mehr auf zehn Meter an mich herangekommen!" Marissa brach wieder in Gelächter aus und riss dabei ihr Glas um. Monica hielt sie fest und kichertete. "Du bist betrunken, Marissa!" Sie selber fühlte sich jedoch auch nicht mehr nüchtern. Ihr war schwindelig und sie konnte nicht aufhören zu lachen. "Ich bin nicht betrunken! Noch einen Drink bitte!" rief sie dem Barkeeper zu und Monica hielt sie kichernd gfest. "Nein, Mary... das reicht jetzt!" "Ach komm schon! Nur noch einen!" "Wir müssen morgen arbeiten!" Langsam hörte sie auf zu lachen. "Ich meine es wirklich ernst!" Sie zog die Freundin von der Bar weg auf den Ausgang zu. "Hey!" Ein Mann hielt sie fest. "Sie haben doch hoffentlich nicht vor zu gehen ohne zu bezahlen, oder Süße?" "Oh..." Monica zog ihr Geld heraus und gab dem Mann beinahe das Doppelte vom dem was sie ihm schuldete. Dann griff sie nach Marissa, sie bereits wieder auf dem Weg zurück zum Tresen war. "Nichts da! Wir gehen jetzt!" Die fische Luft machte beide Frauen wieder etwas munterer. "Ich bringe dich nach Hause!" "So ein Unsinn!" Marissa sah sie kichernd an. "Ich nehme mir ein Taxi! Dein Motel ist doch beinahe um die Ecke! Ich wohne am anderen Ende der Stadt! Außerdem kannst du doch auch nicht autofahren! Du bist nämlich genauso betrunken wie ich!" Sie stupste Monicas Nase und taumelte dann zum Taxistand. "Also... wir sehen uns morgen, G-Woman!" "Verschwinde und schlaf dich aus!" rief Monica ihr lachend nach und wartete, bis die Frau in ein Taxi gestiegen war. Dann machte sie sich auf den Weg zum Motel. Es fiel ihr schwer aufrecht zu gehen und mehr als einmal musste sie sich an einer Straßenlaterne festhalten. Dabei hatte sie doch eigentlich gar nicht so viel getrunken. Am Motel angekommen fand sie die Eingangstür verschlossen vor. Ärgerlich rüttelte sie daran, doch als auch dies nichts brachte, ging sie zur Seitenwand und zählte die Fenster. Dann warf sie einen kleinen Stein. Als keine Rektion folgte, zwanzig Sekunden später einen größeren. Nun ging das licht an und das Fenster auf. "Dana?" "Monica, was machen sie denn dort unten?" "Die Tür ist verschlossen!" ahmte Monica Danas geflüsterten Ton nach. "Ja, aber sie haben doch einen Schlüssel!" Monica suchte in ihrer Tasche und fing dann an zu kichern. "Ach ja richtig! Hier ist er ja!" "Sind sie betrunken?" "Nein, nur etwas! Auuu..." Sie war beim Taumeln hingefallen und saß nun auf der kleinen Wiese an der Seite des Hauses und lachte. "Warten sie dort! Ich komme sie holen!" Dana schloß das Fenster und keine drei Minuten später öffnete sich die Eingangstür und Dana Scully trat im Bademantel heraus und zog Monica Reyes hoch. "Kommen sie!" "Mir ist schlecht! Und schwindelig!" "Ja, das kann ich mir vorstellen! Was haben sie sich dabei gedacht?" "Ich hab nicht viel getrunken! Nur... soooooo wenig!" Sie zeigte mit ihren Fingern ein halbes Glas. "Natürlich, ich glaube ihnen! Kommen sie jetzt!" Dana stützte sie und zog sie mit sich in die Eingangstür. Die Treppe hinauf war ein beinahe unmögliches Unterfangen, da Monica ständig stolperte. Dana atmete erleichtert auf, als sie endlich im Zimmer waren und Monica sich aufs Bett sinken ließ. "Das ist mein Bett!" sagte Dana leicht verzweifelt und Monica machte einen Versuch aufzustehen, fiel aber gleich wieder zurück. "Schon gut!" Dana zog ihr die Schuhe und die Jacke aus und deckte sie dann zu. Plötzlich stutzte sie. Monicas Lippen waren ungewöhnlich bleich, fast als... nein, das war unmöglich! Monica würde keine Drogen nehmen! Und doch waren alle Anzeichen dafür da. Ihr Zustand, ihre Temperatur... Dana ging nachdenklich zu ihrem Bett und schaltete dann das Licht aus. Sie würde Monica morgen zu Rede stellen. "Guten Morgen!" Mulder betrat das Zimmer und schwenkte eine Tüte frischer Brötchen. Monica, die auf ihrem Bett saß und gerade ihre Bluse zuknöpfte, stöhnte, was ihr einen verwirrten Blick Mulders einbrachte. "Was ist... ähm... Monica sie..." "was?" Die Frau sah ihn fertig an. "Ihre Bluse! Sie knöpfen sie falsch!" Monica sah an sich hinunter und stöhnte, dann drehte sie sich mit dem Rücken zu Mulder. "Ist Dana auch da?" "Sie ist im Bad!" In diesem Moment klopfte es an die Tür. "Darf ich reinkommen?" "Wir sind eh schon fast vollzählig!" murmelte Monica und John lächelte ihr zu. "Und wie war ihr Treffen gestern abend?" "Nun..." Monica drehte ihren Kopf um die Kopfschmerzen wenigstens für eine kurze Zeit loszuwerden. "Das war ein Lokal... und da gab es viel Alkohol!" "Uh..." John sah sie mitleidig an. "Gute Besserung!" "Dabei habe ich eigentlich nicht viel getrunken! Nur einen Drink und zwei Tequilas! Kleine!" "Sie sehen blaß aus!" In diesem Moment trat Dana im Bademantel aus dem Bad. "Und was das merkwürdigste ist, ich kann mich gar nicht erinnern wie ich in mein Bett gekommen bin!" "Vielleicht ist das auch gut so!" war Dana ein und ging zu ihrer Tasche. "Ich mußte sie gestern abend nach oben holen! Sie kamen mir vor, als hätten sie die gesamten Vorräte des Lokals geleert." Monica sah sie verwirrt an. "Es war wirklich nicht viel!" "Du mußtest sie hochholen? Wirklich? Mußtest du sie tragen?" fragte Fox interessiert und setzte sein dummes Grinsen auf. Monica ging am ihm vorbei. "Lassen sie das, Mulder, mir geht es wirklich nicht gut!" "Nein! Aber halb!" beantwortete Dana seine Frage. "Und wenn ich sie nicht geholt hätte, hätte sie wahrscheinlich draußen übernachtet!" John sah Monica besorgt an. "Wieso haben sie denn so viel getrunken?" "Verdammt, das habe ich nicht!" Sie rieb sich die Schläfen und nahm dankbar das Glas Wasser und die beiden Aspirin an, die Dana ihr reichte. "Wenn es ihnen nichts ausmacht, würde ich gerne nachher einen Test mit ihnen machen!" "Natürlich!" stimmte Monica Danas Vorschlag zu und nahm dann das Schmerzmittel. "Würden dann jetzt bitte alle das Zimmer verlassen, damit ich mich anziehen kann?" Mulder schwenkte die Brötchen. "Wir warten unten!" ********************************************************************** Monica ließ es beinahe durchklingeln, dann legte sie den Hörer mit einem Stoßseufzer auf. "Ich verstehe das nicht!" "Das ist sonst überhaupt nicht ihre Art!" Ein junger Kollege von Marissa lehnte an der Tür. "Sie kommt nie zu spät, und wenn sie krank ist, meldet sie es! Sie war noch niemals einfach... nicht da!" "Ans Telefon geht sie auf nicht!" Monica tippte gedankenverloren auf den Schreibtisch, dann stand sie auf und nahm ihre Autoschlüssel. "Ich werde zu ihr fahren! Vielleicht ist etwas passiert und sie kann nicht ans Telefon gehen!" Sie verließ das Büro und sah John an, der draußen wartete. Fox und Dana waren, nachdem Dana ihr Blut abgenommen hatte, ins Leichenschauhaus gefahren, damit Dana die Leiche des letzten Opfers obduzieren konnte. "Lassen sie uns zu ihr fahren! Sie geht nicht ans Telefon!" Keine Dreiviertelstunde später hielten sie vor dem vierstöckigen Hochhaus in dem Marissa wohnte. Sie klingelten an der Haustür doch auch hier öffnete niemand. Glücklicherweise trat gerade eine alte Frau heraus, die ihnen die Tür offenhielt. "Vielleicht ist sie nicht Zuhause!" warf John ein, doch Minica winkte ab. "Wo sollte sie denn sein? Sie weiß doch, daß wir uns treffen wollten!" "Und wenn es wieder ein Opfer gab und sie an einem Tatort ist?" "Dann hätten ihre Kollegen davon gewusst!" John mußte zugeben, das sie Recht hatte. Es war ungewöhnlich, daß jemand einfach nicht zur Arbeit erschien und dann auch noch nicht ans Telefon ging. "Und wenn sie so betrunken ist, das sie noch schläft?" "Deswegen sind wir ja hier! Hier ist es!" Monica hielt vor einer Wohnungstür auf der deutlich der Name Banderas stand und drückte auf die Klingel. Sie warteten beinahe zwei Minuten, doch als von drinnen kein Geräusch erklang, klingelte Monica noch einmal. Diesmal drückte sie ihren Finger beinahe eine halbe Minute lang auf den Klingelknopf, doch wieder kam keine Reaktion. "Wenn sie mich fragen, ist sie nicht zuhause!" bemerkte John schließlich und sah seine hübsche Partnerin an. "Lassen sie uns ins Büro zurückfahren und noch einmal... ähm... Monica, was tun sie da?" Fassungslos sah er Monica dabei zu, wie sie sich mit ihrer Kreditkarte am Schloß zu schaffen machte und so die Tür öffnete. Er überging die Frage, wieso sie mit einer Kreditkarte so gut Türen öffnen konnte, sondern kam gleich auf den Punkt. "Das ist Einbruch!" "Nein, das ist notwendig! Wir machen uns Sorgen um sie und ich bin sicher, sie ist damit einverstanden!" John folgte ihr seufzend und schloß dann leise die Tür, blieb aber dort stehen, während Monica sich in der Wohnung umsah. Schließlich kam sie zurück. "Hier ist sie nicht!" "Das habe ich ihnen doch gesagt!" "Aber John! Wo ist sie denn dann? Ihr Bett ist gemacht und ihre Handtasche ist fort! Sie muß gegangen sein, aber wohin?" "Monica!" John legte der Frau die Hand auf die Schulter. "Sie ist sicher einkaufen oder in der Apotheke! Vielleicht ging es ihr genauso bescheiden wie ihnen! Möglicherweise war sie gerade aus dem Haus gegangen, als wir sie anriefen und ist jetzt bereits im Büro!" "Ja!" Monica entspannte sich und rieb sich die Schläfen. "Natürlich! Sie haben sicher recht! Vielleicht liegt es heute einfach an mir! Lassen sie uns zurückfahren!" John hielt ihr die Tür auf und schloß sie dann sorgfältig wieder hinter sich. "Vielleicht sollten sie sich hinlegen!" schlug er vor und sah Monica an, während sie die Treppe hinuntergingen. "Sie sehen krank aus!" "Ich fühle mich wirklich, als hätte ich die gesamten Vorräte der Bar geleert!" gab sie zu und ging durch die Haustür, die John ihr aufhielt nach draußen. "Vielleicht sollten wir ihnen etwas aus der Apotheke holen!" "Nein, es geht schon! Ich werde..." Abrupt blieb sie stehen und starrte auf einen Fleck. John drehte sich verwirrt um und sah sie an. "Was ist denn? Monica?" Die junge Frau bückte sich und zog unter einem Buch etwas heraus. Es war eine schwarze Handtasche. "Das ist Marissas Tasche!" "Unsinn! Solche Taschen gibt es sicher hunderte!" Monica öffnete sie und zog das Portemonnaie heraus. Es war Marissas. Und sogar ihr Ausweis war darin. Wortlos hielt sie ihn John hin. "Vielleicht ist sie ausgeraubt worden und der Täter hat die Tasche hier weggeworfen!" "John! Es ist noch Geld drin! Und ihr Ausweis!" Monica schrie beinahe und John musste zugeben, wie unwahrscheinlich das war. "Ihr ist etwas passiert... ich habe es vorhin schon gespürt, aber jetzt bin ich mir sicher!" "Lassen sie uns ins Büro fahren und dort eine Vermisstenmeldung aufgeben!" Monica hingegen bewegte sich nicht von der Stelle, sondern starrte ins Leere. "John... was, wenn sie... wenn sie der Bande in die Hände gefallen ist?" Als sie den Mann ansah, war ihr Blick tränenverschleiert, sie gab sich jedoch nicht die Blöße zu weinen. "Was, wenn sie ihr all die schrecklichen Dinge antun, wie den anderen Frauen? Was, wenn..." "Monica!" John packte sie sanft. "Dafür gibt es überhaupt keinen Anhaltspunkt! Deswegen sollten sie auch nicht das Schlimmste annehmen!" Er umarmte sie sanft. "Ich weiß, wie sie sich jetzt fühlen, doch es bringt nichts, die Nerven zu verlieren! Wir müssen jetzt einen klaren Kopf behalten, okay?" Monica nickte. "Okay!" flüsterte sie und folgte ihm dann zu ihrem Wagen. Sie überließ ihm die Autoschlüssel und starrte die gesamte Rückfahrt über schweigend aus dem Fenster. John verstand sie. Er wußte, wie er sich gefühlt hatte, nachdem sein Sohn verschwunden war. Die Ungewissheit und Hoffnung waren das Schlimmste. Jeden morgen aufzuwachen und zu hoffen, er wäre gefunden worden, und dann doch wieder enttäuscht zu werden. Er würde alles dafür tun, um Monica dies zu ersparen. Zurück in der Dienststelle kam Dana ihnen bereits aus Marissas Büro entgegen. Sie hatte einen ersten Gesichtsausdruck und ging auf Monica zu. "Könnte ich sie kurz unter vier Augen sprechen?" John war ihr einen verwunden Blick zu und auch Monica schien verwirrt. "Ja... ähm... natürlich!" Sie gingen in einen kleinen Raum in dem sie unter sich waren. Dana legte eine Akte auf den kleinen Tisch. "Ich habe Restspuren von Dianepthrin in ihrem Blut gefunden, Monica!" Monica blickte verwundert von ihr auf das Blatt Papier, was an die Akte geheftet war. Offenbar war es das Ergebnis einer ausführlichen Blutanalyse. "Ich habe gestern abend bereits den Verdacht gehabt, als ich die Symptome gesehen habe!" "Was... ich verstehe nicht! Was ist Dianepthrin?" "Das ist die neueste Modedroge. Sie ist bis jetzt nur hier in Mexiko aufgetaucht. Ihre Gefährlichkeit liegt weit über der von Heroin!" "Sie hatten den Verdacht??? Und dann haben sie hinter meinem Rücken mein Blut analysieren lassen!!! Was soll das, Dana?" Monica schrie die Frau an, beruhigte sich aber sofort. "Ich dachte, wir vertrauen einander! Wieso haben sie mich nicht einfach gefragt?" "Ich frage sie jetzt! Haben sie Drogen genommen?" "Nein, verdammt!" "Nun, diese Analyse spricht für sich!" "Wieso fragen sie mich eigentlich, wenn sie sich ihre Meinung sowieso schon gebildet haben?" In diesem Moment öffnete sich die Tür. "Was ist denn hier los?" John sah von einer Frau zur anderen. "Man kann sie bis auf den Flur hören!" "Na los, sagen sie es ihm!" Monica begann auf und abzugehen. "Offensichtlich glaubt Agent Scully, ich hätte gestern abend Drogen genommen!" "Ich habe Restspuren einer hohen Dosis Dianepthrin in ihrem Blut gefunden! Das erklärt auch ihre Aggressivität heute." "Ich bin nicht aggressiv! Bin ich aggressiv? John, sagen sie ihr, daß ich nicht aggressiv bin!" John trat nun ein und schloß die Tür. "Monica, setzen sie sich erstmal hin und beruhigen sie sich!" "Ich will mich aber nicht beruhigen!" Dana reichte dem Mann den Bericht und dieser las ihn sich durch. Während er das tat, zogen sich seine Augenbrauen immer mehr nach oben. "Dana hat recht, Monica!" "Na toll!" Monica stieß einen Fluch aus. "Aber wenn sie sagt, daß sie keine Drogen genommen hat, dann glaube ich ihr das!" fuhr John an Dana gewandt fort. "Nun, irgendwie muß sie es aber genommen haben! Dianepthrin wird gespritzt oder in eingenommen in flüssiger Form. Flüssig muß es aber eine sehr hohe Dosis gewesen sein, damit die Wirkung einsetzt und die Spuren hinterlassen werden, die bei Monica im Blut sichtbar sind. Es hat einen bitteren Geschmack! Sie muß es gemerkt haben!" "Was wollen sie mir denn damit unterstellen?" Monica ging drohend auf Dana zu, doch John hielt sie fest. "Niemand unterstellt ihnen hier irgend etwas! Dana! Wäre es nicht möglich, daß im Zusammenhang mit Alkohol die Wirkung verstärkt wird? Dann wäre keine so hohe Dosis nötig. Man könnte es ihr in den Drink geschüttet haben. Alkohol schmeckt bitter! Sie wird den Unterschied nicht bemerkt haben!" "Nun, möglich wäre das!" überlegte Dana. "Trotzdem möchte ich, daß Monica heute den Tag im Bett verbringt! Solange noch Restspuren in ihrem Blut sind, ist der Einfluß der Droge noch da! Ihre Reaktionsfähigkeit und ihr Einschätzungsvermögen sind gestört! Außerdem ist sie aggressiv!" "Da stimme ich Dana zu, Monica! Ruhen sie sich aus! Ich bringe sie ins Motel zurück!" "Ich will mich nicht ausruhen! John!" sie drehte sich flehend zu dem Mann. "Wir müssen nach Marissa suchen!" "Monica! Wenn das stimmt, was Dana sagt, und laut diesem Papier tut es das, dann sollten sie ins Bett gehen! Ich verspreche ihnen, daß ich alles in die Wege leiten werde, was ihre Freundin betrifft." Nach einer kurzen Diskussion war Monica schließlich überzeugt und ließ sich von John zurück ins Motel fahren. ************************************************************************ Regen fiel in dicken Tropfen vom Himmel herab und drang durch das dichte Laubwerk der großen Bäume. Der gesamte Waldboden war bereits durchnässt und gab die typischen Matschgeräusche von sich, wenn man einen Schritt tat. Der Gestalt, die durch den Wald hetzte, fiel dies jedoch nicht einmal auf. Sie war bereits völlig durchnäßt, das dunkle lange Haar klebte in langen Strähnen an ihrem Körper und die aufreizende Kleidung die sie trug konnte sie kaum vor der Kälte schützen. Sie zitterte, taumelte mehrere Male und fiel sogar hin, stand jedoch mit ihrer letzten Kraft wieder auf und rannte weiter. Sie mußte eine hübsche Frau sein, obwohl man durch den Dreck und die Erde, die an ihrem gesamten Körper klebten nicht mehr viel erkennen konnte. Ihr Gesicht war tränen verschmiert. Dicht auf den Fersen lief eine weitere Person und versuchte, sie zu erreichen. Sein Gesicht war wutverzerrt, seine Bewegungen waren ebenfalls von seiner Wut bestimmt. Forsch schlug er die Zweige zurück, die ihm im Weg hangen, warf zwischendurch Steine nach der Frau, um sie zu treffen und so zum Stolpern zu bewegen. Und dann geschah es. Sie sah die Baumwurzel nicht, die zehn Zentimeter aus dem boden ragte, stolperte, überschlug sich und blieb schließlich benommen liegen. Keine Sekunde später riss der Mann sie hoch und schlug sie so hart, daß sie glaubte, bewusstlos zu werden. Sie hatte keine Kraft mehr, sich zu wehren und ließ sich so willenlos zurücktragen. Tief in sich wußte Marissa Banderas, daß dies ihre einzige Chance gewesen war. Nun war es vorbei... **************************************************************** "Guten Morgen!" John trat gerade in dem Moment ins Zimmer, als Monica ihren Ärmel herunterkrempelte und Dana das abgenommene Blut zur Untersuchung fertig machte. "Hallo!" begrüßte die Frau ihn ein wenig verlegen und John sah sie skeptisch an. "Alles wieder in Ordnung?" "Hmm, ja!" nickte Monica. "Ich fühle mich gut! Aber ich kann mich kaum noch an die letzten Tage erinnern!" "Eine Nachwirkung der Droge!" kommentierte Dana und setzte sich vor ihr Mikroskop. John kniete sich neben Monica. "Ich habe gestern alles in die Wege geleitet, was ihre Freundin betrifft, aber bis jetzt gibt es noch keine Ergebnisse. Keine Spuren... bis auf die Handtasche, keine Zeugen, keine Erpresserbriefe und keine..." Er stockte, was Monica dazu veranlasste, ihn offen anzusehen. "Sie können es ruhig sagen. Keine Leiche!" Er seufzte. Er wünschte, er könnte ihr diese Zeit ersparen. Sanft legte er seine Hand auf ihr Knie. "Monica, glauben sie mir, ich weiß, wie sie sich fühlen! Ich verspreche, ich werde alles tun. Ich bin gestern abend den ganzen Fall noch einmal durchgegangen und werde ihn nocheinmal durchgehen." Monica lächelte ihn sanft an und drückte seine Hand. Dann erhob sie sich und verließ den Raum. Dana blickte von ihrem Mikroskop auf, machte einige Notizen und drehte sich dann auf ihrem Stuhl zu John herum. "Tja, ihr Blut hat die Droge anscheinend weitesgehend abgebaut. Die Spuren, die ich noch finde, sind so gering, daß sie sie in keinster Weise beeinflussen können." "Gut!" John erhob sich. "Das erklärt allerdings nicht, wie die Droge in ihr Blut kam!" "Dana! Sie glauben doch nicht wirklich, daß Monica..." "Nein!" Dana hob die Hände und stand auf. Nachdenklich nahm sie sich die Brille von der Nase. "Aber die Droge war in ihrem Blut. Und sie war mit Marissa zusammen etwas trinken. Möglicherweise hängen die beiden Sachen zusammen!" "Daran habe ich auf schon gedacht!" John sah Dana einen kurzen Moment nachdenklich an, dann drehte er sich um und verließ ebenfalls den Raum. Möglicherweise hatte man Monica ruhig gestellt, damit sie nicht einschreiten würde, wenn man Marissa entführte. Diese Theorie würde er ihr jedoch vorenthalten. Er wußte, daß man sich gerade in dieser Zeit der Ungewissheit viele Selbstvorwürfe machte. Er musste ihr nicht noch einen Grund für ihre Vorwürfe geben. Er fand die Frau in Marissas Büro am Schreibtisch sitzend über ein paar Akten gebeugt. Fox Mulder stand in einer Ecke am Fenster und kaute einen seiner Sonnenblumenkerne. "Haben sie Familienmitglieder und Freunde angerufen?" hörte er Monica gerade Fragen, worauf Mulder nur ein mit "Mmmh!" kommentiertes Nicken als Reaktion brachte. "John!" Monica erhob sich als sie ihn sah. "Wir müssen uns in Marissas Bekanntenkreis umhören! Wenn wir herausfinden könnten, wie diese Männer die Frauen kennenlernen..." "Monica! Bis jetzt deutet noch gar nichts darauf hin, daß Marissa von unserer Bande entführt worden ist." Auf diese Aussage drehte sich Mulder herum und beide, Monica und Fox sahen ihn mit einem Blick an, der mehr sagte, als tausend Worte. "Nur, weil wir bis jetzt keine Spur haben, heißt das doch nicht...?" "Haben sie die Berichte der anderen Entführungen gelesen?" fragte Fox in einem Ton, der wieder einmal deutlich machte, daß er mit seinem Kollegen nicht einer Meinung war. John fragte sich, ob sie eigentlich schon jemals einer Meinung gewesen waren. Er war Mulder einen warnenden Blick zu. "Sie haben doch Marissa zuletzt gesehen! Wann war das?" Monica dachte nach. "Ich bin mir nicht sicher! Es ist alles nur noch verschwommen! Ich glaube, wir saßen in der Bar, und dann brachte ich sie zum Taxi... aber vielleicht habe ich das nur geträumt!" Ernst ließ John sich auf seinen Stuhl sinken. "Haben sie eine Vorstellung, wie die Droge in ihren Körper gelangt sein kann?" Monica schüttelte nur stumm den Kopf. "Ich kann mich ja nicht mal an irgendwas genaues erinnern. Vielleicht hab ich sie ja freiwillig genommen. Ich war angetrunken!" "Gehen wir mal davon aus, daß sie das nicht getan haben!" nun kam Fox Mulder auf den Schreibtisch zu. "Gehen wir mal davon aus, sie wurde ihnen in ihr Getränk gemixt... was heutzutage wirklich keine Seltenheit mehr ist! Vielleicht war das Vorsatz!" Stumm saßen, beziehungsweise standen sie in dem kleinen Büroraum und dachten nach, bis Monica die Akte, die sie in der Hand hielt, auf den Tisch knallte. "Das sind doch alles bloß Theorien! Wir haben keinen einzige handfesten Hinweis! Verdammt!" sie drehte sich um und schlug mit der Faust gegen die Wand. Dann ließ sie ihre Stirn dagegen sinken. Mulder machte Anstalten auf sie zuzugehen, doch John schüttelte sanft den Kopf. Er wußte, daß sie jetzt alles wollte, nur kein Mitleid. "Wissen sie was? Sie haben recht. Und deshalb gehen wir jetzt alles systematisch noch einmal durch. Jeder winzige Hinweis wird verfolgt. Wir rufen Familienmitglieder und Freunde an. Es gibt sicher irgendeine Kleinigkeit. Monica drehte sich herum und sah ihn dankbar an, dann gab sie Mulder zwei Akten und John zwei. "Ich werde die restlichen übernehmen, da ich die einzige bin, die Spanisch sprechen kann!" Sie verbrachten den gesamten restlichen Tag damit zu telefonieren, Hinweise aufzuschreiben und schließlich doch wieder durchzustreichen, ihre Ergebnisse auf Gemeinsamkeiten zu überprüfen und schließlich weiter zu recherchieren. Auch am nächsten Tag ging das ganze weiter, doch sie fanden keine einzige Spur. Keiner war jedoch bereit, aufzugeben. Dana hatte die letzten beiden Opfer auf ähnliche Drogen, wie die von Monica untersucht, die Ergebnisse waren jedoch negativ gewesen. Und so saßen sie schließlich frustriert in dem kleinen Büro beisammen und wühlten in Akten. Monica telefonierte immer wieder mit Bekannten und Angehörigen der Opfer. Es war bereits nachmittag, als sie den Telefonhörer auflegte, und sich etwas aufschrieb. Die Freundin des dreizehnten Opfers hatte ihr erzählt, daß die tote anscheinend eine Woche vor ihrem Fund nach Monterrey gefahren war, weil sie beruflich hier zu tun hatte. In diesem Moment klingelte das Telefon. Monica nahm ab. "Monica Reyes, Hola?" Sie lauschte, antwortete zwischendurch ein paarmal "Si" und wurde immer bleicher. Dana und John warfen sich einen besorgten Blick zu. Schließlich legte Monica auf und sah wie paralysiert auf den Schreibtisch. "Was ist?" fragte Dana und Monica sah sie an. Dana hatte beinahe das Gefühl, als würde sie durch sie hindurchsehen. "Man... man hat wieder eine Leiche gefunden. Wieder... nackt und schrecklich misshandelt. Sie wollen, daß wir hinkommen!" "Monica, es muß nicht Marissa sein! Es könnte eine andere Frau sein!" Doch es war Marissa. Sie lag im Regen auf einer Wiese in der Nähe eines Waldes auf dem Bauch, das Gesicht zur Seite gedreht, die Augen leer und starr in die Ferne gerichtet. Monica starrte sie einfach nur an, bis Dana sie sanft vom Tatort wegzog und sie sich in den Wagen setzen ließ. "Hier, trinken sie!" Dana reichte ihr eine Tasse heißen Tees. "Es geht mir gut!" winkte Monica ab und wunderte sich selber darüber. In ihr war nur eine Leere, sonst nichts. Dana nahm ihre Hand und beide Frauen sahen, wie sie zitterte. "Ich denke nicht! Sie stehen unter Schock, Monica!" Die Frau jedoch zog ihre Hand weh und verschränkte die Arme. "Es geht mir gut!" Dana seufzte, widersprach jedoch nicht, sondern drehte sich um und ging langsam zum Tatort zurück. John sah sie besorgt an. "Wie geht es ihr?" "Es geht ihr gut, sagt sie!" Dana sah auf die schrecklich misshandelte Leiche. "Und was sagen sie?" "Ich sage, sie steht unter Schock. Das ist ein natürlicher Abwehrmechanismus!" "Wem erzählen sie das?" fragte John verbittert. "Ich wünschte, ich hätte ihr das ersparen können!" Dana antwortete nicht. Sie wußte nichts genaues über seinen Sohn Luke, wußte aber, daß es ähnlich gewesen war, wie jetzt. "Vielleicht reden sie mal mit ihr!" schlug Dana vorsichtig vor. John hingegen sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an. "Ich glaube nicht, daß das eine gute Idee ist! Ich habe damals jeden abgewiesen, der Reden wollte. Das Mitleid ist das Schlimmste!" Stumm sahen sie zu, wie der Leichensack geschlossen und in ein Fahrzeug gebracht wurde. "Ich werde mich sofort an die Obduktion der Leiche machen." Den ganzen Nachmittag arbeiteten sie im Büro. Monica ließ sich nichts anmerken. Das war es, was John Sorgen machte. Sie versuchte, fröhlich zu wirken, doch in ihren Augen sah er nichts von dem üblichen Funken. Am abend, als sie nach Hause gehen wollten, zog John die Frau schließlich beiseite. "Monica, wir sollten reden!" Sie sah ihn jedoch verwundert an. "Natürlich, aber heute abend habe ich leider keine Zeit! Ich wollte noch... etwas erledigen." "Ich verstehe!" John nickte und sah ihr nach, wie sie, ihren Mantel um die Schultern gelegt das Büro verließ. Er lief hinter ihr her. "Monica!" "Ja?" Sie drehte sich noch einmal herum. "Dann danach, in Ordnung? Treffen wir uns um elf vor ihrem Motel Zimmer!" "Okay!" Sie nickte, lächelte und ging dann. "Sie lassen sie gehen?" John sah Fox ärgerlich an. "Was soll ich denn tun?" "Seien sie für sie da! Reden sie mit ihr!" John antwortete ihm nicht, sondern folgte Monica zum Ausgang. Er wußte, was sie durchmachte, und daß sie ihre Zeit brauchte, um selber klarzukommen, bevor sie mit anderen Menschen darüber reden konnte. ****************************************************************** Monica saß im "White Moon", dem Lokal, in dem sie auch mit Marissa am abend vor ihrem Verschwinden gesessen hatte und trank. Sie wußte nicht, wie lange sie bereits hier saß, sie spürte nur diesen unerträglichen Schmerz in sich und konnte ihn nicht verstehen. Wie eine Flutwelle war er über sie gekommen. Immer wieder liefen Tränen über ihre Wangen, sie merkte es teilweise nicht einmal. Und dann diese Fragen. Was, wenn sie an diesem Abend nüchtern geblieben wäre? Wenn sie Marissa nach Hause gebracht hätte? Es war ihre Idee gewesen, noch wegzugehen. Sie war Schuld! Immer wieder kam sie zu der gleichen Erkenntnis und immer wieder versuchte sie, diese Erkenntnis mit Alkohol zu betäuben, diese innere Stimme zum Schweigen zu bringen, die in ihr schrie und sie verantwortlich machte. Sie trank so viel, bis sie nicht mehr klar sehen konnte. Dann erst schien die Stimme langsam zu verhallen und ihre Gedanken wurden angenehm benebelt und undeutlich. "Entschuldigung! Sind sie nicht eine Freundin von Marissa?" Monica drehte sich zur Seite und sah einen Mann an, der etwa zwanzig Zentimeter größer war als sie und sehr stämmig wirkte. "Ja!" sie nickte und kicherte. "Ja, das war ich." "Ich habe sie neulich zusammen hier gesehen und sie hatte etwas vergessen!" "Sie kennen sie?" "Ja, wir sind... alte Bekannte!" "Oh!" Monica trank einen Schluck ihres Drinks und sah den Mann dann wieder an. "Was hatte sie denn vergessen? Können sie es mir geben?" "Natürlich! Es ist hinten irgendwo. Wollen sie kurz mitkommen?" Monica nickte und sprang beinahe von ihrem Stuhl. Dabei taumelte sie gegen den Mann, welcher sie festhielt und wieder hinstellte. "Vorsichtig!" Sie folgte ihm hinter die Bar durch einen Vorhang und dann einen kleinen Gang entlang. "Wir bewahren alle diese Dinge in einem Raum auf. Unser eigenes Fundbüro sozusagen." Er lachte und Monica stimmte mit ein obwohl sie eigentlich gar nicht wußte, warum sie lachte. "Hier hinein!" Der Mann öffnete eine Tür und Monica trat ein. "Hier sind aber keine Sachen!" erwiderte sie mit einem Blick auf die beiden Männer, die an einem kleinen Tisch saßen und rauchten. Der Eine trug ein kariertes Hemd und sah irgendwie eher amerikanisch aus und der andere trug nur ein weißes Hemd und hatte eine Tätowierung auf seinem rechten Schulterblatt. Ein Drache... monica dachte nach. Irgendwas war doch mit einer Tatöwierung gewesen. Irgendetwas, an das sie sich erinnern müßte. Richtig... sie hatte es in einem Film gesehen. Plötzlich erstarrte sie und die Benommenheit fiel von ihr ab. Der Mann auf den Videos hatte diese Tätowierung gehabt. "Oh, Shit!" Sie wollte sich umdrehen, doch der Mann der hinter ihr stand packte sie und hielt sie fest. Der Alkohol hatte ihre Reaktionsfähigkeit so weit herabgesetzt, daß sie sich unmöglich wehren konnte. Und so war das einzige, was sie noch tun konnte, schreien. Sie fühlte, wie ein Tuch ihren Schrei erstickte, schnappte nach Luft und atmete den widerlichen Chloroformgeruch tief ein. Sie begann zu prusten, doch bevor sie sich wehren konnte, verlor sie bereits das Bewußtsein. **************************************************************** Dana zog sich hastig einen Bademantel über und eilte aus dem Bad, um dem heftigen Klopfer die Tür zu öffnen. Sie band ihren Bademanel zu und öffnete. "John! Wissen sie, wie spät..." "Ist Monica hier?" "Nein, ich dachte sie wäre bei ihnen! Sie wollten sich doch treffen!" "Ja, vor der Tür! Sie ist aber nicht da! Ich warte bereits seit einer dreiviertel Stunde und da dachte ich, sie schläft vielleicht schon!" "Nein! Sie war noch gar nicht hier!" Dana sah ihn besorgt an. "Wo kann sie denn sein?" "Das weiß ich nicht!" "Sie kommt bestimmt! Denken sie daran, was sie heute alles durchmachen mußte." Doch Monica kam nicht. John wartete noch den ganzen Abend bis zum Morgen und auch als sie am vormittag alle im Büro saßen, hatte Monica nichts von sich hören lassen. ******************************************************************* Monica Reyes stöhnte auf, als grelles Licht sie blendete und versuchte die Augen zu öffnen, doch der stechende Schmerz in ihrem Kopf verhinderte dies. Sie bewegte sich ein wenig und begann zu husten. Sie hatte einen übelerweckenden Geschmack im Mund. Langsam erinnerte sie sich. Sie hatte sich betrunken und dann... Sie fühlte, wie jemand ihren Kopf hielt und ihr ein Glas an den Mund führte. Monica nahm einen Schluck, verzog dann aber das Gesicht und wollte die Hand mit dem Glas wegstoßen. "Trink das!" Die Stimme sprach viel zu laut für ihren Kopf. Monica öffnete leicht ihre Augen und drehte den Kopf weg. Hart packte der Mann sie an den haaren. "Ich sagte, du sollst das trinken! Es wird den Alkohol in deinem Körper schneller abbauen!" "Ich will nicht!" protestiert Monica schwach und dachte an die übelschmeckende Flüssigkeit. Der Mann drückte ihr barsch das Glas an die Lippen und hielt ihr die Nase zu. Monica schlug nach ihm und beförderte mit einem zufälligen Schlag das Glas an die Wand des Zimmers. Keine Sekunde später schlug der Man sie so hart ins Gesicht, daß sie aufschrie. Sie floh in die Ecke eines Zimmers und tastete nach ihrer Waffe, ihrer Tasche oder irgend etwas mit dem sie sich hätte wehren können, bis ihr klar wurde, daß sie auf sich gestellt war. Der Mann sah sie drohend an. "Schön, dann gibt es aber auch nichts zu essen!" schrie er sie an, verließ dann den Raum und knallte die schwere Metalltür zu. Monica hörte, wie sie von außen verschlossen wurde und sank dann erleichtert gegen die Wand. Sie war zu müde um sich zu wehren. Ihr Magen schien sich zu drehen und ihr Körper schien den Alkohol noch lange nicht abgebaut zu haben. Wie hatte sie so viel trinken können? Sie fühlte etwas warmes über ihre Wange rinnen und fühlte vorsichtig an ihrer Wange entlang. Neben ihrem Auge befand sich eine schmerzhafte Wunde und hastig zog sie die Hand zurück. Resignierend lag sie einfach an der Wand und döste. Erst, als sie ein Geräusch an der Tür hörte, wurde sie wieder munter. Kein Zweifel, sie wurde aufgeschlossen. Monica sah sich beinahe panisch im Raum um und erblickte das zerbrochene Glas auf dem Boden, das in der Pfütze aus dem merkwürdigen Getränk lag. Sie stürzte sich darauf und ergriff eine der größeren Scherben. Das das Glas in ihre Handfläche schnitt, bemerkte sie gar nicht. Die Tür öffnete sich und ein Mann trat ein, wieder ein Glas in der Hand. Ob es der gleiche wie zuvor war, konnte Monica nicht sagen. Der Mann sah sie an und reichte ihr dann das Glas, in der gleichen Bewegung richtete er eine Waffe auf sie. "Irgendeine Dummheit und ich schieße dir ins Bein! Du wirst dann nicht sterben, aber du wirst schreckliche Schmerzen ausstehen! Und jetzt trink." Alles in ihr drängte nach Widerstand, doch ihr Verstand gewann die Oberhand. Sie hob das Glas an die Lippen und trank die Flüssigkeit. Dabei versuchte sie vergebens den Brechreiz zu ignorieren. Schließlich reichte sie dem Mann das leere Glas zurück. Er grinste böse. "Braves Mädchen! Und jetzt schlaf deinen Rausch aus!" Er drehte sich um und verließ den Raum. Monica sah auf die Scherbe in ihrer Hand und erblickte den tiefen Riss. Sie warf sie weg und schluchzte. Sie konnte absolut nichts ausrichten, wenn der Mann sie mit einer Waffe bedrohte! Ihre Benommenheit schien mehr und mehr zu schwinden, auch, wenn sie noch immer den Schwindel fühlte, der davon zeugte, daß sie betrunken war. Sie blickte auf das kleine Fenster des Raumes. Es war mit Metallstäben vergittert. Der Raum in dem sie war, bestand aus nichts anderem als grauen Steinwänden. Aufgrund der Temperatur vermutete Monica, daß es ein Kellerraum war. Sie rüttelte am Fenstergitter doch es war stabil. Ohne Werkzeug hatte sie niemals eine Chance zu entfliehen. **************************************************************************** Die Stille wurde lediglich ab und zu vom Akten blättern durchbrochen. Keiner sagte ein Wort. John saß auf einem Stuhl, die Hände auf die Knie gestützt und starrte trübsinnig vor sich hin, Dana lief im Raum auf und ab und Fox Mulder saß am Schreibtisch und blätterte die Akten der Vermissten wahrscheinlich zum hundertsten Male durch. Sie hatten eine Vermisstenanzeige aufgegeben, ebenso wie eine Fahndung. Die Polizei der ganzen Stadt suchte nach Monica und sie warteten ungeduldig auf Nachricht. Beim Klingeln des Telefons zuckten alle zusammen. John sah auf, Dana unterbrach ihr ruheloses Auf- und Abgehen und Fox ließ die Akten los. John stürzte beinahe ans Telefon und nahm ab. "Ja?" Er lauschte eine Weile. "Verstehe! Wo genau haben sie die Tasche gefunden?" Er kritzelte nebenbei etwas auf einen Zettel und legte schließlich auf. Dann sah er Fox und Dana an. "Jemand hat Monicas Tasche gefunden. Er rief mich gerade an. Aufgrund ihres FBI Ausweise hat er die Polizei benachrichtigt und die haben ihn gleich an uns weitergeleitet!" "Wo wurde die Tasche denn gefunden?" fragte Dana besorgt. "In einem Lokal mit Namen "White Moon". Ein Gast fand sie gestern abend dort." "White Moon..." Fox dachte scharf nach, dann plötzlich begann er wie ein wahnsinniger die Akten durchzublättern. John und Dana sahen sich verwirrt an, bis Fox auf den Tisch schlug. "Das ist es! Hier! Die Schwester des neunten Opfers gab an, daß das Opfer von einem Lokal namens White Moon berichtet hatte. Sie war hier im Urlaub gewesen und dann verschwunden, nachdem sie am abend noch mit ihrer Schwester telefoniert hatte!" Fox sah auf. "Das ist sie! Das ist unsere Verbindung! Ich bin sicher, das ist das Lokal, in dem Monica und Marissa waren! Opfer Nr. 9... ähm... Allison Carter war ebenfalls dort. Alle drei Frauen sind verschwunden!" "Es sind nur drei von zweiundzwanzig Opfern!" gab Dana zu Bedenken. "Im Moment ist das die einzige vernünftige Spur die wir haben!" erwiderte Fox, doch John schüttelte den Kopf. "Nein, es ist die einzige Spur! Kommen sie! Statten wir diesem "White Moon" mal einen Besuch ab!" **************************************************************** "Beweg dich!" Grob stieß der Mann Monica aus dem Raum und führte sie einen dunklen Gang entlang, ebenfalls mit Steinwänden. Aufgrund der Sonne nahm Monica an, daß es bereits später nachmittag war. Ein Tag. Sie rechnete verzweifelt. Drei Tag, dann hatte man die Frauen gefunden. Sie unterdrückte die Panik, die in ihr aufzusteigen drohte. Wenn sie panisch wurde, hatte sie verloren. Sie mußte einen klaren Verstand bewahren. Sie war ausgebildet worden für solche Eventualitäten. Sie wußte, wie man sich zur Wehr setzte. Sie hatte Kurse in Karate und Selbstverteidigung belegt, außerdem den FBI-üblichen Kampfsport. Sie unterdrückte die Stimme, die ihr sagte, daß auch Marissa diese Ausbildung genossen hatte. "Hier rein!" Grob schon der Mann sie in einen anderen Raum. Monica erkannte den Tatort sofort. Sie hatte ihn auf unzähligen Videos gesehen. Es brauchte all ihre Konzentration um die Panikattacke zu unterdrücken, als sie die drei Männer an einer Videokamera arbeiten sehen sah. "Da ist ja unser Star!" gröhlte der eine und trat auf Monica zu. "Du wirst ein Verkaufsschlager werden!" Er strich leicht die Konturen ihrer Wange entlang. Monica entzog sich ihm angewidert. "Hier!" Einer der anderen Männer hielt ein Kostüm hoch. Es bestand aus schwarzem Leder und es war eines der typischen Kleider, die Stars in einem Porno trugen. "Zieh dir das an!" Er warf es ihr zu, doch monica machte nicht einmal Anstalten, es aufzufangen. Stolz richtete sie sich auf. "Das werde ich nicht!" sagte sie mit fester Stimme. Damit hatte sie die Aufmerksamkeit aller Männer. "Schätzchen!" drohte der eine, der an der Videokamera arbeitete. "Du wirst dich jetzt umziehen, sonst..." "Sonst was?" Monica wußte nicht, wo sie den Mut hernahm. Vielleicht war es Resignation. Nichts konnte schlimmer sein als das, was diese Männer mit ihr vorhatten. Es klickte als der Mann seine Waffe entsicherte und auf sie richtete. "Sonst schieße ich dir ins Knie." Monica erwiderte seinen Blick fest. Sie ballte eine Hand zur Faust um zu verhindern, daß sie anfing zu zittern. "Eins..." Monica zuckte mit keiner Wimper. "Zwei..." Kurz bevor der Mann drei sagen konnte, griff der, der hinter Monica stand ein. "Verdammt, Paolo! Keiner kauft uns das Video ab, wenn sie ein Loch im Knie hat! Soll sie doch ihre Sachen anbehalten! Das ist vielleicht zusätzlich reizvoll!" Paolo schien zu zögern und zog schließlich seine Waffe zurück. "Aber das nächste Mal schieße ich, da kannst du dich drauf verlassen!" sagte er zu seinem Kollegen. Paolo stieß Monica auf die Kamera zu und kettete sie dann mit Handschellen an einen der Heizkörper an der Wand. Dann ging er zu den anderen Männern. Monica sah zu, wie sie die "Kulisse" vorbereiteten und betete, daß irgendjemand ihr helfen würde. ***************************************************** Dana hatte mit Hilfe von Marissas jungem kollegen einen offiziellen Durchsuchungsbefehl für das "White Moon" bekommen. Die Indizien reichten aus, und die Staatsanwälte wollten endlich Ergebnisse sehen. Als sie nun im "White Moon" alles durchsuchten, fanden sie keine Spur von Monica. Nichts deutete darauf hin, daß sie oder die anderen Frauen hier gefangengehalten worden waren. Sie sahen sämtliche Akten durch, Verkaufsberichte, Kassenabrechnungen, doch nicht enthielt einen Hinweis. "Verdammt!" John schlug gegen die Wand. "Das war ein Fehlschlag!" Fox hingegen schüttelte den Kopf. "Nein, ganz sicher nicht!" "Fox, wir haben alles durchsucht!" "John! Dieses Lokal verbindet drei der verschwundenen Frauen und ich bin mir sicher, wenn wir nachforschen würden, fänden wir heraus, daß jede einzelne hier war!" "Es gibt keinen Beweis!" "Nennen sie es ein Gefühl! Ich habe mich bei so etwas noch nie getäuscht!" Dana unterließ es, ihm aufzuzählen, wie oft er schon falsch gelegen hatte, weil auch sie glauben wollte, daß dieses Lokal eine Spur war. "Der Besitzer ist Paolo Fuentes. Ich schlage vor, wir statten ihm einen Besuch zuhause ab." Schlug Fox vor, und gerade wollten sie den Raum verlassen, als Dana durch Zufall die Kopie eines Kontoauszuges im Mülleimer sah. Sie hob es heraus und sah sie sich an. "Paolo fuentes hat vor drei Monaten ein Haus gekauft. Außerhalb der Stadt!" Sie hielt Mulder den Auszug vor die Nase und dieser griff danach. "Das ist es! Los! Wir müssen die Adresse herausfinden! Rufen sie den Makler an, an den diese Zahlung gegangen ist!" Er drückte John den Kontoauszug in die Hand. "Was tun sie?" fragte dieser und Fox sah ihn an. "Verstärkung anfordern! Wir haben nicht mehr viel Zeit und sobald wir die Adresse haben, müssen wir los!" ********************************************************** Monica zog an den Handschellen und versuchte sich irgendwie daraus zu befreien, doch natürlich war dies ein unmögliches Unterfangen. "Hier!" Ein nasses, schmutziges Handtuch flog in ihr Gesicht. "Wasch dir das Gesicht ab!" Monica folgte dem Befehl, jedoch nur weil sie froh war, den Schmutz abreiben zu können. Der Mann, von dem sie mitbekommen hatte, daß er Antonio hieß, schloß ihre Handschellen auf und zog sie dann hoch. Er reichte ihr eine Dose mit Make up und etwas Wimperntusche. "Hier! Schmink dich!" Monica nahm die Sachen und drehte sich dann um zu dem Spiegel. Offenbar erwartete der Mann keine Gegenwehr und das nutzt sie aus. Plötzlich und unerwartet fuhr sie herum und schleuderte dem Mann die Dose ins Gesicht. Paolo, der eingreifen wollte, versetzte sie einen gezielten Tritt und stürzte zur Tür. Frustriert schrie sie auf, als einer der anderen beiden Männer sie packte, kurz bevor sie die Tür erreicht hatte. Sie trat auf seinen Fuß und schlug ihre Faust über ihre Schulter direkt in sein Gesicht, wie sie es gelernt hatte. Für einen Moment lockerte sich der Griff, dann jedoch wurde er nur noch fester. Monica tobte. Vor Wut und Verzweiflung stiegen ihr Tränen in die Augen. Warum schaffte sie es nicht, sich zu befreien? Verdammt, sie war ausgebildet worden für solche Fälle! Sie schrie auf, als der Mann, der sie festhielt ihren rechten Arm brutal auf ihren rücken drehte. Paolo raste auf sie zu und schlug sie so hart, daß sie gestürzt wäre, wäre sie nicht festgehalten worden. "Es reicht mir mit deinen Spielchen! Fessel sie! Und dann fangen wir an!" Monica wagte noch einen letzten Versuch. Sie riss sich los, stürzte auf Paolo und versetzte ihm einen solchen Kinnhaken, daß er zu Boden ging. Dann ging alles drunter und drüber. Monica wurde wieder gepackt, Antonio richtete seine Waffe auf Monica und entsicherte sie. Paolo richtete sich wutentbrannt auf. "Schieß sie ins Knie!" brüllte er den Mann hinter sich an, und in genau diesem Moment wurde die Tür mit einem Knall aufgestoßen. "Lassen sie die Waffe fallen!" Antonio ließ die Waffe fallen und hob die Hände. Der Griff um Monica hatte sich gelockert und so konnte sie sich befreien. Wutentbrannt stieß se den Mann gegen die Wand und hielt ihn mit ihrem Arm an seinen Hals gedrückt fest. "Du verfluchtes Schwein!" stieß sie hervor und störte sich nicht daran, daß er keine Luft mehr bekam. "Monica!" John hatte seine Waffe noch immer auf die anderen Männer gerichtet. Die Frau achtete nicht auf ihn. Oh, ja, sie würde ihn umbringen. Für das was er Marissa und all den anderen Frauen angetan hatte und für das, was er mit ihr vorgehabt hatte. "MONICA! Wenn sie ihn umbringen, werden sie wegen Mordes angeklagt werden!" Die Angesprochene reagierte zunächst gar nicht, dann ließ sie ihr Knie mit aller Kraft hochschnellen und beobachtete zufrieden, wie der Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden ging. "Der Tod wäre eine viel zu gnädige Strafe für dich!" zischte sie und lehnte sich dann erschöpft und mit den Nerven am Ende gegen die Wand. Mittlerweile stürmten mehr und mehr Polizisten in den Raum und nahmen die Männer fest. John ließ seine Waffe sinken und ging langsam auf seine Partnerin zu. "Sind sie in Ordnung?" Monica nickte stumm und John berührte leicht ihre Wange, die mittlerweile durch den Schlag blau angeschwollen war. Monica jedoch wich zurück und hob die Hände. "Bitte fassen sie mich jetzt nicht an!" Und damit verließ sie langsam den Raum. Traurig sah John ihr nach. Wieder verschloß sie sich vor ihm, genau wie nach Marissas Tod. Er konnte verstehen, wieso sie das tat, und doch hatte er gehofft, sie würde ihm vertrauen können. ************************************************************************* John Doggett wartete lange hinter der Tanne und beobachtete die Frau, die vor dem Grabstein stand. Sie war in schwarz gekleidet und hielt eine langstielige weiße Rose in der Hand. Er wußte nicht, wie lange sie bereits dort stand. Am Vormittag war die Beerdigung von Marissa Banderas Urne gewesen und in zwei Stunden würde der Flug zurück nach Washington gehen. John löste sich aus dem Schatten der Tanne und ging langsam auf Monica Reyes zu. Er räusperte sich, um sie nicht zu erschrecken und sie sah ihn kurz an. In ihren Augen glitzerten Tränen. Sie trug noch immer ein Pflaster neben ihrem Auge. Die Wunde hatte genäht werden müssen. Ihre Wange zeigte nur noch Andeutungen von Blau. Monica hatte vier Tage im Krankenhaus gelegen und war in der Zeit auch von einen Psychologen betreut worden, sie hatte jedoch jegliche Kooperation abgelehnt. John deutete nun auf die Uhr. "Unser Flugzeug geht bald!" Monica sah wieder auf das Grab. "Wissen sie, was ich die ganze Zeit überlege? Wenn ich die erste gewesen wäre... wäre Marissa jetzt noch am Leben." "Monica..." Die Frau sah ihn an und schluchzte. "Es ist einfach nicht fair! Sie hat das nicht verdient, John." "Es ist nicht ihre Schuld, Monica! Bitte tun sie sich das nicht an! Wenn jemand Schuld hat, dann diese Mistkerle!" "Wenn ich nicht so betrunken gewesen wäre... wenn ich schneller gearbeitet hätte, vielleicht hätte ich Mary dann retten können!" "Monica!" Er ging zu ihr und schloß die Arme um sie. Sie erwiderte seine Umarmung. "Sie sind nicht schuld daran!" Er hielt die schluchzende Frau einfach fest und strich durch ihr seidiges Haar. Nach langer Zeit schließlich löste sie sich von ihm und blickte wieder auf das Grab. Sie kniete sich hin und legte liebevoll die Rose auf den Grabstein. Marissa Banderas 1972 - 2002 "Vielleicht gibt es ein Leben nach diesem. Dann hoffe ich, daß Marissa kein Leid mehr erfährt!" Sie atmete tief ein und sah John dann an. "Ich habe mich noch gar nicht bei ihnen bedankt! Wenn sie nicht gewesen wären..." Sie blickte wieder auf Marissas Grad und strich über den kalten, rauen Stein. "Wissen sie, ich habe schon einmal einen Menschen verloren, den ich sehr geliebt habe. Ich wollte das auf keinen Fall noch einmal durchmachen!" Langsam drehte Monica den Kopf zu dem Mann. Es dauerte, bis ihr die volle Bedeutung seiner Worte klar wurde. John sah sie nachdenklich an, dann schließlich reichte er ihr die Hand. "Kommen sie, sonst fliegt das Flugzeug wirklich ohne uns!" Monica erhob sich und sah den Mann lange an. "Was meinten sie damit gerade?" "Nun, daß wir vermutlich noch einen Tag länger hierbleiben müssten, wenn..." "Das meine ich nicht!" Monica sah ihn ernst an. Dann näherte sie sich seinem Mund und verschloß ihn schließlich ganz sacht mit ihren Lippen. John erwiderte ihren Kuß sanft und berührte leicht ihre Wange. Die Zeit schien still zu stehen, während dieser erste Kuss immer tiefer wurde und sie sich völlig darin verloren. Das Leben würde weitergehen und für John Doggett und Monica Reyes war ein neuer Tag angebrochen, der die Vergangenheit in den Schatten rücken und die Zukunft in einem neuen strahlenden Licht erstrahlen lassen sollte. Hush, now, I see a light in the sky Oh, it's almost blinding me I can't believe I've been touched by an angel with love Let the rain come down and wash away my tears Let it fill my soul and drown my fears Let it shatter the walls for a new sun A new day has come (Celine Dion) Wenn du zu dieser Geschichte über Google oder einer anderen Suchmaschine, oder einem externen Link gekommen bist, ohne vorher die Hauptseite besucht zu haben, gehe bitte auf http://www.kimberley-jackson.com Dort findest du weitere Stories, eine Biografie, Bilder, Artwork und vieles mehr... If you got to this story by Google or another Search Engine or external link without visiting the main page first, please go to http://www.kimberley- jackson.com to view more stories, a biography, art and more...